Was ist eine Wärmepumpe mit Eisspeicher?

Die Wärmepumpe mit Eisspeicher ist ein Heizsystem, das einen unterirdischen Wassertank als Wärmequelle nutzt. Anders als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe oder einer Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung wird dem Wasser im Tank beim Gefrieren Energie entzogen. Dieser Vorgang klingt zunächst widersprüchlich: Wie kann gefrorenes Wasser Wärme liefern? Die Antwort liegt in der Physik des Phasenübergangs.

Modernes deutsches Einfamilienhaus mit Photovoltaik und Wärmepumpe im Garten
Ein Eisspeicher arbeitet unsichtbar unter der Erde. Von außen ist nur die Wärmepumpe am Haus zu sehen.

Wenn Wasser bei 0 Grad Celsius vom flüssigen in den festen Zustand wechselt, gibt es eine enorme Menge Energie ab: rund 80 kWh pro Kubikmeter. Diese sogenannte Kristallisationswärme oder latente Wärme ist die zentrale Energiequelle des Systems. Ein 10-Kubikmeter-Eisspeicher kann beim vollständigen Gefrieren etwa 800 kWh abgeben. Das reicht, um ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mehrere Wochen lang zu beheizen.

Das bekannteste System auf dem deutschen Markt ist die Viessmann Vitocal 262-A. Viessmann hat die Technologie zur Marktreife gebracht und bietet das System als Komplettlösung an, bestehend aus Wärmepumpe, Eisspeicher und Solarthermie-Integration. Weitere Anbieter wie alpha innotec und Stiebel Eltron haben vergleichbare Konzepte im Programm.

Kernaussage

Der Eisspeicher nutzt die physikalische Eigenschaft des Phasenübergangs: Beim Gefrieren von Wasser werden 80 kWh pro Kubikmeter frei. Diese Energie wird von der Wärmepumpe genutzt und macht den Eisspeicher zu einer leistungsfähigen, geräuscharmen Wärmequelle ohne Tiefenbohrung.

Funktionsprinzip: Kristallisationswärme verstehen

Das Herzstück einer Eisspeicher-Anlage ist ein im Erdreich vergrabener Betonzylinder, der vollständig mit Wasser gefüllt ist. In diesem Tank verlaufen Wärmetauscher-Register aus Kunststoffrohren (PE-HD), durch die das Kältemittel der Wärmepumpe zirkuliert. Im Heizbetrieb entzieht die Wärmepumpe dem Wasser systematisch Energie.

Schnittdarstellung eines Eisspeicher-Systems mit unterirdischem Tank und Wärmepumpe im Haus
Funktionsprinzip: Der Eisspeicher im Erdreich liefert Kristallisationswärme an die Wärmepumpe. Solarthermie regeneriert den Speicher.

Der Phasenübergang: Warum Eis Wärme liefert

Beim Abkühlen von Wasser von beispielsweise 15 Grad auf 0 Grad wird sensible Wärme frei. Doch der eigentliche Energieschub erfolgt beim Phasenübergang: Wenn das Wasser bei 0 Grad zu Eis erstarrt, wird pro Kilogramm eine Energie von 334 Kilojoule (93 Wattstunden) freigesetzt. Für einen kompletten Kubikmeter sind das rund 80 kWh. Zum Vergleich: Um denselben Kubikmeter Wasser von 80 Grad auf 0 Grad abzukühlen, würden lediglich 93 kWh frei. Die Kristallisationswärme entspricht also fast der gesamten sensiblen Wärme einer 80-Grad-Abkühlung, und sie wird bei einer konstanten Temperatur von 0 Grad abgegeben.

Genau darin liegt der Effizienzgewinn: Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe an einem kalten Wintertag bei minus 10 Grad Außentemperatur arbeiten muss, hat die Eisspeicher-Wärmepumpe immer eine Quelltemperatur von 0 Grad zur Verfügung. Diese um 10 Grad höhere Quelltemperatur verbessert den COP (Coefficient of Performance) erheblich. In der Praxis bedeutet das: Die Wärmepumpe benötigt weniger Strom, um die gleiche Heizleistung zu erzeugen.

💡 Effizienzvergleich bei Kälte

Bei minus 10 Grad Außentemperatur arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem COP von etwa 2,0 bis 2,5. Eine Eisspeicher-Wärmepumpe erreicht im gleichen Moment einen COP von 3,5 bis 4,0, weil ihre Quelltemperatur stabil bei 0 Grad liegt. Der Stromverbrauch sinkt dadurch um 30 bis 40 Prozent.

Regeneration: So lädt sich der Speicher wieder auf

Der Eisspeicher ist ein zyklisches System. Im Winter wird das Wasser schrittweise gefroren und die Kristallisationswärme zum Heizen genutzt. Ab dem Frühjahr beginnt die Regeneration: Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach fangen Sonnenwärme ein und leiten sie in den Eisspeicher. Das Eis taut langsam auf, bis der Tank zum Herbst wieder vollständig mit flüssigem Wasser gefüllt ist. Zusätzlich nimmt der Speicher über die Betonwände Umgebungswärme aus dem Erdreich auf.

Die Regeneration verläuft ohne zusätzlichen Energieaufwand. Kein Strom, keine fossile Zuheizung. Nur kostenlose Sonnenenergie und Erdwärme laden den Speicher wieder auf. Diese Selbstregenerierung ist einer der größten Vorteile gegenüber anderen Systemen.

800 kWh
Wärmeenergie aus einem 10-m³-Eisspeicher
Genug für mehrere Wochen Heizung eines gut gedämmten Einfamilienhauses

Systemkomponenten im Detail

Eine Eisspeicher-Anlage besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten. Jedes Element erfüllt eine spezifische Funktion im Gesamtsystem. Das Zusammenspiel dieser Bauteile entscheidet über die Effizienz und Zuverlässigkeit der Anlage.

Die Kernkomponenten der Eisspeicher-Anlage

1

Eisspeicher (Betonzylinder)

Ein unterirdischer, wärmegedämmter Betonbehälter mit einem Volumen von 10 bis 20 Kubikmetern. Im Inneren befinden sich Wärmetauscher-Register aus korrosionsbeständigem PE-HD-Kunststoff. Der Tank wird frostfrei unter der Geländeoberkante eingebaut.

2

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Wärmepumpe selbst wird im Inneren des Gebaeudes aufgestellt, typischerweise im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Sie entzieht dem Eisspeicher über einen Solekreislauf Wärme und hebt das Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser an.

3

Solarthermie-Kollektoren

Flachkollektoren auf dem Dach mit einer Fläche von 2 bis 6 Quadratmetern. Sie dienen primär der Regeneration des Eisspeichers im Sommer und können in der Übergangszeit direkt Warmwasser erzeugen.

4

Pufferspeicher und Regelung

Ein Pufferspeicher im Haus (300 bis 500 Liter) puffert die erzeugte Wärme. Die intelligente Regelung koordiniert Wärmepumpe, Solarthermie und Eisspeicher automatisch und sorgt für den optimalen Betriebspunkt.

Wärmepumpe im Keller eines deutschen Einfamilienhauses installiert
Die Inneneinheit der Wärmepumpe arbeitet leise im Keller und kommuniziert über den Solekreislauf mit dem Eisspeicher im Garten.

Kosten: Eisspeicher und Gesamtanlage

Die Investitionskosten einer Eisspeicher-Wärmepumpe liegen spürbar über denen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Der Hauptgrund sind die Mehrkosten für den Betonzylinder, die Erdarbeiten und die Solarthermie-Integration. Langfristig können diese Mehrkosten durch niedrigere Betriebskosten und die höhere Effizienz teilweise kompensiert werden.

Kosten des Eisspeichers nach Tankgröße

Volumen Geeignet für Materialkosten Erdarbeiten Gesamt Eisspeicher
10 m³ EFH bis 120 m² (KfW 55/40) 3.000 bis 5.000 € 3.000 bis 6.000 € 6.000 bis 11.000 €
15 m³ EFH 120 bis 180 m² 4.000 bis 7.000 € 4.000 bis 7.000 € 8.000 bis 14.000 €
20+ m³ Größere EFH, Mehrfamilienhäuser 6.000 bis 10.000 € 5.000 bis 9.000 € 11.000 bis 19.000 €

Gesamtkosten der kompletten Anlage

KomponenteKostenspanne
Wärmepumpe (z. B. Viessmann Vitocal 262-A)12.000 bis 18.000 €
Eisspeicher inklusive Erdarbeiten (10 bis 15 m³)6.000 bis 15.000 €
Solarthermie-Kollektoren (2 bis 6 m²)2.000 bis 5.000 €
Hydraulik, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung3.000 bis 6.000 €
Elektrik, Regelung, Inbetriebnahme2.000 bis 4.000 €
Gesamtkosten vor Förderung25.000 bis 48.000 €
BAFA Förderung (50 % als Beispiel)minus 12.500 bis 15.000 €
Eigenanteil nach Förderungca. 13.000 bis 33.000 €
⚠️ Planungshinweis: Immer mehrere Angebote einholen

Die Kosten variieren stark je nach lokalen Bodenverhältnissen, Grundstückszugang und Tankgröße. Erfahrene Fachbetriebe können die tatsächlichen Kosten erst nach einer Vor-Ort-Begehung seriös einschätzen. Wir empfehlen, mindestens 3 Angebote einzuholen und die Positionen detailliert zu vergleichen.

Kosteneinordnung

Die Eisspeicher-Wärmepumpe ist in der Anschaffung teurer als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (15.000 bis 25.000 Euro), aber günstiger als eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung (20.000 bis 40.000 Euro plus Bohrkosten). Im laufenden Betrieb sind die Stromkosten dank höherer JAZ niedriger als bei der Luft-Variante.

Betriebskosten im Jahresvergleich

Die jährlichen Stromkosten einer Eisspeicher-Wärmepumpe hängen von der Jahresarbeitszahl (JAZ), dem Heizwärmebedarf und dem Strompreis ab. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und einem Heizwärmebedarf von 12.000 kWh pro Jahr ergeben sich bei einem Strompreis von 0,32 Euro pro kWh folgende Kosten:

Jährliche Stromkosten nach Wärmepumpentyp (12.000 kWh Heizwärmebedarf)

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Vergleich: Luft, Erde, Wasser und Eisspeicher

Welche Wärmequelle passt zu welchem Grundstück und welchem Budget? Die folgende Übersicht stellt die vier gängigen Wärmequellentypen direkt gegenüber. Jede Variante hat spezifische Stärken, und die richtige Wahl hängt von den individuellen Rahmenbedingungen ab.

Merkmal Luft-WP Erdwärme (Sole) Grundwasser-WP Eisspeicher-WP
Quelltemperatur im Winter minus 10 bis plus 5 °C 0 bis plus 10 °C plus 8 bis plus 12 °C 0 °C (konstant)
Typische JAZ 2,8 bis 3,8 4,0 bis 5,5 4,5 bis 6,0 3,5 bis 4,5
Außengeräusch Ja (Ventilator, 45 bis 55 dB) Nein Nein Minimal (Pumpe)
Genehmigung nötig Nein Ja (Bohrung) Ja (Brunnen) Bauantrag (einfach)
Platzbedarf Garten Minimal (2 bis 3 m²) Groß (Kollektor) oder Bohrung Brunnen nötig 20 bis 30 m²
Investitionskosten 15.000 bis 25.000 € 20.000 bis 40.000 € 18.000 bis 30.000 € 25.000 bis 48.000 €
Passive Kühlung Nur aktiv (Strom) Ja (passiv möglich) Ja (sehr effizient) Ja (passiv möglich)
Nachbarschaftskonflikt Häufig (Lärm) Nein Nein Selten
Vergleich alter Gasheizung und moderner Wärmepumpe in einem Heizungskeller
Heizungstausch: Die Eisspeicher-Wärmepumpe ersetzt fossile Systeme und arbeitet leise, effizient und förderfähig.

Die Eisspeicher-Wärmepumpe positioniert sich als geräuscharme, genehmigungsarme Alternative zur Erdwärmepumpe. Besonders in dicht bebauten Wohngebieten, wo eine Tiefenbohrung nicht genehmigt wird oder Nachbarn sich über den Ventilatorlärm einer Luft-Wärmepumpe beschweren, bietet der Eisspeicher eine elegante Lösung. Allerdings sind die Investitionskosten höher als bei der Luft-Wärmepumpe, und die Anlage benötigt ausreichend Platz im Garten für den unterirdischen Tank.

Platzbedarf und Installation

Passt ein Eisspeicher auf Ihr Grundstück? Diese Frage lässt sich in den meisten Fällen mit Ja beantworten, sofern mindestens 20 bis 30 Quadratmeter freie Gartenfläche verfügbar sind. Die Installation erfolgt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen und erfordert einen Minibagger für die Aushubarbeiten.

Anforderungen an das Grundstück

  • Freie Fläche: Mindestens 20 bis 30 Quadratmeter für Tank, Aushub und Baggerzufahrt
  • Abstand zum Gebaeude: Mindestens 1,5 bis 2 Meter je nach Hersteller und Landesbauordnung
  • Abstand zur Grundstücksgrenze: Üblicherweise 0,5 bis 1 Meter
  • Zufahrt für Minibagger: Mindestbreite 2,5 bis 3 Meter
  • Bodenverhältnisse: Kein Fels oder hoher Grundwasserspiegel im oberen Meter
  • Tanktiefe: Oberkante mindestens 80 Zentimeter unter Geländeoberkante

Ein typischer 10-Kubikmeter-Eisspeicher hat einen Durchmesser von circa 2,5 Metern und eine Höhe von 2,2 Metern. Der Betonzylinder wiegt leer etwa 3 Tonnen und wird per Kranwagen angeliefert. Die Grube wird ausgehoben, der Tank eingesetzt, mit den Rohrleitungen verbunden und wieder verfüllt. Nach der Installation ist die Oberfläche wieder begehbar und bepflanzbar.

Eisspeicher-Tank wird in eine Baugrube im Garten eingesetzt
Installation eines Eisspeichers: Der Betonzylinder wird per Kran in die vorbereitete Grube gehoben und anschließend verfüllt.
💡 Vorteil gegenüber Erdwärme-Tiefenbohrung

Für einen Eisspeicher brauchen Sie keine behördliche Bohrerlaubnis und kein geologisches Gutachten. Die Kosten für eine Tiefenbohrung liegen bei 50 bis 80 Euro pro Laufmeter. Bei einer typischen Bohrtiefe von 100 Metern sind das allein 5.000 bis 8.000 Euro für die Bohrung, ohne Material und Sonde. Der Eisspeicher ist in dieser Hinsicht deutlich unkomplizierter.

Installationsablauf in der Praxis

Ablauf der Eisspeicher-Installation

1

Planung und Genehmigung

Vor-Ort-Begehung durch den Fachbetrieb. Prüfung der Bodenverhältnisse, Vermessung und Einreichung des Bauantrags. Dauer: 2 bis 4 Wochen.

2

Erdarbeiten und Tankeinbau

Aushub der Grube mit Minibagger, Einsetzen des Betonzylinders per Kran, Verlegung der Rohrleitungen zum Haus. Dauer: 1 bis 2 Tage.

3

Montage der Innenkomponenten

Installation der Wärmepumpe im Keller, Anschluss von Pufferspeicher, Hydraulik und Regelungstechnik. Dauer: 1 bis 2 Tage.

4

Solarthermie und Inbetriebnahme

Montage der Solarkollektoren auf dem Dach, hydraulischer Abgleich des Gesamtsystems, Funktionstest und Einweisung des Eigentümers. Dauer: 1 Tag.

Kombination mit Solarthermie und Photovoltaik

Die Eisspeicher-Wärmepumpe erreicht ihr volles Potenzial erst in Kombination mit erneuerbaren Energiequellen auf dem Dach. Solarthermie ist dabei die Pflichtkomponente, Photovoltaik eine sinnvolle Ergänzung, die den Eigenverbrauch optimiert und die Betriebskosten weiter senkt.

Solarthermie: Regeneration ohne Zusatzkosten

Solarthermie-Kollektoren auf einem Ziegeldach eines deutschen Einfamilienhauses
Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach liefern kostenlose Wärme zur Regeneration des Eisspeichers im Sommer.

Die Solarthermie-Kollektoren sammeln Sonnenwärme und leiten sie über einen Wärmetauscher in den Eisspeicher. Im Sommer taut das Eis vollständig auf, der Tank ist bis zum Herbst wieder mit warmem Wasser gefüllt. In der Übergangszeit (Frühling und Herbst) kann die Solarthermie direkt Warmwasser erzeugen, ohne dass die Wärmepumpe läuft. Das spart Strom und reduziert den Verschleiß am Kompressor.

Viessmann empfiehlt für das Vitocal 262-A-System eine Solarthermie-Fläche von 2 bis 6 Quadratmetern, abhängig von der Gebaeudegröße und dem Warmwasserverbrauch. Die Investitionskosten für die Kollektoren liegen bei 2.000 bis 5.000 Euro und sind über das BEG-Programm des BAFA förderfähig.

Photovoltaik: Eigenstrom für die Wärmepumpe

Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage betreibt, kann die Wärmepumpe bevorzugt mit selbst erzeugtem Solarstrom betreiben. Moderne Wärmepumpenregler erkennen PV-Überschuss automatisch und nutzen ihn über die SG-Ready-Schnittstelle für folgende Funktionen:

  • Vorheizen des Pufferspeichers bei PV-Überschuss
  • Warmwasserbereitung tagsüber statt nachts
  • Gezielte Eisfreigabe in warmen Perioden
  • Ladung des Eisspeichers über elektrischen Heizstab bei Überschuss

Bei einer 10-kWp-Photovoltaikanlage und einem Eigenverbrauchsanteil von 40 bis 60 Prozent sinkt der effektive Strompreis für den Wärmepumpenbetrieb auf unter 10 Cent pro kWh. Gegenüber dem Netzstrompreis von 32 Cent pro kWh bedeutet das eine Reduktion der jährlichen Betriebskosten um 40 bis 60 Prozent. Über 20 Jahre Nutzungsdauer summiert sich diese Ersparnis auf 8.000 bis 15.000 Euro.

Seit wir die Eisspeicher-Wärmepumpe mit unserer bestehenden PV-Anlage kombiniert haben, sind unsere Heizkosten auf unter 400 Euro pro Jahr gesunken. Vorher hatten wir mit der Gasheizung jährlich über 2.000 Euro Brennstoffkosten.
Markus W., Einfamilienhaus-Besitzer
Eisspeicher-Anlage seit 2024 in Betrieb, 140 m² Wohnfläche

Eignung: Neubau und sanierter Altbau

Die Eisspeicher-Wärmepumpe eignet sich grundsätzlich für Neubauten und für sanierte Altbauten. Die entscheidende Voraussetzung ist dieselbe wie bei jeder anderen Wärmepumpe: Das Gebaeude muss mit niedrigen Vorlauftemperaturen beheizt werden können.

Eisspeicher im Neubau

Im Neubau nach KfW-55- oder KfW-40-Standard ist die Eisspeicher-Wärmepumpe eine hervorragende Wahl. Der geringe Heizwärmebedarf von 30 bis 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr passt ideal zu einem kompakt dimensionierten 10-Kubikmeter-Speicher. Die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung liegt bei 30 bis 35 Grad, was eine hohe JAZ von 4,0 bis 4,5 ermöglicht.

Besonders empfehlenswert ist das System in Neubaugebieten mit enger Bebauung, wo Abstandsflächen für Luft-Wärmepumpen-Außengeräte zum Problem werden. Da der Eisspeicher unterirdisch arbeitet und die Wärmepumpe im Keller steht, entstehen keinerlei Geräusche im Außenbereich.

Eisspeicher im sanierten Altbau

Im Altbau gelten strengere Voraussetzungen. Die Wärmepumpe arbeitet nur effizient, wenn das Gebaeude ausreichend gedämmt ist und großflächige Heizkörper oder eine Fußbodenheizung vorhanden sind. Konkret bedeutet das:

  • Dämmstandard: Mindestens EnEV 2009 oder Teilsanierung (Dach, oberste Geschossdecke, Kellerdecke)
  • Vorlauftemperatur: Maximal 50 bis 55 Grad (besser unter 45 Grad)
  • Heizflächen: Fußbodenheizung oder Niedertemperatur-Heizkörper
  • Hydraulischer Abgleich: Gesetzlich vorgeschrieben bei Heizungstausch

Der besondere Vorteil des Eisspeichers im Altbau: In Reihenhaussiedlungen oder bei Grenzbebauung, wo eine Luft-Wärmepumpe wegen Lärmbeschwerden problematisch wäre, bietet das System eine geräuschfreie Alternative. Die Wärmepumpe steht im Keller, der Eisspeicher liegt unter dem Rasen. Kein Ventilator, kein Außengeräusch.

BEG Förderung 2026

Eisspeicher-Wärmepumpen werden vollständig über die Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG) des BAFA gefördert. Die Fördersätze sind identisch mit denen anderer Wärmepumpentypen und können je nach persönlicher Situation bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken.

Hauseigentümer besprechen Förderanträge mit einem Energieberater
BAFA Förderantrag: Ein qualifizierter Energieberater hilft bei der Beantragung und maximiert die Förderhöhe.

Förderbausteine im Überblick

FörderbausteinSatzVoraussetzung
Basis-Förderung30 %Einbau einer förderfähigen Wärmepumpe
Klima-Geschwindigkeits-Bonus+20 %Ersatz einer fossilen Heizung (bis 31.12.2028)
Einkommens-Bonus+30 %Zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr
Effizienz-Bonus+5 %Natürliches Kältemittel (z. B. Propan R290)
Maximale Förderung70 %Max. 30.000 € förderfähige Kosten = max. 21.000 € Zuschuss

Rechenbeispiel: Eisspeicher-WP mit Speed-Bonus

PositionBetrag
Gesamtkosten (Wärmepumpe + Eisspeicher + Solarthermie)38.000 €
Förderfähige Kosten (gedeckelt auf 30.000 €)30.000 €
Basis-Förderung BAFA (30 %)minus 9.000 €
Klima-Speed-Bonus (20 %, Ersatz Gasheizung)minus 6.000 €
Eigenanteil nach Förderung23.000 €
Mit zusätzlichem Einkommens-Bonus (30 %)nur 14.000 € Eigenanteil
💡 Förderantrag vor Baubeginn stellen

Der BAFA-Förderantrag muss zwingend vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden. Beauftragen Sie zuerst einen zugelassenen Energieberater, der den Antrag vorbereitet. Die Beratungskosten sind ebenfalls förderfähig (80 % Zuschuss). Nach der Bewilligung haben Sie 36 Monate Zeit für die Umsetzung.

Weitere Details zur Förderung finden Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe Kosten 2026. Ergänzende Informationen zur Antragstellung und zu regionalen Zusatzförderungen bietet auch die KfW.

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Vor- und Nachteile auf einen Blick

Die Eisspeicher-Wärmepumpe vereint mehrere technische Vorteile in einem System, bringt aber auch spezifische Einschränkungen mit. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Argumente zusammen und hilft bei der Entscheidungsfindung.

✓ Vorteile

  • Kein Außenlärm durch Ventilator
  • Konstante Quelltemperatur von 0 °C im Winter
  • Keine Tiefenbohrung oder Brunnengenehmigung nötig
  • Passive Kühlung im Sommer möglich
  • Selbstregenerierung durch Solarthermie
  • Vollständig förderfähig über BAFA (bis 70 %)
  • Lebensdauer des Speichers 40+ Jahre
  • Keine Nachbarschaftskonflikte wegen Lärm
  • Höhere JAZ als Luft-Wärmepumpe (3,5 bis 4,5)

✗ Nachteile

  • Höhere Investitionskosten als Luft-WP
  • Platzbedarf im Garten (20 bis 30 m²)
  • Erdarbeiten und Kran erforderlich
  • Komplexere Systemplanung
  • Weniger Installateure mit Erfahrung
  • Solarthermie als Pflichtkomponente
  • Längere Planungs- und Lieferzeiten
Fazit Vor-/Nachteile

Die Eisspeicher-Wärmepumpe lohnt sich besonders für Hausbesitzer, die eine geräuschlose Lösung brauchen, über ausreichend Gartenfläche verfügen und bereit sind, in ein langlebiges, effizientes System zu investieren. In dicht bebauten Wohngebieten, wo weder Bohrung noch Außengerät möglich sind, ist der Eisspeicher oft die einzige Wärmepumpen-Option.

Hersteller und Marktüberblick

Der Markt für Eisspeicher-Wärmepumpen ist überschaubarer als der für Luft- oder Erdwärmepumpen. Dennoch gibt es mehrere etablierte Anbieter, die ausgereifte Systeme anbieten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Hersteller und ihre Produkte.

Hersteller Modell Leistung Besonderheit
Viessmann Vitocal 262-A 4 bis 12 kW Komplettlösung mit Speicher und Solarthermie
alpha innotec WZS-Serie 6 bis 16 kW Flexible Tankgrößen, auch für MFH
Stiebel Eltron WPE-I 5 bis 14 kW Inverter-Technologie, hohe JAZ
WATERKOTTE EcoTouch Ai1 Geo 3 bis 18 kW Modularer Aufbau, Kaskadierung möglich

Viessmann dominiert den deutschen Markt für Eisspeicher-Systeme mit der Vitocal 262-A. Das System ist als Komplettpaket erhältlich und wird über ein spezialisiertes Installateur-Netzwerk vertrieben. Die Verfügbarkeit von Fachbetrieben mit Eisspeicher-Erfahrung variiert regional stark. In Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) ist die Dichte höher als in Norddeutschland.

Passive Kühlung mit dem Eisspeicher

Ein oft übersehener Vorteil der Eisspeicher-Technologie ist die Möglichkeit zur passiven Kühlung im Sommer. Im Frühsommer, wenn der Speicher noch teilweise gefroren ist, hat das Wasser Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Diese Kälte lässt sich über die Fußbodenheizung als sanfte Flächenkühlung ins Gebaeude leiten.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Umwälzpumpe transportiert kühles Wasser aus dem Eisspeicher durch die Fußbodenheizungsrohre. Die Raumtemperatur sinkt um 2 bis 4 Grad, ohne dass der Kompressor der Wärmepumpe laufen muss. Der Stromverbrauch beschränkt sich auf die Umwälzpumpe (ca. 50 bis 100 Watt). Im Vergleich zu einer aktiven Klimaanlage (2.000 bis 3.000 Watt) ist das ein Bruchteil der Energiekosten.

Die passive Kühlung hat allerdings Grenzen: An heißen Hochsommertagen mit Außentemperaturen über 35 Grad reicht die Kühlleistung nicht aus, um Raumtemperaturen unter 24 Grad zu halten. Für ein angenehmes Raumklima an gemäßigten Sommertagen ist sie jedoch vollkommen ausreichend und ein willkommener Zusatznutzen, der die Gesamtbilanz des Systems verbessert.

💡 Doppelter Nutzen der Kühlung

Die passive Kühlung hat einen positiven Nebeneffekt: Indem dem Eisspeicher im Sommer Kälte entzogen wird, taut das Eis schneller und der Speicher regeneriert sich zügiger. Die Kühlung des Hauses und die Regeneration des Speichers arbeiten also Hand in Hand. Mehr zur Wärmepumpen-Technologie im Allgemeinen finden Sie in unserem Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Häufige Fragen zur Wärmepumpe mit Eisspeicher

Was kostet ein Eisspeicher für eine Wärmepumpe?
Der Eisspeicher selbst kostet je nach Volumen zwischen 5.000 und 15.000 Euro inklusive Erdarbeiten. Für ein Einfamilienhaus mit circa 150 Quadratmetern Wohnfläche wird ein Volumen von 10 bis 15 Kubikmetern empfohlen. Die Gesamtanlage inklusive Wärmepumpe, Solarthermie und Installation liegt bei 25.000 bis 48.000 Euro vor Förderung. Nach BAFA Förderung (50 Prozent als Beispiel) sinkt der Eigenanteil auf 13.000 bis 33.000 Euro.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe mit Eisspeicher?
Der Eisspeicher ist ein unterirdischer Betonzylinder, der vollständig mit Wasser gefüllt ist. Beim Gefrieren des Wassers bei 0 Grad Celsius wird Kristallisationswärme frei: rund 80 kWh pro Kubikmeter. Die Wärmepumpe entzieht diese latente Wärme über Wärmetauscher und hebt sie auf das Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser an. Im Sommer regeneriert Solarthermie den Speicher: Das Eis taut auf und der Kreislauf beginnt von vorn.
Ist eine Eisspeicher-Wärmepumpe förderfähig?
Ja. Eisspeicher-Wärmepumpen werden über das BEG-Programm des BAFA gefördert. Die Basis-Förderung beträgt 30 Prozent. Hinzu kommen der Klima-Speed-Bonus (20 Prozent beim Ersatz einer fossilen Heizung), der Einkommens-Bonus (30 Prozent bei geringem Einkommen) und der Effizienz-Bonus (5 Prozent für natürliche Kältemittel). Maximal sind 70 Prozent der förderfähigen Kosten bis 30.000 Euro förderfähig, also maximal 21.000 Euro Zuschuss.
Wie viel Platz braucht ein Eisspeicher im Garten?
Ein 10-Kubikmeter-Eisspeicher hat einen Durchmesser von circa 2,5 Metern und eine Höhe von 2,2 Metern. Inklusive Mindestabständen zum Gebaeude (1,5 bis 2 Meter), zur Grundstücksgrenze und Zufahrt für den Minibagger werden 20 bis 30 Quadratmeter freie Gartenfläche benötigt. Nach der Installation ist die Oberfläche wieder begehbar und bepflanzbar.
Welcher Hersteller bietet Eisspeicher-Wärmepumpen an?
Der Marktführer ist Viessmann mit der Vitocal 262-A, die als Komplettlösung mit Eisspeicher und Solarthermie erhältlich ist. Weitere Anbieter sind ait-Deutschland mit den Marken alpha innotec und WATERKOTTE sowie Stiebel Eltron. Die Auswahl ist kleiner als bei Luft-Wärmepumpen, was regional zu längeren Wartezeiten führen kann.
Welche Jahresarbeitszahl erreicht eine Eisspeicher-Wärmepumpe?
Eisspeicher-Wärmepumpen erreichen typischerweise eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 bis 4,5. Das liegt über der Luft-Wärmepumpe (2,8 bis 3,8) und nur knapp unter der Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung (4,0 bis 5,5). Die stabile Quelltemperatur von 0 Grad sorgt dafür, dass die JAZ auch in kalten Wintern nicht einbricht.
Kann ein Eisspeicher auch zur Kühlung genutzt werden?
Ja. Im Sommer kann die Restkälte des Eisspeichers zur passiven Kühlung des Gebaeudes genutzt werden. Das kühle Wasser wird über die Fußbodenheizung geleitet und senkt die Raumtemperatur um 2 bis 4 Grad. Der Stromverbrauch beschränkt sich auf die Umwälzpumpe (50 bis 100 Watt). Der Kompressor der Wärmepumpe läuft dabei nicht.
Wie lange hält ein Eisspeicher?
Der Betonzylinder des Eisspeichers ist auf eine Lebensdauer von mindestens 40 bis 50 Jahren ausgelegt. Die Wärmetauscher bestehen aus korrosionsbeständigem PE-HD-Kunststoff und haben keine mechanisch bewegten Teile. Der Speicher ist nahezu wartungsfrei. Die Wärmepumpe selbst hat eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren und muss gegebenenfalls einmal ersetzt werden.