Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Der hydraulische Abgleich einer Wärmepumpe ist eine ingenieurtechnische Maßnahme, bei der alle Heizkörper oder Heizkreise einer Anlage so eingestellt werden, dass jeder Raum exakt die Wärmemenge erhält, die er tatsächlich benötigt. Ohne diese Optimierung bekommt der Heizkörper in Nähe der Heizungsanlage deutlich mehr heißes Wasser als nötig, während weiter entfernte Räume unterversorgt bleiben. Das Ergebnis: einzelne Zimmer sind überheizt, andere bleiben kalt, und die Heizkosten steigen unnötig an.
Beim hydraulischen Abgleich berechnet ein qualifizierter Fachmann den genauen Wärmebedarf jedes einzelnen Raumes. Anschließend stellt er die Heizkörperventile auf die errechneten Voreinstellwerte ein und justiert die Pumpenleistung entsprechend. Das Ergebnis ist ein gleichmäßig und effizient arbeitendes Heizsystem. Gerade für eine Wärmepumpe ist dieser Schritt entscheidend, denn sie arbeitet bei niedrigen Vorlauftemperaturen am effizientesten. Ohne Abgleich muss die Vorlauftemperatur unnötig hoch eingestellt werden, was die Jahresarbeitszahl (JAZ) erheblich reduziert.
Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Raum genau die richtige Wärmemenge bekommt. Bei Wärmepumpen ist er besonders wichtig, weil er niedrigere Vorlauftemperaturen ermöglicht und damit die Effizienz der gesamten Anlage steigert.
Der hydraulische Abgleich ist keine neue Erfindung. Er gehört seit Jahrzehnten zum anerkannten Stand der Technik. Trotzdem wurde er in Deutschland lange vernachlässigt. Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge haben über 80 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland keinen sachgerechten hydraulischen Abgleich. Das kostet die deutschen Haushalte jährlich Milliarden an unnötigen Heizkosten und verursacht Millionen Tonnen vermeidbarer CO₂-Emissionen.
Der Abgleich betrifft dabei nicht nur klassische Plattenheizkörper. Auch Fußbodenheizungen, Gebläsekonvektoren und Deckenheizungen benötigen eine exakte Einstellung der Durchflussmengen. Bei einer Fußbodenheizung werden die Durchflussmengen über die Verteilerventile am Heizkreisverteiler reguliert. Bei Heizkörpern geschieht die Einstellung über voreinstellbare Thermostatventile, die nach dem Abgleich auf den berechneten Wert fixiert werden.
Ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich bringt drei wesentliche Vorteile: erstens eine spürbare Senkung der Heizkosten durch den Wegfall der Überheizung und die optimierte Pumpenleistung, zweitens eine gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen ohne kalte Ecken, und drittens eine deutlich verbesserte Effizienz der Wärmepumpe, weil niedrigere Vorlauftemperaturen möglich werden. Die meisten Hausbesitzer berichten nach dem Abgleich von einem spürbar besseren Wohnkomfort, da störende Temperaturschwankungen zwischen den Räumen verschwinden.
Warum ist der hydraulische Abgleich bei der Wärmepumpe Pflicht?
Seit der Novellierung der Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG) ist der hydraulische Abgleich für alle geförderten Heizungsinstallationen verpflichtend. Wer eine Wärmepumpe mit BAFA-Förderung einbauen lässt, muss den hydraulischen Abgleich nachweisen. Ohne diesen Nachweis wird die Förderung nicht ausgezahlt und kann im Nachhinein sogar zurückgefordert werden.
Die rechtliche Grundlage findet sich im Gebaeudeenergiegesetz (GEG) § 60b sowie in den Förderrichtlinien des BEG. Dort ist festgelegt, dass bei Einbau einer neuen Heizungsanlage der hydraulische Abgleich nach anerkannten Regeln der Technik durchgeführt und dokumentiert werden muss. Der zugelassene SHK-Fachbetrieb muss dem BAFA auf Anfrage die vollständige Dokumentation vorlegen können.
Das BAFA führt Stichprobenkontrollen durch und kann die Förderung nachträglich zurückfordern, wenn kein ordnungsgemäßer hydraulischer Abgleich nachgewiesen werden kann. Bestehe auf einer schriftlichen Dokumentation durch Deinen Fachbetrieb und hebe diese mindestens 10 Jahre auf.
Warum gerade bei der Wärmepumpe so wichtig?
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 45 Grad Celsius, statt der für Gasheizungen üblichen 70 Grad Celsius. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl (JAZ) und desto weniger Strom verbraucht die Wärmepumpe. Ein korrekter hydraulischer Abgleich ist die Voraussetzung dafür, dass die Wärmepumpe mit diesen niedrigen Vorlauftemperaturen zuverlässig alle Räume auf die gewünschte Temperatur bringt.
Ohne Abgleich muss die Vorlauftemperatur unnötig hoch angesetzt werden, um auch die schlecht versorgten Räume zu heizen. Das senkt die Effizienz erheblich: Jede Erhöhung der Vorlauftemperatur um nur 5 Grad reduziert die JAZ um rund 0,2 bis 0,3 Punkte. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,5 bedeutet ein Verlust von 0,3 Punkten rund 9 Prozent höhere Stromkosten im Jahr.
Dazu kommt ein weiterer Aspekt: Nicht abgeglichene Anlagen erzeugen häufig störende Fließgeräusche in den Heizkörperventilen. Dieses Geräusch entsteht, wenn zu viel Wasser durch einzelne Ventile gedrückt wird. Nach einem sachgerechten hydraulischen Abgleich verschwinden diese Geräusche in aller Regel vollständig.
Verfahren A vs. Verfahren B: Der entscheidende Unterschied
Es gibt zwei anerkannte Verfahren für den hydraulischen Abgleich, die sich in Aufwand, Genauigkeit und Kosten deutlich unterscheiden. Für Wärmepumpenanlagen empfehlen Experten grundsätzlich Verfahren B.
| Merkmal | Verfahren A (vereinfacht) | Verfahren B (DIN EN 12831) |
|---|---|---|
| Grundlage | Erfahrungswerte, Wohnfläche, Heizkörpergröße | Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 |
| Genauigkeit | Gut (für einfache Anlagen ausreichend) | Sehr hoch (individuell berechnet) |
| Aufwand | Gering (1 bis 3 Stunden vor Ort) | Hoch (3 bis 8 Stunden, Vorab-Berechnung nötig) |
| Kosten | 500 bis 800 € | 1.000 bis 2.000 € |
| Empfohlen für | Gasheizung, einfache Anlagen, kleine Gebaeude | Wärmepumpe, Niedrigtemperatur-System, Altbau |
| BEG-förderfähig | Ja | Ja (bevorzugt) |
Verfahren A: Schnell und kostengünstig
Beim vereinfachten Verfahren A berechnet der Fachbetrieb den Wärmebedarf der einzelnen Räume anhand von pauschalen Faktoren: Raumgröße, Heizkörpergröße und allgemeine Erfahrungswerte. Die Voreinstellwerte der Heizkörperventile werden daraus abgeleitet und eingestellt. Verfahren A ist schneller und günstiger, berücksichtigt aber nicht individuelle Faktoren wie Fensterflächenanteil, Wanddämmung, Gebaeudeausrichtung oder vorhandene Wärmebrücken. Für Gasheizungen mit Standard-Vorlauftemperaturen reicht Verfahren A häufig aus. Für Wärmepumpen ist es in der Regel zu ungenau.
Verfahren B: Präzise nach DIN EN 12831
Beim Verfahren B wird für jeden Raum eine vollständige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt. In die Berechnung fließen ein: Wandflächen und Dämmstandard, Fensterflächenanteil und U-Werte aller Bauteile, Raumhöhe, Ausrichtung und Lage im Gebaeude, Normaußentemperatur des Standorts, vorhandene Wärmebrücken und die Art der Wärmeabgabesysteme. Das Ergebnis ist eine raumgenaue Heizlast in Watt, die als Grundlage für die präzise Einstellung aller Heizkörper und der Umwälzpumpe dient.
Bei einer neuen Wärmepumpe immer Verfahren B beauftragen. Der Mehrpreis von 500 bis 1.200 Euro gegenüber Verfahren A amortisiert sich durch die verbesserte Effizienz innerhalb von 2 bis 3 Jahren. Außerdem ist Verfahren B Voraussetzung für die maximale Effizienz und damit auch für die optimale BAFA-Förderung.
Vorteile Verfahren B
- Maximale Effizienz der Wärmepumpe
- Präzise Heizlastberechnung pro Raum
- Niedrigstmögliche Vorlauftemperatur
- Besserer Wohnkomfort
- Geringere Stromkosten
- Kein Nachjustieren nötig
Nachteile Verfahren B
- Höhere Kosten (1.000 bis 2.000 €)
- Längere Durchführungsdauer
- Zwei Ortstermine erforderlich
- Nicht jeder Betrieb bietet es an
Kosten 2026: Was kostet ein hydraulischer Abgleich?
Die Kosten für einen hydraulischen Abgleich hängen von mehreren Faktoren ab: dem gewählten Verfahren, der Gebaeudegröße, der Anzahl der Heizkörper und dem regionalen Preisniveau der SHK-Fachbetriebe. Die folgende Tabelle gibt Dir einen realistischen Überblick für 2026.
| Gebaeudegröße | Verfahren A | Verfahren B | Heizkörper ca. |
|---|---|---|---|
| Kleine Wohnung (bis 80 m²) | 400 bis 600 € | 700 bis 1.000 € | 5 bis 8 |
| Einfamilienhaus (80 bis 150 m²) | 500 bis 800 € | 900 bis 1.400 € | 8 bis 15 |
| Größeres EFH (150 bis 250 m²) | 700 bis 1.000 € | 1.200 bis 1.800 € | 15 bis 25 |
| Mehrfamilienhaus (250+ m²) | 1.000 bis 1.500 € | 1.600 bis 2.500 € | 25+ |
Zusatzkosten: Ventiltausch einkalkulieren
Bei älteren Heizungsanlagen sind die verbauten Thermostatventile häufig nicht voreinstellbar. In diesem Fall müssen die Ventile gegen moderne voreinstellbare Modelle getauscht werden. Die Kosten dafür liegen bei 20 bis 50 Euro pro Ventil inklusive Montage. Bei einem Einfamilienhaus mit 12 Heizkörpern entstehen so Zusatzkosten von 240 bis 600 Euro. Diese Kosten sind ebenfalls im Rahmen der BEG-Förderung förderfähig.
Weitere mögliche Zusatzkosten entstehen, wenn die vorhandene Umwälzpumpe veraltet ist und durch eine moderne Hocheffizienzpumpe ersetzt werden muss. Eine neue Pumpe kostet inklusive Montage zwischen 350 und 700 Euro, spart aber durch den deutlich geringeren Stromverbrauch (ca. 80 Prozent weniger als alte, ungeregelte Pumpen) bereits im ersten Jahr rund 100 Euro Stromkosten ein.
Kostenvergleich: Verfahren A vs. Verfahren B (Einfamilienhaus 120 m²)
Einsparung und Amortisation: Wann lohnt sich der Abgleich?
Ein sachgerecht durchgeführter hydraulischer Abgleich spart im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent der jährlichen Heizkosten. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Wärmepumpe und Jahresstromkosten von 1.500 Euro fürs Heizen sind das 150 bis 225 Euro pro Jahr. Die Investition von 1.000 bis 1.500 Euro amortisiert sich also in 5 bis 7 Jahren ohne Förderung und in 3 bis 4 Jahren mit der BEG-Förderung.
Wie kommt die Einsparung zustande?
- Keine Überheizung mehr: Ohne Abgleich werden Räume nah an der Heizung oft überheizt. Jedes Grad Übertemperatur kostet rund 6 Prozent mehr Heizenergie.
- Niedrigere Vorlauftemperatur: Nach dem Abgleich kann die Vorlauftemperatur um 3 bis 8 Grad abgesenkt werden. Das erhöht die JAZ der Wärmepumpe direkt.
- Weniger Pumpenlaufzeit: Die Umwälzpumpe arbeitet effizienter, weil alle Heizkörper bedarfsgerecht versorgt werden.
- Gleichmäßige Wärmeverteilung: Kein Heizen über Fensterlüftung mehr nötig, weil die Wärme gleichmäßig verteilt ist.
Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) reduziert ein hydraulischer Abgleich den Primärenergieverbrauch von Gebaeuden im Durchschnitt um 12,5 Prozent. Bei Wärmepumpen ist der Effekt durch die verbesserte Jahresarbeitszahl sogar noch höher: Die dena schätzt Einsparungen von 15 bis 20 Prozent gegenüber nicht abgeglichenen Anlagen.
Nach dem hydraulischen Abgleich konnten wir die Vorlauftemperatur unserer Wärmepumpe von 50 auf 40 Grad senken. Die Stromrechnung ist um 22 Prozent gesunken und alle Räume sind endlich gleichmäßig warm. Hätten wir das mal direkt bei der Installation gemacht.
Ablauf: Schritt für Schritt zum hydraulischen Abgleich
Der Ablauf eines hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B gliedert sich in fünf klar definierte Schritte. Ein erfahrener SHK-Fachbetrieb begleitet Dich durch alle Phasen. Der gesamte Prozess dauert vom Ersttermin bis zur fertigen Dokumentation in der Regel 1 bis 2 Wochen.
Der hydraulische Abgleich in 5 Schritten
Aufnahme der Gebaeudedaten
Der Fachmann nimmt vor Ort alle relevanten Gebaeudedaten auf: Grundrisse mit Raummaßen, Fenstergrößen und Glasqualität, Wandaufbau und Dämmstandard, Ausrichtung der Fassaden, Lage und Nennleistung aller Heizkörper, Rohrleitungsführung und Leitungslängen. Dauer: 2 bis 3 Stunden für ein Einfamilienhaus.
Raumweise Heizlastberechnung
Mit den aufgenommenen Daten berechnet der Fachmann die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831. Für jeden Raum steht am Ende ein Heizlastwert in Watt. Diese Berechnung erfolgt im Büro des Fachbetriebs nach dem Ortstermin.
Dimensionierung und Voreinstellung berechnen
Anhand der Heizlasten werden für jeden Heizkörper die optimalen Voreinstellwerte für die Thermostatventile berechnet. Auch der Gesamtvolumenstrom und die Einstellung der Umwälzpumpe werden festgelegt.
Einstellung aller Heizkörper vor Ort
Beim zweiten Ortstermin stellt der Monteur alle Thermostatventile auf die berechneten Voreinstellwerte ein. Bei älteren Heizkörpern werden gegebenenfalls Ventile gegen voreinstellbare Modelle getauscht. Die Umwälzpumpe wird auf die optimale Leistung eingestellt. Dauer: 2 bis 4 Stunden.
Dokumentation und Übergabe
Der Fachbetrieb erstellt eine vollständige Dokumentation: Heizlastberechnungen, Einstellwerte aller Ventile, Pumpenkennlinie und Messprotokolle. Diese Dokumentation ist Voraussetzung für die BAFA-Förderung.
Nach dem Abgleich empfiehlt es sich, die Heizung eine Heizperiode lang im optimierten Zustand laufen zu lassen und die Raumtemperaturen regelmäßig zu prüfen. In seltenen Fällen ist eine Feinjustierung einzelner Ventile nötig, wenn die berechneten Werte in der Praxis leicht abweichen. Ein guter Fachbetrieb bietet eine solche Nachjustierung kostenlos an.
Welche Unterlagen solltest Du bereithalten?
Um den Prozess zu beschleunigen und Kosten zu sparen, solltest Du folgende Unterlagen für den Fachmann bereithalten:
- Grundrisszeichnungen des Gebaeudes (wenn vorhanden)
- Energieausweis (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)
- Technische Daten der Wärmepumpe (Fabrikat, Leistung, Baujahr)
- Datenblätter der Heizkörper (Typ, Größe, Nennleistung)
- Angaben zur Wärmedämmung (Baujahr, nachträgliche Dämmmaßnahmen)
- Letzter Schornsteinfegerbericht oder Heizungswartungsprotokoll
Besonderheiten bei Fußbodenheizung
Auch bei Fußbodenheizungen ist der hydraulische Abgleich sinnvoll und bei BEG-Förderung Pflicht. Die Vorgehensweise unterscheidet sich jedoch von der bei Heizkörpern: Statt der Thermostatventile am Heizkörper werden die Durchflussmengen an den Verteilern am Heizkreisverteiler eingestellt. Jeder Heizkreis (in der Regel ein Raum oder eine Zone) erhält seine individuelle Durchflussmenge.
Fußbodenheizungen arbeiten grundsätzlich mit niedrigeren Vorlauftemperaturen als Heizkörper, was sie zur idealen Ergänzung für Wärmepumpen macht. Die typische Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung liegt bei 30 bis 35 Grad Celsius, bei gut gedämmten Neubauten sogar nur bei 25 bis 30 Grad. Der hydraulische Abgleich optimiert diese ohnehin günstigen Bedingungen noch weiter.
Ein besonderer Aspekt bei Fußbodenheizungen ist die Trägheit des Systems. Durch die große Masse des Estrichs reagiert die Fußbodenheizung deutlich langsamer auf Änderungen als ein Heizkörper. Ein korrekter hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass trotz dieser Trägheit alle Räume gleichmäßig und zeitnah die gewünschte Temperatur erreichen. Bei Mischinstallationen, also Fußbodenheizung im Erdgeschoss und Heizkörper im Obergeschoss, wird der Abgleich für beide Systeme separat berechnet und aufeinander abgestimmt.
Bei einer Fußbodenheizung mit Wärmepumpe lohnt sich der hydraulische Abgleich nach Verfahren B besonders, weil bereits kleine Optimierungen der Vorlauftemperatur (1 bis 2 Grad) spürbare Effizienzgewinne bringen. Achte darauf, dass der Fachbetrieb auch die Heizkreislängen und Verlegeabstände in die Berechnung einbezieht.
SHK-Fachbetrieb finden: So gehst Du vor
Für einen ordnungsgemäßen hydraulischen Abgleich brauchst Du einen qualifizierten SHK-Fachbetrieb (Sanitär, Heizung, Klima). Nicht jeder Heizungsbauer führt Verfahren B durch. Frage gezielt danach und hole mindestens drei Angebote ein, denn die Preise variieren regional erheblich.
Worauf Du bei der Auswahl achten solltest
- Erfahrung mit Wärmepumpen: Frage explizit nach Referenzen bei Wärmepumpen-Installationen mit hydraulischem Abgleich nach Verfahren B
- Verfahren B im Angebot: Wenn ein Betrieb nur Verfahren A anbietet, suche einen anderen
- Vollständige Dokumentation: Der Betrieb muss eine BAFA-konforme Dokumentation erstellen und Dir aushändigen
- ZVSHK-Mitgliedschaft: Mitglieder des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) unterliegen strengen Qualitätsstandards
- Transparentes Angebot: Alle Kostenpositionen (Berechnung, Ortstermine, Ventiltausch, Dokumentation) sollten klar aufgeschlüsselt sein
Wo Du qualifizierte Fachbetriebe findest
Qualifizierte SHK-Fachbetriebe findest Du über folgende Anlaufstellen:
- Die ZVSHK-Betriebssuche nach zertifizierten Mitgliedsbetrieben in Deiner Region
- Den Fachpartner-Finder des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP)
- Die Energieeffizienz-Expertenliste der dena für zertifizierte Energieberater
- Die Empfehlungsliste Deines Wärmepumpen-Herstellers
- Leospardo: Wir vermitteln Dir bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe aus Deiner Region
Häufige Fehler beim hydraulischen Abgleich vermeiden
Ein hydraulischer Abgleich ist nur so gut wie seine Ausführung. In der Praxis beobachten wir immer wieder dieselben Fehler, die die Wirksamkeit des Abgleichs deutlich reduzieren oder sogar zunichtemachen. Hier die häufigsten Fehlerquellen und wie Du sie vermeidest:
Fehler 1: Abgleich nur nach Verfahren A bei Wärmepumpe
Viele Fachbetriebe bieten aus Bequemlichkeit nur Verfahren A an. Bei einer Gasheizung mit 70 Grad Vorlauftemperatur reicht das oft aus, weil genug Reserveleistung vorhanden ist. Bei einer Wärmepumpe mit 35 bis 40 Grad Vorlauftemperatur führen die Ungenauigkeiten von Verfahren A jedoch dazu, dass einzelne Räume nicht warm genug werden und die Vorlauftemperatur wieder angehoben werden muss. Bestehe auf Verfahren B.
Fehler 2: Alte Ventile nicht getauscht
Voreinstellbare Thermostatventile sind Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich. Wenn der Fachbetrieb alte, nicht voreinstellbare Ventile belässt und stattdessen nur den Thermostatkopf auf eine niedrigere Stufe dreht, ist das kein hydraulischer Abgleich. Die Durchflussmenge wird dadurch nicht präzise begrenzt.
Fehler 3: Umwälzpumpe nicht angepasst
Ein häufig übersehener Schritt: Nach dem Abgleich muss auch die Umwälzpumpe auf die neuen Durchflussmengen eingestellt werden. Wenn die Pumpe weiterhin mit voller Leistung läuft, werden die eingestellten Ventile teilweise überdrückt und der Abgleich wird unwirksam. Moderne Hocheffizienzpumpen mit Differenzdruckregelung passen sich automatisch an und sind daher ideal für abgeglichene Anlagen.
Fehler 4: Keine Dokumentation erhalten
Ohne vollständige Dokumentation des hydraulischen Abgleichs (Heizlastberechnung, Voreinstellwerte, Pumpenkennlinie) kannst Du weder die BAFA-Förderung beantragen noch bei einer späteren Kontrolle den Nachweis erbringen. Bestehe auf der schriftlichen Übergabe aller Berechnungen und Protokolle.
Die vier häufigsten Fehler beim hydraulischen Abgleich lassen sich durch eine einfache Maßnahme vermeiden: Beauftrage einen qualifizierten Fachbetrieb, der nachweislich Erfahrung mit Verfahren B bei Wärmepumpen hat, und prüfe vor der Bezahlung, ob Du eine vollständige Dokumentation erhalten hast.
Förderung und Finanzierung des hydraulischen Abgleichs
Die Kosten für den hydraulischen Abgleich sind im Rahmen der BEG-Förderung förderfähig. Es gibt zwei Förderwege, je nachdem ob der Abgleich zusammen mit einer neuen Wärmepumpe oder als Einzelmaßnahme durchgeführt wird.
Förderweg 1: Zusammen mit der Wärmepumpe
Wenn Du den hydraulischen Abgleich gleichzeitig mit der Installation einer neuen Wärmepumpe beauftragst, werden die Kosten zur Gesamtinvestition addiert und mit dem gleichen Fördersatz bezuschusst. Bei einer BEG-Förderung von 50 Prozent (Grundförderung + Klimageschwindigkeitsbonus) und Abgleichkosten von 1.500 Euro erhältst Du 750 Euro Förderung. Dein Eigenanteil beträgt nur 750 Euro.
Förderweg 2: Als Einzelmaßnahme (ohne Heizungstausch)
Seit 2024 gibt es im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen (BEG EM) auch einen separaten Fördertatbestand für den hydraulischen Abgleich ohne gleichzeitigen Heizungstausch. Hier werden 15 Prozent der Kosten gefördert, maximal 3.000 Euro pro Wohneinheit. Bei Abgleichkosten von 1.500 Euro erhältst Du also 225 Euro Förderung.
| Förderweg | Fördersatz | Beispiel: 1.500 € Abgleich | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Mit Wärmepumpe (BEG 30 %) | 30 % | 450 € Zuschuss | 1.050 € |
| Mit Wärmepumpe (BEG 50 %) | 50 % | 750 € Zuschuss | 750 € |
| Einzelmaßnahme (BEG EM) | 15 % | 225 € Zuschuss | 1.275 € |
Der höchste Fördersatz ergibt sich, wenn der hydraulische Abgleich als Teil der Wärmepumpen-Installation beantragt wird. Achte darauf, dass der Abgleich im Angebot als separate Kostenposition aufgeführt ist, aber im selben BEG-Antrag eingereicht wird. So profitierst Du vom vollen Fördersatz statt nur von 15 Prozent.
Wichtig: Der BEG-Antrag muss zwingend vor dem Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden. Wer erst den Auftrag erteilt und dann den Förderantrag stellt, verliert den Anspruch auf die Förderung. Die Antragstellung erfolgt online über das BAFA-Portal und dauert etwa 20 bis 30 Minuten.
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