Kurz gesagt: Der KfW-Kredit 270 ("Erneuerbare Energien Standard") ist 2026 der zentrale Förderkredit für Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur. Er finanziert bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, hat eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren und bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre. Den Antrag stellen Sie nicht direkt bei der KfW, sondern über eine Bank Ihrer Wahl, und zwar zwingend vor Beginn des Vorhabens. Der Zinssatz ist bonitätsabhängig und wird bei der Kreditzusage festgelegt; 2026 lagen marktübliche Effektivzinsen ab etwa 4 bis 5 Prozent.

Dieser Ratgeber erklärt die Konditionen, den Antragsweg Schritt für Schritt und die typischen Stolperfallen. Wie der KfW-Kredit in das gesamte Fördersystem passt, lesen Sie im Überblick zur Photovoltaik-Förderung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was wird gefördert: Photovoltaikanlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen, Batteriespeicher, zugehörige Technik.
  • Finanzierung: bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, Kreditbetrag bis 150 Mio. Euro pro Vorhaben.
  • Laufzeit: bis zu 30 Jahre, Zinsbindung bis zu 20 Jahre, bis zu 5 tilgungsfreie Anlaufjahre.
  • Auszahlung: 100 Prozent des Kreditbetrags, als Einmalbetrag oder in Tranchen.
  • Antrag: über die Hausbank, immer vor Beginn des Vorhabens.
  • Zinssatz: bonitäts- und laufzeitabhängig, wird bei Zusage festgelegt.

Was ist der KfW-Kredit 270?

Das Programm Erneuerbare Energien Standard (270) ist ein Förderkredit der staatlichen KfW-Bankengruppe. Er richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen, Landwirte und Freiberufler, die in erneuerbare Energien investieren. Für Photovoltaik ist er das wichtigste Finanzierungsinstrument, seit es für reine PV-Anlagen keinen direkten Bundeszuschuss mehr gibt.

Der KfW-Kredit ersetzt keinen Zuschuss, sondern verbilligt die Finanzierung. Der Vorteil liegt in günstigen Zinsen, langer Laufzeit und tilgungsfreien Anlaufjahren, in denen Sie zunächst nur Zinsen und noch keine Tilgung zahlen. Das verbessert die Liquidität in der Anfangsphase, gerade wenn die Anlage erst noch Erträge aufbauen muss.

Kernaussage

KfW 270 ist ein zinsgünstiger Kredit, kein geschenktes Geld. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht über günstige Zinsen, lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre, kombiniert mit Einspeisevergütung und Nullsteuersatz.

Was wird über KfW 270 finanziert?

Förderfähig sind insbesondere:

  • Photovoltaikanlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen
  • Batteriespeicher zur Speicherung des erzeugten Stroms
  • zugehörige Technik und Installation
  • darüber hinaus weitere erneuerbare Erzeugung wie Solarthermie und Wärmepumpen sowie Wärme- und Kältenetze

Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Das heißt: Sie können das gesamte Vorhaben über den Kredit abbilden, ohne Eigenkapital einbringen zu müssen. Ob Ihre Bank eine vollständige Finanzierung anbietet, hängt allerdings von Ihrer Bonität ab. Wer parallel über einen Stromspeicher nachdenkt, sollte ihn von Anfang an in den Antrag aufnehmen.

Konditionen 2026 im Überblick

MerkmalKonditionen 2026
Finanzierungsanteilbis zu 100 % der Investitionskosten
Kreditbetragbis zu 150 Mio. Euro pro Vorhaben
Laufzeitbis zu 30 Jahre
Zinsbindungbis zu 20 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufjahrebis zu 5 Jahre
Auszahlung100 % des Kreditbetrags
Antragüber die Hausbank, vor Vorhabenbeginn

Quelle: KfW, Programm 270, Stand 2026. Die jeweils gültigen Konditionen prüfen Sie vor Antragstellung immer auf den offiziellen KfW-Seiten und im Bankangebot.

Wie hoch ist der Zinssatz bei KfW 270?

Den Zinssatz legt die KfW bonitäts- und besicherungsabhängig sowie nach aktueller Kapitalmarktlage zum Zeitpunkt der Kreditzusage fest. Es gibt also keinen pauschalen, für alle gleichen Zinssatz.

Am Markt wurden für 2026 effektive Jahreszinsen ab etwa 4 bis 5 Prozent genannt, abhängig von Laufzeit, Zinsbindung und Bonität. Diese Spanne ist ein Anhaltspunkt, kein verbindlicher Wert. Maßgeblich ist immer der konkrete Zins, den Ihre Bank in der individuellen Zusage ausweist. Da sich die Kapitalmarktkonditionen laufend ändern, sollten Sie sich nicht auf gerundete Beispielwerte aus Ratgebern verlassen, sondern mehrere Bankangebote einholen und den effektiven Jahreszins vergleichen.

Innerhalb des sogenannten risikogerechten Zinssystems der KfW gibt es mehrere Preisklassen. In welche Klasse Ihr Kredit fällt, bestimmt Ihre Bank anhand von Bonität und Sicherheiten.

⚠️ Wichtig

Verlassen Sie sich nie auf gerundete Beispielzinsen aus Ratgebern. Der verbindliche Effektivzins steht erst in der KfW-Zusage Ihrer Bank. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie den effektiven Jahreszins.

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Antrag Schritt für Schritt

Der wichtigste Grundsatz: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Wer den Kaufvertrag für die Anlage vorher unterschreibt, verliert den Förderanspruch.

1

Angebote einholen

Lassen Sie sich Angebote für die PV-Anlage erstellen, damit Sie die Investitionssumme kennen.

2

Bank ansprechen

Wenden Sie sich an ein Kreditinstitut Ihrer Wahl, das KfW-Kredite vermittelt. Die KfW vergibt den Kredit nicht direkt an Endkunden.

3

Antrag stellen

Die Bank prüft Bonität und Sicherheiten und stellt den Antrag bei der KfW. Das geschieht vor Vertragsabschluss für die Anlage.

4

Zusage abwarten

Nach Zusage werden Zinssatz und Konditionen verbindlich.

5

Vorhaben umsetzen

Erst jetzt beauftragen Sie die Anlage.

6

Auszahlung

100 Prozent des Kreditbetrags werden ausgezahlt, als Einmalbetrag oder in Tranchen, in der Regel innerhalb von zwölf Monaten nach Zusage.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Zu früh kaufen. Der häufigste Fehler. Antrag immer vor Vertragsabschluss.
  • Nur eine Bank fragen. Da Banken den Zins im Rahmen der KfW-Preisklassen mitbestimmen, lohnt der Vergleich mehrerer Institute.
  • Speicher vergessen. Batteriespeicher sind förderfähig. Wer den Speicher erst später nachrüstet, muss ihn gegebenenfalls erneut finanzieren.
  • Förderung mit Zuschuss verwechseln. KfW 270 ist ein Kredit, kein geschenktes Geld. Der Vorteil liegt in Zins und Laufzeit.

KfW 270 mit anderen Förderungen kombinieren

Der KfW-Kredit lässt sich gut mit weiteren Bausteinen kombinieren:

  • mit der EEG-Einspeisevergütung, die unabhängig vom Kredit für eingespeisten Strom gezahlt wird
  • mit dem Nullsteuersatz auf Kauf und Installation
  • bei gewerblichen Anlagen mit IAB und Sonderabschreibung nach § 7g EStG, mehr dazu im Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung für Gewerbe
  • teils mit regionalen Zuschüssen von Ländern oder Kommunen, etwa für Speicher

Eine Doppelförderung exakt derselben Kosten aus zwei Zuschusstöpfen ist meist ausgeschlossen. Die Kombination aus Kredit, Steuervorteil und Einspeisevergütung ist dagegen üblich und zulässig. Einen vollständigen Überblick über alle Wege bietet der Förderüberblick Photovoltaik; wer zuerst die Solaranlagen-Förderung sortieren will, findet dort die Grundlagen.

Häufige Fragen zu KfW 270 für Photovoltaik

Bekomme ich den KfW-270-Kredit direkt bei der KfW?
Nein. Die KfW vergibt den Kredit nicht direkt an Endkunden. Sie beantragen ihn über ein Kreditinstitut Ihrer Wahl, das den Antrag an die KfW weiterleitet.
Wie viel kann ich finanzieren?
Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 150 Mio. Euro pro Vorhaben. Für private PV-Anlagen ist die Obergrenze praktisch nie relevant.
Wie hoch ist der Zins 2026?
Bonitäts- und laufzeitabhängig, festgelegt bei der Zusage. Marktüblich wurden 2026 effektive Jahreszinsen ab etwa 4 bis 5 Prozent genannt. Den verbindlichen Wert nennt Ihre Bank.
Kann ich auch einen Stromspeicher mitfinanzieren?
Ja. Batteriespeicher sind über KfW 270 förderfähig, ebenso zugehörige Technik.
Wann muss ich den Antrag stellen?
Vor Beginn des Vorhabens, also bevor Sie den Kaufvertrag für die Anlage unterschreiben. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.
Gibt es tilgungsfreie Jahre?
Ja, bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre sind möglich. In dieser Zeit zahlen Sie nur Zinsen und noch keine Tilgung.

Fazit

Der KfW-Kredit 270 ist 2026 das wichtigste Finanzierungsinstrument für Photovoltaik. Er finanziert bis zu 100 Prozent der Kosten, bietet lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre, ersetzt aber keinen Zuschuss. Entscheidend ist, den Antrag über die Bank vor dem Kauf zu stellen und mehrere Angebote zu vergleichen, da der Zins bonitätsabhängig ist. In Kombination mit Einspeisevergütung, Nullsteuersatz und regionalen Zuschüssen entsteht ein tragfähiges Gesamtpaket.