Was ist eine Abluft-Wärmepumpe?
Die Abluft-Wärmepumpe ist eine spezielle Variante der Wärmepumpentechnologie, die ausschließlich für die Warmwasserbereitung eingesetzt wird. Anders als eine vollwertige Luft-Wasser-Wärmepumpe, die auch die Raumheizung übernimmt, konzentriert sich die Abluft-WP auf eine einzige Aufgabe: Trinkwasser auf 45 bis 60 Grad Celsius erwärmen. Diese Spezialisierung macht sie zum günstigsten Einstieg in die Wärmepumpentechnologie überhaupt.
Das Grundprinzip ist einfach: Die Abluft-Wärmepumpe saugt warme Raumluft aus dem Keller, dem Hauswirtschaftsraum oder der Waschküche an und entzieht dieser Luft Wärme. Diese "kostenlose" Umgebungswärme wird über einen Kältemittelkreislauf auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und an das Trinkwasser im integrierten Speicher abgegeben. Das Ergebnis: Du brauchst nur etwa ein Drittel der Energie, die ein herkömmlicher Elektro-Boiler für dieselbe Menge Warmwasser verbrauchen würde.
Was viele nicht wissen: Die Wärme im Keller ist keine verschwendete Energie. Sie stammt aus der natürlichen Erdwärme (die den Kellerboden durchdringt), aus angrenzenden beheizten Räumen und aus der Abwärme von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Trockner und Gefrierschrank. Die Abluft-WP macht diese Gratis-Wärme nutzbar und senkt gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit im Aufstellraum, was Schimmelbildung vorbeugt.
Die Abluft-Wärmepumpe kostet 1.000 bis 3.000 Euro, spart 60 bis 70 % Strom bei der Warmwasserbereitung und amortisiert sich in 3 bis 8 Jahren. Mit BAFA-Förderung sinkt der Eigenanteil um bis zu 70 %. Sie ist ideal als Ersatz für alte Elektro-Boiler in Einfamilienhäusern mit Keller.
Im Vergleich zu anderen Wärmepumpentypen hat die Abluft-WP klare Abgrenzungen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft und übernimmt Heizung und Warmwasser, kostet aber 15.000 bis 30.000 Euro. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme aus Sonden und kostet 20.000 bis 40.000 Euro. Die Grundwasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle und liegt bei 18.000 bis 35.000 Euro. Die Abluft-WP mit 1.000 bis 3.000 Euro ist also um den Faktor 10 bis 15 günstiger, dafür eben auf Warmwasser beschränkt.
Die Abluft-Wärmepumpe eignet sich besonders in folgenden Situationen: Du hast einen alten Elektro-Boiler oder einen ineffizienten Durchlauferhitzer, der ersetzt werden soll. Dein Haus hat einen Keller oder Hauswirtschaftsraum mit ausreichender Wärme. Du willst die Warmwasserkosten senken, ohne gleich die gesamte Heizung umzustellen. Oder Du planst einen Neubau mit kontrollierter Wohnraumlüftung und suchst eine effiziente Warmwasserlösung.
Funktionsprinzip: So arbeitet die Abluft-Wärmepumpe
Das Funktionsprinzip der Abluft-Wärmepumpe basiert auf dem thermodynamischen Kältemittelkreislauf, der auch in jedem Kühlschrank steckt, nur in umgekehrter Richtung. Statt Kälte zu erzeugen, wird Wärme "hochgepumpt": von einem niedrigen Temperaturniveau (Raumluft 15 bis 20 Grad) auf ein hohes Niveau (Warmwasser 45 bis 60 Grad).
Der Kältemittelkreislauf in 5 Schritten
Der gesamte Prozess läuft automatisch in einem geschlossenen Kreislauf ab. Du musst nichts einstellen oder regulieren. Die Steuerung übernimmt die integrierte Elektronik, die den Kompressor startet, sobald die Wassertemperatur im Speicher unter den eingestellten Sollwert fällt.
- Ansaugen der Raumluft: Ein elektrischer Ventilator saugt die warme Umgebungsluft (typischerweise 15 bis 20 Grad Celsius) durch einen Wärmetauscher (den Verdampfer). Der Luftvolumenstrom beträgt je nach Modell 200 bis 400 Kubikmeter pro Stunde.
- Verdampfung des Kältemittels: Im Verdampfer nimmt das Kältemittel (meist R290 Propan oder R134a) die Wärme aus der Raumluft auf und wechselt vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. Bereits bei sehr niedrigen Temperaturen kann das Kältemittel verdampfen und Wärme aufnehmen.
- Kompression: Der Kompressor (Herzstück der Wärmepumpe) verdichtet das gasförmige Kältemittel unter hohem Druck. Durch die Kompression steigt die Temperatur des Gases deutlich an, auf 55 bis 70 Grad Celsius, deutlich über der benötigten Warmwassertemperatur.
- Kondensation und Wärmeabgabe: Im Kondensator (einem Wärmetauscher, der den Warmwasserspeicher umgibt) gibt das heiße Kältemittelgas seine Wärme an das Trinkwasser ab. Das Kältemittel kondensiert dabei wieder zur Flüssigkeit.
- Entspannung: Das flüssige Kältemittel strömt durch ein Expansionsventil, wo es wieder auf niedrigen Druck entspannt wird. Danach beginnt der Kreislauf von vorn.
Die abgekühlte Raumluft (etwa 5 bis 10 Grad kälter als die Eingangstemperatur) verlässt das Gerät entweder zurück in den Aufstellraum oder wird über ein Rohr (Durchmesser 150 bis 200 mm) nach außen geführt. Diese Abkühlung hat einen angenehmen Nebeneffekt: Im Sommer wirkt die Abluft-WP als leichte Klimaanlage für den Keller.
Der COP (Coefficient of Performance) gibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom an. Ein COP von 3,0 bedeutet: Für jede Kilowattstunde Strom erzeugt die Wärmepumpe 3 Kilowattstunden Wärme. Die restlichen 2 kWh kommen gratis aus der Umgebungsluft. Ein Elektro-Boiler hat einen COP von genau 1,0, er wandelt Strom 1:1 in Wärme um. Die Abluft-WP ist also dreimal so effizient.
Aufheizzeit und Speichervolumen
Ein typischer 200-Liter-Warmwasserspeicher wird von einer Abluft-WP in etwa 4 bis 8 Stunden von 10 Grad auf 55 Grad aufgeheizt. Das klingt langsam, ist aber in der Praxis kein Problem: Die Wärmepumpe heizt über Nacht oder tagsüber im Hintergrund nach. Der Speicher hält die Temperatur über viele Stunden. Für einen 4-Personen-Haushalt reicht ein 200-Liter-Speicher für den normalen Tagesbedarf (Duschen, Händewaschen, Spülen).
Größere Familien (5+ Personen) oder Haushalte mit hohem Warmwasserverbrauch (Badewanne, mehrere Duschen gleichzeitig) sollten ein Modell mit 300-Liter-Speicher wählen. Die Mehrkosten betragen 200 bis 500 Euro, die längere Aufheizzeit ist bei gleichem Kompressor zu berücksichtigen.
Wichtig: Alle modernen Abluft-Wärmepumpen verfügen über eine integrierte Elektro-Heizpatrone (1 bis 2 kW), die als Backup dient. Reicht die Wärmepumpenleistung bei sehr hohem Bedarf oder sehr kalter Kellerluft nicht aus, schaltet die Heizpatrone automatisch zu. Im Normalbetrieb bleibt sie inaktiv und verbraucht keinen Strom. Allerdings solltest Du darauf achten, dass die Heizpatrone nur selten anspringt, da sie den COP der Gesamtanlage deutlich verschlechtert.
Kosten 2026: Anschaffung, Installation, Betrieb
Die Kosten einer Abluft-Wärmepumpe setzen sich aus drei Bereichen zusammen: dem Gerätepreis (inklusive integriertem Speicher), den Installationskosten und den laufenden Betriebskosten. Im Vergleich zu anderen Wärmepumpe-Kosten ist die Abluft-Variante um den Faktor 5 bis 15 günstiger.
Anschaffungskosten nach Variante
Die Preise für Abluft-Wärmepumpen variieren je nach Ausstattung, Speichervolumen und Hersteller. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Gesamtkosten 2026 inklusive Installation:
| Variante | Gerät + Speicher | Installation | Gesamt 2026 |
|---|---|---|---|
| Einfache Abluft-WP (200 L) | 800-1.400 € | 300-600 € | 1.100-2.000 € |
| Standard-Abluft-WP (300 L) | 1.200-1.800 € | 400-700 € | 1.600-2.500 € |
| Kombi-WP mit Frischwassermodul | 1.500-2.500 € | 400-800 € | 1.900-3.300 € |
| Kombi-WP mit KWL-Integration | 2.000-3.500 € | 600-1.200 € | 2.600-4.700 € |
| Vergleich: Elektro-Boiler (200 L) | 400-800 € | 200-400 € | 600-1.200 € |
Der Mehrpreis gegenüber einem einfachen Elektro-Boiler beträgt also 500 bis 1.500 Euro. Bei einer jährlichen Stromersparnis von 200 bis 350 Euro amortisiert sich dieser Aufpreis in 2 bis 6 Jahren. Mit BAFA-Förderung (mindestens 30 %) verkürzt sich die Amortisation auf 1 bis 4 Jahre.
Laufende Betriebskosten
Die Betriebskosten einer Abluft-Wärmepumpe sind erfreulich niedrig. Der Hauptkostenfaktor ist der Stromverbrauch für den Kompressor und den Ventilator. Für einen 4-Personen-Haushalt mit einem täglichen Warmwasserbedarf von 160 bis 200 Litern (40 bis 50 Liter pro Person) ergibt sich folgende Kalkulation:
- Jährlicher Warmwasser-Energiebedarf: ca. 2.500 kWh (thermisch)
- Strombedarf Abluft-WP (COP 3,0): ca. 830 kWh/Jahr
- Stromkosten bei 30 ct/kWh: ca. 250 Euro/Jahr
- Strombedarf Elektro-Boiler (COP 1,0): ca. 2.500 kWh/Jahr
- Stromkosten Elektro-Boiler: ca. 750 Euro/Jahr
- Jährliche Ersparnis: ca. 500 Euro/Jahr
Bei einer jährlichen Ersparnis von 500 Euro gegenüber dem Elektro-Boiler und steigenden Strompreisen (2 bis 3 % pro Jahr) sparst Du über 15 Jahre Nutzungsdauer rund 8.500 bis 9.500 Euro Stromkosten. Bei Anschaffungskosten von 1.500 Euro (nach Förderung) ist das eine Gesamtrendite von über 500 %. Kaum eine Investition im Haushalt rechnet sich besser.
Wartungskosten fallen bei Abluft-Wärmepumpen kaum an. Der Luftfilter (Schaumstoffmatte oder Filtergewebe) sollte alle 3 bis 6 Monate gereinigt werden. Das dauert 2 Minuten und kostet nichts. Alle 2 bis 3 Jahre empfiehlt sich eine Sichtprüfung des Kondensators durch einen Fachbetrieb (50 bis 100 Euro). Die Anode im Warmwasserspeicher (Korrosionsschutz) sollte je nach Wasserqualität alle 3 bis 5 Jahre geprüft und bei Bedarf getauscht werden (30 bis 80 Euro Material). Insgesamt liegen die jährlichen Wartungskosten bei 20 bis 50 Euro, ein Bruchteil der laufenden Kosten einer Heizungs-Wärmepumpe.
COP und Effizienz im Detail
Der COP (Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe. Er gibt an, wie viel Wärmeenergie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Ein höherer COP bedeutet geringere Stromkosten. Bei Abluft-Wärmepumpen liegt der COP typischerweise zwischen 2,5 und 3,5, abhängig von der Raumtemperatur und der gewünschten Wassertemperatur.
Die folgende Tabelle zeigt die COP-Werte verschiedener Warmwassersysteme im Vergleich. Beachte dabei: Der COP einer Abluft-WP ist stark von der Raumtemperatur des Aufstellraums abhängig. Ein warmer Keller (20 Grad) liefert deutlich bessere Werte als ein kalter Keller (10 Grad).
| System | COP / Wirkungsgrad | Stromkosten/Jahr (4 Pers.) | CO2-Einsparung vs. Elektro |
|---|---|---|---|
| Abluft-WP (20 Grad Raum) | 3,5 | ca. 210 €/Jahr | ca. 71 % |
| Abluft-WP (15 Grad Raum) | 3,0 | ca. 250 €/Jahr | ca. 67 % |
| Abluft-WP (10 Grad Raum) | 2,5 | ca. 300 €/Jahr | ca. 60 % |
| Luft-Wasser-WP | 3,5-4,5 | ca. 170 €/Jahr | ca. 75 % |
| Elektro-Boiler | 1,0 | ca. 750 €/Jahr | Referenz |
| Gas-Durchlauferhitzer | 0,95 | ca. 350 €/Jahr (Gas) | Höhere CO2 |
| Solarthermie + Backup | 3,0-5,0 (eff.) | ca. 100 €/Jahr | ca. 80 % |
Die Effizienz Deiner Abluft-WP hängt direkt von der Raumtemperatur ab. Pro 5 Grad weniger Raumtemperatur sinkt der COP um etwa 0,5 Punkte. Unter 10 Grad Raumtemperatur arbeitet die WP ineffizient und die Heizpatrone springt häufiger an. Ideal: 15 bis 20 Grad ganzjährig, typisch für Keller und Hauswirtschaftsräume in Deutschland. Prüfe die Kellertemperatur im Winter, bevor Du Dich entscheidest.
Jahresarbeitszahl vs. COP
Der COP ist ein Momentanwert unter Laborbedingungen. In der Praxis wird die Jahresarbeitszahl (JAZ) verwendet, die alle realen Bedingungen über ein ganzes Jahr berücksichtigt: schwankende Raumtemperaturen, unterschiedliche Zapfprofile, Standby-Verluste und gelegentlichen Heizpatroneneinsatz. Die JAZ einer Abluft-WP liegt typischerweise 0,3 bis 0,5 Punkte unter dem Norm-COP. Eine Abluft-WP mit COP 3,0 erreicht also in der Praxis eine JAZ von 2,5 bis 2,7. Das ist immer noch deutlich besser als ein Elektro-Boiler (JAZ 1,0).
Legionellenschutz und Temperaturmanagement
Ein wichtiger Aspekt der Warmwasserbereitung ist der Schutz vor Legionellen, gefährlichen Bakterien, die sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius vermehren. Moderne Abluft-Wärmepumpen bieten eine automatische Legionellenschaltung, die das Wasser regelmäßig (z.B. einmal pro Woche) auf mindestens 60 Grad aufheizt. Bei vielen Modellen geschieht dies über die integrierte Heizpatrone, da der Kompressor allein oft nur 55 Grad erreicht. Der Stromverbrauch für diese thermische Desinfektion liegt bei 2 bis 4 kWh pro Woche und ist in den oben genannten Betriebskosten bereits enthalten.
Förderung 2026: BAFA, KfW und regionale Programme
Die Abluft-Wärmepumpe ist 2026 vollständig BEG-förderfähig (Bundesförderung für effiziente Gebaeude). Das bedeutet: Du bekommst einen Teil der Investitionskosten vom Staat zurück. Die Förderung erfolgt als Zuschuss über die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).
BAFA BEG-Förderung im Detail
Die Wärmepumpe-Förderung über das BEG-Programm setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Je nach Deiner individuellen Situation kannst Du verschiedene Boni kombinieren:
- Basis-Förderung: 30 % der förderfähigen Kosten (gilt für alle förderfähigen Wärmepumpen)
- Klima-Geschwindigkeits-Bonus: +20 % bei gleichzeitigem Austausch einer funktionsfähigen fossilen Heizung (Öl, Gas, Nachtspeicher)
- Einkommens-Bonus: +30 % für Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro/Jahr
- Effizienz-Bonus: +5 % bei Verwendung eines natürlichen Kältemittels (z.B. R290 Propan)
- Maximal förderfähige Kosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Maximale Förderquote: 70 % der Investitionskosten
Rechenbeispiel: Du kaufst eine Abluft-WP mit natürlichem Kältemittel für 2.000 Euro und ersetzt damit Deinen alten Elektro-Boiler. Basis-Förderung 30 % = 600 Euro. Effizienz-Bonus 5 % = 100 Euro. Gesamtförderung: 700 Euro. Dein Eigenanteil sinkt auf 1.300 Euro. Amortisation bei 350 Euro/Jahr Ersparnis: unter 4 Jahre.
Achtung: Der Klima-Geschwindigkeits-Bonus (20 %) greift nur, wenn gleichzeitig eine fossile Heizung (Öl-/Gaskessel, Nachtspeicherheizung) ausgetauscht wird. Bei einer reinen Warmwasser-Nachrüstung fällt dieser Bonus meist weg. Der BAFA-Antrag muss vor Beauftragung des Fachbetriebs gestellt werden.
KfW-Ergänzungskredit
Zusätzlich zur BAFA-Förderung bietet die KfW den Ergänzungskredit 358/359 für die Restfinanzierung an. Das ist bei Abluft-WPs mit 1.000 bis 3.000 Euro Investition allerdings selten nötig. Für umfangreichere Maßnahmen (z.B. Abluft-WP plus Lüftungsanlage plus Dämmung) kann der KfW-Kredit sinnvoll sein. Auch die KfW-Förderung für Wärmepumpen lässt sich mit dem BAFA-Zuschuss kombinieren.
Regionale Förderprogramme
Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für erneuerbare Energien im Gebaeudesektor. In Baden-Württemberg gibt es über das Programm "Klimaschutz Plus" kommunale Zuschüsse. In NRW bietet das Programm progres.nrw Zusatzförderung für Wärmepumpen in Kombination mit Speicher. Bayern fördert über den Bayernfonds energetische Maßnahmen. Erkundige Dich bei Deiner Gemeinde, viele haben eigene Klimaschutz-Fördertöpfe, die selten ausgeschöpft werden.
Installation: Anforderungen und Ablauf
Die Installation einer Abluft-Wärmepumpe ist deutlich einfacher und schneller als die einer vollwertigen Heizungs-WP. In der Regel ist die Montage in einem halben Tag erledigt. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, die Dein Aufstellraum erfüllen muss.
Anforderungen an den Aufstellraum
- Raumvolumen: Mindestens 15 bis 20 Kubikmeter (ein Raum von ca. 2,5 x 3 x 2,5 Meter reicht aus). Kleinere Räume sind möglich, wenn ein Zuluftkanal von außen installiert wird
- Raumtemperatur: Ganzjährig mindestens 10 Grad Celsius, besser 15 bis 20 Grad. In den meisten deutschen Kellern ist das gegeben
- Elektroanschluss: Standard-Schukosteckdose 230V / 10A reicht aus (kein Drehstromanschluss wie bei Heizungs-WPs nötig)
- Wasseranschlüsse: Kalt- und Warmwasseranschluss in der Nähe des Geräts. Bei Austausch eines bestehenden Boilers können die vorhandenen Anschlüsse meist übernommen werden
- Kondensatabfluss: Durch die Abkühlung der Luft entsteht Kondenswasser (ähnlich wie bei einer Klimaanlage). Ein Bodenablauf oder ein Auffangbehälter muss vorhanden sein
- Abluftführung (optional): Die abgekühlte Luft kann in den Raum zurückgeblasen oder über ein Rohr (Durchmesser 150 bis 200 mm) nach außen geführt werden
Installationsablauf
Die Montage einer Abluft-Wärmepumpe folgt einem standardisierten Ablauf, den ein erfahrener Installateur in 3 bis 5 Stunden abschließt:
- Altes Gerät demontieren: Den bestehenden Boiler oder Durchlauferhitzer abklemmen, Wasser ablassen und das Gerät entfernen (ca. 30 bis 60 Minuten)
- Neues Gerät positionieren: Die Abluft-WP aufstellen (Gewicht: 60 bis 100 kg, je nach Modell). Auf ebene, tragfähige Standfläche achten. Schwingungsdämpfer unterlegen
- Wasseranschlüsse herstellen: Kalt- und Warmwasserleitung anschließen. Sicherheitsventil und Ausdehnungsgefäß montieren (ca. 60 bis 90 Minuten)
- Abluftführung installieren (optional): Falls die abgekühlte Luft nach außen geführt werden soll: Kernbohrung (150 bis 200 mm) durch die Kellerwand, Lüftungsrohr montieren, Außengitter anbringen
- Elektroanschluss: Gerät an die Steckdose anschließen, Sicherungsautomaten prüfen
- Inbetriebnahme: Speicher füllen, entlüften, Temperatur einstellen (empfohlen: 55 Grad), Legionellenschaltung aktivieren, Betrieb prüfen
Anders als bei einer Heizungs-Wärmepumpe darf eine Abluft-WP prinzipiell auch vom versierten Heimwerker installiert werden (Wasser- und Elektroarbeiten). Der Kältemittelkreislauf ist werksseitig geschlossen und erfordert keinen Kältemittelschein. Achtung: Für die BAFA-Förderung ist eine Fachbetrieb-Rechnung Pflicht. Die Installationskosten von 300 bis 800 Euro sind also gut investiert, wenn Du die Förderung mitnehmen willst.
Schallschutz und Geräuschentwicklung
Abluft-Wärmepumpen erzeugen durch Kompressor und Ventilator Geräusche von 40 bis 55 dB(A). Zum Vergleich: Ein Kühlschrank liegt bei 35 bis 45 dB(A), eine normale Unterhaltung bei 60 dB(A). Im Keller oder Hauswirtschaftsraum ist das in der Regel kein Problem, da diese Räume selten als Aufenthaltsräume genutzt werden. Liegt der Aufstellraum direkt unter einem Schlafzimmer, empfiehlt sich eine Schallschutzmatte (20 bis 50 Euro) unter dem Gerät und ein Nachtmodus, der den Kompressor zwischen 22 und 6 Uhr mit reduzierter Leistung betreibt.
Auch die Geräusche von Wärmepumpen allgemein sind ein wichtiges Thema. Im Vergleich zu Außeneinheiten von Luft-Wasser-Wärmepumpen (50 bis 65 dB(A)) ist die Abluft-WP deutlich leiser, da sie keine Außeneinheit hat und der Kompressor im geschlossenen Gerät kapselt.
Kombination mit Lüftungsanlage und Solaranlage
Die Abluft-Wärmepumpe entfaltet ihr volles Potenzial in Kombination mit anderen Haustechnik-Systemen. Zwei Kombinationen sind besonders sinnvoll und wirtschaftlich attraktiv.
Kombination mit kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL)
In Neubauten und energetisch sanierten Altbauten wird zunehmend eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (KWL/WRG) eingebaut. Diese Lüftungsanlage saugt verbrauchte Raumluft aus Küche, Bad und WC ab, entzieht ihr die Wärme über einen Wärmetauscher und gibt sie an die Zuluft ab. Übrig bleibt die Fortluft, die ins Freie geblasen wird.
Die Kombination mit einer Abluft-WP ist genial: Die Wärmepumpe zapft die bereits teilweise abgekühlte Fortluft der KWL an und entzieht ihr nochmals Restwärme für die Warmwasserbereitung. Ergebnis: Die Abluft wird doppelt genutzt, erst für die Frischlufterwärmung, dann für das Warmwasser. Modelle wie Nibe FTXS, Vaillant recoVAIR mit aroSTOR oder Stiebel Eltron LWZ bieten diese Integration ab Werk. Die Mehrkosten gegenüber getrennten Systemen liegen bei 500 bis 1.500 Euro, die Energieeinsparung ist erheblich.
Im Neubau nach GEG (Gebaeudeenergiegesetz) ist diese Kombination besonders attraktiv: Die KWL erfüllt die Lüftungsanforderungen, die Abluft-WP deckt den Warmwasserbedarf effizient ab, und zusammen verbessern sie den GEG-Primärenergiefaktor des Gebaeudes deutlich. Mehr zum Thema im Ratgeber Wärmepumpe im Neubau.
Kombination mit Solaranlage (PV)
Die Kombination von Solaranlage und Wärmepumpe ist der Goldstandard der privaten Energieversorgung. Bei einer Abluft-WP ist diese Kombination besonders einfach und wirtschaftlich:
- Die Solaranlage produziert tagsüber kostenlosen Strom
- Die Abluft-WP nutzt diesen Strom für die Warmwasserbereitung
- Über die SG-Ready-Schnittstelle (Standard bei den meisten modernen Modellen) kann der Wechselrichter die WP bei Stromüberschuss automatisch einschalten
- Der Warmwasserspeicher dient als thermischer Puffer und speichert den Solarstrom indirekt als Wärme
- Ergebnis: Die Warmwasserkosten sinken auf nahezu null
Eine Solaranlage mit 5 kWp erzeugt an einem sonnigen Tag 20 bis 30 kWh Strom. Die Abluft-WP braucht für eine komplette Speicheraufheizung nur 2 bis 3 kWh. Das passt perfekt zusammen und lässt noch reichlich Solarstrom für andere Verbraucher übrig.
Hersteller und Modelle im Vergleich
Der Markt für Abluft-Wärmepumpen ist überschaubar, aber es gibt einige etablierte Hersteller mit bewährten Modellen. Alle hier genannten Geräte sind BAFA-förderfähig und über den deutschen Fachhandel erhältlich.
| Modell | Speicher | COP (A15/W55) | Kältemittel | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Stiebel Eltron WWK 220 | 220 L | 3,1 | R290 | 1.200-1.500 € |
| Stiebel Eltron WWK 300 | 302 L | 3,0 | R290 | 1.400-1.800 € |
| Vaillant aroSTOR VWL | 270 L | 2,8 | R134a | 1.300-1.700 € |
| Dimplex DHW 300+ | 300 L | 3,2 | R290 | 1.500-1.900 € |
| Nibe MT-WH21 | 260 L | 3,0 | R290 | 1.400-1.800 € |
| Viessmann Vitocal 060-A | 250 L | 2,9 | R290 | 1.300-1.600 € |
Worauf Du beim Kauf achten solltest
Bei der Wahl des richtigen Modells sind folgende Kriterien entscheidend:
- Kältemittel: Bevorzuge Modelle mit natürlichem Kältemittel R290 (Propan). Diese erhalten den BAFA-Effizienz-Bonus (+5 %) und sind umweltfreundlicher als synthetische Kältemittel wie R134a. R290 hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von nur 3, während R134a bei 1.430 liegt
- Speichergröße: 200 Liter reichen für 2 bis 3 Personen, 250 bis 300 Liter für 4 bis 5 Personen. Eher großzügig planen, denn ein größerer Speicher bedeutet selteneres Nachheizen
- SG-Ready: Falls Du eine Solaranlage mit Wärmepumpe koppeln willst, ist die SG-Ready-Schnittstelle Pflicht. Fast alle aktuellen Modelle bieten sie serienmäßig
- Emaillierter Speicher: Schützt vor Korrosion und Kalkablagerungen. Edelstahl-Speicher sind langlebiger, aber teurer. Für Regionen mit hartem Wasser (über 14 Grad dH) ist Edelstahl empfehlenswert
- Leistung der Heizpatrone: 1,5 bis 2 kW ist Standard. Die Patrone dient als Backup für Spitzenbedarf und Legionellenschutz
- Garantie: Auf das Gesamtgerät mindestens 2 Jahre, auf den Kompressor 5 Jahre. Stiebel Eltron und Vaillant bieten optional verlängerte Garantien bis 10 Jahre
Wir haben unseren 25 Jahre alten Elektro-Boiler durch eine Stiebel Eltron WWK 300 ersetzt. Die Stromrechnung für Warmwasser ist von 680 Euro auf 220 Euro gesunken. Die Installation hat einen halben Tag gedauert, und mit der BAFA-Förderung haben wir 540 Euro zurückbekommen. Beste Investition seit langem.
Für wen lohnt sich die Abluft-Wärmepumpe?
Die Abluft-Wärmepumpe ist nicht für jede Situation die ideale Lösung. In manchen Fällen ist sie die perfekte Wahl, in anderen gibt es bessere Alternativen. Hier eine ehrliche Bewertung.
Vorteile der Abluft-Wärmepumpe
- Günstigste Wärmepumpe: ab 1.100 Euro inkl. Installation
- 60 bis 70 % Stromersparnis gegenüber Elektro-Boiler
- BAFA-Förderung: 30 bis 70 % der Kosten zurück
- Einfache Installation: ein halber Tag, 230V-Anschluss genügt
- Kein Kältemittelschein für Installation nötig
- Entfeuchtung des Aufstellraums als Nebeneffekt
- Leichte Kühlung im Sommer
- Kombination mit Solaranlage und KWL ideal
- Wartungsarm: 20 bis 50 Euro/Jahr
Nachteile und Einschränkungen
- Nur für Warmwasser, nicht für Raumheizung geeignet
- Aufstellraum mit mindestens 15 m3 und 10 Grad nötig
- Längere Aufheizzeit als Durchlauferhitzer (4 bis 8 Stunden)
- Bei kaltem Keller (unter 10 Grad) deutlich ineffizienter
- Geräuschentwicklung 40 bis 55 dB(A) im Aufstellraum
- Heizpatrone kann COP bei häufigem Einsatz verschlechtern
- Für große Familien (6+ Personen) oft Speicher zu klein
Ideale Einsatzszenarien
Die Abluft-Wärmepumpe lohnt sich am meisten in folgenden Situationen:
Szenario 1: Alten Elektro-Boiler ersetzen. Du hast einen Elektro-Boiler (Standspeicher) im Keller, der in die Jahre gekommen ist. Der Austausch gegen eine Abluft-WP ist die naheliegendste Verbesserung: gleicher Standort, ähnliche Anschlüsse, sofortige Stromersparnis von 60 bis 70 %. Amortisation mit Förderung: 1 bis 4 Jahre.
Szenario 2: Warmwasser von der Heizung trennen. Deine Gas- oder Ölheizung ist noch in Ordnung, aber Du willst den fossilen Brennstoffverbrauch reduzieren. Statt die Heizung auch für Warmwasser zu nutzen (ineffizient im Sommer!), übernimmt eine Abluft-WP die Warmwasserbereitung ganzjährig effizient. Im Sommer kann die Heizung komplett ausgeschaltet werden.
Szenario 3: Neubau mit KWL. Im Neubau nach GEG wird ohnehin eine Lüftungsanlage eingebaut. Die Integration einer Abluft-WP in die KWL ist die kostengünstigste Lösung für die Warmwasserbereitung und verbessert den Primärenergiefaktor des Gebaeudes.
Szenario 4: Ergänzung zur Solaranlage. Du hast bereits eine Solaranlage und suchst nach Möglichkeiten, den Eigenverbrauch zu steigern. Die Abluft-WP nutzt überschüssigen Solarstrom für kostenlose Warmwasserbereitung und steigert den Eigenverbrauch um 5 bis 10 %.
Wann Du besser eine Alternative wählst
In folgenden Fällen ist eine andere Lösung sinnvoller:
- Sehr kalter Keller (unter 10 Grad im Winter): Der COP sinkt zu stark. Besser: Warmwasser-Wärmepumpe mit Außenluftanschluss oder Fernwärme-Anschluss
- Kompletter Heizungstausch geplant: Wenn ohnehin eine neue Heizung ansteht, ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sinnvoller, die Heizung und Warmwasser zusammen abdeckt
- Mehrfamilienhaus mit zentraler Warmwasserversorgung: Die Abluft-WP ist für dezentrale Versorgung (1 bis 2 Wohneinheiten) ausgelegt. Für Mehrfamilienhäuser braucht es größere Systeme
- Kleiner Technikraum ohne ausreichende Luftzufuhr: Unter 15 Kubikmeter Raumvolumen ohne Zuluftmöglichkeit ist die Abluft-WP nicht sinnvoll
- Bereits vorhandene Solarthermie: Eine gut dimensionierte Solarthermieanlage deckt den Warmwasserbedarf oft bereits zu 60 bis 70 %. Eine zusätzliche Abluft-WP bringt dann wenig Mehrwert
Abluft-Wärmepumpe oder Alternative?
Bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe beraten Dich kostenlos, welche Lösung für Dein Zuhause optimal ist.
Jetzt Angebote vergleichen →Schritt für Schritt zur Abluft-Wärmepumpe
Du hast Dich entschieden? Dann folge diesem bewährten Ablauf, um von der Idee zur fertigen Installation zu kommen und dabei keine Förderung zu verpassen.
Aufstellraum prüfen
Miss das Raumvolumen Deines Kellers oder Hauswirtschaftsraums (Breite x Tiefe x Höhe). Prüfe die Raumtemperatur im Winter mit einem Thermometer über mehrere Tage. Mindestens 15 Kubikmeter und 10 Grad sind Pflicht, ideal sind 20+ Kubikmeter und 15+ Grad. Prüfe auch den vorhandenen Elektroanschluss (230V Schukosteckdose) und ob ein Wasseranschluss in der Nähe ist.
Warmwasserbedarf ermitteln
Zähle die Personen im Haushalt und ihren Warmwasserbedarf: 40 bis 50 Liter pro Person und Tag sind der Durchschnitt. 2 bis 3 Personen: 200-Liter-Speicher. 4 bis 5 Personen: 250 bis 300 Liter. Berücksichtige Badewannennutzung (150 Liter pro Füllung) und gleichzeitigen Duschbedarf am Morgen.
Angebote einholen und vergleichen
Hole mindestens 2 bis 3 Angebote von verschiedenen Fachbetrieben ein. Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch: empfohlenes Modell, COP-Wert, Kältemittel, Garantieleistungen und ob die Installationsfirma den BAFA-Antrag unterstützt. Über Leospardo kannst Du kostenlos bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe vergleichen.
BAFA-Antrag stellen
Vor der Beauftragung des Fachbetriebs musst Du den BAFA-Antrag über das Online-Portal stellen. Du brauchst: ein konkretes Angebot, die technischen Daten des Geräts (COP, BAFA-Listung) und Angaben zu Deinem Gebaeude. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 4 bis 8 Wochen. Erst nach Erhalt der Zuwendungsbescheidung oder der Bestätigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns darfst Du beauftragen.
Installation durchführen lassen
Der Fachbetrieb demontiert das alte Gerät, installiert die neue Abluft-WP, schließt Wasser und Strom an und nimmt das Gerät in Betrieb. Typische Dauer: 3 bis 5 Stunden. Lass Dir ein Inbetriebnahmeprotokoll ausstellen und die optimalen Einstellungen erklären (Solltemperatur, Legionellenschaltung, Nachtmodus).
Förderung abrufen und Betrieb überwachen
Nach der Installation reichst Du die Rechnung und das Inbetriebnahmeprotokoll bei der BAFA ein. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von 4 bis 12 Wochen. In den ersten Wochen: Überwache den Stromverbrauch (Smart-Meter oder Zwischenstecker), prüfe die Warmwassertemperatur und kontrolliere den Luftfilter nach einem Monat erstmals.
Der häufigste Fehler bei der Wärmepumpen-Förderung: Erst den Installateur beauftragen und dann den BAFA-Antrag stellen. Das führt zum Verlust der Förderung. Die richtige Reihenfolge: 1. Angebot einholen. 2. BAFA-Antrag stellen. 3. Bestätigung abwarten. 4. Erst dann beauftragen. Alternativ: Vorzeitigen Maßnahmenbeginn beantragen (erlaubt sofortige Beauftragung auf eigenes Risiko).
Tipps für den optimalen Betrieb
Nach der Installation kannst Du die Effizienz Deiner Abluft-WP mit einfachen Maßnahmen optimieren:
- Solltemperatur nicht höher als nötig einstellen: 50 bis 55 Grad reichen für die meisten Haushalte. Jedes Grad weniger spart Strom und verbessert den COP
- Raumtemperatur im Keller halten: Fenster im Keller im Winter geschlossen halten. Die Abwärme von Waschmaschine und Trockner im Keller nutzen, nicht absaugen
- Luftfilter regelmäßig reinigen: Alle 3 bis 6 Monate den Schaumstofffilter unter fließendem Wasser ausspülen. Ein verstopfter Filter reduziert den Luftdurchsatz und damit den COP
- Solarstrom nutzen: Falls vorhanden, die WP über SG-Ready auf Solarstrom-Nutzung einstellen. Tagsüber heizen, wenn die Sonne scheint
- Legionellenschaltung nicht abschalten: Auch wenn sie Strom kostet, die wöchentliche Aufheizung auf 60+ Grad ist gesundheitlich wichtig
- Heizpatrone überwachen: Wenn die Heizpatrone häufig anspringt (erkennbar am hohen Stromverbrauch), prüfe die Kellertemperatur und den Warmwasserbedarf. Ggf. Solltemperatur um 2 bis 3 Grad senken
Lebensdauer und Haltbarkeit
Eine gut gewartete Abluft-Wärmepumpe hält typischerweise 15 bis 20 Jahre. Die Lebensdauer von Wärmepumpen hängt von der Qualität des Kompressors und der Nutzungshäufigkeit ab. Der Kompressor ist das Verschleißteil mit der höchsten Belastung. Premiumhersteller wie Stiebel Eltron und Vaillant verwenden langlebige Scrollkompressoren oder Kolbenkompressoren mit 5 bis 10 Jahren Garantie.
Der emaillierte Warmwasserspeicher hat eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren, abhängig von der Wasserhärte. In Regionen mit hartem Wasser (über 14 Grad deutscher Härte) sollte die Anode alle 3 bis 5 Jahre geprüft werden. Ein vorzeitiger Speicherdefekt (Durchrostung) ist das häufigste Ausfallszenario und erfordert den Austausch des gesamten Geräts, da der Speicher in der Regel nicht separat getauscht werden kann.
Fazit: Die unterschätzte Wärmepumpe
Die Abluft-Wärmepumpe ist vielleicht die am meisten unterschätzte Technologie im Bereich der erneuerbaren Wärme. Für 1.000 bis 3.000 Euro (oft deutlich weniger nach Förderung) bekommst Du eine Technologie, die Deine Warmwasserkosten um 60 bis 70 % senkt, Deinen Keller entfeuchtet, sich in 2 bis 6 Jahren amortisiert und 15 bis 20 Jahre zuverlässig läuft. Die Kombination mit einer Solaranlage macht die Warmwasserbereitung nahezu kostenlos.
Gerade als Ersatz für alte Elektro-Boiler ist die Abluft-WP ein No-Brainer. Der Installationsaufwand ist minimal, die Förderung üppig, und die Technik ausgereift. Der einzige Grund, es nicht zu tun: ein zu kalter oder zu kleiner Aufstellraum. Für alles andere gibt es keinen rationalen Einwand gegen diese sinnvolle Investition. Wenn Du wissen willst, was ein Komplettsystem mit Wärmepumpe-Einbau kostet, findest Du die Details in unserem separaten Ratgeber.
Bereit für Deine Abluft-Wärmepumpe?
Bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe aus Deiner Region. Kostenlos und unverbindlich.
Jetzt Angebote vergleichen →

