Grundwasser-Wärmepumpe mit Förderbrunnen und Schluckbrunnen im Garten eines Einfamilienhauses
Eine Grundwasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Wärme des Grundwassers und erreicht damit die höchsten Effizienzwerte aller Wärmepumpentypen

Was ist eine Grundwasser-Wärmepumpe?

Die Grundwasser-Wärmepumpe (auch Wasser-Wasser-Wärmepumpe genannt) ist das Flaggschiff unter den Heizsystemen mit erneuerbarer Energie. Sie nutzt die Wärmeenergie aus dem Grundwasser, um Dein Haus zu heizen, Warmwasser bereitzustellen und im Sommer sogar zu kühlen. Das Grundwasser hat in Deutschland ganzjährig eine nahezu konstante Temperatur von 8 bis 12 Grad Celsius und bietet damit eine außergewöhnlich stabile und ergiebige Wärmequelle.

Das Funktionsprinzip ist elegant: Ein Förderbrunnen pumpt Grundwasser aus einer Tiefe von 8 bis 20 Metern an die Oberfläche. In der Wärmepumpe entzieht ein Wärmetauscher dem Wasser thermische Energie. Das um 3 bis 5 Grad abgekühlte Wasser wird anschließend über einen Schluckbrunnen zurück in den Boden geleitet. Der geschlossene Kreislauf entnimmt dem Grundwasser nur Wärme, nicht Wasser. Die Grundwassermenge bleibt konstant.

Im Inneren der Wärmepumpe läuft ein Kältemittelkreislauf: Das flüssige Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur durch die Wärme des Grundwassers, wird anschließend vom Kompressor auf hohes Druckniveau verdichtet (dabei steigt die Temperatur auf 45 bis 65 Grad) und gibt die Wärme über einen zweiten Wärmetauscher an das Heizsystem ab. Danach entspannt sich das Kältemittel über ein Expansionsventil und der Kreislauf beginnt von vorn. Je näher die Quelltemperatur an der gewünschten Vorlauftemperatur liegt, desto weniger Energie braucht der Kompressor. Genau das macht die Grundwasser-Wärmepumpe so effizient.

Im Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, die bei Minusgraden im Winter mit eiskalter Außenluft arbeiten muss, profitiert die Grundwasser-Variante von einer stabilen Quelltemperatur. Während die Luft-Wärmepumpe an einem Wintertag bei minus 10 Grad nur noch einen COP von 2,0 bis 2,5 erreicht, läuft die Grundwasser-Wärmepumpe mit einem COP von 5,0 bis 6,0. Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 5 bis 6 kWh Wärme. Dieser Effizienzvorsprung macht sich über die Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren in deutlich niedrigeren Stromkosten bemerkbar.

🔑 Kernaussage

Die Grundwasser-Wärmepumpe erreicht SCOP-Werte von 5,0 bis 6,0 und ist damit der effizienteste Wärmepumpentyp. Inklusive Brunnenbohrung kostet sie 18.500 bis 32.500 Euro. Nach BEG-Förderung (bis 70%) sinken die Eigenkosten auf unter 10.000 Euro. Die Amortisation gegenüber Gas liegt bei 8 bis 12 Jahren.

SCOP 5,0-6,0
Höchste Effizienz aller WP-Typen
8-12°C
Konstante Grundwassertemperatur
Bis 70%
BEG-Förderung möglich

Effizienz und SCOP: Warum die Grundwasser-WP so überlegen ist

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch den SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) beschrieben. Der SCOP gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe im Jahresmittel aus 1 kWh Strom erzeugt. Je höher der SCOP, desto niedriger die Stromkosten. Der SCOP der Grundwasser-Wärmepumpe liegt bei 5,0 bis 6,0 mit Fussbodenheizung (35 Grad Vorlauf) und bei 4,0 bis 5,0 mit Radiatorheizung (50 bis 55 Grad Vorlauf).

Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht SCOP-Werte von 3,0 bis 4,2, eine Sole-Wärmepumpe (Erdwärme) SCOP 4,0 bis 5,0. Der Effizienzvorsprung der Grundwasser-Variante beträgt gegenüber der Luft-WP also 30 bis 50 Prozent. Das klingt abstrakt, hat aber konkrete finanzielle Auswirkungen.

Rechenbeispiel: Stromkostenersparnis pro Jahr

Nehmen wir ein Einfamilienhaus mit 12.000 kWh Jahresheizwärmebedarf und einem Strompreis von 35 Cent pro kWh. Die folgende Rechnung zeigt den Unterschied:

  • Grundwasser-WP (SCOP 5,5): 12.000 / 5,5 = 2.182 kWh Strom. Kosten: 763 Euro pro Jahr
  • Sole-WP (SCOP 4,5): 12.000 / 4,5 = 2.667 kWh Strom. Kosten: 933 Euro pro Jahr
  • Luft-WP (SCOP 3,5): 12.000 / 3,5 = 3.429 kWh Strom. Kosten: 1.200 Euro pro Jahr
  • Gasheizung (Wirkungsgrad 92%): 12.000 / 0,92 = 13.043 kWh Gas. Kosten: 1.435 Euro pro Jahr (11 ct/kWh)

Die Grundwasser-WP spart gegenüber der Luft-WP 437 Euro pro Jahr und gegenüber der Gasheizung 672 Euro pro Jahr. Über die Lebensdauer von 20 Jahren summiert sich der Vorteil gegenüber Gas auf 13.440 Euro und gegenüber der Luft-WP auf 8.740 Euro. Diese Einsparungen gleichen die höheren Installationskosten mehr als aus. Mehr zu den allgemeinen Wärmepumpe Kosten findest Du in unserem Übersichtsratgeber.

Diagramm SCOP-Vergleich verschiedener Wärmepumpentypen: Grundwasser, Sole und Luft
Die Grundwasser-Wärmepumpe liegt beim SCOP deutlich vor Sole- und Luft-Wärmepumpen
💡 Wärmepumpenstrom-Tarif nutzen

Viele Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpen-Stromtarife für 25 bis 30 Cent pro kWh an (statt 35 Cent Hausstrom). Voraussetzung: separater Zähler für die Wärmepumpe. Das reduziert die Jahreskosten der Grundwasser-WP nochmals um 100 bis 200 Euro. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Stromkosten auf nahezu null.

Kosten 2026: Komplettsystem aufgeschlüsselt

Die Gesamtkosten einer Grundwasser-Wärmepumpe sind höher als bei einer Luft-Wärmepumpe, weil zusätzlich zur eigentlichen Wärmepumpe zwei Brunnen gebohrt und ausgebaut werden müssen. Dafür sind die Betriebskosten über die Lebensdauer deutlich niedriger. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Kosten für 2026 aufgeschlüsselt nach Einzelposten.

KostenpositionKleines EFH (8 kW)Mittleres EFH (12 kW)Großes EFH (16 kW)
Wärmepumpengerät7.000-12.000 €10.000-16.000 €13.000-20.000 €
Förderbrunnen (Bohrung + Ausbau)3.500-7.000 €4.500-8.500 €5.500-10.000 €
Schluckbrunnen (Bohrung + Ausbau)3.000-6.000 €4.000-7.500 €5.000-9.000 €
Verbindungsleitungen (Brunnen zum Haus)1.000-2.500 €1.200-3.000 €1.500-3.500 €
Hydraulische Einbindung + Pufferspeicher2.500-4.500 €3.000-5.500 €3.500-6.500 €
Wasseranalyse + Pumpversuch400-1.000 €400-1.000 €400-1.000 €
Wasserrechtliche Genehmigung300-800 €300-800 €300-800 €
Elektroinstallation800-1.700 €1.000-2.200 €1.200-2.700 €
Gesamtkosten brutto18.500-35.500 €24.400-44.500 €30.400-53.500 €
Nach BEG-Förderung (50%)9.250-17.750 €12.200-22.250 €15.200-26.750 €

Die Preise variieren stark nach Region, Bohrtiefe und Bodenverhältnissen. In Norddeutschland mit sandigem Boden und flachem Grundwasserspiegel sind die Brunnenkosten oft am unteren Ende der Spanne. In Südbayern mit Kiesböden und tiefen Grundwasserspiegeln am oberen Ende. Hol Dir unbedingt mindestens drei Angebote ein, denn die Preisunterschiede zwischen Brunnenbohr-Unternehmen können 30 bis 50 Prozent betragen. Die detaillierte Aufschlüsselung findest Du auch in unserem Ratgeber zu Erdwärme-Bohrung Kosten.

🔑 Preisvergleich spart Tausende

Brunnenbohr-Unternehmen kalkulieren sehr unterschiedlich. Der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot beträgt oft 5.000 bis 10.000 Euro für dasselbe Projekt. Über Leospardo vergleichst Du kostenlos bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe mit Brunnenbohr-Erfahrung aus Deiner Region.

Kostenvergleich: Grundwasser-WP vs. andere Heizsysteme

Die höheren Anschaffungskosten der Grundwasser-Wärmepumpe müssen im Kontext der Gesamtkosten über die Lebensdauer betrachtet werden. Die folgende Tabelle vergleicht die verschiedenen Systeme über 20 Jahre:

HeizsystemAnschaffung (netto)Jährliche HeizkostenGesamtkosten 20 Jahre
Grundwasser-WP24.000 € (vor Förderung)763 €39.260 €
Sole-WP (Erdsonde)22.000 €933 €40.660 €
Luft-WP16.000 €1.200 €40.000 €
Gasheizung8.000 €1.435 €36.700 €
Grundwasser-WP (nach BEG 50%)12.000 €763 €27.260 €

Die Tabelle zeigt: Ohne Förderung liegen alle Wärmepumpentypen auf ähnlichem Kostenniveau über 20 Jahre. Mit BEG-Förderung wird die Grundwasser-WP zum günstigsten Heizsystem überhaupt und schlägt sogar die Gasheizung um fast 10.000 Euro. Berücksichtigt man die seit 2024 geltende Pflicht zum Umstieg auf erneuerbare Heizungen nach dem GEG (Gebaeudeenergiegesetz), führt an der Wärmepumpe langfristig ohnehin kein Weg vorbei.

bis 13.440 €
Ersparnis gegenüber Gas über 20 Jahre
Bei 12.000 kWh Heizbedarf, 35 ct Strom, 11 ct Gas. Ohne Förderung gerechnet.

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Brunnenbohrung: Technik, Ablauf und Kosten

Die Brunnenbohrung ist der technisch anspruchsvollste und kostspieligste Einzelposten bei der Installation einer Grundwasser-Wärmepumpe. Für ein typisches Einfamilienhaus werden zwei Brunnen benötigt: der Förderbrunnen (auch Saugbrunnen) und der Schluckbrunnen (auch Versickerungsbrunnen). Beide Brunnen müssen fachgerecht geplant und ausgeführt werden, um einen störungsfreien Betrieb über Jahrzehnte sicherzustellen.

Bohrgerät bei der Brunnenbohrung für eine Grundwasser-Wärmepumpe auf einem Grundstück
Brunnenbohrung auf dem Grundstück: Das Bohrgerät benötigt eine Zufahrt von mindestens 3 Metern Breite

Förderbrunnen: Aufbau und Anforderungen

Der Förderbrunnen wird bis unter den Grundwasserspiegel gebohrt und mit Filterrohren aus Edelstahl oder PE-HD (Polyethylen hoher Dichte) ausgebaut. Der Durchmesser beträgt typischerweise DN 150 bis DN 200 (150 bis 200 mm Innendurchmesser). Am unteren Ende sorgt ein Filterkiesring für die Trennung zwischen Aquifer und Brunnenrohr, damit kein Sand in die Wärmepumpe gelangt. Eine Unterwasser-Förderpumpe (typisch 0,5 bis 1,5 kW Leistung) fördert das Grundwasser zum Haus.

Typische Bohrtiefen: 8 bis 20 Meter, in Ausnahmefällen bis 30 Meter. Je tiefer der Grundwasserspiegel, desto höher die Bohr- und Förderkosten. Als Faustregel gilt: Bis 15 Meter Tiefe ist die Wirtschaftlichkeit ausgezeichnet. Ab 20 Metern steigen die Förderkosten (Pumpenstrom) spürbar an, und die Gesamtwirtschaftlichkeit muss im Einzelfall geprüft werden.

Schluckbrunnen: Die Rückführung

Der Schluckbrunnen nimmt das abgekühlte Wasser zurück in den Boden auf. Er muss so dimensioniert sein, dass er die gesamte geförderte Wassermenge aufnehmen kann, ohne dass sich das Wasser staut. Der Abstand zum Förderbrunnen beträgt mindestens 10 bis 15 Meter, wobei der Schluckbrunnen immer in Grundwasserfließrichtung stromabwärts platziert wird. So wird verhindert, dass das abgekühlte Wasser zum Förderbrunnen zurückfließt und die Quelltemperatur senkt.

Probleme mit dem Schluckbrunnen sind die häufigste Störungsursache bei Grundwasser-Wärmepumpen. Verantwortlich sind oft Verockerung (Eisenausfällungen) oder Versandung. Ein qualifizierter Brunnenbauer achtet bei der Planung auf ausreichende Dimensionierung und die richtige Filterkiesung. Regelmäßige Wartung (alle 3 bis 5 Jahre) verlängert die Lebensdauer des Schluckbrunnens erheblich.

Bohrverfahren im Überblick

  • Rotary-Spülbohrverfahren: Standardverfahren für die meisten Bodenarten. Kostengünstig, schnell (5 bis 10 Meter pro Tag). Geeignet für Sand, Kies und lockere Sedimente. Kosten: 80 bis 150 Euro pro laufendem Meter.
  • Seilkernbohrverfahren: Für harte Bodenarten (Fels, verdichteter Ton). Langsamer, aber präziser. Kosten: 120 bis 250 Euro pro laufendem Meter.
  • Rammbohrverfahren: Für weiche Böden (lockerer Sand). Sehr schnell und günstig (60 bis 100 Euro/m), aber nur für geringe Tiefen (bis 12 Meter) und einfache Bodenverhältnisse geeignet.

Ein komplettes Zwei-Brunnen-System mit Ausbau, Filterkiesung, Pumpe und Verbindungsleitungen kostet für ein typisches Einfamilienhaus 6.500 bis 16.000 Euro. Bei günstigen Bodenverhältnissen (flacher Grundwasserspiegel, sandiger Boden) liegt der Preis oft unter 10.000 Euro. In schwierigen Verhältnissen (Fels, tiefer Grundwasserspiegel, schlechte Zufahrt) kann er bis 20.000 Euro steigen. Weitere Informationen findest Du in unserem Ratgeber zu Erdwärme-Bohrung Kosten.

Grundstückseignung und geologische Vorprüfung

Nicht jedes Grundstück ist für eine Grundwasser-Wärmepumpe geeignet. Vor der Investition in Planung und Bohrung solltest Du die Eignung Deines Grundstücks sorgfältig prüfen. Drei Faktoren sind entscheidend:

1. Grundwasservorkommen und Tiefe

Für eine wirtschaftliche Grundwasser-Wärmepumpe muss ausreichend Grundwasser in nutzbarer Tiefe vorhanden sein. Ideal ist ein Grundwasserspiegel in 3 bis 15 Metern Tiefe. Die erforderliche Fördermenge hängt von der Heizleistung ab: Pro Kilowatt Heizleistung werden ca. 0,2 bis 0,3 Kubikmeter Wasser pro Stunde benötigt. Für eine 10-kW-Wärmepumpe also 2 bis 3 Kubikmeter pro Stunde.

Die einfachste Erstprüfung ist kostenlos: Die Geologischen Landesämter bieten digitale Kartenportale mit hydrogeologischen Daten an. In Bayern nutzt Du den "BayernAtlas" (Thema Geologie), in NRW das "Geoportal.NRW", in Baden-Württemberg das LUBW-Kartenportal. Gib Deine Adresse ein und prüfe Grundwasserstand und Aquifer-Ergiebigkeit. Viele Gemeinden haben zudem Bohrkarten mit Ergebnissen früherer Bohrungen, die beim Landratsamt oder der Unteren Wasserbehörde einsehbar sind.

2. Wasserqualität

Die Wasserqualität ist entscheidend für die Langlebigkeit der Anlage. Problematisch sind vor allem:

  • Eisen (Fe): Ab 0,2 mg/l Eisengehalt droht Verockerung der Brunnen und Wärmetauscher. Bei Werten über 0,5 mg/l ist eine Grundwasser-WP in der Regel nicht wirtschaftlich, weil häufige Wartung und Reinigung nötig sind.
  • Mangan (Mn): Ab 0,1 mg/l ähnliche Probleme wie bei Eisen, zusätzlich schwarze Ablagerungen.
  • Härte: Sehr hartes Wasser (über 25 Grad deutscher Härte) kann zu Kalkablagerungen führen.
  • Aggressives Kohlendioxid: Greift metallische Bauteile an.

Eine professionelle Wasseranalyse kostet 150 bis 400 Euro und ist vor der Planung unbedingt empfehlenswert. Sie wird von spezialisierten Laboren oder vom Brunnenbauer durchgeführt. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) stellt hydrogeologische Grundlagendaten bereit. Informiere Dich dazu auch in unserem Grundlagenratgeber zu Wärmepumpen.

3. Bodendurchlässigkeit (Schluckfähigkeit)

Der Boden muss das abgekühlte Wasser wieder aufnehmen können. In sandigem und kiesigem Boden ist das kein Problem. In lehmigem oder tonigem Boden kann der Schluckbrunnen das Wasser nicht schnell genug aufnehmen, was zu Rückstau und Betriebsstörungen führt. Ein Pumpversuch (300 bis 800 Euro) klärt die Ergiebigkeit und Schluckfähigkeit im Voraus.

⚠️ Ausschlusskriterien beachten

In Trinkwasserschutzgebieten (Zone I und II), Heilquellenschutzgebieten und bestimmten Naturschutzgebieten ist die Grundwasserentnahme verboten oder stark eingeschränkt. Prüfe beim Umweltamt oder der Unteren Wasserbehörde, ob Dein Grundstück in einer Schutzzone liegt, bevor Du weitere Schritte einleitest. Diese Prüfung ist kostenlos.

Geologische Karte mit Grundwasserspiegeln und Eignung für Grundwasser-Wärmepumpen in Deutschland
Die geologischen Landesämter bieten Online-Karten zur kostenlosen Eignungsprüfung an

Genehmigung und Wasserrecht

Jede Grundwasserentnahme in Deutschland ist nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) genehmigungspflichtig. Du benötigst eine wasserrechtliche Erlaubnis von der Unteren Wasserbehörde (in der Regel beim Landratsamt oder Kreisumweltamt angesiedelt). Die Genehmigung regelt die erlaubte Entnahmemenge, den Zeitraum und die Bedingungen der Grundwassernutzung.

Erforderliche Unterlagen für den Antrag

  • Hydrogeologisches Gutachten oder fachliche Stellungnahme (oft durch den Brunnenbauer erstellt)
  • Lageplan mit Brunnenstandorten im Maßstab 1:500 oder 1:1000
  • Brunnenbaupläne (Ausbauzeichnung, Filterstrecken, Materialien)
  • Wasseranalyse (mindestens Eisen, Mangan, pH-Wert, Härte, elektrische Leitfähigkeit)
  • Berechnung der Entnahmemenge und thermischen Belastung des Grundwassers
  • Nachweis der Rückführung (Schluckbrunnen-Dimensionierung)

Bearbeitungszeit: 4 bis 16 Wochen, je nach Behörde und Auslastung. In ländlichen Landkreisen oft schneller als in Großstädten. Gebühren: 300 bis 800 Euro. Einzelne Bundesländer ergänzen die Bearbeitung um ein gebührenpflichtiges Vorgutachten des Geologischen Landesamtes (100 bis 300 Euro zusätzlich). Der komplette Genehmigungsprozess ist auf der Website des Umweltbundesamtes beschrieben.

Laufende Pflichten nach Genehmigung

Nach Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis musst Du die jährlich entnommene Grundwassermenge dokumentieren und an die Wasserbehörde melden. In vielen Bundesländern fällt eine Wasserentnahmegebühr an (je nach Bundesland 0,01 bis 0,20 Euro pro Kubikmeter). Bei einer typischen Entnahme von 2.000 bis 4.000 Kubikmetern pro Jahr sind das 20 bis 800 Euro Jahresgebühr. In einigen Bundesländern (z.B. Bayern) gibt es Befreiungen für Wärmepumpen-Entnahmen unter bestimmten Schwellenwerten. Quelle: Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Förderung 2026: BEG, KfW 458 und regionale Programme

Die Grundwasser-Wärmepumpe profitiert 2026 von der gleichen großzügigen Wärmepumpe Förderung wie alle anderen Wärmepumpentypen. Das Fördersystem besteht aus drei Säulen: der BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebaeude), dem KfW-Kredit 458 und regionalen/kommunalen Programmen.

BEG-Förderung: Bis zu 70% Zuschuss

Die BEG-Förderung wird über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragt und besteht aus mehreren stapelbaren Bausteinen:

  • Basisförderung: 30% der förderfähigen Kosten (bis 30.000 Euro = max. 9.000 Euro Zuschuss)
  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20%, wenn die alte Heizung eine Öl- oder Gasheizung älter als 20 Jahre ist oder ein Konstanttemperaturkessel ersetzt wird
  • Einkommensbonus: +20% für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro
  • Effizienzbonus: +5% für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (Propan R290)
  • Maximale Förderquote: 70% von 30.000 Euro = maximal 21.000 Euro Zuschuss

Für ein Rechenbeispiel: Eine Grundwasser-Wärmepumpe für 28.000 Euro brutto mit Basisförderung (30%) + Klimabonus (20%) = 50%. Zuschuss: 14.000 Euro. Eigenkosten: 14.000 Euro. Mit zusätzlichem Einkommensbonus (70% total): Zuschuss 19.600 Euro, Eigenkosten nur 8.400 Euro. Wichtig: Der BEG-Antrag muss vor Beauftragung des Installateurs oder Brunnenbauers gestellt werden. Ein nachträglicher Antrag ist ausgeschlossen. Die aktuelle Heizungsförderung 2026 im Überblick findest Du in unserem Spezialratgeber.

KfW 458: Ergänzungskredit

Der KfW-Ergänzungskredit 458 bietet günstige Finanzierung für den nach Förderung verbleibenden Eigenanteil. Kreditvolumen bis 120.000 Euro, Laufzeit 4 bis 35 Jahre, Zinssatz 2026 bei ca. 2,5 bis 4,0% effektiv. Für Haushalte mit Einkommen unter 90.000 Euro gibt es zusätzlich eine Zinsermässigung. Der KfW-Kredit wird über die Hausbank beantragt.

Regionale und kommunale Förderung

Zusätzlich zur Bundesförderung bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Zuschüsse. Einige Beispiele für 2026:

  • Bayern: 10.000-kWh-Stromspeicher-Programm (bei Kombination Solar + Wärmepumpe), kommunale Energiezuschüsse
  • NRW: progres.nrw für Speicher und Energieberatung
  • Baden-Württemberg: L-Bank Sanierungsförderung
  • Hamburg: IFB-Hamburger Energiepass-Zuschuss
  • Berlin: IBB-Förderung für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden

Prüfe immer die aktuellen Programme Deiner Kommune. Die BAFA-Website bietet eine Übersicht aller Bundesförderprogramme. Regionale Programme findest Du über die Förderdatenbank des Bundes. Für eine persönliche Energieberatung inklusive Förderberatung empfehlen wir einen zertifizierten Energieberater.

🔑 Förder-Tipp: Antrag VOR Beauftragung

Der BEG-Antrag beim BAFA muss zwingend vor der Beauftragung des Installateurs oder Brunnenbauers gestellt werden. Wer zürst beauftragt und dann fördert, verliert den Anspruch. Plane 4 bis 8 Wochen für die Bewilligung ein. Der Antrag kann online über das BAFA-Portal gestellt werden.

Betriebskosten und Wartung

Die laufenden Kosten einer Grundwasser-Wärmepumpe sind erfreulich niedrig. Die Betriebskosten setzen sich aus Stromkosten, Wartungskosten und behördlichen Gebühren zusammen.

Stromkosten: Die größte laufende Position

Der Stromverbrauch der Wärmepumpe ist der größte laufende Kostenblock. Für ein Einfamilienhaus mit 12.000 kWh Heizwärmebedarf und SCOP 5,5 beträgt der Jahresstromverbrauch ca. 2.180 kWh. Bei einem Wärmepumpentarif von 30 Cent pro kWh ergibt das 654 Euro Stromkosten pro Jahr. Hinzu kommt der Strom für die Brunnenpumpe (ca. 200 bis 400 kWh/Jahr = 60 bis 120 Euro). Die gesamten jährlichen Stromkosten liegen damit bei 714 bis 774 Euro. Ausführliche Informationen findest Du auch in unserem Ratgeber zu Wärmepumpe Stromkosten.

Wartungskosten und Intervalle

Eine regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer und sichert die Effizienz der Anlage. Die empfohlenen Wartungsintervalle:

  • Jährlich: Sichtprüfung der Wärmepumpe, Kontrolle Kältemittelkreislauf, Prüfung Förderpumpe. Kosten: 150 bis 300 Euro.
  • Alle 3 bis 5 Jahre: Brunneninspektion (Kamerabefahrung), Reinigung der Brunnenfilter, Prüfung der Schluckfähigkeit. Kosten: 400 bis 800 Euro.
  • Alle 10 bis 15 Jahre: Ggf. Regenerierung des Schluckbrunnens bei Verockerung, Austausch der Förderpumpe. Kosten: 1.000 bis 3.000 Euro.

Jährliche Gesamtbetriebskosten (Durchschnitt über Lebensdauer): Strom 714-774 Euro + Wartung (umgelegt) 150-250 Euro + Wasserentnahmegebühr 20-100 Euro = 884 bis 1.124 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet bei gleicher Heizleistung 1.435 Euro jährlich allein an Brennstoff, plus 200 bis 400 Euro Wartung = 1.635 bis 1.835 Euro pro Jahr. Die Grundwasser-WP spart also 511 bis 951 Euro pro Jahr gegenüber Gas.

Jährliche Betriebskosten nach Wärmepumpentyp (12.000 kWh Heizbedarf)

Grundwasser-WP vs. Luft-WP vs. Sole-WP: Der große Vergleich

Die drei gängigsten Wärmepumpentypen haben jeweils ihre Stärken und Schwächen. Welche Variante für Dich die beste ist, hängt von Deinem Grundstück, Deinem Budget und Deinen langfristigen Zielen ab. Die folgende Übersicht hilft Dir bei der Entscheidung.

Vorteile Grundwasser-Wärmepumpe

  • Höchster SCOP aller Wärmepumpentypen (5,0 bis 6,0)
  • Niedrigste Betriebskosten aller Heizsysteme
  • Konstanteffizienz: keine Leistungseinbussen im Winter
  • Extrem leiser Betrieb (keine Außeneinheit mit Ventilator)
  • Kostenlose Kühlung im Sommer (Natural Cooling)
  • Brunnen halten 30 bis 50 Jahre (länger als das Gerät)
  • Kein Abtaubetrieb nötig (spart Strom im Winter)
  • Ideal für Altbau mit höheren Vorlauftemperaturen

Nachteile und Einschränkungen

  • Höchste Anschaffungskosten (18.500 bis 53.500 Euro)
  • Wasserrechtliche Genehmigung erforderlich (4 bis 16 Wochen)
  • Nicht jedes Grundstück geeignet (Grundwasser, Wasserqualität)
  • Brunnenbohrung benötigt Zufahrt und Stellfläche
  • Risiko der Verockerung bei hohem Eisengehalt
  • Wasserentnahmegebühr in manchen Bundesländern
KriteriumGrundwasser-WPSole-WP (Erdsonde)Luft-WP
SCOP (Fussbodenheizung)5,0 bis 6,04,0 bis 5,03,0 bis 4,2
Anschaffung (8 kW EFH)18.500 bis 35.500 €18.000 bis 30.000 €12.000 bis 20.000 €
Jährliche Heizkosten774 €933 €1.200 €
GenehmigungWasserrecht (4-16 Wo.)Bergrecht (2-8 Wo.)Keine (nur Abstand)
Grundstück-EignungEingeschränktFast überallÜberall
Geräusch außenKeinKein45 bis 55 dB(A)
KühlungNatural CoolingNatural CoolingAktiv (Kompressor)
Lebensdauer Quelle30 bis 50 Jahre40 bis 80 JahreUnbegrenzt (Luft)

Fazit: Die Grundwasser-Wärmepumpe ist die wirtschaftlich beste Lösung, wenn Dein Grundstück geeignet ist und Du die Förderung nutzt. Die Sole-Wärmepumpe ist die Allround-Lösung mit guter Effizienz und weniger Einschränkungen. Die Luft-Wärmepumpe ist die flexibelste und günstigste Einstiegsoption mit der größten Marktverbreitung. Wer zwischen Gas und Wärmepumpe schwankt, findet in unserem Ratgeber Wärmepumpe oder Gasheizung weitere Entscheidungshilfe.

Vergleich der drei Wärmepumpentypen: Grundwasser, Sole und Luft nebeneinander dargestellt
Die drei Wärmepumpentypen im direkten Vergleich: Grundwasser, Sole (Erdwärme) und Luft

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Kühlung im Sommer: Natural und Active Cooling

Ein großer Vorteil der Grundwasser-Wärmepumpe gegenüber der Luft-Variante ist die Möglichkeit zur extrem effizienten Gebaeudekühlung im Sommer. Mit steigenden Sommertemperaturen wird diese Funktion immer wertvoller. Es gibt zwei Varianten:

Natural Cooling (Passive Kühlung)

Beim Natural Cooling wird das kühle Grundwasser (8 bis 12 Grad) direkt über einen Wärmetauscher durch die Fussbodenheizung oder Gebläse-Konvektoren geleitet. Der Kompressor der Wärmepumpe bleibt ausgeschaltet. Es läuft nur die Brunnenpumpe und die Umwälzpumpe. Der Stromverbrauch beträgt lediglich 50 bis 150 Watt, was für eine Kühlleistung von 3 bis 8 kW sorgt. Das entspricht einem COP von 20 bis 50 für die Kühlung, ein Vielfaches dessen, was eine Klimaanlage erreicht.

Natural Cooling reduziert die Raumtemperatur um 2 bis 4 Grad. Das klingt wenig, reicht aber in den meisten deutschen Häusern aus, um die Behaglichkeit an heissen Tagen deutlich zu verbessern. Der große Vorteil: Keine zusätzliche Investition nötig, die Grundwasser-WP kann das ab Werk. Die Stromkosten für die Kühlung: nur 5 bis 15 Euro pro Monat in der Kühlsaison. Eine umfassende Energiespar-Strategie kombiniert die Kühlfunktion der Wärmepumpe mit guter Dämmung und intelligentem Lüftungsverhalten.

Active Cooling (Aktive Kühlung)

Bei der aktiven Kühlung läuft der Kompressor reversibel: Die Wärmepumpe arbeitet wie eine Klimaanlage. Das erfordert ein reversibles Gerät und kostet etwas mehr Strom (COP Kühlung ca. 4 bis 6). Die Raumtemperatur kann um 5 bis 8 Grad gesenkt werden. Active Cooling ist bei Grundwasser-Wärmepumpen selten nötig, weil Natural Cooling meist ausreicht. In sehr gut gedämmten Neubauten mit großen Südverglasungen kann es jedoch sinnvoll sein.

Kühl temperierter Wohnraum im Sommer dank Natural Cooling durch Grundwasser-Wärmepumpe
Natural Cooling: Das kühle Grundwasser senkt die Raumtemperatur um 2 bis 4 Grad bei minimalem Stromverbrauch

Wirtschaftlicher Vorteil der Kühlung

Eine separate Klimaanlage für ein Einfamilienhaus kostet 3.000 bis 8.000 Euro (Split-Geräte für 3 bis 4 Räume) und verbraucht 500 bis 1.200 kWh Strom pro Kühlsaison (175 bis 420 Euro). Mit dem Natural Cooling der Grundwasser-WP sparst Du Dir diese Investition komplett und kühlst für 30 bis 90 Euro Strom pro Sommer. Über 20 Jahre summiert sich diese Ersparnis auf 3.000 bis 8.000 Euro Anschaffung plus 2.900 bis 6.600 Euro Betriebskosten. Das ist ein weiterer Wirtschaftlichkeitsvorteil, der bei der Entscheidung für eine Grundwasser-Wärmepumpe berücksichtigt werden sollte.

Schritt für Schritt: Von der Planung bis zur Inbetriebnahme

Die Installation einer Grundwasser-Wärmepumpe ist ein Projekt, das 3 bis 6 Monate von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme dauert. Ein strukturierter Ablauf spart Zeit, Geld und Nerven.

1

Vorprüfung: Eignung des Grundstücks klären

Prüfe kostenlos über geologische Kartenportale (BayernAtlas, Geoportal.NRW, LUBW) den Grundwasserspiegel und die Ergiebigkeit. Frage bei der Unteren Wasserbehörde nach Schutzgebieten und Bohrdaten in Deiner Gemeinde. Wenn die Vorzeichen positiv sind, beauftrage eine Wasseranalyse (150 bis 400 Euro).

2

Energieberater und Heizlastberechnung

Ein zertifizierter Energieberater berechnet die Heizlast Deines Hauses und bestimmt die optimale Wärmepumpen-Leistung. Das ist auch Voraussetzung für die BEG-Förderung. Kosten: 500 bis 1.200 Euro (teilweise förderfähig). Der Berater berücksichtigt auch geplante Sanierungsmaßnahmen.

3

BEG-Förderantrag beim BAFA stellen

Den Antrag online beim BAFA stellen, BEVOR Du einen Installateur oder Brunnenbauer beauftragst. Alle Unterlagen bereithalten: Energieberatungsbericht, Kostenvoranschläge, Eigentumsnachweis. Bearbeitungszeit: 4 bis 8 Wochen. Tipp: Du kannst nach Antragsstellung mit dem Lieferantenvertrag einen "zuwendungsunschädlichen vorzeitigen Maßnahmenbeginn" vereinbaren.

4

Angebote einholen und Brunnenbauer wählen

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5

Wasserrechtliche Genehmigung beantragen

Gemeinsam mit dem Brunnenbauer den Antrag bei der Unteren Wasserbehörde stellen. Der Brunnenbauer erstellt in der Regel die technischen Unterlagen (Brunnenpläne, hydrogeologische Bewertung). Bearbeitungszeit: 4 bis 16 Wochen.

6

Brunnenbohrung und Pumpversuch

Nach Genehmigung erfolgt die Bohrung. Dauer: 2 bis 5 Tage für beide Brunnen. Anschließend ein Pumpversuch (4 bis 24 Stunden), der die Ergiebigkeit und Schluckfähigkeit bestätigt. Bei zufriedenstellenden Ergebnissen werden die Brunnen endgültig ausgebaut.

7

Installation und Inbetriebnahme

Die Wärmepumpe wird im Haus installiert, die Verbindungsleitungen zu den Brunnen verlegt, die hydraulische Anbindung an das Heizsystem hergestellt und die Elektrik angeschlossen. Dauer: 2 bis 4 Tage. Anschließend Inbetriebnahme, Regelung optimieren und ggf. hydraulischen Abgleich durchführen.

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Förderung abrufen und Dokumentation

Nach Abschluss der Installation reichst Du den Verwendungsnachweis beim BAFA ein. Der Zuschuss wird innerhalb von 4 bis 12 Wochen ausgezahlt. Bewahre alle Rechnungen, Genehmigungen und technischen Unterlagen mindestens 10 Jahre auf.

Wir haben lange zwischen Luft- und Grundwasser-Wärmepumpe geschwankt. Die Grundwasser-Variante war 8.000 Euro teurer, aber mit der BEG-Förderung von 50% war der Aufpreis nur noch 4.000 Euro. Im ersten Winter haben wir 40% weniger Strom verbraucht als unsere Nachbarn mit Luft-WP. Die Kühlung im Sommer ist ein Traum. Bester Entscheid, den wir je getroffen haben.
Sandra und Michael W.
Eigenheimbesitzer aus dem Chiemgau, Grundwasser-WP seit November 2025

Zeitplan: Realistische Meilensteine

Vom ersten Gedanken bis zur warmen Heizung vergehen typischerweise 3 bis 6 Monate. Der größte Zeitfresser ist die behördliche Genehmigung (4 bis 16 Wochen) und die Terminvergabe bei spezialisierten Brunnenbauern (2 bis 8 Wochen Vorlauf). Plane früh, besonders wenn Du vor der nächsten Heizsaison fertig sein willst. Der ideale Start ist das Frühjahr (März bis Mai), damit die Anlage im Herbst betriebsbereit ist. Auch im Rahmen einer umfassenden Wärmepumpen-Sanierung oder eines Neubaus lässt sich die Grundwasser-WP gut integrieren.

Sonderfall: Wärmepumpe nachrüsten im Altbau

Die Grundwasser-Wärmepumpe ist dank ihrer hohen Effizienz auch für Altbauten mit höherem Temperaturbedarf gut geeignet. Selbst bei 55 Grad Vorlauf erreicht sie noch SCOP-Werte von 4,0 bis 5,0, was deutlich über dem Niveau einer Luft-WP bei gleicher Vorlauftemperatur liegt (SCOP 2,5 bis 3,5). Wenn Du eine bestehende Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen möchtest, findest Du detaillierte Informationen in unserem Ratgeber Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe und Wärmepumpe nachrüsten.

Kombination mit Photovoltaik: Die Königsdisziplin

Die Kombination einer Grundwasser-Wärmepumpe mit einer Solaranlage ist wirtschaftlich besonders attraktiv. Eine 10-kWp-PV-Anlage erzeugt ca. 10.000 kWh pro Jahr. Davon kann ein Teil den Wärmepumpenstrom decken, insbesondere in den Übergangsmonaten (März bis Mai und September bis November), wenn Heizung und Solarertrag gleichzeitig relevant sind. Mit einem Batteriespeicher steigt der solare Deckungsgrad des Wärmepumpenstroms auf 30 bis 50%. Mehr zu dieser Kombination findest Du im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik. Die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage im Detail erklären wir im Solaranlage Kosten Ratgeber.

Wärmepumpe und Smart Home

Moderne Grundwasser-Wärmepumpen lassen sich in Smart-Home-Systeme integrieren. Über Schnittstellen wie SG-Ready, Modbus oder proprietäre Apps kannst Du die Wärmepumpe fernsteuern, den Betrieb an dynamische Stromtarife anpassen und den Eigenverbrauch von Solarstrom maximieren. Einige Modelle kommunizieren direkt mit Wechselrichtern und Batteriespeichern für ein vollautomatisches Energiemanagement.

Hersteller und Modelle im Überblick

Die führenden Hersteller von Grundwasser-Wärmepumpen in Deutschland sind:

  • Vaillant: flexoTHERM exclusive Serie, Leistungsbereich 5 bis 19 kW, SCOP bis 5,8. Premium-Segment mit exzellentem Servicenetz.
  • Stiebel Eltron: WPW Serie, 6 bis 22 kW, Made in Germany. Robuste Technik, bewährter Kundendienst.
  • Wolf: BWW-1 Serie, 7 bis 15 kW. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, bayerischer Hersteller.
  • Waterkotte: Spezialist für Wasser-Wasser- und Sole-Wärmepumpen. EcoTouch Serie, 5 bis 30 kW. Hohe Effizienz, deutscher Hersteller mit Schwerpunkt Grundwasser.
  • NIBE: Schwedischer Hersteller, F-Serie, 6 bis 17 kW. Bekannt für Zuverlässigkeit und Smart-Home-Integration.

Einen guten Marktüberblick bietet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) auf seiner Website. Bei der Herstellerwahl solltest Du auf Garantiebedingungen (mind. 5 Jahre, besser 7 bis 10 Jahre), Servicenetz in Deiner Region und die Verfügbarkeit des natürlichen Kältemittels R290 (Propan) achten, das den 5% Effizienzbonus bei der BEG-Förderung bringt. Einen ausführlichen Wärmepumpe Test und Vergleich bieten wir in einem eigenen Ratgeber.

Lebensdauer: Was hält wie lange?

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe ist ein wichtiger Wirtschaftlichkeitsfaktor. Bei der Grundwasser-WP halten die einzelnen Komponenten unterschiedlich lange:

  • Wärmepumpengerät: 20 bis 25 Jahre (Kompressor, Wärmetauscher, Steuerung)
  • Brunnen (Förder- und Schluckbrunnen): 30 bis 50 Jahre bei sachgemäßer Wartung
  • Förderpumpe: 10 bis 15 Jahre (Verschleißteil, Austausch ca. 500 bis 1.200 Euro)
  • Verbindungsleitungen: 40+ Jahre (PE-Rohre sind extrem langlebig)

Ein besonderer Vorteil: Wenn nach 20 bis 25 Jahren das Wärmepumpengerät getauscht wird, können die Brunnen und Leitungen weiter genutzt werden. Der Gerätetausch kostet dann nur 7.000 bis 16.000 Euro statt der vollen 18.500 bis 35.500 Euro für eine Neuanlage. Das macht die Folgeinvestition deutlich günstiger als beim Ersteinbau.

Grundwasser-Wärmepumpe mit Pufferspeicher im Heizraum eines Einfamilienhauses
Die Wärmepumpe im Heizraum: Kompakt, leise und effizient. Daneben der Pufferspeicher für die Heizung.

Fazit: Für wen lohnt sich die Grundwasser-Wärmepumpe?

Die Grundwasser-Wärmepumpe ist die wirtschaftlich beste Heizlösung 2026, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: (1) Dein Grundstück hat geeignetes Grundwasser in nutzbarer Tiefe, (2) Du nutzt die BEG-Förderung und (3) Du planst langfristig (20+ Jahre Nutzung). Dann schlägt sie jeden anderen Wärmepumpentyp und erst recht jede fossile Heizung bei den Gesamtkosten. Auch die Kühlfunktion im Sommer, der extrem leise Betrieb und die langlebigen Brunnen sind starke Argumente. Wenn Dein Grundstück nicht geeignet ist oder Du eine schnelle, unkomplizierte Lösung suchst, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die bessere Wahl. Die Fernwärme als Alternative ist nur relevant, wenn ein Anschluss in Deiner Straße verfügbar ist.

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Häufige Fragen zur Grundwasser-Wärmepumpe

Was kostet eine Grundwasser-Wärmepumpe 2026?
Eine Grundwasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Brunnenbohrung, Gerät und Installation 18.500 bis 35.500 Euro für ein kleines Einfamilienhaus (8 kW). Für ein mittleres EFH (12 kW) sind es 24.400 bis 44.500 Euro. Nach BEG-Förderung (50% im Schnitt) sinken die Eigenkosten auf 9.250 bis 17.750 Euro bzw. 12.200 bis 22.250 Euro.
Welchen SCOP erreicht eine Grundwasser-Wärmepumpe?
SCOP 5,0 bis 6,0 bei Fussbodenheizung (35 Grad Vorlauf). Bei Radiatorheizung (50 bis 55 Grad Vorlauf) noch SCOP 4,0 bis 5,0. Das sind die höchsten Effizienzwerte aller gängigen Wärmepumpentypen und 30 bis 50% besser als eine Luft-Wärmepumpe.
Ist mein Grundstück für eine Grundwasser-Wärmepumpe geeignet?
Voraussetzungen: Ausreichend Grundwasser in 8 bis 20 Metern Tiefe, gute Wasserqualität (Eisen unter 0,2 mg/l, Mangan unter 0,1 mg/l), durchlässiger Boden für den Schluckbrunnen. Ausschlusskriterium: Trinkwasserschutzgebiet Zone I/II. Kostenlose Vorprüfung über geologische Online-Karten der Landesämter.
Brauche ich eine Genehmigung für die Grundwasser-Wärmepumpe?
Ja, jede Grundwasserentnahme in Deutschland ist wasserrechtlich genehmigungspflichtig nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Der Antrag wird bei der Unteren Wasserbehörde (Landratsamt) gestellt. Bearbeitungszeit: 4 bis 16 Wochen. Gebühren: 300 bis 800 Euro. Unterlagen: Brunnenpläne, Wasseranalyse, hydrogeologisches Gutachten.
Wie hoch ist die BEG-Förderung 2026?
Basisförderung 30% plus Klimabonus 20% plus Einkommensbonus 20% ergibt maximal 70% von 30.000 Euro, also maximal 21.000 Euro Zuschuss. Zusätzlich 5% Effizienzbonus für natürliche Kältemittel (R290). Der Antrag muss vor Beauftragung des Installateurs beim BAFA gestellt werden.
Kann eine Grundwasser-Wärmepumpe auch kühlen?
Ja. Im Sommer kann das kühle Grundwasser (8 bis 12 Grad) direkt zum Kühlen genutzt werden (Natural Cooling). Dabei läuft nur die Umwälzpumpe, der Kompressor bleibt aus. Stromverbrauch: nur 50 bis 150 Watt. Die Raumtemperatur sinkt um 2 bis 4 Grad. Eine separate Klimaanlage wird dadurch überflüssig.
Wie laut ist eine Grundwasser-Wärmepumpe?
30 bis 40 dB(A). Grundwasser-Wärmepumpen sind die leisesten aller Wärmepumpentypen, da keine Außeneinheit mit Ventilator nötig ist. Zum Vergleich: Eine Luft-Wärmepumpe erzeugt 45 bis 55 dB(A) außen. Für Dichte Bebauung und geräuschempfindliche Nachbarn ist die Grundwasser-WP ideal.
Was kostet die Brunnenbohrung allein?
Ein komplettes Zwei-Brunnen-System kostet 6.500 bis 16.000 Euro. Pro laufendem Meter Bohrung inklusive Ausbau: 80 bis 200 Euro je nach Verfahren und Boden. Bei 10 Metern Bohrtiefe je Brunnen: Gesamtkosten für beide Brunnen 5.000 bis 12.000 Euro. Zufahrt und Stellfläche für das Bohrgerät müssen vorhanden sein (min. 3 x 5 Meter).
Wie lange hält eine Grundwasser-Wärmepumpe?
Das Wärmepumpengerät hält 20 bis 25 Jahre. Die Brunnen halten 30 bis 50 Jahre bei regelmäßiger Wartung. Die Förderpumpe wird nach 10 bis 15 Jahren getauscht (500 bis 1.200 Euro). Beim Gerätetausch nach 20 Jahren können die bestehenden Brunnen weitergenutzt werden, was die Folgekosten deutlich reduziert.
Grundwasser-WP oder Sole-WP: Was ist besser?
Die Grundwasser-WP hat den höheren SCOP (5,0 bis 6,0 vs. 4,0 bis 5,0) und niedrigere Betriebskosten. Die Sole-WP braucht keine wasserrechtliche Genehmigung und funktioniert auch bei schlechter Wasserqualität. Bei geeignetem Grundwasser ist die Grundwasser-WP wirtschaftlich überlegen. Bei ungeeignetem Grundwasser ist die Sole-WP die bessere Alternative.