Altbau mit Gerüst und Fassadendämmung bei der Sanierung
Fassadendämmung an einem typischen deutschen Altbau: Mit WDVS lassen sich 20 bis 35 Prozent Heizkosten sparen

Wärmeschutz Altbau: Warum jetzt dämmen?

Die energetische Sanierung von Altbauten ist 2026 so relevant wie nie zuvor. In Deutschland stehen rund 19 Millionen Wohngebäude, die vor 1979 errichtet wurden, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Diese Gebaeude verbrauchen im Schnitt drei- bis fünfmal so viel Heizenergie wie moderne Neubauten. Bei Gas- und Ölpreisen, die sich seit 2020 verdoppelt haben, und einer CO2-Abgabe, die 2026 auf 55 Euro pro Tonne gestiegen ist, wird jede ungedämmte Wand zum teuren Luxus.

Der Wärmeschutz am Altbau reduziert nicht nur Deine Heizkosten, sondern steigert auch den Wohnkomfort erheblich. Kalte Wand- und Bodenflächen gehören der Vergangenheit an, Zugluft wird minimiert und die Schimmelgefahr sinkt drastisch. Gleichzeitig steigt der Wert Deiner Immobilie: Laut einer Studie von Immowelt erhöhen energetische Sanierungen den Marktwert eines Hauses um 5 bis 15 Prozent, in energetisch schlechten Lagen sogar um bis zu 20 Prozent.

Hinzu kommt die gesetzliche Dimension: Das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei bestimmten Sanierungsanlaessen eine nachträgliche Dämmpflicht vor. Wer beispielsweise das Dach neu eindeckt, muss gleichzeitig dämmen. Bei einem Eigentümerwechsel muss die oberste Geschossdecke innerhalb von zwei Jahren den Mindest-U-Wert erreichen. Wer diese Pflichten ignoriert, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

🔑 Kernaussage

Die Dämmung eines Altbaus spart 20 bis 40 Prozent Heizkosten, steigert den Immobilienwert um 5 bis 15 Prozent und wird 2026 mit bis zu 20 Prozent vom BAFA gefördert. Bei aktuellen Energiepreisen amortisiert sich die Investition in 10 bis 18 Jahren. Mit dem iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) sind sogar 60.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit möglich.

Aber Dämmung ist nicht gleich Dämmung. Je nach Gebaeudealter, Bausubstanz und Budget gibt es unterschiedliche Strategien: von der kostengünstigen Kellerdeckendämmung für 30 Euro pro Quadratmeter bis zur umfassenden Fassadendämmung mit WDVS für 120 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Dieser Ratgeber zeigt Dir alle Optionen, nennt konkrete Preise und hilft Dir, die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für Deinen Altbau zu finden.

19 Mio.
Altbauten in Deutschland (vor 1979)
20-40%
Heizkosten-Ersparnis durch Dämmung
bis 20%
BAFA-Förderung mit iSFP-Bonus

Wo geht die meiste Wärme verloren?

Ein typischer ungedämmter Altbau verliert seine Heizwärme über verschiedene Bauteile. Die Verteilung zeigt, wo Dämmung am meisten bringt:

  • Außenwand: 25 bis 35 Prozent des gesamten Wärmeverlusts. Bei Altbauten mit 36 bis 50 cm dicken Mauern ohne Dämmung liegt der U-Wert bei 1,0 bis 1,8 W/(m2K), also vier- bis siebenmal schlechter als der aktuelle GEG-Standard.
  • Dach und oberste Geschossdecke: 15 bis 25 Prozent. Warme Luft steigt nach oben, und ein ungedämmtes Dach lässt sie ungefiltert entweichen. Hier ist die Dämmung oft am einfachsten und günstigsten.
  • Fenster: 10 bis 20 Prozent. Alte Einfachverglasungen oder undichte Rahmen sind große Schwachstellen. Der Fenstertausch allein ist jedoch erst sinnvoll, wenn gleichzeitig die Fassade gedämmt wird.
  • Kellerdecke und Bodenplatte: 5 bis 10 Prozent. Zwar der geringste Anteil, aber die Dämmung der Kellerdecke ist mit 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter die kostengünstigste Einzelmaßnahme.
  • Wärmebrücken: 5 bis 15 Prozent. Balkonplatten, Rollladenkästen, Fensterlaibungen und Maueranschlüsse sind typische Schwachstellen, die bei der Sanierung gezielt adressiert werden müssen.
Thermografie-Aufnahme eines Altbaus mit sichtbaren Wärmeverlusten an Fenstern und Wand
Thermografie zeigt die Schwachstellen: Rote Bereiche an Fenstern und Fassade bedeuten hohen Wärmeverlust

Kosten im Überblick: Was kostet die Dämmung 2026?

Die Kosten für den Wärmeschutz am Altbau variieren stark je nach Dämmart, Material, Gebaeudezustand und Region. Als Grundregel gilt: Einfachere Maßnahmen wie die Kellerdeckendämmung sind deutlich günstiger als eine vollständige Fassadensanierung mit WDVS (Wärmedämmverbundsystem). Die folgende Tabelle zeigt die typischen Kosten für die gängigsten Dämmmaßnahmen 2026.

DämmmaßnahmeKosten pro m2Typische Fläche EFHGesamtkosten EFHHeizkosten-Ersparnis
Fassade WDVS (EPS)120-200 €120-180 m214.400-36.000 €20-35%
Fassade WDVS (Mineralwolle)140-250 €120-180 m216.800-45.000 €20-35%
Fassade VHF (Holz/Metall)180-350 €120-180 m221.600-63.000 €20-35%
Innendämmung50-120 €60-120 m23.000-14.400 €10-25%
Dachdämmung (Zwischensparren)50-120 €80-150 m24.000-18.000 €10-20%
Dachdämmung (Aufsparren)150-300 €80-150 m212.000-45.000 €15-25%
Oberste Geschossdecke30-60 €60-120 m21.800-7.200 €10-15%
Kellerdecke (unterseitig)30-60 €60-120 m21.800-7.200 €5-10%

Die Preise verstehen sich inklusive Material und Montage. Bei denkmalgeschützten Gebaeuden können Mehrkosten von 20 bis 50 Prozent anfallen, da spezielle Materialien und Verfahren erforderlich sind. In Regionen mit hoher Handwerker-Nachfrage (Süddeutschland, Großstädte) liegen die Preise am oberen Rand der Spannen, in ländlichen Gebieten und Ostdeutschland eher am unteren.

🔑 Preis-Tipp

Die Kellerdeckendämmung ist die günstigste Dämmmaßnahme und lässt sich oft sogar in Eigenleistung ausführen. Kosten: ab 15 Euro pro Quadratmeter (nur Material). Auch die Dämmung der obersten Geschossdecke ist mit 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter ein Einstieg mit hervorragendem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Beispielrechnung: Typisches Einfamilienhaus Baujahr 1970

Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus Baujahr 1970 mit 140 Quadratmeter Wohnfläche, 150 Quadratmeter Fassadenfläche, 100 Quadratmeter Dachfläche und 80 Quadratmeter Kellerdecke. Die Heizkosten liegen bei 3.200 Euro pro Jahr (Erdgas). Die Kosten einer Komplettsanierung:

  • Fassade WDVS (EPS, 16 cm): 150 m2 x 160 Euro = 24.000 Euro
  • Dachdämmung (Zwischensparren, 20 cm Mineralwolle): 100 m2 x 80 Euro = 8.000 Euro
  • Kellerdecke (10 cm EPS): 80 m2 x 40 Euro = 3.200 Euro
  • Gesamtkosten: 35.200 Euro
  • Förderung BAFA (20% mit iSFP): 7.040 Euro
  • Eigenanteil: 28.160 Euro
  • Jährliche Heizkosten-Ersparnis: ca. 1.280 Euro (40%)
  • Amortisation: ca. 22 Jahre (ohne Förderung 27,5 Jahre)

Diese Rechnung zeigt: Eine Komplettsanierung rechnet sich langfristig, besonders wenn man die Wertsteigerung der Immobilie und den gestiegenen Wohnkomfort einbezieht. Wer die Kosten schrittweise aufteilen möchte, kann mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) die Maßnahmen über mehrere Jahre verteilen und bei jeder Einzelmaßnahme den 5-Prozent-iSFP-Bonus nutzen.

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Fassadendämmung: WDVS, VHF und Innendämmung

Die Fassade ist mit 25 bis 35 Prozent Wärmeverlust die größte Schwachstelle ungedämmter Altbauten. Für die Fassadendämmung gibt es drei grundsätzliche Ansätze: das Wärmedämmverbundsystem (WDVS), die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) und die Innendämmung. Jeder Ansatz hat spezifische Vorteile, Kosten und Einsatzbereiche.

WDVS: Der Klassiker für Altbauten

Das Wärmedämmverbundsystem ist die meistverwendete Fassadendämmung in Deutschland. Dabei werden Dämmplatten (EPS, Mineralwolle oder Holzfaser) direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt, mit einem Armierungsmörtel und Glasfasergewebe überzogen und anschließend verputzt. Das WDVS ist ausgereift, bezahlbar und bietet hervorragende Dämmwerte.

Aufbau eines WDVS: Bestandswand (z.B. 36 cm Vollziegel) + Klebemörtel (0,5 cm) + Dämmplatte (12 bis 20 cm) + Armierungsschicht mit Glasfasergewebe (0,5 cm) + Oberputz mit Anstrich. Der resultierende U-Wert liegt bei 16 cm EPS bei 0,17 bis 0,22 W/(m2K) und erfüllt damit die BEG-Förderanforderung von 0,20 W/(m2K) problemlos.

Kosten WDVS 2026: Für ein EPS-System mit 16 cm Dämmstärke rechne mit 130 bis 180 Euro pro Quadratmeter inklusive Gerüst, Material und Montage. Mineralwolle-WDVS ist 15 bis 25 Prozent teurer, bietet aber besseren Brand- und Schallschutz. Die Gerüst-Kosten (10 bis 20 Euro pro Quadratmeter) machen einen signifikanten Anteil aus. Wenn ohnehin ein Fassadenanstrich oder eine Putzreparatur fällig ist, reduzieren sich die Mehrkosten der Dämmung erheblich.

💡 Synergieeffekt: Dämmung + Anstrich kombinieren

Wenn die Fassade ohnehin einen neuen Anstrich oder eine Putzreparatur braucht, fallen Gerüst- und Vorbereitungskosten sowieso an. Die reinen Dämm-Mehrkosten liegen dann nur noch bei 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter statt 130 bis 180 Euro. Nutze diesen Synergieeffekt und plane Dämmung und Fassadensanierung zusammen.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

Bei der VHF wird eine Unterkonstruktion (Aluminium oder Holz) an der Außenwand befestigt, dazwischen Dämmplatten eingebracht und vorne eine Bekleidung (Holz, Faserzement, Metall, Klinker) montiert. Zwischen Dämmung und Bekleidung befindet sich ein Luftspalt für die Hinterlüftung, der Feuchtigkeit zuverlässig abführt.

Kosten VHF: 180 bis 350 Euro pro Quadratmeter, je nach Bekleidungsmaterial. Eine Holzverschalung ist am günstigsten (180 bis 250 Euro), Faserzementplatten liegen im Mittelfeld (220 bis 300 Euro), Klinkerriemchen sind am teuersten (280 bis 350 Euro). Die VHF ist besonders geeignet für feuchtebelastete Wand- und Sockelzonen, für Gebaeude mit unebenen Fassaden und wenn ein modernes Erscheinungsbild gewuenscht wird.

Innendämmung: Wenn außen nicht geht

Die Innendämmung kommt zum Einsatz, wenn die Außenwand nicht verändert werden darf oder kann: bei denkmalgeschützten Fassaden, Grenzbebauung (Nachbarwand direkt angrenzend) oder wenn nur einzelne Räume gedämmt werden sollen. Typische Systeme sind Kalziumsilikatplatten (kapillaraktiv, schimmelhemmend), Holzfaser-Innendämmsysteme und PUR/PIR-Verbundplatten mit Dampfsperre.

Kosten Innendämmung: 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Kalziumsilikatplatten liegen bei 70 bis 120 Euro, Holzfaser bei 50 bis 90 Euro und PUR-Verbundplatten bei 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter. Vorteil: Kein Gerüst nötig. Nachteil: Die Wohnfläche verringert sich um 5 bis 10 cm pro gedämmter Wand, und die Ausführung erfordert große Sorgfalt bei der Dampfbremse, um Tauwasserprobleme zu vermeiden.

Querschnitt durch einen gedämmten Altbau-Wandaufbau mit Dämmplatten und Putz
Typischer Wandaufbau bei einer WDVS-Fassadendämmung: Bestandswand, Dämmplatte, Armierung und Putz

Dachdämmung: Zwischensparren, Aufsparren und oberste Geschossdecke

Das Dach ist nach der Fassade die zweitgrößte Quelle für Wärmeverluste. Bei ungedämmten Dächern steigt warme Luft einfach nach oben und entweicht. Die Dachdämmung ist deshalb eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen, insbesondere wenn das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt wird oder genutzt werden soll.

Zwischensparrendämmung: Der Standard

Bei der Zwischensparrendämmung wird Dämmmaterial (meist Mineralwolle oder Holzfaser in Klemm- oder Mattenform) zwischen die vorhandenen Dachsparren eingebracht. Diese Methode ist die gängigste und günstigste Form der Dachdämmung, wenn die Dacheindeckung erhalten bleibt.

Kosten: 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter inklusive Dampfbremse und Innenverkleidung. Bei vorhandenen Sparrenhöhen von 12 bis 16 cm erreicht die Zwischensparrendämmung U-Werte von 0,20 bis 0,30 W/(m2K). Für bessere Werte kann eine zusätzliche Untersparrendämmung (3 bis 6 cm) angebracht werden, Kosten: 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter extra.

Eigenleistung möglich: Die Zwischensparrendämmung eignet sich sehr gut für handwerklich begabte Heimwerker. Klemmfilze aus Mineralwolle lassen sich mit einem Dämmmesser zuschneiden und zwischen die Sparren klemmen. Wichtig ist die fachgerechte Verlegung der Dampfbremsfolie mit luftdichten Anschluessen. Material-Kosten für Eigenleistung: 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter.

Handwerker bei der Installation von Mineralwolle-Dämmung zwischen Dachsparren
Mineralwolle-Klemmfilze werden zwischen die Sparren eingebracht. Die Dampfbremsfolie folgt raumseitig

Aufsparrendämmung: Premium für Neueindeckung

Die Aufsparrendämmung wird oberhalb der Sparren verlegt, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird. Dabei werden großformatige Dämmplatten (PUR/PIR, Holzfaser) auf die Sparren gelegt, die Konterlattung verschraubt und die neue Dacheindeckung montiert. Vorteil: Keine Einschränkung der Raumhöhe im Dachgeschoss, durchgehende Dämmschicht ohne Wärmebrücken an den Sparren.

Kosten: 150 bis 300 Euro pro Quadratmeter inklusive Dacheindeckung. Da die Neueindeckung einen großen Kostenanteil ausmacht, sind die reinen Dämm-Mehrkosten moderater. Die Aufsparrendämmung erreicht exzellente U-Werte von 0,12 bis 0,18 W/(m2K) bei 18 bis 24 cm Dämmstärke (PUR/PIR). Sie ist die beste Lösung, wenn ein neues Dach fällig ist.

Oberste Geschossdecke: Die einfachste Maßnahme

Wird das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die einfachste und günstigste Lösung. Dämmplatten oder Dämmmatten werden einfach auf den Dachboden gelegt. Begehbare Varianten (mit Spanplatten-Abdeckung) sind etwas teurer, ermöglich aber weiterhin die Nutzung als Stauraum.

Kosten: 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter (begehbar: 50 bis 80 Euro). Eigenleistung: 10 bis 25 Euro pro Quadratmeter (nur Material). Laut GEG Paragraph 47 ist die Dämmung der obersten Geschossdecke bei Eigentümerwechsel innerhalb von 2 Jahren Pflicht, sofern der Mindest-U-Wert von 0,24 W/(m2K) nicht erreicht wird.

⚠️ Dämmpflicht beachten!

Das GEG schreibt bei Eigentümerwechsel eine nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke vor (U-Wert maximal 0,24 W/(m2K)). Die Frist beträgt 2 Jahre nach Eigentümerwechsel. Verstoeße können mit bis zu 30.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Ausnahme: Der Eigentümer wohnt seit Februar 2002 ununterbrochen selbst im Haus.

Kellerdecken- und Perimeterdämmung

Die Kellerdeckendämmung ist die kostengünstigste aller Dämmmaßnahmen. Sie wird von unten an die Kellerdecke angebracht und benötigt weder Gerüst noch besondere Genehmigungen. Besonders effektiv ist sie bei unbeheizten Kellern, weil sie den Wärmeübergang zwischen warmem Erdgeschoss und kaltem Keller minimiert.

Handwerker bringt Dämmplatten an einer Kellerdecke an
Kellerdeckendämmung von unten: Dämmplatten werden direkt an die Betondecke geklebt oder gedübelt

Kellerdeckendämmung von unten

Bei ausreichender Kopfhöhe im Keller (mindestens 2,00 m nach Dämmung) werden 8 bis 12 cm dicke Dämmplatten (EPS, Mineralwolle, PUR) von unten an die Kellerdecke geklebt und teilweise gedübelt. Die Montage ist unkompliziert und auch in Eigenleistung gut machbar.

Kosten: 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter (Fachbetrieb), 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter (Eigenleistung, nur Material). Bei einer Kellerfläche von 80 Quadratmeter sind das 2.400 bis 4.800 Euro mit Fachbetrieb. Die Heizkosten-Ersparnis beträgt 5 bis 10 Prozent, die Amortisation liegt bei 4 bis 8 Jahren. Damit hat die Kellerdeckendämmung die kürzeste Amortisationszeit aller Dämmmaßnahmen.

Perimeterdämmung: Wenn der Keller feucht ist

Die Perimeterdämmung (auch Sockeldämmung) dämmt die Kelleraußenwand von außen mit wasserabweisenden XPS-Platten. Sie ist aufwendig, weil die Kellerwand freigelegt werden muss (Erdarbeiten). Kosten: 150 bis 300 Euro pro Quadratmeter. Diese Maßnahme lohnt sich meist nur in Kombination mit einer Kellerabdichtung, wenn ohnehin Erdarbeiten erforderlich sind.

Dämmmaterialien im Vergleich: EPS, Mineralwolle, Holzfaser & Co.

Das richtige Dämmmaterial hängt von den Anforderungen des Bauteils, dem Budget, dem Brandschutz und den bauphysikalischen Gegebenheiten ab. Die folgende Übersicht vergleicht die gängigsten Dämmstoffe für die Altbau-Sanierung.

DämmstoffWLG (W/mK)Preis/m2 (10 cm)BrandschutzEinsatz
EPS (Styropor)0,032-0,0408-15 €B1 (schwer entflammbar)WDVS Fassade, Kellerdecke
Mineralwolle0,032-0,04012-22 €A1 (nicht brennbar)Dach, Fassade, Innendämmung
Holzfaser0,038-0,05018-35 €B2 (normal entflammbar)Fachwerk, Dach, Innendämmung
PUR/PIR0,022-0,02815-30 €B1-B2Aufsparren, Flachdach, Boden
XPS0,033-0,04012-25 €B1Perimeter, Kelleraußenwand
Kalziumsilikat0,045-0,06525-50 €A1 (nicht brennbar)Innendämmung (kapillaraktiv)
Zellulose0,038-0,04510-20 €B2 (mit Flammschutzmittel)Einblas-Dämmung, Hohlräume

EPS (expandiertes Polystyrol/Styropor) ist der meistverwendete Dämmstoff in Deutschland. Vorteile: Günstig, leicht, wasserabweisend, einfach zu verarbeiten. Nachteil: Nicht diffusionsoffen (Feuchtigkeit kann nicht durch die Dämmschicht hindurch), weniger guter Schallschutz, Brandschutzklasse nur B1 (nicht A1). Für die meisten WDVS-Fassaden ist EPS die wirtschaftlich beste Wahl.

Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) ist die Allzweckwaffe unter den Dämmstoffen. Sie bietet exzellenten Brandschutz (A1), guten Schallschutz und ist diffusionsoffen. Ideal für Dachdämmung, Fassaden mit erhöhten Brandschutzanforderungen (Hochhäuser, Mischgebiet) und als Kombination mit WDVS. Der Preisaufschlag gegenüber EPS beträgt ca. 30 bis 50 Prozent.

Holzfaser ist der ökologische Allrounder. Sie wird aus Saegerestholz hergestellt, ist diffusionsoffen und reguliert Feuchtigkeit hervorragend. Besonders geeignet für denkmalgeschützte Fachwerkhäuser und Gebaeude, bei denen Dampfdiffusion wichtig ist. Exzellenter sommerlicher Wärmeschutz dank hoher Wärmespeicherkapazität. Nachteil: Teurer als EPS und Mineralwolle, geringere Dämmwirkung pro Zentimeter.

PUR/PIR (Polyurethan/Polyisocyanurat) hat die beste Dämmleistung aller gaengigen Dämmstoffe. Mit einer Wärmeleitfaehigkeit von 0,022 bis 0,028 W/(mK) erreicht man mit 12 cm PUR denselben U-Wert wie mit 16 cm EPS. Ideal bei begrenztem Platz (Aufsparrendämmung, Bodendämmung). Nachteil: Relativ teuer und nicht ökologisch (erdoelbasiert).

Dämmmaterialien: Preis-Leistungs-Vergleich (10 cm Dämmstärke)
EPS
8-15 €
Zellulose
10-20 €
Mineralwolle
12-22 €
PUR/PIR
15-30 €
Holzfaser
18-35 €
Kalziumsilikat
25-50 €
🔑 Material-Empfehlung

Für die meisten Altbau-Fassaden ist EPS (Styropor) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Mineralwolle empfiehlt sich bei erhöhten Brandschutzanforderungen oder Schallschutzbeduerfnissen. Holzfaser ist die erste Wahl bei Fachwerkhäusern und wenn Diffusionsoffenheit gefordert ist. PUR/PIR eignet sich, wenn wenig Platz für Dämmung vorhanden ist.

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Förderung 2026: BAFA, KfW und iSFP-Bonus

Die staatliche Förderung macht die Altbau-Dämmung 2026 deutlich günstiger. Das wichtigste Programm ist die BEG-Einzelmaßnahmenförderung (BAFA) für Maßnahmen an der Gebäuedehülle. Daneben bieten KfW-Programme und die steuerliche Absetzbarkeit weitere Optionen.

BAFA BEG Einzelmaßnahmen: 15% Grundförderung + 5% iSFP-Bonus

Das BAFA fördert Dämmmaßnahmen an Außenwand, Dach, Kellerdecke und Bodenplatte mit einem Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, steigt der Zuschuss auf 20 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, mit iSFP auf 60.000 Euro pro Wohneinheit.

Beispiel mit iSFP: Fassadendämmung für 24.000 Euro. Förderung: 24.000 x 20% = 4.800 Euro Zuschuss. Ohne iSFP: 24.000 x 15% = 3.600 Euro. Der iSFP-Bonus bringt also 1.200 Euro mehr. Die Kosten für den iSFP (800 bis 2.000 Euro) werden separat mit 50 Prozent gefördert (also 400 bis 1.000 Euro Eigenanteil). Bei umfangreichen Sanierungen lohnt sich der iSFP praktisch immer.

Technische Mindestanforderungen für BAFA-Förderung

Damit die Dämmung förderfähig ist, müssen bestimmte U-Werte eingehalten werden:

BauteilU-Wert GEG (Pflicht bei Sanierung)U-Wert BEG (für Förderung)Typische Dämmstärke
Außenwand0,24 W/(m2K)0,20 W/(m2K)14-18 cm (EPS/MW)
Dach (Schrägdach)0,24 W/(m2K)0,14 W/(m2K)18-24 cm (MW)
Oberste Geschossdecke0,24 W/(m2K)0,14 W/(m2K)18-24 cm (MW/EPS)
Kellerdecke/Boden0,30 W/(m2K)0,25 W/(m2K)8-12 cm (EPS/PUR)

Wichtig: Die BEG-Werte sind strenger als die GEG-Mindestanforderungen. Wer nur den GEG-Standard erfüllt, bekommt keine Förderung. Die Mehrkosten für die dickere Dämmung sind aber gering (10 bis 20 Prozent) und werden durch die Förderung mehr als ausgeglichen.

KfW 261/262: Wenn Du zum Effizienzhaus sanierst

Wer eine umfassende Sanierung zum KfW-Effizienzhaus plant (also Hülle, Heizung, Fenster, Lüftung in einem Zug), kann den KfW-Kredit 261 nutzen. Dieser bietet einen zinsgünstigen Kredit bis 150.000 Euro pro Wohneinheit mit Tilgungszuschuss von bis zu 45 Prozent (bei EH 40). Für eine reine Hüllensanierung (nur Dämmung und Fenster) ist die BEG-Einzelmaßnahmenförderung (BAFA) meist der einfachere Weg.

Steuerliche Absetzbarkeit nach Paragraph 35c EStG

Alternativ zur BEG-Förderung können Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum die Sanierungskosten steuerlich geltend machen: 20 Prozent der Kosten (maximal 40.000 Euro) werden über 3 Jahre von der Steuerschuld abgezogen. Das entspricht bis zu 8.000 Euro Steuerersparnis. Diese Option ist besonders interessant für Haushalte, die die BAFA-Bürokratie vermeiden möchten. Achtung: BEG-Förderung und steuerliche Absetzbarkeit sind nicht kombinierbar.

💡 Förderantrag IMMER vor Beauftragung stellen

Der BAFA-Förderantrag muss vor Abschluss des Liefer- und Leistungsvertrags mit dem Fachbetrieb gestellt werden. Ausnahme: Der Vertrag mit dem Energieberater darf vorher geschlossen werden. Nachtraegliche Anträge werden abgelehnt. Plane 4 bis 8 Wochen Bearbeitungszeit ein.

Energieberater bei der Inspektion einer Altbau-Fassade mit Klemmbrett
Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte ist Pflicht für die BAFA-Förderung und hilft bei der optimalen Planung

Typische Fehler und wie Du sie vermeidest

Die Dämmung eines Altbaus ist kein Hexenwerk, aber es gibt typische Fehler, die die Wirkung der Maßnahme schmälern oder sogar zu Schäden führen können. Hier sind die häufigsten Fehler und wie Du sie vermeidest.

Fehler 1: Wärmebrücken ignorieren

Der häufigste Fehler bei der Fassadendämmung: Die Dämmung endet an Fensterlaibungen, Balkonplatten, Rollladenkästen oder Sockel, und es entstehen Wärmebrücken. An diesen Stellen kühlt die Wandoberfläche innen ab, Feuchtigkeit kondensiert und Schimmel kann entstehen. Lösung: Wärmebrücken müssen gezielt mit Laibungsdämmung (2 bis 4 cm), Sockelabschlussprofilen und Balkonanschlusselementen (z.B. Schoeck Isokorb) minimiert werden.

Fehler 2: Dampfbremse falsch verlegen

Bei Dach- und Innendämmung ist die Dampfbremse (oder Dampfsperre) die Achillesferse. Wird sie nicht luftdicht angeschlossen (an Sparren, Pfetten, Durchdringungen), dringt feuchtwarme Raumluft in die Dämmung ein, kondensiert dort und führt zu Durchfeuchtung, Schimmel und Tragwerksschäden. Lösung: Dampfbremsbahnen mit Klebebändern und Dichtmanschetten luftdicht anschließen. Im Zweifel einen Blower-Door-Test durchführen lassen (Kosten: 300 bis 500 Euro).

Fehler 3: Förderantrag nach Beauftragung stellen

Viele Eigentümer beauftragen zuerst den Fachbetrieb und stellen erst danach den Förderantrag. Das führt unweigerlich zur Ablehnung. Regel: BAFA-Antrag zuerst, dann beauftragen. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist nur mit Genehmigung des BAFA möglich.

Fehler 4: Zu dünne Dämmung wählen

Manche Eigentümer wählen aus Kostengründen eine dünnere Dämmung als empfohlen. Das ist fast immer ein Fehler: Die Materialkosten für 4 cm mehr Dämmung betragen nur 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter, die Montagekosten bleiben gleich. Wer 12 statt 16 cm dämmt, spart minimal bei den Materialkosten, verschenkt aber 15 bis 20 Prozent Dämmwirkung und erfüllt möglicherweise nicht die Förderanforderungen.

Fehler 5: Fenster und Dämmung nicht koordinieren

Wenn neue Fenster ohne gleichzeitige Fassadendämmung eingebaut werden, kann es zu Problemen kommen: Die hochdichten Fenster verhindern den bisherigen Luftaustausch durch Fugen, während die schlecht gedämmte Wand weiterhin kalt ist. Ergebnis: Erhöhte Schimmelgefahr an den Wandoberflächen. Lösung: Fenster und Fassade möglichst gleichzeitig sanieren oder zumindest eine kontrollierte Wohnraumlüftung installieren.

Vorteile der Altbau-Dämmung

  • 20 bis 40 Prozent Heizkosten-Ersparnis pro Jahr
  • Bis zu 20 Prozent BAFA-Förderung (mit iSFP)
  • Deutlich höherer Wohnkomfort, keine kalten Wände mehr
  • Immobilienwert steigt um 5 bis 15 Prozent
  • Schimmelrisiko sinkt drastisch bei fachgerechter Ausführung
  • Sommerlicher Wärmeschutz: Kühlere Räume im Sommer
  • Schallschutz verbessert sich erheblich (besonders Mineralwolle)
  • Beitrag zum Klimaschutz und CO2-Reduktion

Nachteile und Einschränkungen

  • Hohe Anfangsinvestition (14.000 bis 45.000 Euro für Fassade)
  • Lange Amortisationszeit (10 bis 22 Jahre)
  • Gerüst und Baulerm während der Sanierung (2 bis 4 Wochen)
  • Wanddicke wächst: Dachüberstand, Fensterlaibungen müssen angepasst werden
  • Bei Innendämmung: Wohnfläche verringert sich
  • Denkmalschutz kann Außendämmung verhindern

Schritt für Schritt: So planst Du Deine Altbau-Dämmung

Die Planung einer Altbau-Dämmung sollte strukturiert erfolgen. Folge diesen Schritten, um die optimale Maßnahme zu finden und keine Förderung zu verschenken.

1

Energieberater beauftragen

Lass einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten (EEE) Dein Haus begutachten. Er erstellt eine Wärmebilanz, identifiziert die größten Schwachstellen und empfiehlt die wirtschaftlichsten Maßnahmen. Kosten: 300 bis 800 Euro (mit 50 Prozent Förderung: 150 bis 400 Euro). Finde einen EEE über die Expertenliste der dena.

2

Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen

Der iSFP ist ein Dokument, das die optimale Reihenfolge aller Sanierungsmaßnahmen festlegt. Er bringt Dir 5 Prozent Extra-Förderung auf jede BEG-Einzelmaßnahme und erhöht die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit. Die Kosten für den iSFP (800 bis 2.000 Euro) werden mit 50 Prozent gefördert.

3

Mindestens 3 Angebote einholen

Hole Angebote von mindestens 3 verschiedenen Fachbetrieben ein. Achte darauf, dass die Angebote vergleichbar sind: gleiche Dämmstärke, gleiches Material, gleicher Leistungsumfang. Die Preisunterschiede können 20 bis 40 Prozent betragen. Über Leospardo bekommst Du kostenlos bis zu 3 geprüfte Fachbetriebe aus Deiner Region.

4

BAFA-Förderantrag stellen

Stelle den BAFA-Förderantrag online über das BAFA-Portal, BEVOR Du den Fachbetrieb beauftragst. Du brauchst dafür die technische Projektbeschreibung (TBP) vom Energieberater. Bearbeitungszeit: 4 bis 8 Wochen. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheids kannst Du den Fachbetrieb beauftragen.

5

Fachbetrieb beauftragen und Ausführung begleiten

Beauftrage den ausgewählten Fachbetrieb und vereinbare einen Bauzeitenplan. Lass den Energieberater die Ausführung begleiten (Baubegleitung wird mit 50 Prozent gefördert, bis 5.000 Euro). Er prüft die fachgerechte Ausführung und dokumentiert sie für den Förderabruf.

6

Fördermittel abrufen

Nach Abschluss der Arbeiten reichst Du die Rechnungen, den Verwendungsnachweis und die Bestätigung des Energieberaters beim BAFA ein. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von 4 bis 12 Wochen auf Dein Konto. Bewahre alle Unterlagen 10 Jahre auf.

Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die große Frage: Lohnt sich die Dämmung finanziell? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: aktuelle Heizkosten, Dämmkosten, Förderhöhe, kuenftige Energiepreisentwicklung und Nutzungsdauer. Schauen wir uns drei realistische Szenarien an.

Szenario 1: Nur Kellerdecke und oberste Geschossdecke

Die günstigste Variante mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Kosten: 5.000 Euro. Förderung (20%): 1.000 Euro. Eigenanteil: 4.000 Euro. Jährliche Ersparnis: 480 Euro (15% der Heizkosten). Amortisation: 8,3 Jahre. Diese Maßnahmen haben die kürzeste Amortisation und sollten bei jedem Altbau als Erstes umgesetzt werden.

Szenario 2: Komplettdämmung Hülle (Fassade + Dach + Keller)

Kosten: 35.200 Euro. Förderung (20%): 7.040 Euro. Eigenanteil: 28.160 Euro. Jährliche Ersparnis: 1.280 Euro (40% der Heizkosten). Amortisation: 22 Jahre. Bei einer Energiepreissteigerung von 3 Prozent pro Jahr verkürzt sich die Amortisation auf ca. 17 Jahre. Die Lebensdauer der Dämmung (40 bis 50 Jahre) übersteigt die Amortisation deutlich.

Szenario 3: Komplettdämmung + neue Wärmepumpe

Die Königslösung: Hülle dämmen, dann Wärmepumpe installieren. Die gedämmte Hülle ermöglicht eine kleinere (und billigere) Wärmepumpe, die effizienter arbeitet. Gesamtkosten: ca. 55.000 Euro. Förderung (BEG Hülle + BEG Heizung): ca. 18.000 Euro. Eigenanteil: 37.000 Euro. Jährliche Ersparnis: ca. 2.200 Euro (Heizkosten sinken von 3.200 auf 1.000 Euro). Amortisation: 16,8 Jahre.

bis 40%
Heizkosten-Ersparnis durch Komplettsanierung
Bei 3.200 Euro Heizkosten/Jahr sind das 1.280 Euro jährliche Ersparnis
Wir haben unser Haus Baujahr 1968 komplett dämmen lassen: Fassade, Dach und Kellerdecke. Die Heizkosten sind von 3.400 Euro auf 1.900 Euro gesunken. Dazu kommt, dass das Haus im Sommer viel kühler bleibt. Die Förderung vom BAFA hat 7.200 Euro abgedeckt. Im Nachhinein hätten wir das viel früher machen sollen.
Sabine und Markus W.
Eigenheimbesitzer aus Kassel, Sanierung abgeschlossen November 2025

Langfristiger Wert: Immobilienpreis und Energieausweis

Neben der reinen Heizkosten-Ersparnis steigert die Dämmung den Immobilienwert. Bei einem Haus mit Energieeffizienzklasse G (ungedämmt, >250 kWh/m2a) kann eine Komplettsanierung auf Klasse C oder B den Marktwert um 30.000 bis 60.000 Euro erhöhen, also mehr als die Investitionskosten. In Zeiten steigender Anforderungen an Energieeffizienz (EU-Gebaeuderichtlinie, nationale CO2-Ziele) werden schlecht gedämmte Altbauten zunehmend zu Risikoimmobilien mit sinkenden Marktwerten.

Der Energieausweis dokumentiert die Energieeffizienz und ist bei Verkauf und Vermietung Pflicht. Eine Verbesserung von Effizienzklasse G auf C oder B macht sich direkt im Inserat bemerkbar und beschleunigt den Verkauf nachweislich. Potenzielle Käufer wissen, dass bei einem schlecht gedämmten Haus hohe Folgekosten drohen, und drücken den Kaufpreis entsprechend.

Schön sanierter Altbau mit weißer Putzfassade nach der Dämmung
Nach der Sanierung: Ein energetisch sanierter Altbau mit moderner Fassade und deutlich niedrigeren Heizkosten

Dämmung und Wärmepumpe: Die optimale Kombination

Die Dämmung der Gebaeudehülle ist die ideale Vorbereitung für den Umstieg auf eine Wärmepumpe. Der Grund: Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist. Ein gedämmtes Haus braucht weniger Heizwärme und kommt mit niedrigeren Vorlauftemperaturen aus (35 bis 45 Grad statt 55 bis 70 Grad). Das steigert die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe von typischerweise 2,5 bis 3,0 (ungedämmter Altbau) auf 3,5 bis 4,5 (gedämmter Altbau).

Praktischer Vorteil: Bei einer JAZ von 4,0 statt 3,0 sinken die Stromkosten der Wärmepumpe um 25 Prozent. Bei einem Heizbedarf von 10.000 kWh pro Jahr sind das ca. 250 Euro Stromkosten-Ersparnis jährlich, zusätzlich zur Heizkosten-Ersparnis durch die Dämmung selbst. Deshalb empfehlen alle Energieberater: Zuerst dämmen, dann Wärmepumpe.

Wer den Umstieg auf eine Wärmepumpe plant, sollte die Dämmung so planen, dass die Heizlast des Gebaeudes auf unter 10 kW sinkt. Dann reicht eine kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpe (Kosten: 12.000 bis 18.000 Euro), und eine aufwendige Erdsonden-Wärmepumpe ist nicht nötig. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) koordiniert die optimale Reihenfolge von Dämmung und Heizungstausch.

Sommerlicher Wärmeschutz: Im Sommer kühler wohnen

Ein oft unterschätzter Vorteil der Dämmung ist der sommerliche Wärmeschutz. Besonders Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherkapazität (Holzfaser, Zellulose) verzögern das Eindringen der Sommerhitze. In einem ungedämmten Altbau heizt sich das Dachgeschoss im Sommer auf über 40 Grad auf. Mit einer Holzfaser-Dachdämmung liegt die Innentemperatur bei gleichen Außenbedingungen bei nur 25 bis 28 Grad, also rund 12 bis 15 Grad weniger.

Angesichts zunehmender Hitzewellen in Deutschland (2023 und 2024 waren die heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung) wird der sommerliche Wärmeschutz immer wichtiger. Wer ohne Klimaanlage kühl wohnen möchte, sollte bei der Materialwahl auf die Phasenverschiebung achten: Holzfaser bietet mit 10 bis 14 Stunden die beste Phasenverschiebung, EPS mit 3 bis 5 Stunden die schlechteste.

Schallschutz: Ruhiger wohnen

Mineralwolle und Holzfaser sind exzellente Schallschutz-Materialien. Eine WDVS-Fassade mit 14 cm Mineralwolle verbessert den Schallschutz um 5 bis 10 dB. Für Anwohner an verkehrsreichen Straßen oder in Einflugschneisen ist das ein deutlich spürbarer Unterschied. EPS hat dagegen nur geringe Schallschutzeigenschaften. Wer Schallschutz priorisiert, sollte Mineralwolle oder Holzfaser wählen.

Denkmalschutz und besondere Gebaeude

Bei denkmalgeschützten Gebaeuden ist eine Außendämmung oft nicht oder nur eingeschraenkt möglich. Hier bieten sich an: Innendämmung mit kapillaraktiven Systemen (Kalziumsilikat, Lehmbauplatten), Einblasdämmung in vorhandene Hohlräume (Zellulose, Perlite) und Dachdämmung (meist uneingeschraenkt möglich). Die Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde ist Pflicht. Der Fördersatz bleibt bei 15 bis 20 Prozent (BEG), es gibt aber keine Sonderförderung für Denkmalschutz-Mehrkosten.

Fachwerk-Altbauten: Besondere Anforderungen

Fachwerkhäuser erfordern besondere Sorgfalt bei der Dämmung. Das Holzfachwerk muss atmen können, daher sind nur diffusionsoffene Dämmstoffe geeignet. Holzfaserplatten, Lehmbauplatten und Schilfrohrmatten sind die gängigsten Lösungen. EPS und PUR sind bei Fachwerk kontraindiziert, weil sie Feuchtigkeit einschließen und das Holz zur Fäulnis bringen können. Die Kosten für eine fachgerechte Fachwerk-Innendämmung liegen bei 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, also 30 bis 50 Prozent mehr als bei Standardgebäuden.

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Häufige Fragen zur Altbau-Dämmung

Was kostet die Dämmung eines Altbaus 2026?
Die Kosten variieren je nach Dämmart: Fassadendämmung (WDVS) kostet 120 bis 250 Euro pro Quadratmeter, Dachdämmung (Zwischensparren) 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter, Kellerdeckendämmung 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Fassade liegen die Gesamtkosten bei 18.000 bis 37.500 Euro vor Förderung.
Welche Förderung gibt es für Altbau-Dämmung 2026?
Über das BAFA-BEG-Programm erhältst Du 15 Prozent Zuschuss auf Dämmmaßnahmen an der Gebaeudehülle. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt der Zuschuss auf 20 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, mit iSFP auf 60.000 Euro. Alternativ ist eine steuerliche Absetzbarkeit von 20 Prozent über 3 Jahre möglich (Paragraph 35c EStG).
Welches Dämmmaterial ist für Altbauten am besten?
Für WDVS-Fassaden ist EPS (Styropor) das Standardmaterial mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mineralwolle bietet besseren Brandschutz und Schallschutz. Holzfaser eignet sich besonders für Fachwerkhäuser und denkmalgeschützte Gebaeude, da sie diffusionsoffen ist und Feuchtigkeit reguliert.
Lohnt sich eine Fassadendämmung beim Altbau?
Ja. Eine Fassadendämmung spart typischerweise 20 bis 35 Prozent Heizenergie. Bei jährlichen Heizkosten von 2.500 Euro sind das 500 bis 875 Euro Ersparnis pro Jahr. Mit 20 Prozent BEG-Förderung amortisiert sich die Investition in 12 bis 18 Jahren. Zusätzlich steigt der Immobilienwert um 5 bis 15 Prozent.
Brauche ich einen Energieberater für die Altbau-Dämmung?
Für die BAFA-Förderung ist ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) Pflicht. Dieser erstellt die technische Projektbeschreibung und bestätigt die Einhaltung der Mindestanforderungen. Die Kosten für den Energieberater (300 bis 800 Euro) werden mit 50 Prozent separat gefördert. Ohne Förderantrag ist ein Energieberater empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.
Wie dick muss die Dämmung beim Altbau sein?
Die Mindestanforderung laut GEG liegt bei einem U-Wert von 0,24 W/(m2K) für die Außenwand. In der Praxis bedeutet das eine Dämmstärke von 12 bis 16 cm bei EPS oder 14 bis 18 cm bei Mineralwolle. Für die BEG-Förderung gilt ein strengerer U-Wert von 0,20 W/(m2K), was typischerweise 14 bis 18 cm Dämmstärke erfordert.
Kann ich einen Altbau auch von innen dämmen?
Ja, Innendämmung ist möglich und kostet 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Sie eignet sich besonders für denkmalgeschützte Fassaden, Grenzbebauung oder einzelne Räume. Wichtig ist eine korrekte Dampfbremsfolie oder kapillaraktive Systeme (Kalziumsilikat), um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Raumfläche verringert sich um 5 bis 10 cm pro Wand.
Welche Reihenfolge ist bei der Altbau-Sanierung sinnvoll?
Die optimale Reihenfolge: Zuerst die Gebaeudehülle dämmen (Dach, Fassade, Kellerdecke), dann Fenster tauschen, dann die Heizung erneuern. So kann die neue Heizung kleiner dimensioniert werden, was Kosten spart. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) definiert die optimale Reihenfolge und bringt 5 Prozent Extra-Förderung.
Gibt es Dämmpflichten für Altbau-Besitzer?
Ja. Das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) schreibt eine nachträgliche Dämmpflicht für die oberste Geschossdecke vor, wenn diese nicht den Mindestwert von 0,24 W/(m2K) erfüllt. Bei Eigentümerwechsel muss innerhalb von 2 Jahren gedämmt werden. Ausnahme: Selbstnutzung seit vor Februar 2002. Verstoeße können mit bis zu 30.000 Euro Bußgeld geahndet werden.