Luft-Wasser-Wärmepumpe Außeneinheit neben einem sanierten Altbau-Einfamilienhaus
Eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe neben einem sanierten Altbau: Mit der richtigen Vorbereitung eine echte Alternative zur Gasheizung

Wärmepumpe im Altbau: Funktioniert das wirklich?

Die Wärmepumpe gilt als Heiztechnologie der Zukunft. Im Neubau ist sie längst Standard: Über 60 % aller neuen Wohngebäude werden heute mit einer Wärmepumpe beheizt. Aber was ist mit dem Altbau? Kann eine Wärmepumpe in einem Haus funktionieren, das in den 1960er, 1970er oder 1980er Jahren gebaut wurde und bisher mit Gas oder Öl geheizt wird?

Die ehrliche Antwort lautet: Ja, aber nicht ohne Vorbereitung. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen von 35 bis 45 Grad Celsius. Viele Altbauten heizen jedoch mit Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad. Das drückt den sogenannten COP (Coefficient of Performance) der Wärmepumpe auf magere 1,8 bis 2,5. Bei einem COP von 2,0 macht die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom nur zwei Kilowattstunden Wärme. Damit wäre sie kaum günstiger als eine elektrische Direktheizung und definitiv unwirtschaftlich.

Die gute Nachricht: Mit gezielten Sanierungsmaßnahmen lässt sich praktisch jeder Altbau WP-tauglich machen, ohne das gesamte Haus komplett zu renovieren. Entscheidend ist die Senkung der notwendigen Vorlauftemperatur durch bessere Dämmung, größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Und genau darum geht es in diesem Leitfaden: Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du Deinen Altbau für die Wärmepumpe vorbereitest, welche Kosten auf Dich zukommen und wie Du die maximale Förderung herausholst.

🔑 Kernaussage

Eine Wärmepumpe funktioniert im Altbau, wenn die Vorlauftemperatur auf 45 bis maximal 55 Grad gesenkt wird. Dafür brauchst Du in den meisten Fällen eine bessere Dämmung, größere Heizkörper und einen hydraulischen Abgleich. Die Investition von 25.000 bis 55.000 Euro wird durch BEG-Förderung (30 bis 70 %) deutlich reduziert.

35-45 °C
Ideale Vorlauftemperatur für WP
COP 3,5-5
Effizienz bei optimaler Vorlauftemperatur
bis 70 %
BEG-Förderung möglich

In Deutschland stehen rund 19 Millionen Wohngebäude, von denen über 15 Millionen vor 1990 gebaut wurden. Diese Gebaeude sind für den Großteil des CO2-Ausstoßes im Gebaeudesektor verantwortlich. Das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) schreibt seit 2024 vor, dass neue Heizungen mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen müssen. Für den Bestand gelten Übergangsfristen, aber die Richtung ist klar: Die Wärmepumpe wird zum neuen Standard, auch im Altbau.

Gleichzeitig steigen die Preise für fossile Brennstoffe weiter. Der CO2-Preis auf Heizöl und Gas liegt 2026 bei 55 Euro pro Tonne und wird in den kommenden Jahren auf 65 Euro (2027) und darüber steigen. Gas kostet aktuell 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, Heizöl etwa 9 bis 11 Cent. Eine gut ausgelegte Wärmepumpe im sanierten Altbau kommt auf effektive Heizkosten von 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde. Der wirtschaftliche Vorteil wächst mit jedem Jahr, in dem fossile Brennstoffe teurer werden.

Voraussetzungen prüfen: Die 7-Punkte-Checkliste

Bevor Du eine Wärmepumpe bestellst, musst Du Dein Haus systematisch prüfen. Nicht jeder Altbau braucht eine Komplettsanierung. Manchmal reichen gezielte Einzelmaßnahmen, um die Vorlauftemperatur ausreichend zu senken. Die folgenden sieben Punkte zeigen Dir, worauf es ankommt.

Energieberater mit Tablet und Wärmebildkamera prüft einen Altbau auf Wärmeverluste
Ein zertifizierter Energieberater identifiziert Schwachstellen in der Gebaeudehülle und erstellt den optimalen Sanierungsfahrplan

1. Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Die Heizlastberechnung ist das Fundament jeder WP-Sanierung. Sie zeigt, wie viel Wärmeleistung Dein Haus bei der kältesten zu erwartenden Außentemperatur braucht. Ein qualifizierter Energieberater oder Fachbetrieb berechnet die Heizlast raumweise nach der Norm DIN EN 12831. Das Ergebnis bestimmt die notwendige WP-Leistung und zeigt, ob und wo Sanierungsmaßnahmen nötig sind.

Kosten: 300 bis 800 Euro für ein Einfamilienhaus. Wichtig: Lass die Heizlast niemals schätzen. Überdimensionierte Wärmepumpen takten zu häufig (ständiges Ein- und Ausschalten), was den COP verschlechtert und die Lebensdauer verkürzt. Unterdimensionierte Wärmepumpen schaffen es an kalten Tagen nicht, das Haus warm zu halten.

2. Vorlauftemperatur bestimmen

Miss die aktuelle Vorlauftemperatur Deiner Heizung an einem kalten Wintertag (unter 0 Grad Außentemperatur). Liegt sie unter 55 Grad, ist Dein Haus möglicherweise schon ohne weitere Sanierung WP-geeignet. Liegt sie über 60 Grad, sind Maßnahmen zur Absenkung nötig. Die Heizkurve zeigt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und nötiger Vorlauftemperatur.

3. Heizkörper prüfen

Die Heizkörpergröße bestimmt, welche Vorlauftemperatur nötig ist. Kleine Heizkörper brauchen hohe Vorlauftemperaturen, um genug Wärme abzugeben. Große Flächenheizkörper oder eine Fußbodenheizung funktionieren bereits bei 35 bis 40 Grad. Die Faustregel: Die Heizkörperleistung bei 45 Grad Vorlauf beträgt nur etwa 55 % der Leistung bei 70 Grad. Wenn Deine Heizkörper bei 70 Grad gerade so ausreichen, müssen sie für den WP-Betrieb fast doppelt so groß sein.

4. Dämmzustand der Gebaeudehülle

Prüfe die Dämmung an den kritischen Stellen: Dach bzw. oberste Geschossdecke, Kellerdecke, Außenwände und Fenster. Je besser die Gebaeudehülle gedämmt ist, desto weniger Heizleistung braucht die Wärmepumpe und desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein. Einen ersten Anhaltspunkt liefert der Energieausweis: Liegt der spezifische Heizwärmebedarf über 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr, sind Dämmmaßnahmen dringend empfehlenswert.

5. Warmwasserbedarf klären

Die Wärmepumpe muss auch das Warmwasser bereiten. Dafür sind Temperaturen von mindestens 55 Grad nötig (wegen der Legionellenprävention). Für einen 4-Personen-Haushalt mit normalem Warmwasserbedarf braucht die WP ca. 2 bis 3 kW zusätzliche Leistung. Prüfe, ob ein Warmwasserspeicher (200 bis 300 Liter) im Heizungsraum Platz findet. Detaillierte Infos findest Du in unserem Ratgeber zu Wärmepumpe und Warmwasser.

6. Elektrischer Anschluss

Wärmepumpen ab 5 kW Leistung brauchen einen Drehstromanschluss (400 Volt, 3-phasig). In den meisten Altbauten ist dieser vorhanden, aber der Zählerschrank muss möglicherweise aufgerüstet werden. Kosten für die Elektroinstallation: 500 bis 2.500 Euro. Zusätzlich empfehlen wir einen separaten Wärmepumpen-Stromtarif mit eigenem Zähler, der 5 bis 8 Cent pro kWh günstiger ist als der Hausstromtarif.

7. Aufstellort für die Außeneinheit

Die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht einen geeigneten Standort: mindestens 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze (Lärmschutz, je nach Bundesland), festen Untergrund, freien Luftstrom und eine Leitungsverbindung zum Heizungsraum. Beachte auch die Geräuschentwicklung: Moderne Geräte liegen bei 35 bis 50 dB(A) in 3 Meter Entfernung, vergleichbar mit einem leisen Gespräch.

💡 Tipp: Schnellcheck vor der Beratung

Bevor Du einen Energieberater beauftragst, mach einen einfachen Schnellcheck: Dreh an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Deiner Heizung schrittweise auf 50 Grad herunter. Werden trotzdem alle Räume warm? Dann ist Dein Haus möglicherweise schon ohne große Sanierung WP-tauglich. Werden einzelne Räume nicht mehr warm, weißt Du, wo die Schwachstellen liegen.

Die richtige Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen

Der häufigste Fehler bei der WP-Sanierung: Die Wärmepumpe wird zuerst eingebaut und dann erst saniert. Das ist, als würdest Du ein Auto kaufen und dann erst den Motor einbauen. Die richtige Reihenfolge ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und die Lebensdauer der Anlage.

🔑 Goldene Regel

Erst die Gebaeudehülle optimieren, dann die Heiztechnik erneuern. Jede Kilowattstunde, die Du durch Dämmung einsparst, ist eine Kilowattstunde, die die Wärmepumpe nicht erzeugen muss. Das bedeutet: kleinere WP, niedrigere Investition, geringere Betriebskosten, längere Lebensdauer.

1

Energieberatung und iSFP erstellen lassen

Lass einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE) einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen. Kosten: 500 bis 1.500 Euro, davon 50 % BAFA-gefördert. Der iSFP zeigt die optimale Reihenfolge aller Maßnahmen und bringt 5 % Extra-Förderung auf jede Einzelmaßnahme. Bei einer 25.000-Euro-WP sind das 1.250 Euro Bonus.

2

Dachboden- und Kellerdeckendämmung

Die günstigste Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Dachbodendämmung (20 cm Mineralwolle): 3.000 bis 8.000 Euro für 100 bis 150 qm. Kellerdeckendämmung: 2.000 bis 5.000 Euro. Zusammen senken sie die Heizlast um 15 bis 25 % und damit die notwendige Vorlauftemperatur um 3 bis 8 Grad.

3

Fenster erneuern (falls nötig)

Alte Einfach- oder Zweifachverglasung durch dreifachverglaste Fenster ersetzen. Kosten: 400 bis 800 Euro pro Fenster, bei 15 Fenstern also 6.000 bis 12.000 Euro. Einsparung: 10 bis 20 % der Heizlast. Lohnt sich vor allem bei Fenstern, die vor 1995 eingebaut wurden. Mehr dazu in unserem Fenster-Kosten-Vergleich.

4

Heizkörper vergrößern und hydraulischen Abgleich durchführen

In Räumen, die bei 50 Grad Vorlauf nicht warm genug werden, müssen die Heizkörper gegen größere Modelle getauscht werden. Kosten: 200 bis 600 Euro pro Heizkörper. Der hydraulische Abgleich stellt sicher, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge bekommt. Kosten: 500 bis 1.500 Euro.

5

Optional: Fußbodenheizung nachrüsten

Eine Fußbodenheizung ist der Goldstandard für den WP-Betrieb (Vorlauf 30 bis 35 Grad). Nachrüstung im Altbau ist möglich, aber aufwändig: Fräsverfahren (Rohre in den bestehenden Estrich fräsen) kosten 50 bis 80 Euro pro qm. Für ein 120-qm-EG also 6.000 bis 9.600 Euro. Lohnt sich vor allem, wenn ohnehin eine Komplettrenovierung ansteht. Alle Details im Ratgeber Fußbodenheizung Kosten.

6

Wärmepumpe einbauen

Erst jetzt, nach der Optimierung der Gebaeudehülle und der Wärmeverteilung, wird die Wärmepumpe installiert. Die vorhergehenden Maßnahmen ermöglichen eine kleinere, günstigere WP mit besserer Effizienz. Die richtige Dimensionierung basiert auf der aktualisierten Heizlastberechnung nach der Sanierung.

Dachbodendämmung mit Mineralwolle im Altbau
Dachbodendämmung mit Mineralwolle: Die günstigste Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Altbau-Sanierung

Kosten der WP-Sanierung im Detail

Die Gesamtkosten einer WP-Sanierung im Altbau hängen stark vom Ausgangszustand des Gebaeudes ab. Ein teilsanierter Altbau aus den 1980er Jahren mit bereits gedämmtem Dach braucht weniger Investition als ein komplett unsaniertes Haus aus den 1960er Jahren. Wir schlüsseln die Kosten nach Einzelmaßnahmen auf.

MaßnahmeKosten (EFH 150 qm)Heizlast-SenkungFörderung
Dachbodendämmung (20 cm)3.000-8.000 €10-15 %15 % BEG EM
Kellerdeckendämmung2.000-5.000 €5-10 %15 % BEG EM
Fenstertausch (15 Stk.)6.000-12.000 €10-20 %15 % BEG EM
WDVS Außenwand15.000-30.000 €20-35 %15 % BEG EM
Heizkörpertausch (10 Stk.)2.000-6.000 €indirekt (VL-Senkung)-
Hydraulischer Abgleich500-1.500 €5-10 % Effizienz15 % BEG EM
Fußbodenheizung nachrüsten6.000-12.000 €indirekt (VL 30-35 °C)-
Luft-Wasser-WP (10-12 kW)15.000-25.000 €-30-70 % BEG
Sole-Wasser-WP (inkl. Bohrung)25.000-40.000 €-30-70 % BEG

Gesamtkosten: Drei realistische Szenarien

Nicht jeder Altbau braucht alle Maßnahmen. Hier drei typische Szenarien mit realistischen Gesamtkosten:

Szenario 1: Leichte Sanierung (teilsanierter Altbau, Dach gedämmt, gute Fenster)
Hydraulischer Abgleich + Heizkörpertausch (5 Stk.) + Luft-Wasser-WP: 19.000 bis 30.000 Euro. Nach Förderung: 10.000 bis 20.000 Euro.

Szenario 2: Mittlere Sanierung (unsanierter Altbau, Basisdämmung fehlt)
Dach- und Kellerdämmung + Heizkörpertausch (10 Stk.) + Hydraulischer Abgleich + Luft-Wasser-WP: 25.000 bis 45.000 Euro. Nach Förderung: 12.000 bis 28.000 Euro.

Szenario 3: Vollsanierung (komplett unsanierter Altbau aus den 1960er Jahren)
Dach- und Kellerdämmung + WDVS + Fenstertausch + FBH-Nachrüstung + Sole-Wasser-WP: 55.000 bis 100.000 Euro. Nach Förderung: 30.000 bis 65.000 Euro.

Kostenverteilung einer typischen WP-Sanierung (Szenario 2)
Wärmepumpe
~50 %
Dachdämmung
~15 %
Kellerdämmung
~9 %
Heizkörper
~10 %
Hydraulik
~3 %
Elektro/Zubehör
~8 %
⚠️ Achtung: Kosten für die Entsorgung der Altanlage

Vergiss nicht die Kosten für die Entsorgung der alten Heizung: Öltank-Entsorgung kostet 1.000 bis 3.000 Euro (je nach Größe und Zugänglichkeit). Alte Gasthermen können oft vom Installateur kostenfrei mitgenommen werden. Asbesthaltige Materialien im alten Heizungsraum erfordern eine Fachentsorgung (500 bis 2.000 Euro). Kläre diese Kosten vorab mit dem Fachbetrieb.

Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss sichern

Die Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG) macht die WP-Sanierung deutlich günstiger. 2026 gelten folgende Fördersätze für den Heizungstausch (BEG Einzelmaßnahmen Heizung, BAFA/BEG-Förderung):

BEG-Förderung für die Wärmepumpe

  • Grundförderung: 30 % auf die förderfähigen Kosten (maximal 30.000 Euro bei selbstgenutztem Wohneigentum)
  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20 % für den Austausch einer mindestens 20 Jahre alten fossilen Heizung oder einer Ölheizung (unabhängig vom Alter)
  • Einkommensbonus: +30 % für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro
  • Effizienzbonus: +5 % für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (R290 Propan) oder Erdwärme/Wasser als Wärmequelle
  • iSFP-Bonus: +5 % bei Umsetzung nach individuellem Sanierungsfahrplan

Die Boni sind kumulierbar, aber auf maximal 70 % begrenzt. Beispiel: Austausch einer 25 Jahre alten Gasheizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel, Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro, mit iSFP: 30 % + 20 % + 30 % + 5 % + 5 % = 90 %, gedeckelt auf 70 %.

Bei förderfähigen Kosten von 30.000 Euro bedeutet das: 21.000 Euro Zuschuss. Der Eigenanteil für eine hochwertige Luft-Wasser-WP (ca. 20.000 bis 25.000 Euro) sinkt damit auf nur 4.000 bis 9.000 Euro. Das ist weniger als eine neue Gasheizung kosten würde.

bis zu 21.000 €
Maximalförderung für die Wärmepumpe
70 % auf 30.000 Euro förderfähige Kosten (BEG Heizungstausch)

BEG-Förderung für Dämmmaßnahmen

Auch die vorbereitenden Dämmmaßnahmen werden gefördert (BEG Einzelmaßnahmen Gebaeudehülle):

  • Grundförderung Dämmung: 15 % auf förderfähige Kosten (maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit)
  • iSFP-Bonus: +5 % bei Umsetzung nach individuellem Sanierungsfahrplan (dann max. 60.000 Euro förderfähig)
  • Förderfähig: Dach-/Geschossdeckendämmung, Kellerdeckendämmung, Fassadendämmung, Fenstertausch

Beispiel: Dach- und Kellerdämmung für 10.000 Euro mit iSFP: 20 % Förderung = 2.000 Euro Zuschuss. Das summiert sich: WP-Förderung (21.000 Euro) + Dämmungsförderung (2.000 Euro) = 23.000 Euro Gesamtförderung. Ausführliche Details findest Du in unseren Ratgebern zur Wärmepumpe Förderung und zum BAFA-Antrag.

💡 BAFA-Antrag: Zeitpunkt ist entscheidend

Der BAFA-Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Das heißt: Zuerst den Antrag online einreichen, dann erst den Installateur beauftragen. Ein beauftragter Installateur vor Antragstellung bedeutet Förderverlust. Einzige Ausnahme: Planungsleistungen (Energieberatung, Heizlastberechnung) dürfen vor Antragstellung beauftragt werden. Alle Infos zum BAFA-Antragsprozess findest Du auf der offiziellen Website.

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Luft-Wasser vs. Sole-Wasser: Welche WP im Altbau?

Für die Altbau-Sanierung kommen zwei Wärmepumpentypen in Frage: die Luft-Wasser-Wärmepumpe (nutzt Außenluft als Wärmequelle) und die Sole-Wasser-Wärmepumpe (nutzt Erdwärme über Sonden oder Flächenkollektoren). Beide haben ihre Stärken, und die Wahl hängt von Deiner individuellen Situation ab.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der Altbau-Standard

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist bei Sanierungen mit Abstand am beliebtesten: Über 85 % aller nachgerüsteten Wärmepumpen sind Luft-Wasser-Geräte. Die Gründe liegen auf der Hand: keine aufwändige Erdbohrung nötig, deutlich günstigere Anschaffung und flexibler Aufstellort. Die Wärmepumpe Kosten liegen inklusive Installation bei 15.000 bis 25.000 Euro.

Der Nachteil: Die Effizienz schwankt mit der Außentemperatur. An milden Tagen (10 Grad) erreicht die LW-WP einen COP von 4 bis 5. An kalten Wintertagen (-10 Grad) sinkt der COP auf 2,5 bis 3,0. Die saisonale Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt im sanierten Altbau bei 3,0 bis 3,8. Das bedeutet: Aus einer kWh Strom werden im Jahresdurchschnitt 3,0 bis 3,8 kWh Wärme.

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Für maximale Effizienz

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Erdtemperatur (8 bis 12 Grad ganzjährig) als Wärmequelle. Dadurch erreicht sie ganzjährig hohe COPs von 4,0 bis 5,5 und eine JAZ von 4,0 bis 4,8 im sanierten Altbau. Die höhere Effizienz spart über die Lebensdauer erhebliche Stromkosten.

Der Nachteil: Die Anschaffungskosten sind deutlich höher (25.000 bis 40.000 Euro) wegen der notwendigen Erdbohrung (8.000 bis 15.000 Euro für 2 Sonden a 100 m). Außerdem braucht die Bohrung eine wasserrechtliche Genehmigung, und nicht auf jedem Grundstück ist eine Bohrung möglich (Wasserschutzgebiete, geologische Einschränkungen). Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Erdwärme-Bohrungskosten.

Vorteile der Wärmepumpe im Altbau

  • Heizkosten 40 bis 60 % niedriger als Gas/Öl
  • Bis zu 70 % Förderung durch BEG/BAFA
  • Kein CO2-Preis auf erneuerbare Wärme
  • Wertsteigerung der Immobilie um 5 bis 10 %
  • Kombination mit Solaranlage für minimale Heizkosten
  • Lebensdauer 20 bis 25 Jahre bei minimalem Wartungsaufwand
  • Kühlfunktion im Sommer möglich (bei vielen Modellen)
  • Unabhängigkeit von steigenden Öl- und Gaspreisen

Nachteile und Herausforderungen

  • Hohe Anfangsinvestition (15.000 bis 40.000 Euro für die WP allein)
  • Vorbereitende Sanierung oft nötig (Dämmung, Heizkörper)
  • Geräuschentwicklung der Außeneinheit (bei LW-WP)
  • Effizienz sinkt bei sehr niedrigen Außentemperaturen
  • Nicht alle Installateure haben Erfahrung mit Altbau-WP
  • Elektroanschluss muss ggf. aufgerüstet werden

Heizkörper, Fußbodenheizung und Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist der Schlüsselfaktor für die WP-Effizienz im Altbau. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur verbessert den COP um ca. 2,5 %. Eine Senkung von 60 auf 45 Grad verbessert den COP um rund 37 %. Das klingt theoretisch, hat aber massive praktische Auswirkungen auf Deine Heizkosten.

Monteur installiert große Flächenheizkörper im Altbau
Der Tausch kleiner Rippenheikörper gegen große Flächenheizkörper ermöglicht niedrigere Vorlauftemperaturen

Heizkörper: Größer ist besser

Alte Rippenheizkörper (oft aus den 1960er bis 1980er Jahren) sind für hohe Vorlauftemperaturen von 70 Grad ausgelegt. Für den WP-Betrieb brauchst Du größere Wärmeabgabeflächen. Drei Optionen:

  • Plattenheizkörper Typ 33: Die dicksten Standard-Heizkörper mit drei Platten und drei Konvektionsblechen. Sie bieten bei gleicher Länge und Höhe etwa die doppelte Leistung eines Typ 11 (Einzelplatte). Kosten: 150 bis 400 Euro pro Heizkörper. Tipp: Oft reicht es, den Heizkörper eine Nummer höher und breiter zu wählen als den bestehenden.
  • Niedertemperatur-Heizkörper: Spezielle Heizkörper mit integriertem Ventilator, die bei niedrigen Vorlauftemperaturen (35 bis 45 Grad) die Leistung herkömmlicher Heizkörper bei 70 Grad erreichen. Kosten: 300 bis 700 Euro pro Stück. Ideal für Räume, in denen kein größerer Heizkörper passt. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe und Heizkörper.
  • Fußbodenheizung nachrüsten: Die beste Lösung für niedrigste Vorlauftemperaturen (30 bis 35 Grad), aber auch die teuerste und aufwändigste. Im Bestand kommen Fräsverfahren zum Einsatz, bei denen Heizungsrohre in den vorhandenen Estrich gefräst werden. Kosten: 50 bis 80 Euro pro qm.
Verlegung einer Fußbodenheizung im Altbau auf Trittschalldämmung
Fußbodenheizung im Altbau: Das Fräsverfahren ermöglicht die Nachrüstung ohne kompletten Bodenaufbau

Die praktische Empfehlung

Für die meisten Altbauten empfehlen wir die Kombination: Große Plattenheizkörper (Typ 22 oder 33) im Obergeschoss und in Schlafräumen. Fußbodenheizung im Erdgeschoss (Bad, Wohnzimmer, Küche), falls eine Renovierung ansteht. Diese Kombination erreicht eine Systemvorlauftemperatur von 40 bis 45 Grad und damit einen WP-COP von 3,5 bis 4,5. Die laufenden Stromkosten der Wärmepumpe bleiben so dauerhaft niedrig.

🔑 Praxis-Tipp: Vorlauftemperatur schrittweise senken

Du musst nicht sofort auf 35 Grad Vorlauf kommen. Auch 50 Grad sind für eine moderne Wärmepumpe akzeptabel (COP ca. 3,0). Starte mit den Maßnahmen, die am meisten bringen (Dachdämmung, Heizkörpertausch), und senke die Vorlauftemperatur schrittweise. Jedes Grad zählt.

Typische Fehler bei der WP-Sanierung vermeiden

Die WP-Sanierung im Altbau ist ein komplexes Projekt. Die folgenden Fehler sehen wir in der Praxis immer wieder. Vermeide sie, und Du sparst tausende Euro und viel Ärger.

Fehler 1: WP einbauen ohne vorherige Sanierung

Der klassische Fehler: Die alte Gasheizung geht kaputt, und in der Panik wird schnell eine Wärmepumpe eingebaut, ohne vorher zu dämmen oder die Heizkörper zu prüfen. Folge: Die WP läuft bei 65 Grad Vorlauf, der COP liegt bei 2,0, die Stromkosten sind höher als die alten Gaskosten. Die Lösung: Wenn ein sofortiger Heizungstausch nötig ist, installiere zunächst eine übergangsweise Gasheizung (gebraucht, 2.000 bis 4.000 Euro) und plane die WP-Sanierung in Ruhe.

Fehler 2: Wärmepumpe überdimensionieren

Viele Installateure neigen dazu, die WP lieber eine Nummer zu groß zu wählen, um Beschwerden zu vermeiden. Eine überdimensionierte WP taktet häufig (schaltet sich ständig ein und aus), was den COP verschlechtert, den Verschleiß erhöht und die Lebensdauer verkürzt. Lösung: Auf Basis einer professionellen Heizlastberechnung (nicht Schätzung!) dimensionieren. Moderne Inverter-Wärmepumpen können ihre Leistung stufenlos anpassen und sind bei korrekter Dimensionierung deutlich effizienter. Mehr zur richtigen Dimensionierung.

Fehler 3: BAFA-Antrag vergessen oder zu spät stellen

Der BAFA-Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme eingereicht werden. Wer den Installateur zuerst beauftragt und dann den Antrag stellt, verliert den gesamten Zuschuss. Bei 70 % Förderung auf 30.000 Euro sind das 21.000 Euro verlorenes Geld. Ein teurer Fehler, der leicht zu vermeiden ist.

Fehler 4: Keinen hydraulischen Abgleich machen

Der hydraulische Abgleich ist seit der Heizungsoptimierungsverordnung ohnehin Pflicht, wird aber oft vergessen oder nur oberflächlich durchgeführt. Ohne Abgleich bekommt der Heizkörper neben dem Heizungsraum zu viel und der Heizkörper im Dachgeschoss zu wenig Warmwasser. Die Vorlauftemperatur muss dann hochgedreht werden, damit auch der am schlechtesten versorgte Raum warm wird. Kostenpunkt für den Abgleich: 500 bis 1.500 Euro, Einsparung: 5 bis 15 % Heizkosten dauerhaft.

Fehler 5: Den billigsten Installateur wählen

Eine Wärmepumpe im Altbau ist anspruchsvoller als eine Standard-Installation im Neubau. Erfahrung zählt. Ein erfahrener WP-Installateur dimensioniert korrekt, macht den hydraulischen Abgleich gründlich und kennt die typischen Fallstricke im Altbau. Frag nach Referenzen, frag nach der Anzahl bereits installierter Altbau-WPs und lies Bewertungen. Den günstigsten Anbieter zu nehmen, kann langfristig deutlich teurer werden. Unser Wärmepumpen-Vergleich hilft Dir, erfahrene Betriebe zu finden.

Fehler 6: Heizstab als Dauerlösung akzeptieren

Viele Wärmepumpen haben einen integrierten Heizstab (elektrischer Direktheizer), der laut Bundesverband Wärmepumpe bei Spitzenlasten einspringt. Wenn der Heizstab regelmäßig läuft (erkennbar am hohen Stromverbrauch), ist das ein Zeichen für eine falsche Auslegung. Der Heizstab hat einen COP von 1,0, also die dreifachen Stromkosten einer gut laufenden WP. Lösung: Heizstab-Anteil im Monitoring überwachen. Liegt er über 5 % des Jahresverbrauchs, ist Nachbesserung nötig.

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Schritt-für-Schritt: So planst Du Deine WP-Sanierung

Eine WP-Sanierung ist ein Projekt, das 3 bis 12 Monate von der ersten Planung bis zur fertigen Anlage dauert. Mit diesem Ablaufplan behältst Du den Überblick und machst alles in der richtigen Reihenfolge.

Phase 1: Analyse und Planung (Monat 1 bis 2)

  • Energieberater beauftragen: Zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE) über die Energie-Effizienz-Experten-Liste der dena finden. Kosten: 500 bis 1.000 Euro für die Erstberatung.
  • iSFP erstellen lassen: Der individuelle Sanierungsfahrplan zeigt die optimale Reihenfolge aller Maßnahmen, geschätzte Kosten und erwartete Einsparungen. Kosten: insgesamt 500 bis 1.500 Euro (50 % BAFA-gefördert).
  • Heizlastberechnung: Auf Basis des iSFP eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchführen lassen.

Phase 2: Förderanträge stellen (Monat 2 bis 3)

  • BAFA-Antrag für Heizungstausch: Online über das BAFA-Portal einreichen. Bearbeitungszeit: 2 bis 6 Wochen.
  • BAFA-Antrag für Dämmmaßnahmen: Separate Anträge für jede Einzelmaßnahme (Dach, Keller, Fenster). Können parallel zum WP-Antrag gestellt werden.
  • Optional: KfW-Kredit für die Restfinanzierung über die Hausbank beantragen.

Phase 3: Sanierung der Gebaeudehülle (Monat 3 bis 6)

  • Dachboden- und Kellerdeckendämmung durch Fachbetrieb ausführen lassen.
  • Ggf. Fenster tauschen und Fassadendämmung (WDVS) anbringen.
  • Heizkörper tauschen: Größere Plattenheizkörper oder Niedertemperatur-Heizkörper einbauen.
  • Optional: Fußbodenheizung nachrüsten (Fräsverfahren).

Phase 4: Wärmepumpe installieren (Monat 6 bis 9)

  • Wärmepumpe bestellen und Installationstermin vereinbaren (Lieferzeiten: 2 bis 8 Wochen).
  • Alte Heizung demontieren, ggf. Öltank entsorgen.
  • Außeneinheit aufstellen, Inneneinheit und Pufferspeicher im Heizraum installieren.
  • Elektroanschluss herstellen (Drehstrom, separater Zähler für WP-Tarif).
  • Hydraulischen Abgleich durchführen.
  • Inbetriebnahme und Funktionsprüfung.

Phase 5: Optimierung und Monitoring (ab Monat 9)

  • Monitoring-App einrichten und Verbrauchsdaten beobachten.
  • Heizkurve optimieren: In den ersten Wochen die Vorlauftemperatur schrittweise anpassen.
  • Nach dem ersten Winter: Heizstab-Anteil prüfen (sollte unter 5 % liegen). Bei Bedarf nachjustieren.
  • Verwendungsnachweis beim BAFA einreichen und Fördergeld abrufen.
Moderner Heizungskeller mit Wärmepumpen-Inneneinheit und Pufferspeicher
Fertig installierte Wärmepumpen-Inneneinheit mit Pufferspeicher im Heizungsraum eines sanierten Altbaus

Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die entscheidende Frage: Lohnt sich eine WP-Sanierung finanziell? Wir rechnen es an einem konkreten Beispiel durch.

Beispielrechnung: Einfamilienhaus 150 qm, Baujahr 1975

Ausgangssituation: Alte Gasheizung (25 Jahre), keine Dachdämmung, einfache Fenster, Heizkörper original. Gasverbrauch: 25.000 kWh/Jahr. Gaskosten: 2.750 Euro/Jahr (11 ct/kWh inkl. CO2-Preis).

Sanierungsmaßnahmen:

  • Dachbodendämmung: 5.000 Euro
  • Kellerdeckendämmung: 3.000 Euro
  • Heizkörpertausch (8 Stück): 3.200 Euro
  • Hydraulischer Abgleich: 1.000 Euro
  • Luft-Wasser-WP (Viessmann Vitocal 250-A, 10 kW): 20.000 Euro
  • Gesamtinvestition: 32.200 Euro

Förderung:

  • WP-Förderung: 30 % Grundförderung + 20 % Klimabonus + 5 % iSFP = 55 % auf 20.000 Euro = 11.000 Euro
  • Dämmungsförderung: 20 % (mit iSFP) auf 8.000 Euro = 1.600 Euro
  • Gesamtförderung: 12.600 Euro
  • Eigenanteil: 19.600 Euro

Betriebskosten nach Sanierung:

  • Heizlast nach Sanierung: 15.000 kWh/Jahr (Reduktion um 40 %)
  • Stromverbrauch WP (JAZ 3,5): 4.286 kWh/Jahr
  • Stromkosten (30 ct/kWh Normaltarif): 1.286 Euro/Jahr
  • Mit WP-Stromtarif (24 ct/kWh): 1.029 Euro/Jahr
  • Jährliche Ersparnis ggü. Gas: 1.721 Euro/Jahr (mit WP-Tarif)

Amortisation: 19.600 / 1.721 = 11,4 Jahre

Nach 11,4 Jahren hast Du die Investition zurück. Danach folgen 13 bis 18 Jahre Nettoersparnis von ca. 1.700 Euro pro Jahr. Über die Lebensdauer der WP (20 bis 25 Jahre) ergibt sich ein finanzieller Vorteil von 15.000 bis 25.000 Euro gegenüber dem Weiterbetrieb der Gasheizung. Und dabei ist die voraussichtliche Steigerung der Gas- und CO2-Preise noch nicht eingerechnet, die den Vorteil weiter vergrößert.

11,4 Jahre
Amortisation der WP-Sanierung (nach Förderung)
Danach: 13 bis 18 Jahre Nettoersparnis von ca. 1.700 Euro/Jahr

Sensitivitätsanalyse: Was ändert die Wirtschaftlichkeit?

  • Gaspreis steigt auf 14 ct/kWh: Ersparnis steigt auf 2.471 Euro/Jahr, Amortisation sinkt auf 7,9 Jahre
  • WP-Stromtarif sinkt auf 20 ct/kWh (z.B. mit PV): Ersparnis steigt auf 1.893 Euro/Jahr, Amortisation 10,4 Jahre
  • Einkommensbonus wird genutzt (70 % Förderung): Eigenanteil sinkt auf 12.200 Euro, Amortisation 7,1 Jahre
  • Kombination Solar + WP-Tarif + max. Förderung: Amortisation unter 6 Jahre

Kombination mit Solaranlage und Speicher

Die Königskombination für minimale Heizkosten: Wärmepumpe plus Solaranlage. Die Photovoltaikanlage liefert tagsüber kostenlosen Strom, mit dem die Wärmepumpe betrieben wird. Der Kombispeicher (Warmwasser + Puffer) speichert die Wärme für die Abendstunden.

So funktioniert die Kombination

An sonnigen Tagen (auch im Winter) liefert eine 10-kWp-Solaranlage genug Strom, um die Wärmepumpe mehrere Stunden zu betreiben. Der Pufferspeicher wird tagsüber mit günstigem Solarstrom aufgeheizt und gibt die Wärme abends und nachts ab. Ein Batteriespeicher (10 kWh) kann den Solarstrom zusätzlich für die Nachtstunden puffern. Die Kosten für den WP-Strom sinken dadurch um 30 bis 50 %. Alle Details zur PV-Eigenverbrauch mit Wärmepumpe findest Du in unserem Spezialratgeber.

Die Solaranlage lohnt sich auch unabhängig von der Wärmepumpe: Sie liefert im Sommer kostenlosen Strom für den Haushalt und reduziert die Stromrechnung ganzjährig. Die Solaranlage-Kosten liegen 2026 bei 11.000 bis 16.000 Euro für 10 kWp (mit 0 % Umsatzsteuer). In Kombination mit der WP-Förderung wird das Gesamtpaket noch attraktiver.

💡 SG-Ready: Intelligente Steuerung nutzen

Moderne Wärmepumpen haben eine SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready), die eine intelligente Steuerung durch die Solaranlage ermöglicht. Wenn die PV-Anlage überschüssigen Strom produziert, schaltet die WP automatisch auf erhöhten Betrieb und füllt den Pufferspeicher. So wird maximaler Eigenverbrauch erreicht, ohne dass Du manuell eingreifen musst.

Komplett saniertes Einfamilienhaus mit Wärmepumpe, Solaranlage und moderner Fassade
Das Gesamtpaket: Sanierter Altbau mit Wärmepumpe, Solaranlage auf dem Dach und gedämmter Fassade

Erfahrungen und Praxisbeispiele

Theorie ist gut, Praxis ist besser. Hier zwei echte Beispiele aus der Leospardo-Community, die zeigen, wie eine WP-Sanierung in der Praxis aussieht.

Praxisbeispiel 1: Reihenhaus 1972, Hamburg

Familie Brinkmann hat ihr Reihenhaus von 1972 (120 qm, alte Gasheizung, Gasverbrauch 22.000 kWh) in drei Stufen saniert: Zuerst Dachboden- und Kellerdeckendämmung (6.500 Euro), dann sechs neue Plattenheizkörper (1.800 Euro), dann eine Vaillant aroTHERM plus (7 kW, R290) für 18.500 Euro. Gesamtinvestition: 27.800 Euro. BAFA-Förderung: 55 % auf die WP (10.175 Euro) plus 15 % auf die Dämmung (975 Euro) = 11.150 Euro Zuschuss. Eigenanteil: 16.650 Euro. Ergebnis nach dem ersten Winter: JAZ 3,4, Stromverbrauch 3.200 kWh, Heizkosten 768 Euro (mit WP-Tarif). Ersparnis gegenüber Gas: 1.652 Euro/Jahr.

Wir hatten ehrlich gesagt Angst, dass die Wärmepumpe im Winter nicht reicht. Aber selbst bei minus 12 Grad war es gemütlich warm. Der Schlüssel war die Dachdämmung, die wir zuerst gemacht haben. Unser Installateur hat gesagt: Ohne die hätten wir eine 12-kW-Pumpe gebraucht statt der 7-kW. Das hat allein 4.000 Euro gespart.
Sabine und Markus Brinkmann
Reihenhaus-Besitzer aus Hamburg, WP-Sanierung abgeschlossen November 2025

Praxisbeispiel 2: Einfamilienhaus 1965, Nürnberg

Herr Lehmann besitzt ein freistehendes EFH von 1965 (180 qm, alte Ölheizung mit 3.000-Liter-Tank, Ölverbrauch 3.500 Liter/Jahr = ca. 35.000 kWh). Er hat eine Vollsanierung durchgeführt: WDVS (22.000 Euro), neue Fenster (9.000 Euro), Fußbodenheizung im EG (7.200 Euro), Sole-Wasser-WP mit 100-m-Bohrung (35.000 Euro). Gesamtinvestition: 73.200 Euro. Förderung: 70 % auf die WP (21.000 Euro, da Einkommensbonus + Klimabonus + Effizienzbonus Erdwärme), 20 % auf Dämmung/Fenster (6.200 Euro) = 27.200 Euro Zuschuss. Eigenanteil: 46.000 Euro. Ergebnis: JAZ 4,6, Stromverbrauch 3.480 kWh, Heizkosten 835 Euro/Jahr. Ersparnis gegenüber Öl: 3.165 Euro/Jahr.

Wichtig zu beachten: Herr Lehmanns Fall zeigt, dass auch eine teurere Vollsanierung wirtschaftlich sinnvoll sein kann, wenn die Förderung voll ausgeschöpft wird und die vorherigen Heizkosten hoch waren. Sein Haus hat durch die Sanierung zudem laut Gutachter 80.000 bis 100.000 Euro an Wert gewonnen. Wer mehr über die Erfahrungen anderer WP-Besitzer lesen möchte, findet in unserem Ratgeber weitere Berichte.

Was beide Beispiele zeigen

Die wichtigste Erkenntnis: Die vorbereitende Sanierung (Dämmung, Heizkörper) ist keine Verschwendung, sondern eine Investition, die sich mehrfach auszahlt: kleinere WP, bessere Effizienz, niedrigere Betriebskosten, höhere Förderung und mehr Wohnkomfort. Wer an der Vorbereitung spart, zahlt langfristig drauf. Vergleiche die Angebote verschiedener Wärmepumpen-Anbieter, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Hersteller im Vergleich: Wer baut die besten WPs für den Altbau?

Die Wahl des richtigen Herstellers hängt von Budget, Anforderungen und Verfügbarkeit ab. Die wichtigsten Hersteller für Altbau-Wärmepumpen im Überblick:

  • Vaillant aroTHERM plus: Premium-Gerät mit R290 (Propan), sehr leise, hervorragender COP. Ideal für anspruchsvolle Sanierungen. Preis: 12.000 bis 18.000 Euro (ohne Installation).
  • Viessmann Vitocal 250-A: Bewährte Technik, gutes Monitoring, breites Leistungsspektrum (4 bis 16 kW). Preis: 10.000 bis 16.000 Euro.
  • Buderus Logatherm WLW196i: Solide Qualität, guter Kundenservice, modulare Konfiguration. Preis: 11.000 bis 15.000 Euro.
  • Daikin Altherma 3 H HT: Speziell für Hochtemperatur-Anwendungen (bis 70 Grad) geeignet, daher ideal für weniger sanierte Altbauten. Preis: 10.000 bis 14.000 Euro.
  • Stiebel Eltron WPL 25: Deutsche Fertigung, sehr guter Service, robust und langlebig. Preis: 12.000 bis 17.000 Euro.
  • Wolf CHA Monoblock: Kompaktes Monoblockgerät, einfache Installation, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Preis: 9.000 bis 13.000 Euro.

Die Wahl des Herstellers sollte nicht nur vom Preis abhängen. Mindestens genauso wichtig sind: Verfügbarkeit von Ersatzteilen, lokaler Kundenservice, Erfahrungen des Installateurs mit dem jeweiligen Hersteller und die Garantiebedingungen. Ein guter Installateur empfiehlt Dir das Gerät, mit dem er die beste Erfahrung hat. Mehr dazu im Wärmepumpe Test und Vergleich.

Wartung und laufende Kosten

Wärmepumpen sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Die jährlichen Betriebskosten setzen sich zusammen aus:

  • Wartung: Jährliche Inspektion durch Fachbetrieb, 100 bis 250 Euro. Bei Sole-WP: alle 5 Jahre Soleflüssigkeit prüfen.
  • Stromkosten: 900 bis 1.500 Euro/Jahr im sanierten Altbau (mit WP-Stromtarif).
  • Versicherung: 50 bis 100 Euro/Jahr (oft in der Gebaeudeversicherung enthalten).

Die Wärmepumpe Wartung ist deutlich einfacher und günstiger als bei einer Gas- oder Ölheizung (kein Schornsteinfeger, kein Brennertausch, keine Öllieferung). Die Lebensdauer einer gut gewarteten Wärmepumpe beträgt 20 bis 25 Jahre.

Fazit: Die WP-Sanierung ist die beste Investition für Deinen Altbau

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Eine gut geplante WP-Sanierung im Altbau senkt die Heizkosten um 40 bis 60 %, wird mit bis zu 70 % gefördert, steigert den Immobilienwert und macht Dich unabhängig von steigenden Öl- und Gaspreisen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Reihenfolge: Erst die Gebaeudehülle optimieren, dann die Wärmepumpe installieren. Mit einem erfahrenen Energieberater und einem qualifizierten Installateur wird Dein Altbau fit für die nächsten 30 Jahre.

Der erste Schritt ist ein unverbindlicher Angebotsvergleich. Über Leospardo findest Du in 2 Minuten bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe aus Deiner Region, die Erfahrung mit Altbau-WP-Sanierungen haben.

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Häufige Fragen zur Wärmepumpe Sanierung

Funktioniert eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?
Technisch ja, aber unwirtschaftlich. Im unsanierten Altbau mit 60 bis 70 Grad Vorlauftemperatur sinkt der COP auf 1,8 bis 2,5. Erst mit Dämmung und größeren Heizkörpern (Vorlauf 35 bis 45 Grad) arbeitet die Wärmepumpe effizient mit COP 3,5 bis 5,0 und spart wirklich Heizkosten. Eine gezielte Teilsanierung reicht oft aus.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau inklusive Sanierung?
Die Gesamtkosten liegen je nach Sanierungsumfang bei 19.000 bis 55.000 Euro: Wärmepumpe 15.000 bis 25.000 Euro, Dach- und Kellerdämmung 5.000 bis 13.000 Euro, Heizkörpertausch 2.000 bis 6.000 Euro, hydraulischer Abgleich 500 bis 1.500 Euro. Nach BEG-Förderung (30 bis 70 %) reduzieren sich die Nettokosten auf 10.000 bis 35.000 Euro.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Wärmepumpe im Altbau?
Die BEG-Förderung über das BAFA bietet 30 % Grundförderung plus 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (alte fossile Heizung) plus bis zu 30 % einkommensabhängigen Bonus. Maximal 70 % Förderung auf 30.000 Euro förderfähige Kosten, also bis zu 21.000 Euro Zuschuss. Mit iSFP-Bonus (+5 %) wird es noch besser. Wichtig: Antrag vor Beauftragung des Installateurs stellen.
In welcher Reihenfolge sollte ich sanieren und die WP einbauen?
Erst die Gebaeudehülle optimieren (Dach- und Kellerdämmung, ggf. Fenster), dann Heizkörper vergrößern und hydraulischen Abgleich machen, dann erst die Wärmepumpe einbauen. So kann die WP kleiner dimensioniert werden und arbeitet effizienter. Der iSFP zeigt die optimale Reihenfolge für Dein Haus.
Brauche ich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Nicht zwingend, aber sehr empfehlenswert. Der iSFP kostet 500 bis 1.500 Euro (50 % BAFA-gefördert), zeigt die optimale Sanierungsreihenfolge und bringt 5 % Extra-Förderung auf jede Einzelmaßnahme. Bei einer 25.000-Euro-WP-Anlage sind das 1.250 Euro Bonus. Der iSFP finanziert sich damit fast immer selbst.
Luft-Wasser oder Sole-Wasser: Welche WP ist besser im Altbau?
Die Luft-Wasser-WP ist im Altbau Standard: günstiger (15.000 bis 22.000 Euro), einfache Installation ohne Bohrung, und für die meisten Sanierungen ausreichend effizient (JAZ 3,0 bis 3,8). Sole-Wasser lohnt sich bei großen Gebaeuden, hohem Heizbedarf oder wenn das Grundstück Erdbohrungen erlaubt (JAZ 4,0 bis 4,8).
Wie hoch sind die Heizkosten mit Wärmepumpe im sanierten Altbau?
Ein gut sanierter Altbau (150 qm) mit Wärmepumpe verbraucht 3.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr für die Heizung. Bei 24 bis 30 ct/kWh sind das 720 bis 1.500 Euro Heizkosten jährlich. Zum Vergleich: Gasheizung kostet 2.000 bis 3.500 Euro, Ölheizung 2.500 bis 4.000 Euro. Die Ersparnis liegt bei 1.000 bis 2.500 Euro.
Kann ich die Wärmepumpe mit einer Solaranlage kombinieren?
Ja, und das ist die Königskombination. Eine 10-kWp-Solaranlage (11.000 bis 16.000 Euro) liefert tagsüber kostenlosen Strom für die Wärmepumpe und senkt die Heizkosten um weitere 30 bis 50 %. Mit Batteriespeicher sogar noch mehr. Moderne WPs haben eine SG-Ready-Schnittstelle für die automatische PV-Steuerung.
Was passiert wenn es im Winter sehr kalt wird?
Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis minus 20 Grad zuverlässig. Bei Temperaturen unter minus 10 Grad sinkt der COP, aber die Heizleistung bleibt. Für extrem kalte Tage haben die meisten WPs einen elektrischen Heizstab als Backup. Im gut sanierten Altbau reicht die WP-Leistung in 99 % der Winterstunden aus.
Wie lange dauert die Amortisation einer WP-Sanierung?
Nach BEG-Förderung liegt die typische Amortisation bei 8 bis 15 Jahren. Beispiel: 32.000 Euro Gesamtinvestition minus 12.600 Euro Förderung ergibt 19.400 Euro Eigenanteil. Bei 1.700 Euro jährlicher Ersparnis gegenüber Gas amortisiert sich das in ca. 11 Jahren. Danach folgen 14 bis 19 Jahre Nettoersparnis.