Energieberater mit Tablet bei der Inspektion einer Hausfassade für den Sanierungsfahrplan
Ein zertifizierter Energieberater inspiziert die Gebaeudehülle als ersten Schritt für den individuellen Sanierungsfahrplan

Was ist ein Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist Dein persönlicher Masterplan für die energetische Modernisierung Deines Hauses. Er wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt und zeigt Dir genau, welche Sanierungsmaßnahmen sich für Dein Gebaeude lohnen, in welcher Reihenfolge Du sie umsetzen solltest und wie viel Energie und Geld Du damit sparst. Anders als ein einfacher Energieausweis geht der iSFP weit über eine reine Bestandsaufnahme hinaus: Er liefert Dir einen konkreten Fahrplan mit Prioritäten, Kosteneinschätzungen und Fördermöglichkeiten.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat den iSFP als standardisiertes Instrument entwickelt, um Hausbesitzern eine verständliche und praxisnahe Entscheidungsgrundlage für energetische Sanierungen zu geben. Das Dokument ist grafisch aufbereitet, zeigt den aktuellen Energiezustand Deines Gebaeudes auf einer farbigen Skala und stellt dar, wie sich dieser durch die empfohlenen Maßnahmen verbessert. So siehst Du auf einen Blick, wo Dein Haus steht und wohin die Reise gehen kann.

Seit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG) im Jahr 2024 ist der iSFP noch wichtiger geworden. Der Grund: Wer Sanierungsmaßnahmen umsetzt, die in einem gültigen iSFP empfohlen werden, erhält einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf die BAFA-Zuschüsse. Bei typischen Sanierungskosten von 30.000 bis 60.000 Euro bedeutet das einen Mehrwert von 1.500 bis 3.000 Euro, der die Kosten des Sanierungsfahrplans um ein Vielfaches übersteigt.

🔑 Kernaussage

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) kostet nach BAFA-Förderung nur 200 bis 500 Euro Eigenanteil, bringt Dir aber 5% mehr Förderung auf jede umgesetzte Maßnahme. Bei einer 40.000 Euro Sanierung sind das 2.000 Euro Extra-Zuschuss. Er rechnet sich also schon bei der ersten Maßnahme.

Der iSFP richtet sich primär an Eigentümer von Wohngebäuden, die vor 2002 gebaut wurden. Denn bei diesen Gebaeuden besteht das größte Sanierungspotenzial: Schlechte Dämmung, veraltete Fenster, ineffiziente Heizungen und mangelnde Luftdichtheit führen zu einem Energieverbrauch, der oft drei- bis fünfmal so hoch ist wie bei einem modernen Neubau. Der Sanierungsfahrplan identifiziert genau diese Schwachstellen und zeigt, wie Du sie Schritt für Schritt beseitigen kannst.

Ein weiterer großer Vorteil: Der iSFP berücksichtigt, dass die meisten Hausbesitzer nicht alle Maßnahmen auf einmal umsetzen können oder wollen. Er unterteilt die Sanierung in sinnvolle Pakete, die Du über mehrere Jahre verteilen kannst. Dabei wird darauf geachtet, dass die Reihenfolge technisch sinnvoll ist. So wird zum Beispiel empfohlen, zuerst die Gebaeudehülle zu dämmen und dann die Heizung auszutauschen, weil ein gut gedämmtes Haus eine kleinere und günstigere Heizung braucht.

Warum wurde der iSFP eingeführt?

Die Bundesregierung hat den iSFP eingeführt, weil die energetische Sanierungsrate in Deutschland viel zu niedrig ist. Nur rund 1% der Bestandsgebäude werden jährlich energetisch saniert. Damit Deutschland seine Klimaziele im Gebaeudesektor erreicht, müsste die Rate auf mindestens 2% steigen. Der iSFP soll als Katalysator wirken: Er macht die Vorteile der Sanierung greifbar, zeigt die Wirtschaftlichkeit auf und senkt die Hemmschwelle für den ersten Schritt. Die Erfahrung zeigt, dass Hausbesitzer mit iSFP deutlich häufiger und umfassender sanieren als solche ohne professionelle Beratung.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat gemeinsam mit dem BAFA die Standards für den iSFP entwickelt. Seit der Einführung wurden mehr als 500.000 Sanierungsfahrpläne in Deutschland erstellt. Die hohe Nachfrage zeigt: Hausbesitzer schätzen die professionelle Orientierungshilfe, besonders angesichts der Komplexität von Förderprogrammen, Technologieoptionen und gesetzlichen Anforderungen.

200-500€
Eigenanteil nach BAFA-Förderung
+5%
Zusätzlicher Förderbonus
40-70%
Mögliche Energieeinsparung

Sanierungsfahrplan Kosten 2026: Was zahlst Du wirklich?

Die Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan hängen von der Größe und Komplexität Deines Gebaeudes ab. Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Bruttokosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als zwei Wohneinheiten steigen die Kosten auf 2.000 bis 3.500 Euro, da der Aufwand für die Bestandsaufnahme und Berechnung höher ist.

Die gute Nachricht: Das BAFA übernimmt im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) 80% der förderfähigen Beratungskosten. Für Ein- und Zweifamilienhäuser beträgt der maximale Zuschuss 1.300 Euro, für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten 1.700 Euro. Dein Eigenanteil liegt damit in den meisten Fällen bei nur 200 bis 500 Euro.

Beratungsgespräch zum Sanierungsfahrplan mit Fördermitteldokumenten und Energieausweis
Die BAFA-Förderung übernimmt 80% der Beratungskosten. Dein Eigenanteil: oft unter 500 Euro.
GebaeudetypBruttokostenBAFA-Zuschuss (80%)Eigenanteil
Einfamilienhaus (EFH)1.500 - 2.000 €max. 1.300 €200 - 700 €
Zweifamilienhaus (ZFH)1.800 - 2.500 €max. 1.300 €500 - 1.200 €
Mehrfamilienhaus (3-6 WE)2.500 - 3.500 €max. 1.700 €800 - 1.800 €
Mehrfamilienhaus (7+ WE)3.000 - 5.000 €max. 1.700 €1.300 - 3.300 €

Bei den Kosten gibt es regionale Unterschiede. In Ballungsräumen wie München, Stuttgart oder Hamburg liegen die Preise tendenziell am oberen Ende der Spanne. In ländlichen Regionen und in Ostdeutschland findest Du günstigere Angebote. Grundsätzlich solltest Du mehrere Angebote vergleichen, aber nicht nur auf den Preis achten: Die Qualität der Beratung, die Erfahrung des Energieberaters und die Gründlichkeit der Bestandsaufnahme sind mindestens genauso wichtig.

Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn besondere Untersuchungen nötig sind: Eine Blower-Door-Messung zur Luftdichtheitsprüfung kostet 300 bis 600 Euro extra, eine detaillierte Thermografie-Untersuchung 200 bis 500 Euro. Diese Zusatzleistungen sind nicht immer im Standardpaket enthalten, können aber sehr aufschlussreiche Erkenntnisse liefern.

Wirtschaftlichkeit: Warum sich der iSFP sofort lohnt

Die Rechnung ist einfach: Du zahlst 200 bis 500 Euro Eigenanteil für den iSFP. Sobald Du eine einzige im iSFP empfohlene Maßnahme umsetzt, erhältst Du den 5% Förderbonus. Bei einer typischen Fassadendämmung für 30.000 Euro sind das 1.500 Euro mehr Zuschuss. Bei einer Komplettsanierung für 80.000 Euro sogar 4.000 Euro. Der Return on Investment liegt damit bei 300% bis 2.000%, je nach Umfang der Sanierung.

Aber der finanzielle Vorteil geht weit über den Förderbonus hinaus: Ein guter Sanierungsfahrplan spart Dir auch Planungsfehler, die Tausende Euro kosten können. Beispiel: Wer zuerst die Heizung erneuert und dann dämmt, überdimensioniert die Heizung und zahlt unnötig viel. Wer zuerst dämmt, braucht eine kleinere, günstigere Heizung. Solche Fehler vermeidet der iSFP zuverlässig.

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Der iSFP-Bonus: 5 Prozentpunkte mehr Förderung

Der iSFP-Bonus ist das stärkste finanzielle Argument für den Sanierungsfahrplan. Er funktioniert so: Wenn Du eine Sanierungsmaßnahme umsetzt, die in Deinem individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen wird, erhöht sich der BAFA-Fördersatz um 5 Prozentpunkte. Das gilt für alle Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG).

Konkret bedeutet das: Für eine Dämmung der Gebaeudehülle steigt der Zuschuss von 15% auf 20%. Für den Fenstertausch ebenfalls von 15% auf 20%. Für eine Lüftungsanlage von 15% auf 20%. Die förderfähigen Kosten sind bei Einfamilienhäusern auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt. Mit iSFP erhöht sich diese Grenze sogar auf 60.000 Euro pro Wohneinheit, was den maximalen Zuschuss verdoppelt.

MaßnahmeFördersatz ohne iSFPFördersatz mit iSFPFörderfähige Kosten mit iSFPMax. Zuschuss mit iSFP
Gebaeudehülle (Dämmung, Fenster)15%20%60.000 €/WE12.000 €
Anlagentechnik (Lüftung, Smart Home)15%20%60.000 €/WE12.000 €
Heizungsoptimierung15%20%60.000 €/WE12.000 €
🔑 Rechenbeispiel

Fassadendämmung eines Einfamilienhauses: 35.000 Euro förderfähige Kosten. Ohne iSFP: 15% von 30.000 Euro = 4.500 Euro Zuschuss. Mit iSFP: 20% von 35.000 Euro = 7.000 Euro Zuschuss. Vorteil durch iSFP: 2.500 Euro mehr Förderung bei nur 300 Euro Eigenanteil für den Sanierungsfahrplan.

Wichtig zu beachten: Der iSFP-Bonus gilt nur für Einzelmaßnahmen beim BAFA. Für das KfW-Programm 458 (Heizungstausch) greift der Bonus nicht, da hier ein separates Förderschema mit Geschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus und Klimageschwindigkeitsbonus gilt. Trotzdem ist der iSFP auch bei einem Heizungstausch sinnvoll, weil er die optimale Heizungsgröße und den richtigen Zeitpunkt für den Tausch bestimmt.

Der iSFP-Bonus kann mit anderen Boni kombiniert werden: Insbesondere mit dem sogenannten Effizienzhaus-Bonus bei KfW-Programmen und mit regionalen Förderprogrammen der Bundesländer und Kommunen. So lassen sich Gesamtförderquoten von 30% bis 50% der Sanierungskosten erreichen, was die Wirtschaftlichkeit enorm verbessert.

Facharbeiter bringt Wärmedämmverbundsystem an Hausfassade an mit Gerüst
Fassadendämmung mit WDVS: Eine der häufigsten Maßnahmen im Sanierungsfahrplan mit bis zu 20% Förderung

Ablauf: So läuft eine Energieberatung mit iSFP ab

Der Ablauf einer Energieberatung mit Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans folgt einem standardisierten Prozess, der vom BAFA vorgegeben wird. Er gliedert sich in sechs klar definierte Phasen, die typischerweise 4 bis 8 Wochen dauern.

Die 6 Schritte zum Sanierungsfahrplan

  1. Erstgespräch und Beauftragung: Du kontaktierst einen zertifizierten Energieberater aus der dena-Expertenliste. Im Erstgespräch schilderst Du Deine Ausgangssituation, Deine Ziele und Dein Budget. Der Berater erklärt den Ablauf und erstellt ein Angebot. Tipp: Hole mindestens drei Angebote ein und vergleiche Preis, Leistungsumfang und Erfahrung.
  2. Vor-Ort-Begehung: Der Energieberater kommt zu Dir nach Hause und nimmt das Gebaeude gründlich unter die Lupe. Er begutachtet alle relevanten Bauteile: Fassade, Dach, Kellerdecke, Fenster, Türen, Heizungsanlage, Warmwasserbereitung und Lüftungssituation. Er dokumentiert Baumängel, Wärmebrücken und Feuchtigkeitsprobleme. Der Termin dauert 2 bis 4 Stunden.
  3. Datenerfassung und Analyse: Der Berater erfasst alle relevanten Gebaeudedaten: Baujahr, Grundriss, U-Werte der Bauteile, Heizungstyp und Heizlast, Warmwasserbedarf, Lüftungsverhalten und den tatsächlichen Energieverbrauch der letzten 3 Jahre. Auf Basis dieser Daten erstellt er ein energetisches Gebaeudemodell.
  4. Berechnung und Maßnahmenplanung: Anhand des Gebaeudemodells berechnet der Berater verschiedene Sanierungsszenarien. Dabei werden technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Förderfähigkeit und Deine persönlichen Wünsche berücksichtigt. Die Maßnahmen werden in Pakete aufgeteilt, die Du schrittweise umsetzen kannst.
  5. Ergebnispräsentation: Der Berater stellt Dir den fertigen iSFP in einem persönlichen Termin vor. Er erklärt die empfohlenen Maßnahmen, zeigt die erwarteten Energieeinsparungen und beantwortet Deine Fragen. Du erhältst das Dokument in gedruckter und digitaler Form.
  6. Umsetzungsbegleitung (optional): Viele Energieberater bieten eine anschließende Umsetzungsbegleitung an: Sie helfen Dir bei der Auswahl der Handwerker, begleiten die Ausschreibung und überwachen die Ausführung der Sanierungsmaßnahmen. Diese Leistung wird über die BEG separat gefördert.

Die Wartezeit bis zum Ersttermin kann regional stark variieren. In Ballungsräumen mit hoher Nachfrage nach Energieberatung musst Du mit 2 bis 3 Monaten rechnen. In ländlichen Regionen geht es oft schneller. Frühzeitig planen lohnt sich besonders, wenn Du Fördermittel beantragen möchtest, denn viele Programme haben Stichtage und begrenzte Budgets.

Was solltest Du für den Vor-Ort-Termin vorbereiten? Idealerweise hältst Du folgende Unterlagen bereit: Baupläne und Grundrisse, Energieausweis (falls vorhanden), Heizkostenabrechnungen der letzten 3 Jahre, Informationen zu bereits durchgeführten Sanierungen, Schornsteinfeger-Protokoll und Wartungsberichte der Heizung. Je vollständiger die Unterlagen, desto genauer wird der iSFP.

Welche Maßnahmen empfiehlt der iSFP?

Ein iSFP untersucht Dein Haus ganzheitlich und empfiehlt Maßnahmen aus allen relevanten Bereichen der energetischen Sanierung. Die konkreten Empfehlungen hängen natürlich vom Zustand Deines Gebaeudes ab, aber die folgenden Bereiche werden immer analysiert.

Wärmebildaufnahme einer Hausfassade zeigt Energieverluste an Fenstern und Wärmebrücken
Thermografie-Aufnahme: Rote und gelbe Bereiche zeigen Wärmeverluste an Fenstern und ungedämmten Stellen

Gebaeudehülle: Dämmung und Fenster

Die Gebaeudehülle ist der größte Hebel bei der energetischen Sanierung. Über eine ungedämmte Fassade gehen bis zu 30% der Heizwärme verloren, über ein ungedämmtes Dach weitere 20 bis 25%. Der iSFP untersucht alle Außenbauteile und empfiehlt Maßnahmen wie Fassadendämmung (WDVS, vorgehängte hinterlüftete Fassade oder Einblasdämmung), Dachdämmung (Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung), Kellerdeckendämmung und den Austausch alter Fenster gegen moderne Dreifachverglasung.

Ein typisches Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren hat U-Werte der Außenwand von 1,2 bis 1,8 W/(m²K). Nach einer Fassadendämmung mit 16 cm Mineralwolle sinkt der U-Wert auf 0,20 bis 0,24 W/(m²K). Das entspricht einer Reduzierung der Wärmeverluste über die Fassade um 80 bis 85%. Solche Verbesserungen werden im iSFP mit konkreten Zahlen dargestellt, sodass Du die Wirksamkeit jeder Maßnahme genau einschätzen kannst.

Heizungstechnik: Vom fossilen zum erneuerbaren Heizsystem

Der Heizungstausch ist häufig die wirtschaftlich lohnendste Einzelmaßnahme. Der iSFP analysiert Deine aktuelle Heizungsanlage und empfiehlt den optimalen Ersatz. In den meisten Fällen wird eine Wärmepumpe empfohlen, da sie die höchsten Fördersätze erhält und die niedrigsten Betriebskosten hat. Für Gebaeude mit sehr schlechter Dämmung kann auch eine Pelletheizung oder eine Hybrid-Lösung sinnvoll sein.

Der entscheidende Vorteil des iSFP bei der Heizungsplanung: Der Berater dimensioniert die neue Heizung auf Basis des sanierten Gebaeudezustands. Wenn Du planst, zuerst zu dämmen und dann die Heizung zu tauschen, wird die Wärmepumpe kleiner und günstiger ausgelegt. Das spart oft 3.000 bis 5.000 Euro bei der Anschaffung und reduziert den Stromverbrauch dauerhaft.

Anlagentechnik und Sonstiges

Neben Gebaeudehülle und Heizung umfasst der iSFP auch Empfehlungen für: Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (besonders wichtig nach einer energetischen Sanierung, um Schimmelbildung zu vermeiden), Smart-Home-Steuerung für die Heizung, Photovoltaikanlagen zur Eigenstromversorgung, Kopplung von Solar und Wärmepumpe, und die Optimierung der Warmwasserbereitung.

500.000+
Sanierungsfahrpläne in Deutschland erstellt
Die Nachfrage steigt jedes Jahr um 15 bis 20%

Förderung der Energieberatung durch das BAFA

Die Energieberatung für Wohngebäude (EBW) wird vom BAFA großzügig gefördert. Seit 2024 gelten folgende Konditionen, die auch 2026 weiterhin Bestand haben:

  • Förderhöhe: 80% der förderfähigen Beratungskosten, maximal 1.300 Euro für Ein-/Zweifamilienhäuser und maximal 1.700 Euro für Gebaeude ab drei Wohneinheiten.
  • Antragstellung: Der Energieberater stellt den Förderantrag direkt beim BAFA. Du musst Dich um nichts kümmern. Der Zuschuss wird vom Beraterhonorar abgezogen, sodass Du nur den Eigenanteil zahlst.
  • Voraussetzung: Der Berater muss in der dena-Expertenliste für Energieberatung für Wohngebäude registriert sein.
  • Bearbeitungszeit: Der BAFA-Antrag wird in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen beschieden. Die Auszahlung erfolgt direkt an den Energieberater.
Handwerker baut moderne dreifach verglaste Fenster in saniertes Gebaeude ein
Dreifach verglaste Fenster reduzieren Wärmeverluste um bis zu 75% und werden im iSFP mit 20% gefördert

Zusätzlich zur BAFA-Förderung gibt es in einigen Bundesländern und Kommunen weitere Zuschüsse für die Energieberatung. So bietet zum Beispiel Berlin das Programm SolarPLUS mit zusätzlicher Beratungsförderung, und mehrere Kommunen in Bayern haben eigene Zuschussprgramme für die Erstellung eines iSFP. Es lohnt sich, die regionale Förderlandschaft zu prüfen, bevor Du den Berater beauftragst.

Für die Umsetzungsbegleitung (Baubegleitung) gibt es eine separate Förderung: Das BAFA bezuschusst die qualifizierte Baubegleitung mit 50% der Kosten, maximal 5.000 Euro für Einfamilienhäuser und maximal 2.000 Euro pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern. Diese Förderung ist besonders wertvoll, weil eine professionelle Baubegleitung sicherstellt, dass die Sanierungsmaßnahmen fachgerecht ausgeführt werden und die geplanten Energieeinsparungen tatsächlich erreicht werden.

🔑 Fördertipp

Kombiniere den iSFP mit der geförderten Baubegleitung: Die Energieberatung inklusive iSFP kostet Dich nur 200 bis 500 Euro Eigenanteil, und die Baubegleitung wird separat mit 50% gefördert. So erhältst Du eine professionelle Betreuung von der Planung bis zur fertigen Sanierung zu minimalen Eigenkosten.

iSFP vs. Energieausweis: Die wichtigsten Unterschiede

Viele Hausbesitzer verwechseln den individuellen Sanierungsfahrplan mit dem Energieausweis. Tatsächlich sind es zwei grundverschiedene Dokumente mit unterschiedlichen Zwecken, Umfängen und Kosten.

✅ Sanierungsfahrplan (iSFP)

  • Detaillierte Analyse aller Bauteile vor Ort
  • Konkrete Sanierungsempfehlungen mit Kosten
  • Priorisierte Maßnahmenpakete
  • Einsparpotenziale und Amortisationsrechnungen
  • 5% Förderbonus auf BEG-Maßnahmen
  • Erhöhung der förderfähigen Kosten auf 60.000 Euro
  • Grafisch aufbereitete Darstellung
  • Professionelle Vor-Ort-Begehung inklusive

❌ Einfacher Energieausweis

  • Nur Gesamtbewertung ohne Bauteilanalyse
  • Keine konkreten Sanierungsempfehlungen
  • Keine Reihenfolge oder Priorisierung
  • Keine Kosteneinschätzungen
  • Kein Förderbonus
  • Keine Erhöhung förderfähiger Kosten
  • Nur Pflichtangaben, minimaler Informationsgehalt
  • Oft ohne Vor-Ort-Begehung (Verbrauchsausweis)

Der Energieausweis ist gesetzlich vorgeschrieben bei Verkauf, Vermietung und Neubau. Er gibt den Energiebedarf oder Energieverbrauch des Gebaeudes als Kennwert an, enthält aber keine detaillierten Sanierungsempfehlungen. Ein Verbrauchsausweis kostet 50 bis 100 Euro, ein Bedarfsausweis 300 bis 500 Euro. Der iSFP kostet zwar deutlich mehr (nach Förderung aber nur 200 bis 500 Euro), liefert aber einen unvergleichlich höheren Informationswert und ermöglicht den Zugang zum 5% Förderbonus.

Wer ohnehin eine energetische Sanierung plant, fährt mit dem iSFP immer besser. Der Energieausweis ist das Pflichtdokument, der iSFP ist das Planungsinstrument. Idealerweise hast Du beides: Den Energieausweis für die Pflicht und den iSFP für die Kür, also die eigentliche Sanierungsplanung.

Einsparpotenziale durch den Sanierungsfahrplan

Die Einsparpotenziale einer umfassenden energetischen Sanierung sind enorm. Ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1960er- bis 1980er-Jahren verbraucht 200 bis 350 kWh pro Quadratmeter und Jahr (Endenergie). Nach einer Komplettsanierung auf KfW-Effizienzhaus-Standard sinkt der Verbrauch auf 40 bis 70 kWh/(m²a). Das entspricht einer Einsparung von 60 bis 80%.

Energieeinsparung nach Sanierungsmaßnahme

In konkreten Zahlen für ein typisches Einfamilienhaus (150 m² Wohnfläche) sieht die Rechnung wie folgt aus: Vor der Sanierung betragen die jährlichen Heizkosten 3.500 bis 5.500 Euro (Gas oder Öl). Nach einer Komplettsanierung mit Wärmepumpe sinken die Heizkosten auf 800 bis 1.500 Euro pro Jahr. Die jährliche Ersparnis beträgt damit 2.500 bis 4.000 Euro. Über die typische Nutzungsdauer von 30 Jahren summiert sich das auf 75.000 bis 120.000 Euro, selbst ohne Berücksichtigung von Energiepreiserhöhungen.

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe an der Außenseite eines sanierten Einfamilienhauses
Eine Wärmepumpe im sanierten Altbau senkt die Heizkosten um bis zu 70% gegenüber Gas oder Öl

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Einsparungen und Kosten der wichtigsten Sanierungsmaßnahmen für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche:

MaßnahmeKosten (brutto)Förderung (mit iSFP)EigenanteilJährliche EinsparungAmortisation
Fassadendämmung WDVS25.000 - 40.000 €20% = 5.000 - 8.000 €20.000 - 32.000 €800 - 1.200 €18 - 28 Jahre
Dachdämmung12.000 - 25.000 €20% = 2.400 - 5.000 €9.600 - 20.000 €500 - 900 €15 - 22 Jahre
Fenster (Dreifachverglasung)10.000 - 20.000 €20% = 2.000 - 4.000 €8.000 - 16.000 €300 - 600 €16 - 25 Jahre
Kellerdeckendämmung3.000 - 6.000 €20% = 600 - 1.200 €2.400 - 4.800 €200 - 400 €8 - 16 Jahre
Wärmepumpe (Luft-Wasser)20.000 - 35.000 €KfW 458: 30-70%6.000 - 24.500 €1.500 - 2.500 €4 - 12 Jahre
Lüftung mit WRG5.000 - 10.000 €20% = 1.000 - 2.000 €4.000 - 8.000 €200 - 400 €12 - 20 Jahre

Neben den reinen Energiekosteneinsparungen hat eine Sanierung weitere finanzielle Vorteile: Der Immobilienwert steigt um durchschnittlich 10 bis 25%. Der Wohnkomfort verbessert sich deutlich (gleichmäßige Temperaturen, keine Zugluft, besserer Schallschutz). Und Du machst Dich unabhängiger von Energiepreisschwankungen, besonders wenn Du die Sanierung mit einer Solaranlage und einer Wärmepumpe kombinierst.

Energieklassen und Wertsteigerung

Der Energieausweis teilt Gebaeude in Energieeffizienzklassen von A+ bis H ein. Ein typisches unsaniertes Haus liegt in Klasse F bis H. Nach einer Komplettsanierung erreichst Du Klasse A bis C. Studien des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) zeigen, dass Häuser mit besserer Energieeffizienzklasse beim Verkauf 5 bis 15% höhere Preise erzielen. Bei einem Immobilienwert von 400.000 Euro sind das 20.000 bis 60.000 Euro mehr Erlös.

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So findest Du den richtigen Energieberater

Die Qualität des Sanierungsfahrplans steht und fällt mit dem Energieberater. Nicht jeder Berater arbeitet gleich gründlich, und die Unterschiede können erheblich sein. Hier sind die wichtigsten Kriterien für Deine Auswahl.

Pflichtvoraussetzung: dena-Expertenliste

Der Energieberater muss in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena registriert sein. Nur dann kann er die BAFA-Förderung für die Energieberatung beantragen und einen iSFP erstellen, der den Förderbonus auslöst. In der Expertenliste findest Du auch Angaben zu Qualifikationen, Erfahrung und bisherigen Projekten.

Worauf Du bei der Auswahl achten solltest

  • Erfahrung: Wie viele iSFPs hat der Berater bereits erstellt? Je mehr, desto routinierter ist er. Ideal sind Berater mit mindestens 50 erstellten Sanierungsfahrplänen.
  • Regionale Kompetenz: Kennt der Berater die regionalen Förderprogramme Deines Bundeslandes und Deiner Kommune? Das kann mehrere Tausend Euro Unterschied ausmachen.
  • Unabhängigkeit: Ein guter Energieberater ist herstellerunabhängig und empfiehlt nicht automatisch die Produkte eines bestimmten Anbieters. Frage nach Kooperationen mit Handwerksbetrieben oder Herstellern.
  • Vor-Ort-Termin: Ein seriöser Berater besteht auf einem ausführlichen Vor-Ort-Termin (mindestens 2 Stunden). Anbieter, die einen iSFP nur auf Basis von Fotos oder Grundrissen erstellen, liefern minderwertige Ergebnisse.
  • Referenzen: Frage nach Referenzen und sprich idealerweise mit früheren Kunden. Wie war die Beratungsqualität? Wurden die prognostizierten Einsparungen tatsächlich erreicht?

Über das Leospardo-Netzwerk kannst Du kostenlos bis zu drei Angebote von geprüften Energieberatern aus Deiner Region einholen. So findest Du schnell und unkompliziert den passenden Experten für Deinen Sanierungsfahrplan.

Unser Energieberater hat sich vier Stunden Zeit genommen und jede Ecke des Hauses untersucht. Der Sanierungsfahrplan hat uns gezeigt, dass wir mit der Kellerdeckendämmung und dem Fenstertausch starten sollten. Allein der iSFP-Bonus hat uns 3.200 Euro mehr Förderung gebracht. Das beste Geld, das wir je investiert haben.
Markus und Sabine K.
Hausbesitzer aus Freiburg, Baujahr 1972, Sanierung 2025

Praxisbeispiel: Komplettsanierung mit iSFP

Um die Vorteile des Sanierungsfahrplans greifbar zu machen, zeigen wir Dir ein reales Praxisbeispiel: ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1975 im Raum Köln, 160 m² Wohnfläche, Gasheizung Baujahr 2001, keine Fassadendämmung, alte Holzfenster (Zweifachverglasung), ungedämmtes Dach.

Vorher-Nachher-Vergleich einer energetischen Haussanierung
Vorher vs. Nachher: Eine Komplettsanierung verändert Aussehen, Komfort und Energieverbrauch grundlegend

Ausgangssituation

Energieverbrauch vor der Sanierung: 42.000 kWh Gas pro Jahr. Heizkosten: 4.200 Euro/Jahr (bei 10 ct/kWh Gas). Energieeffizienzklasse: G. Warmwasser über Gastherme. Keine Lüftungsanlage. Typische Wärmebrücken an Rollladenkästen, Fensterlaibungen und der Kellerdecke. Zugluft bei starkem Wind, ungleichmäßige Raumtemperaturen, Schimmelgefahr im Bad.

Der iSFP empfahl folgende Maßnahmenpakete

Paket 1 (Jahr 1): Dachdämmung (Zwischensparrendämmung 180 mm Mineralwolle) und Kellerdeckendämmung (80 mm PUR). Kosten: 18.000 Euro. Förderung (20% mit iSFP): 3.600 Euro. Eigenanteil: 14.400 Euro. Erwartete Einsparung: 30% des Heizenergieverbrauchs.

Paket 2 (Jahr 2): Fassadendämmung (WDVS 160 mm Mineralwolle) und Fenstertausch (Dreifachverglasung Uw = 0,9 W/(m²K)). Kosten: 42.000 Euro. Förderung (20% mit iSFP): 8.400 Euro. Eigenanteil: 33.600 Euro. Erwartete zusätzliche Einsparung: 35% des Heizenergieverbrauchs.

Paket 3 (Jahr 3): Heizungstausch auf Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 8 kW Heizleistung (nach Sanierung ausreichend, vorher wären 14 kW nötig gewesen). Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Kosten: 28.000 Euro. Förderung (KfW 458 + Geschwindigkeitsbonus): 14.000 Euro. Eigenanteil: 14.000 Euro. Erwartete zusätzliche Einsparung: 25% durch effizientere Wärmeerzeugung.

Ergebnis nach Komplettsanierung

Energieverbrauch nach der Sanierung: 6.500 kWh Strom pro Jahr (Wärmepumpe). Heizkosten: 1.950 Euro/Jahr (bei 30 ct/kWh Strom) oder 1.300 Euro/Jahr mit Wärmepumpenstromtarif (20 ct/kWh). Energieeffizienzklasse: B. Gesamtinvestition: 88.000 Euro. Gesamtförderung: 26.000 Euro (29,5%). Eigenanteil: 62.000 Euro. Jährliche Einsparung: 2.900 Euro (bei Wärmepumpentarif). Amortisation: ca. 21 Jahre.

Was die reine Amortisationsrechnung nicht zeigt: Der Immobilienwert ist um geschätzte 50.000 bis 80.000 Euro gestiegen. Die Wohnqualität hat sich drastisch verbessert. Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wurde erreicht. Und mit einer Solaranlage auf dem Dach (die im iSFP ebenfalls empfohlen wurde) lassen sich die Stromkosten für die Wärmepumpe nochmals um 60 bis 70% senken.

Familie vor ihrem energetisch sanierten Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach
Nach der Komplettsanierung: Energieeffizienzklasse B, minimale Heizkosten, maximaler Wohnkomfort

Was wäre ohne iSFP passiert?

Ohne den Sanierungsfahrplan hätte die Familie wahrscheinlich zuerst die alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt (weil das Gebaeudeenergiegesetz ab 2024 erneuerbare Heizungen vorschreibt). Die Wärmepumpe wäre für das unsanierte Haus mit 14 kW Heizleistung dimensioniert worden, 5.000 Euro teurer als die 8-kW-Variante. Außerdem hätte die größere Wärmepumpe höhere Stromkosten verursacht. Und die 5% Förderbonus auf Dämmung und Fenster wären komplett verloren gegangen, insgesamt 12.000 Euro weniger Zuschuss bei 60.000 Euro förderfähigen Kosten. Der iSFP hat dieser Familie also nachweisbar über 17.000 Euro gespart.

Sonderfall: Denkmalgeschützte Gebaeude

Auch für denkmalgeschützte Gebaeude kann ein iSFP erstellt werden. Hier gelten besondere Anforderungen: Die Maßnahmen müssen mit dem Denkmalschutz vereinbar sein, was die Optionen einschränkt (z.B. ist eine Außendämmung oft nicht möglich). Ein erfahrener Energieberater kennt die Alternativen: Innendämmung, spezielle Denkmalschutzfenster, Infrarotheizung oder Deckendämmung. Für denkmalgeschützte Gebaeude gelten häufig Ausnahmen von den energetischen Mindestanforderungen, und die Fördersätze können sogar höher ausfallen.

Gesetzliche Pflichten und der iSFP

Das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet Käufer von bestehenden Gebaeuden, innerhalb von zwei Jahren bestimmte Nachrüstpflichten zu erfüllen: Dämmung der obersten Geschossdecke, Austausch veralteter Heizkessel (älter als 30 Jahre) und Dämmung zugänglicher Heizungs- und Warmwasserleitungen. Ein iSFP hilft Dir, diese Pflichten in eine sinnvolle Gesamtstrategie einzubetten, anstatt nur das Mindestmaß zu erfüllen. So nutzt Du die ohnehin anfallenden Kosten optimal.

Ab 2024 gilt zudem die 65%-Regelung für neue Heizungen: Jede neu eingebaute Heizung muss mindestens 65% erneuerbare Energien nutzen. Der iSFP zeigt Dir, welche Heizungstechnologie für Dein Gebaeude am besten geeignet ist und wie Du die Voraussetzungen dafür schaffst. Besonders bei Altbauten mit hohem Heizwärmebedarf ist die richtige Reihenfolge entscheidend: Erst dämmen, dann die passende Wärmepumpe einbauen.

Regionale Besonderheiten und Landesförderungen

Neben der Bundesförderung bieten viele Bundesländer eigene Programme, die mit dem iSFP kombinierbar sind. In Bayern gibt es den 10.000-Häuser-Programm-Nachfolger, in NRW das Programm progres.nrw, und Berlin fördert über SolarPLUS. Einige Kommunen bieten zusätzlich lokale Zuschüsse für energetische Sanierungen. Ein guter Energieberater kennt die regionalen Programme und berücksichtigt sie im iSFP.

Die regionale Förderlandschaft ändert sich häufig. Deshalb ist es wichtig, vor der Beauftragung des Energieberaters die aktuellen Programme zu prüfen. Das Förderdatenbank des Bundes bietet eine umfassende Übersicht aller verfügbaren Programme nach Region und Maßnahme.

Häufige Fehler bei der Sanierung ohne iSFP

Die Praxis zeigt immer wieder typische Fehler, die Hausbesitzer ohne professionelle Beratung machen:

  • Falsche Reihenfolge: Heizung tauschen vor dem Dämmen führt zu überdimensionierten (und teureren) Heizungen.
  • Teilsanierung mit Wärmebrücken: Wer nur die Fassade dämmt, aber Fenster und Dach vernachlässigt, schafft neue Wärmebrücken und riskiert Schimmel.
  • Fehlende Lüftung: Nach einer energetischen Sanierung ist die Gebaeudehülle luftdichter. Ohne angepasstes Lüftungskonzept droht Feuchtigkeit und Schimmel.
  • Förderung verschenkt: Ohne iSFP entgehen Dir der 5% Bonus und die erhöhten förderfähigen Kosten (60.000 statt 30.000 Euro).
  • Unwirtschaftliche Maßnahmen: Nicht jede Maßnahme lohnt sich gleich. Eine professionelle Kosten-Nutzen-Analyse verhindert Fehlinvestitionen.

Der iSFP schützt Dich vor all diesen Fehlern. Er ist wie ein GPS für Deine Sanierung: Er kennt das Ziel, den besten Weg dorthin und warnt vor Sackgassen. Die Investition von 200 bis 500 Euro Eigenanteil zahlt sich in jedem Fall aus, nicht nur finanziell, sondern auch durch bessere Planungssicherheit und höhere Sanierungsqualität.

Digitale Tools und iSFP der Zukunft

Die Digitalisierung verändert auch die Energieberatung. Moderne Energieberater nutzen 3D-Gebaeudemodelle, Drohnenvermessung und KI-gestützte Analysen, um noch genauere Ergebnisse zu liefern. Einige Anbieter ermöglichen bereits eine digitale Vorbefassung über Online-Fragebögen und Fotodokumentation, was den Vor-Ort-Termin effizienter macht.

Das BAFA arbeitet zudem an einer Weiterentwicklung des iSFP-Standards: In Zukunft sollen der Sanierungsfahrplan und die Förderdatenbanken direkt miteinander vernetzt werden, sodass die verfügbare Förderung automatisch berechnet und angezeigt wird. Auch die Integration von Echtzeitdaten (z.B. aus Smart Metern) in den iSFP ist geplant, um die Verbrauchsprognosen noch genauer zu machen.

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Häufige Fragen zum Sanierungsfahrplan (iSFP)

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Ein individueller Sanierungsfahrplan kostet je nach Gebaeudegröße zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Das BAFA fördert die Energieberatung mit 80% der Kosten (maximal 1.300 Euro für Ein-/Zweifamilienhäuser). Dein Eigenanteil liegt damit bei nur 200 bis 500 Euro.
Was ist der iSFP-Bonus bei der BEG-Förderung?
Wenn Du Sanierungsmaßnahmen umsetzt, die in einem iSFP empfohlen werden, erhältst Du einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf die BEG-Förderung. Bei einer Dämmung erhöht sich der Zuschuss z.B. von 15% auf 20%. Gleichzeitig steigen die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit.
Wer darf einen Sanierungsfahrplan erstellen?
Nur zugelassene Energieeffizienz-Experten dürfen einen iSFP erstellen. Diese müssen in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) registriert sein. Qualifizierte Fachleute findest Du unter www.energie-effizienz-experten.de. Achte auf Erfahrung und regionale Kompetenz bei der Auswahl.
Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?
Ein iSFP hat keine offizielle Ablaufzeit. Allerdings empfiehlt das BAFA, den Plan nach 10 bis 15 Jahren aktualisieren zu lassen, da sich Förderbedingungen, Technologien und Energiepreise ändern. Für den iSFP-Bonus muss die Maßnahme im aktuellen iSFP empfohlen sein.
Lohnt sich ein Sanierungsfahrplan für mein Haus?
Ein iSFP lohnt sich fast immer, wenn Dein Haus vor 2002 gebaut wurde und Du Sanierungsmaßnahmen planst. Allein der 5% Förderbonus bringt bei einer typischen 40.000-Euro-Sanierung 2.000 Euro zusätzlichen Zuschuss, was die Kosten des iSFP um ein Vielfaches übersteigt.
Welche Maßnahmen werden im iSFP empfohlen?
Ein iSFP umfasst typischerweise: Dämmung von Fassade, Dach und Kellerdecke, Fenstertausch, Heizungstausch (z.B. auf Wärmepumpe), Lüftungsanlage, Solaranlage und Smart-Home-Steuerung. Die Maßnahmen werden in einer sinnvollen Reihenfolge priorisiert und in umsetzbare Pakete aufgeteilt.
Kann ich den Sanierungsfahrplan auch ohne Förderung nutzen?
Ja, auch ohne Förderung der Energieberatung ist ein iSFP sinnvoll. Er gibt Dir eine klare Roadmap für die energetische Sanierung, hilft bei der Priorisierung der Maßnahmen und vermeidet teure Planungsfehler. Viele Hausbesitzer berichten von Energieeinsparungen von 40 bis 70%.
Wie lange dauert die Erstellung eines iSFP?
Von der Beauftragung bis zum fertigen Dokument vergehen typischerweise 4 bis 8 Wochen. Der Vor-Ort-Termin dauert 2 bis 4 Stunden, danach folgen Berechnung und Dokumenterstellung. In Regionen mit hoher Nachfrage kann die Wartezeit bis zum Ersttermin 2 bis 3 Monate betragen.
Was ist der Unterschied zwischen iSFP und Energieausweis?
Der Energieausweis zeigt nur den aktuellen Energiebedarf oder -verbrauch Deines Gebaeudes. Der iSFP geht deutlich weiter: Er analysiert alle Bauteile, identifiziert Schwachstellen, empfiehlt konkrete Sanierungsmaßnahmen mit Kosten und Einsparpotenzialen und legt eine sinnvolle Reihenfolge fest.
Brauche ich einen iSFP für die KfW-Förderung?
Für den KfW-Kredit 261/262 (BEG Wohngebäude) ist ein iSFP keine Pflicht, aber er bringt den 5% Förderbonus. Für das KfW-Programm 458 (Heizungstausch) ist kein iSFP nötig, der Bonus gilt dort nicht. Für BEG-Einzelmaßnahmen beim BAFA ist der iSFP-Bonus hingegen sehr relevant.