Solarteur montiert Photovoltaik-Module auf einem Hausdach in NRW
Photovoltaik-Förderung in NRW 2026: Der Bund trägt die Last, das Land ist ausgestiegen, die Kommunen füllen punktuell Lücken.

Kurz gesagt: Einen landesweiten Zuschuss für private Photovoltaikanlagen gibt es in Nordrhein-Westfalen 2026 nicht mehr — die früheren Zuschuss-Bausteine des Landesprogramms progres.nrw für PV-Speicher und Steckersolar sind eingestellt. Die Förderung Deiner Solaranlage in NRW steht trotzdem auf drei soliden Säulen: erstens die bundesweite EEG-Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh für Überschusseinspeisung bis 10 kWp, Stand Februar bis Juli 2026), zweitens der KfW-Kredit 270 mit bis zu 100 % Finanzierung, drittens der Nullsteuersatz — 0 % Umsatzsteuer auf Kauf und Installation, was rechnerisch 19 % Rabatt gegenüber der alten Rechtslage entspricht. Dazu kommen kommunale Programme: Etliche NRW-Städte bezuschussen PV, Speicher oder Balkonkraftwerke aus eigenen Klimaschutz-Töpfen — die Budgets sind aber begrenzt und die Konditionen ändern sich teils mehrmals im Jahr. Wer in NRW plant, sollte deshalb zuerst die Bundesbausteine sichern und parallel bei der eigenen Stadt oder Gemeinde nachsehen, ob gerade ein Topf offen ist.

Dieser Ratgeber sortiert die drei Förderebenen für NRW, nennt die aktuellen Zahlen, geht auf einzelne Städte wie Bochum und Lüdenscheid ein und zeigt an einem Rechenbeispiel, was eine 10-kWp-Anlage im Ruhrgebiet wirtschaftlich bringt. Den bundesweiten Rahmen liefert der Überblick zur Photovoltaik-Förderung 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Landeszuschuss: progres.nrw – Klimaschutztechnik hat die Zuschüsse für Batteriespeicher und Steckersolargeräte eingestellt. Neue Anträge für diese Bausteine sind nicht möglich (Stand: Juli 2026, aktueller Status: Bezirksregierung Arnsberg).
  • EEG-Einspeisevergütung (Feb.–Juli 2026): 7,78 ct/kWh Überschusseinspeisung bis 10 kWp, 6,73 ct/kWh für den Anlagenteil 10–40 kWp; Volleinspeisung bis 10 kWp: 12,34 ct/kWh. Garantiert für 20 Jahre.
  • KfW 270: Kredit über bis zu 100 % der Investitionskosten für PV, Speicher und Wallbox — Antrag über die Hausbank, vor Vorhabensbeginn.
  • 0 % Umsatzsteuer auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp samt Speicher (§ 12 Abs. 3 UStG) — gilt 2026 unverändert.
  • Kommunen fördern unterschiedlich: Städte wie Bonn oder Düsseldorf haben eigene Solar-Förderprogramme; viele Kommunen bezuschussen Balkonkraftwerke mit 50–300 €. Budgets sind schnell ausgeschöpft — vor der Bestellung prüfen.
  • Solarpflicht NRW: Seit 1.1.2025 für neue Wohngebäude, ab 1.1.2026 auch bei vollständiger Dachsanierung im Bestand (§ 42a BauO NRW).

Die drei Förderebenen für PV in NRW

Wie überall in Deutschland verteilt sich die Solarförderung auf Bund, Land und Kommune — nur ist die Gewichtung in NRW derzeit eindeutig: Der Bund trägt die Last, das Land ist ausgestiegen, die Kommunen füllen punktuell Lücken.

Ebene 1 — Bund: EEG, KfW 270 und Steuerbefreiungen

EEG-Einspeisevergütung. Jede in NRW ans Netz gebrachte Anlage erhält die gesetzliche Vergütung für eingespeisten Strom, garantiert über 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Die Sätze sinken halbjährlich um 1 %:

AnlagengrößeÜberschusseinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,34 ct/kWh
Anlagenteil über 10 bis 40 kWp6,73 ct/kWh10,35 ct/kWh
Anlagenteil über 40 bis 100 kWp5,50 ct/kWh10,35 ct/kWh

(Stand: Inbetriebnahme Februar bis Juli 2026, Quelle: Bundesnetzagentur.)

Die Vergütung ist bewusst niedriger als Dein Strombezugspreis (in NRW 2026 je nach Tarif meist 30–40 ct/kWh): Der wirtschaftliche Kern jeder Anlage ist der Eigenverbrauch — jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis. Wie sich die Sätze im Detail entwickeln, zeigt der Ratgeber zur Einspeisevergütung.

KfW-Kredit 270 (Erneuerbare Energien – Standard). Finanziert bis zu 100 % der Investitionskosten für PV-Anlage, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur, Laufzeiten bis 30 Jahre. Der Zins ist bonitätsabhängig; den Antrag stellst Du über Deine Hausbank, zwingend bevor Du Liefer- oder Werkverträge unterschreibst. Für kleinere Anlagen lohnt der Vergleich mit regionalen Angeboten — einige Sparkassen und Volksbanken in NRW haben eigene „Solar-Kredite", die im Einzelfall unkomplizierter sind. Alle Konditionen und den Antragsweg erklärt die Detailseite zum KfW-Kredit 270.

Nullsteuersatz. Auf Kauf und Installation von PV-Anlagen auf oder an Wohngebäuden fallen seit 2023 0 % Umsatzsteuer an (bis 30 kWp greift eine gesetzliche Vereinfachung). Das gilt auch für den mitgekauften Speicher und wirkt wie ein pauschaler Rabatt von 19 %. Dazu kommt die Einkommensteuerbefreiung der Erträge für Anlagen bis 30 kWp (§ 3 Nr. 72 EStG) — Deine Einspeiseerlöse bleiben steuerfrei, ohne Gewinnermittlung, ohne Anlage EÜR. Die steuerlichen Details vertieft der Ratgeber Photovoltaik und Steuer 2026.

Ebene 2 — Land NRW: progres.nrw ist für private PV Geschichte

Das Landesprogramm progres.nrw – Klimaschutztechnik war jahrelang die Adresse für Speicher-Zuschüsse in NRW. Die für Privathaushalte relevanten Bausteine (Batteriespeicher in Verbindung mit PV, Steckersolargeräte) wurden jedoch eingestellt; neue Anträge sind nicht möglich. Übrig geblieben sind auf Landesebene vor allem Programme für Kommunen, Unternehmen und Forschung sowie die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW und der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate — kostenlose bzw. günstige Eingangsberatung, die vor der Angebotseinholung sinnvoll ist. Welche Programme früher liefen und was aus ihnen wurde, dokumentiert auch die bestehende Übersicht zur Solaranlagen-Förderung in NRW.

NRW.Bank: Kredite statt Zuschüsse für Privathaushalte

Wer nach Photovoltaik-Förderung in NRW sucht, stößt schnell auf die NRW.Bank — das Förderinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen. Wichtig zur Einordnung: Die NRW.Bank vergibt für Privathaushalte zinsgünstige Darlehen, etwa rund um Wohneigentum, Modernisierung und energetische Verbesserungen am Gebäude — aber keinen Zuschuss pro kWp für PV-Module. Ein NRW.Bank-Darlehen kann je nach Vorhaben eine Alternative oder Ergänzung zum KfW-Kredit 270 sein, zum Beispiel wenn Du die PV-Anlage im Paket mit einer größeren Sanierung finanzierst. Programme und Konditionen ändern sich laufend — prüfe den aktuellen Stand direkt auf nrwbank.de oder frage bei Deiner Hausbank nach, die NRW.Bank-Programme mit vermitteln kann.

⚠️ Vorsicht bei veralteten Versprechen

Es gibt 2026 keinen NRW-Landeszuschuss pro kWp für private Dachanlagen. Wer Dir so etwas in Aussicht stellt, meint entweder ein kommunales Programm oder ein veraltetes Angebot — lass Dir die Programmbezeichnung und die ausgebende Stelle immer schriftlich nennen.

Ebene 3 — Kommunen: Hier liegt das eigentliche Zuschuss-Potenzial

Dutzende NRW-Städte und -Gemeinden fördern Solar aus kommunalen Klimaschutzbudgets. Typische Muster:

FördergegenstandTypische ZuschusshöheBeispiele (Stand Juli 2026 prüfen)
Dach-PV (€/kWp oder pauschal)100–300 €/kWp, teils gedeckeltBonn („Solares Bonn"), Düsseldorf („Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten")
Batteriespeicher100–150 €/kWh oder pauschaleinzelne Kommunalprogramme, oft an PV-Neubau gekoppelt
Balkonkraftwerke50–300 € pauschalzahlreiche Städte und Gemeinden, teils einkommensabhängig
Beratung/Solarcheckkostenlos–geringe EigenbeteiligungVerbraucherzentrale NRW, kommunale Klimaschutzstellen

Drei Dinge musst Du bei kommunalen Programmen wissen:

  1. Budgets sind endlich. Viele Töpfe sind Wochen nach Jahresbeginn ausgeschöpft; manche Städte legen unterjährig nach, andere nicht.
  2. Antrag fast immer vor Beauftragung. Wie bei Bund und KfW gilt: erst bewilligen lassen, dann bestellen. Eine bereits beauftragte Anlage ist in der Regel nicht mehr förderfähig.
  3. Kumulierung prüfen. Die meisten kommunalen Zuschüsse sind mit EEG, Nullsteuersatz und KfW 270 kombinierbar; ausgeschlossen ist meist nur die Doppelförderung desselben Gegenstands aus zwei Zuschusstöpfen.

Der schnellste Weg: Suche auf der Website Deiner Stadt nach „Förderprogramm Klimaschutz“ oder frage bei der Klimaschutzstelle nach — oder nutze die Förderdatenbank des Bundes mit Filter auf NRW und Deine Kommune. Für Balkonkraftwerke lohnt zusätzlich der Blick in den Ratgeber zu Balkonkraftwerk-Kosten und Zuschüssen, für stationäre Speicher in die Übersicht zur Stromspeicher-Förderung.

Photovoltaik-Förderung in Bochum

Für Bochum gilt das NRW-Grundmuster: Die Musik spielt bei EEG, Nullsteuersatz und KfW 270. Einen pauschalen städtischen Zuschuss pro kWp für private Dachanlagen bietet die Stadt Bochum derzeit nicht; kommunale Klimaschutz-Fördermittel konzentrieren sich auf andere Maßnahmen (etwa Begrünung) und sind budgetabhängig. Nützlich vor Ort:

  • Das Solarpotenzialkataster NRW (Energieatlas NRW) zeigt Dir für jede Bochumer Dachfläche Eignung und Ertragsprognose — kostenlos.
  • Die Stadtwerke Bochum bieten PV-Pacht- und Komplettpakete an; vergleiche solche Angebote immer mit dem Kauf über einen freien Fachbetrieb, denn Pachtmodelle sind über 20 Jahre gerechnet meist teurer.
  • Netzanmeldung und Inbetriebnahme laufen über die Stadtwerke Bochum Netz GmbH; die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist Pflicht.

Eine ausführliche lokale Übersicht mit Rechenbeispiel und allen Anlaufstellen findest Du im Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung in Bochum.

Photovoltaik-Förderung in Lüdenscheid

Auch in Lüdenscheid (Märkischer Kreis) gibt es keinen laufenden städtischen PV-Zuschuss für Privathaushalte — die Förderung Deiner Anlage besteht aus den Bundesbausteinen. Was das für die Wirtschaftlichkeit heißt, ist trotzdem attraktiv: Das Sauerland liegt bei der Globalstrahlung zwar unter dem Bundesschnitt, moderne Module gleichen das über Flächenleistung aus; mit 900–950 kWh Ertrag pro kWp und Jahr kannst Du in Lüdenscheid solide kalkulieren.

Praktische Anlaufstellen: das Solarpotenzialkataster NRW für Deine Dachfläche, die Verbraucherzentrale NRW (Beratungsstützpunkt im Märkischen Kreis) und für die Netzanmeldung der örtliche Netzbetreiber (im Stadtgebiet die Stadtwerke Lüdenscheid / ENERVIE-Gruppe). Prüfe zusätzlich beim Märkischen Kreis und der Stadt, ob kurzfristig Balkonkraftwerk-Zuschüsse aufgelegt wurden — solche Kleinprogramme kommen und gehen mit den Haushaltsjahren.

Solarpflicht in NRW: Ab 2026 auch bei Dachsanierung

NRW hat als eines der ersten Flächenländer eine gestaffelte Solarpflicht in der Landesbauordnung verankert (§ 42a BauO NRW):

Ab wannWas ist verpflichtet
seit 1.1.2022neue offene Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen
seit 1.1.2024Neubau von Nichtwohngebäuden
seit 1.1.2025Neubau von Wohngebäuden
ab 1.1.2026Bestandsgebäude bei vollständiger Dachsanierung

Für Dich relevant: Wenn Du 2026 oder später Dein Dach komplett erneuerst, musst Du eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage auf einem Teil der geeigneten Dachfläche installieren. Das ist keine Förderung, aber ein Planungsargument — wer die Dachsanierung ohnehin vorhat, kombiniert sie sinnvollerweise gleich mit PV (Gerüst steht, Dachdecker und Solarteur können koordiniert arbeiten, die Solarpflicht ist erfüllt).

Rechenbeispiel: 10-kWp-Anlage mit Speicher im Ruhrgebiet

Einfamilienhaus in Bochum, 10 kWp, 8-kWh-Speicher, Jahresverbrauch 4.500 kWh:

  • Investition: rund 18.000–22.000 € inkl. Speicher und Montage — dank Nullsteuersatz ohne Umsatzsteuer
  • Ertrag: ca. 9.200 kWh/Jahr (920 kWh/kWp im Ruhrgebiet)
  • Eigenverbrauchsanteil mit Speicher: ca. 40 %, also 3.680 kWh × 0,34 € Bezugspreis = 1.251 €/Jahr gespart
  • Einspeisung: ca. 5.520 kWh × 7,78 ct = 429 €/Jahr
  • Jährlicher Nutzen: rund 1.680 € → statische Amortisation nach etwa 11–13 Jahren, bei steigenden Strompreisen schneller; danach 10+ Jahre nahezu kostenfreier Strom
Was bringt welcher Baustein? 10 kWp mit 8-kWh-Speicher in Bochum (Ruhrgebiet), pro Jahr
Eigenverbrauch
1.251 €
Einspeisung
429 €
Gesamtnutzen
1.680 €

Käme ein kommunaler Zuschuss von z. B. 1.500 € dazu (wo verfügbar), verkürzt sich die Amortisation um etwa ein Jahr. Der größte Hebel bleibt aber die Auslegung: Anlage groß genug dimensionieren, Eigenverbrauch durch Warmwasser, Wallbox oder Wärmepumpe erhöhen. Eine detaillierte Kostenbasis für verschiedene Anlagengrößen liefert der Ratgeber PV-Anlage mit Speicher: Kosten.

Kernaussage

Auch ohne Landeszuschuss rechnet sich PV in NRW: Nullsteuersatz, steuerfreie Erträge und 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung tragen eine typische 10-kWp-Anlage in die Amortisation nach gut einem Jahrzehnt — jeder kommunale Zuschuss ist ein Bonus obendrauf, kein Muss.

Für Unternehmen in NRW gilt übrigens eine eigene Logik: Statt Zuschüssen greifen der KfW-Kredit 270, der Investitionsabzugsbetrag und die Sonderabschreibung nach § 7g EStG — die Details stehen im Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung für Gewerbe.

Exkurs: Wärmepumpe dazu? Dann gelten die BEG-Zuschüsse — mit Selbstnutzer-Vorbehalt

Viele NRW-Haushalte planen PV und Wärmepumpe zusammen — energetisch die stärkste Kombination, weil die Wärmepumpe den PV-Eigenverbrauch massiv erhöht; wie das zusammenspielt, zeigt der Ratgeber PV-Anlage mit Wärmepumpe. Wichtig ist die saubere Trennung der Fördertöpfe: Die PV-Anlage selbst bekommt keinen BEG/BAFA-Zuschuss — für sie gelten EEG, KfW 270 und Steuerbefreiungen. Die Wärmepumpe dagegen wird über die Heizungsförderung (KfW 458) bezuschusst:

  • 30 % Grundförderung für alle Antragsteller
  • +20 % Klima-Geschwindigkeitsbonus — ausschließlich für selbstnutzende Eigentümer, die z. B. eine funktionsfähige Öl- oder mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen
  • +30 % Einkommensbonus — ausschließlich für Selbstnutzer mit maximal 40.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen
  • +5 % Effizienzbonus für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. R290) oder Erd-/Wasser-Wärmequelle
  • Deckel: 70 % der förderfähigen Kosten, die bei 30.000 € für die erste Wohneinheit gedeckelt sind
  • Vermieter erhalten für vermietete Objekte nur Grund- plus Effizienzbonus, also maximal 35 % — die beiden großen Boni sind Selbstnutzern vorbehalten

Wer also im selbstgenutzten Haus in NRW PV plus Wärmepumpe umsetzt, kann für die Heizung bis zu 70 % Zuschuss erreichen, während die PV über Einspeisevergütung und Steuerfreiheit läuft — zwei getrennte Anträge, zwei Systeme, eine Gesamtrechnung.

Wie viel Förderung bekommst Du wirklich?

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Antragsweg: So sicherst Du Dir alle Bausteine in der richtigen Reihenfolge

1

Dachcheck und Angebote

Prüfe Dein Dach im Solarpotenzialkataster NRW und hole Angebote bei 2–3 Fachbetrieben ein.

2

Kommunalen Zuschuss prüfen und ggf. zuerst beantragen

Vor jeder Beauftragung — Bewilligung abwarten, sonst entfällt der Anspruch.

3

KfW 270 über die Hausbank beantragen

Falls Finanzierung gewünscht — ebenfalls zwingend vor Vertragsschluss.

4

Beauftragen und installieren lassen

Der Nullsteuersatz wird automatisch in der Rechnung berücksichtigt — Du musst nichts beantragen.

5

Netzanmeldung und Marktstammdatenregister

Netzanmeldung beim örtlichen Netzbetreiber (übernimmt meist der Installateur) und Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme — Pflicht, sonst droht der Verlust der Einspeisevergütung. Details im Ratgeber zur Solaranlagen-Anmeldung.

6

Einspeisevergütung läuft automatisch

Nach der Registrierung zahlt der Netzbetreiber die Vergütung ohne weiteren Antrag aus.

Typische Fehler bei der PV-Förderung in NRW

Drei Stolpersteine kosten NRW-Haushalte regelmäßig Geld: Erstens die falsche Reihenfolge — kommunale Zuschüsse und der KfW-Kredit verlangen den Antrag vor der Beauftragung; wer erst unterschreibt und dann sucht, geht leer aus. Zweitens das Warten auf ein neues Landesprogramm: Ob progres.nrw je wieder private Speicher bezuschusst, ist offen — die entgangenen Stromkostenersparnisse eines Wartejahres (im Rechenbeispiel oben rund 1.700 €) übersteigen fast jeden denkbaren künftigen Zuschuss. Drittens die vergessene Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme — sie ist Pflicht und Voraussetzung für die Einspeisevergütung; die Netzanmeldung durch den Installateur ersetzt sie nicht.

💡 Gut zu wissen

Alle Bundesbausteine lassen sich parallel nutzen: EEG-Vergütung, KfW-Kredit, Nullsteuersatz und Einkommensteuerbefreiung schließen sich gegenseitig nicht aus. Ausgeschlossen ist in der Regel nur die Doppelförderung derselben Kosten aus zwei Zuschusstöpfen.

Häufige Fragen zur Photovoltaik-Förderung in NRW

Gibt es 2026 einen Zuschuss vom Land NRW für Photovoltaik?
Nein. Die Zuschuss-Bausteine von progres.nrw für private Speicher und Steckersolar sind eingestellt. Die Förderung besteht aus den Bundesinstrumenten (EEG-Vergütung, KfW 270, 0 % Umsatzsteuer, Einkommensteuerbefreiung) plus eventuell einem kommunalen Programm Deiner Stadt.
Welche NRW-Städte fördern Photovoltaik oder Speicher?
Das ändert sich laufend mit den kommunalen Haushalten. Bonn und Düsseldorf haben etablierte Programme, viele weitere Kommunen bezuschussen zumindest Balkonkraftwerke mit 50–300 €. Prüfe die Website Deiner Stadt (Stichwort „Förderprogramm Klimaschutz“) oder die Förderdatenbank des Bundes — und stelle den Antrag immer vor der Bestellung.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung in NRW?
Sie ist bundeseinheitlich: 7,78 ct/kWh für Überschusseinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp, 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung (Inbetriebnahme Februar–Juli 2026), garantiert für 20 Jahre. Zum 1. August 2026 sinken die Sätze planmäßig um 1 %.
Bekomme ich in Bochum oder Lüdenscheid einen städtischen PV-Zuschuss?
Aktuell bieten weder Bochum noch Lüdenscheid einen laufenden Zuschuss pro kWp für private Dachanlagen. In beiden Städten trägt die Kombination aus EEG-Vergütung, Nullsteuersatz und günstiger Finanzierung die Wirtschaftlichkeit — und die liegt bei 900–950 kWh/kWp Jahresertrag solide im rentablen Bereich.
Was bedeutet die Solarpflicht in NRW für mich?
Neubauten von Wohngebäuden brauchen seit 2025 eine Solaranlage; ab dem 1.1.2026 gilt die Pflicht auch im Bestand, wenn das Dach vollständig saniert wird (§ 42a BauO NRW). Bestandsgebäude ohne Dachsanierung sind nicht betroffen.
Fördert die BAFA meine Solaranlage in NRW?
Nein. Die BAFA bzw. die BEG fördert Heizungstechnik und Gebäudehülle, keine PV-Module. Für eine Wärmepumpe gibt es dagegen 30 bis 70 % Zuschuss über die KfW — die hohen Boni allerdings nur für selbstnutzende Eigentümer, Vermieter erhalten maximal 35 %.
Lohnt sich ein Speicher ohne NRW-Speicherförderung noch?
Häufig ja, aber knapper als mit Zuschuss. Der Speicher hebt den Eigenverbrauch typischerweise von ~30 auf 55–70 %. Ob sich das rechnet, hängt von Speicherpreis (dank Preisverfall 2024–2026 deutlich gesunken) und Deinem Strompreis ab. Rechne beide Varianten durch, statt den Speicher automatisch mitzukaufen.
Muss ich die Erträge meiner Anlage in NRW versteuern?
Bei Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden nein: Die Einnahmen sind einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG), und beim Kauf fällt durch den Nullsteuersatz keine Umsatzsteuer an. Gewerbliche Großanlagen folgen anderen Regeln.
Fördert die NRW.Bank Photovoltaik?
Die NRW.Bank ist das Förderinstitut des Landes NRW und vergibt zinsgünstige Kredite für Privathaushalte, etwa rund um Wohneigentum und energetische Maßnahmen am Gebäude — einen Zuschuss pro kWp für PV-Module bietet sie aber nicht. Je nach Vorhaben kann ein NRW.Bank-Darlehen eine Alternative oder Ergänzung zum KfW-Kredit 270 sein. Aktuelle Programme und Konditionen prüfst Du direkt auf nrwbank.de.
Wann wird die Photovoltaik-Förderung ausgezahlt?
Das hängt vom Baustein ab: Die EEG-Einspeisevergütung zahlt der Netzbetreiber laufend nach Inbetriebnahme und Registrierung im Marktstammdatenregister — üblich sind monatliche Abschläge mit Jahresabrechnung. Kommunale Zuschüsse fließen je nach Programm erst nach Bewilligung und Einreichung der Nachweise. Und der Wärmepumpen-Zuschuss über die KfW (458) wird erst nach Abschluss des Vorhabens und Verwendungsnachweis ausgezahlt.

Fazit

NRW fördert Photovoltaik 2026 nicht mit einem Landesprogramm, aber das macht die Rechnung nicht schlecht: Nullsteuersatz, steuerfreie Erträge, 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung und der KfW-Kredit 270 tragen die Investition — und wo eine Kommune wie Bonn oder Düsseldorf zusätzlich zuschießt, wird es noch besser. Die richtige Reihenfolge entscheidet: erst kommunalen Topf und Finanzierung sichern, dann beauftragen. Und wer ohnehin das Dach saniert, kommt ab 2026 an PV in NRW gar nicht mehr vorbei — dann lieber gut geplant als pflichtgemäß minimal.

Redaktionell geprüft von Andreas May. Verfasst von Julia May, Redaktion Solar, PV & Förderung. Stand: 18.07.2026. Kommunale Förderkonditionen ändern sich kurzfristig — maßgeblich sind die Angaben der jeweiligen Stadt.