Was ist eine Abluft-Wärmepumpe?

Die Abluft-Wärmepumpe ist eine spezielle Variante der Wärmepumpentechnologie, die nicht für die Raumheizung, sondern ausschließlich für die Warmwasserbereitung eingesetzt wird. Sie nutzt die Wärme aus der Raumluft eines Kellers, einer Waschküche oder eines Hauswirtschaftsraums, um Trinkwasser auf 45–60°C zu erwärmen.

Während klassische Luft-Wasser-Wärmepumpen die Außenluft als Wärmequelle nutzen und sowohl heizen als auch Warmwasser erzeugen, beschränkt sich die Abluft-WP auf Letzteres — und ist dafür deutlich günstiger in der Anschaffung. Mit Kosten ab 1.000 bis 3.000 Euro ist sie die preiswerteste Form der Wärmepumpentechnologie überhaupt.

1–3k€
Anschaffungskosten inkl. Installation
COP 3,0
Durchschnittliche Effizienz
bis 70%
BAFA-Förderung möglich

Wie funktioniert sie – das Prinzip erklärt

Das Funktionsprinzip der Abluft-Wärmepumpe folgt denselben physikalischen Grundlagen wie jede Wärmepumpe: Wärme wird von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau „gepumpt" — unter Einsatz von elektrischer Energie, aber mit einem deutlichen Multiplikatoreffekt.

Der konkrete Ablauf:

  1. Ansaugen der Raumluft: Ein Ventilator saugt die warme Kellerluft (typisch 15–20°C) durch das Gerät.
  2. Wärmeübertragung am Verdampfer: Das Kältemittel im Verdampfer nimmt die Wärme aus der Luft auf und verdampft dabei.
  3. Kompression: Der Kompressor erhöht den Druck des Kältemitteldampfs — die Temperatur steigt stark an.
  4. Kondensation und Wärmeabgabe: Im Kondensator gibt das heiße Kältemittel seine Wärme an das Trinkwasser im integrierten Tank ab und kondensiert wieder.
  5. Abluft verlässt das Gerät: Die nun abgekühlte Luft (ca. 5–10°C kälter als Eingangstemperatur) wird wieder in den Raum oder nach außen geblasen.
💡 Raumluft als Gratis-Energie

Der entscheidende Vorteil: Die Raumwärme im Keller kommt nicht aus der Steckdose, sondern ist passive Wärme — aus Erdwärme, aus angrenzenden Räumen oder aus der Abwärme von Haushaltsgeräten. Die Abluft-WP nutzt diese „kostenlose" Wärme effizient aus.

Kosten 2026: Anschaffung und Installation

Die Abluft-Wärmepumpe ist deutlich günstiger als eine vollwertige Heizungs-WP. Die Gesamtkosten setzen sich aus Gerät, Speicher (oft integriert) und Installation zusammen:

VarianteGerät + SpeicherInstallationGesamt
Einfache Abluft-WP (200L)800–1.400€300–600€1.100–2.000€
Kombi-WP mit Frischwassermodul1.500–2.500€400–800€1.900–3.300€
Kombi-WP mit KWL-Integration2.000–3.500€600–1.200€2.600–4.700€
Zum Vergleich: Elektro-Boiler 200L400–800€200–400€600–1.200€

Der Mehrpreis gegenüber einem einfachen Elektro-Boiler beträgt also etwa 500–1.500 Euro. Bei Stromeinsparungen von 150–300 Euro pro Jahr amortisiert sich die Abluft-WP in 3–8 Jahren — auch ohne Förderung.

Empfehlenswerte Marken: Stiebel Eltron WWK 300 SOL, Dimplex LWM 300, Vaillant aroSTOR, Nibe AMS 10. Alle zertifiziert und förderfähig.

COP und Effizienz im Vergleich

Der COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Für die Warmwasserbereitung sind folgende Werte typisch:

SystemCOPJahresstromkosten (4-Pers.-HH)CO₂-Einsparung vs. Elektro
Abluft-Wärmepumpe2,5 – 3,5ca. 160–240 €/Jahrca. 60–70%
Elektro-Boiler (Widerstand)1,0ca. 500–700 €/Jahr
Gasdurchlauferhitzer0,95 (Wirkungsgrad)ca. 300–450 €/Jahr GasHöhere CO₂-Emissionen
Solarthermie + Backup3,0–5,0 (eff.)ca. 80–160 €/Jahrca. 70–80%
⚠️ Raumtemperatur beeinflusst den COP

Eine Abluft-WP arbeitet am effizientesten, wenn die Raumtemperatur des Aufstellraums mindestens 10–15°C beträgt. In sehr kalten Kellern (unter 10°C) sinkt der COP deutlich. Ideal sind Räume mit 15–20°C ganzjährig — typische Kellerbedingungen in Deutschland.

Förderung über BAFA und KfW

Abluft-Wärmepumpen sind seit 2021 vollständig BEG-förderfähig (Bundesförderung für effiziente Gebäude), sofern das Gerät als Wärmepumpe zertifiziert ist und einen COP ≥ 2,5 aufweist. Die Förderung erfolgt über die BAFA als Zuschuss:

  • Basis-Förderung: 30% der förderfähigen Kosten
  • + Klima-Bonus: +5% bei gleichzeitigem Austausch einer fossilen Heizung
  • + Einkommens-Bonus: +30% für Haushalte mit Jahreseinkommen unter 40.000 Euro
  • Maximal förderfähige Kosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit
  • Maximale Förderquote: 70% der Investitionskosten

Bei einer Investition von 2.000 Euro und 30% Basisförderung ergibt sich ein Zuschuss von 600 Euro — der effektive Eigenanteil sinkt auf 1.400 Euro. Die Amortisation verkürzt sich entsprechend auf 2–5 Jahre. Antrag: bafa.de – Heizen mit erneuerbaren Energien

Platzanforderungen und Installation

Die Installation einer Abluft-Wärmepumpe ist deutlich unkomplizierter als die einer Heizungs-WP. Folgende Anforderungen sind zu beachten:

  • Raumvolumen: Mindestens 15–20 m³ für das aufgestellte Gerät (kleiner Keller reicht meist)
  • Raumtemperatur: Ganzjährig mindestens 10°C, besser 15–20°C
  • Abluftführung: Kühlluft kann in den Raum oder per Rohr nach außen geführt werden (Schlauch ø 150–200 mm)
  • Elektroanschluss: 230V / 10A ausreichend (kein Drehstrom nötig)
  • Wasseranschluss: Kalt- und Warmwasserleitung, ggf. Legionellenschutz beachten (60°C-Aufheizung)
  • Schallschutz: Geräuschpegel 40–55 dB(A) — kein Problem in Keller, ggf. Schallschutzmatte empfehlenswert
💡 Montage auch als DIY möglich

Anders als bei Heizungs-WPs kann die Abluft-WP unter Umständen vom versierten Heimwerker angeschlossen werden (Wasser- und Elektroarbeiten). Für die BAFA-Förderung ist jedoch ein Fachbetrieb-Nachweis erforderlich. Kosten für einen Installateur: ca. 300–600 Euro.

Kombination mit Lüftungsanlage WRG

Besonders synergetisch ist die Kombination einer Abluft-WP mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (KWL/WRG). In diesem Setup:

  • Die KWL-Anlage saugt verbrauchte Raumluft aus Bad, WC und Küche ab
  • Die Abluft-WP zapft diese Abluft als Wärmequelle ab, bevor sie nach außen geführt wird
  • Das Ergebnis: Doppelter Nutzen aus der Abluft — Wärmerückgewinnung für die Zuluft UND Warmwasserbereitung

Solche Kombi-Geräte (z.B. Nibe FTXS, Vaillant recoVAIR mit aroSTOR) sind teurer (3.000–6.000 Euro), aber in Kombination mit BAFA-Förderung sehr attraktiv. Besonders sinnvoll im Neubau nach GEG, wo KWL ohnehin geplant wird.

Für wen lohnt sich die Abluft-WP?

Die Abluft-Wärmepumpe ist nicht für jeden das richtige System. Hier eine klare Entscheidungshilfe:

SituationEmpfehlung
Einfamilienhaus mit Keller (15–20°C), alter Elektro-Boiler✅ Sehr sinnvoll — schnelle Amortisation
Neubau mit KWL-Anlage geplant✅ Ideal als Kombi-Gerät
Haus ohne Keller, nur kleiner Technikraum⚠️ Prüfen ob Raumvolumen ausreicht
Sehr kalter Keller (unter 10°C im Winter)⚠️ COP sinkt — evtl. Außenluft-WP besser
Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung + WW❌ Nicht geeignet — dezentrale Lösung ungeeignet
Bereits vorhandene Solarthermie⚠️ Prüfen ob Solarthermie nicht ausreicht

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Häufige Fragen (FAQ)

Was ist eine Abluft-Wärmepumpe?
Eine Abluft-Wärmepumpe nutzt die Wärme aus der Raumluft eines Kellers oder Technikraums, um Trinkwasser zu erwärmen. Sie ist die günstigste Wärmepumpen-Variante und kostet 1.000–3.000 Euro inklusive Installation.
Wie viel Strom spart eine Abluft-Wärmepumpe?
Eine Abluft-WP erreicht einen COP von 2,5–3,5. Im Vergleich zu einem Elektro-Boiler (COP 1,0) spart sie 60–70% Strom für die Warmwasserbereitung — rund 150–300 Euro pro Jahr für einen 4-Personen-Haushalt.
Wird die Abluft-Wärmepumpe gefördert?
Ja, über das BAFA BEG-Programm mit 30–70% der förderfähigen Kosten. Voraussetzung: COP ≥ 2,5 und Einbau durch Fachbetrieb. Der Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden.
Für welche Häuser eignet sich die Abluft-Wärmepumpe?
Am besten für Einfamilienhäuser mit Keller oder ausreichend großem Technikraum (mind. 15–20 m³). Die Raumtemperatur sollte ganzjährig mindestens 10°C betragen — idealerweise 15–20°C.
Kann eine Abluft-Wärmepumpe auch heizen?
Nein. Eine reine Abluft-WP dient ausschließlich der Warmwasserbereitung, nicht der Raumheizung. Für die Heizung benötigt man eine Luft-Wasser- oder Erdwärmepumpe.