Wie viel Strom erzeugt eine PV Anlage im Winter?
Die Frage nach dem Photovoltaik Winterertrag gehört zu den häufigsten Anliegen von Solaranlagenbesitzern und Kaufinteressenten. Die ehrliche Antwort lautet: deutlich weniger als im Sommer, aber keineswegs nichts. Eine gut geplante und fachgerecht installierte Photovoltaikanlage produziert auch in den Wintermonaten relevante Strommengen, die einen erheblichen Teil des Haushaltsverbrauchs abdecken können.
Die saisonale Verteilung des Solarertrags in Deutschland folgt einem klaren Muster. In den Sommermonaten Juni, Juli und August werden etwa 35 bis 40 Prozent des gesamten Jahresertrags erzeugt. Der Frühling (März bis Mai) steuert rund 25 bis 30 Prozent bei, der Herbst (September bis November) etwa 20 bis 25 Prozent. Die Wintermonate Dezember, Januar und Februar liefern die verbleibenden 10 bis 15 Prozent des Jahresertrags. Bei einer typischen 10 kWp Anlage in Süddeutschland entspricht das einer Winterproduktion von rund 900 bis 1.500 kWh.
Diese Zahlen klingen auf den ersten Blick bescheiden. Doch im Kontext der Gesamtbetrachtung relativiert sich das Bild erheblich. Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage wird nicht am Winterertrag gemessen, sondern am Jahresertrag. Und dort liefert eine moderne 10 kWp Anlage in Deutschland zwischen 9.000 und 11.000 kWh pro Jahr. Der Winter ist dabei ein wichtiger Baustein, kein Totalausfall. Laut einer aktuellen Auswertung des Fraunhofer ISE erzeugen PV Anlagen auch an trüben Wintertagen messbare Erträge, weil Solarmodule nicht nur direktes Sonnenlicht, sondern auch diffuse Strahlung verwerten.
Regionale Unterschiede beim Winterertrag
Der Standort der Anlage spielt im Winter eine besonders große Rolle. In Süddeutschland, etwa in Bayern oder Baden Württemberg, liegt die Globalstrahlung im Dezember bei rund 25 bis 35 kWh pro Quadratmeter. In Norddeutschland, etwa in Schleswig Holstein oder Niedersachsen, sind es nur 15 bis 25 kWh pro Quadratmeter. Das ergibt Unterschiede von bis zu 40 Prozent beim Winterertrag. Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Globalstrahlung bestätigen diese regionalen Schwankungen und bieten eine verlässliche Grundlage für die Ertragsberechnung.
Wichtig dabei: Die genannten Werte sind Durchschnittswerte über mehrere Jahre. In einzelnen Wintern kann der Ertrag je nach Witterung um bis zu 20 Prozent nach oben oder unten abweichen. Ein schneearmer, milder Winter mit vielen Sonnenstunden bringt deutlich mehr als ein trüber, verregneter Winter mit Dauerbewölkung.
In Regionen mit häufigem Nebel oder Hochnebel, etwa im Alpenvorland oder entlang des Oberrheingrabens, kann der Winterertrag zusätzlich reduziert sein. Dagegen profitieren Höhenlagen oberhalb der Nebelgrenze von klarer Winterluft und intensiver Einstrahlung. In den Alpen kann der Winterertrag pro Quadratmeter sogar über dem norddeutschen Niveau liegen, obwohl die Schneelast dort natürlich höher ausfällt.
Eine 10 kWp PV Anlage erzeugt im Winter (Dezember bis Februar) rund 900 bis 1.500 kWh. Das sind 10 bis 15 Prozent des Jahresertrags. In Süddeutschland liegen die Werte bis zu 40 Prozent über denen in Norddeutschland. Die Anlage lohnt sich trotzdem, weil der Jahresertrag entscheidend ist.
Solarertrag nach Monat: Der Winterertrag im Detail
Um den PV Ertrag im Winter realistisch einzuordnen, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die monatliche Verteilung. Die folgende Übersicht zeigt den typischen Ertrag einer 10 kWp Anlage mit Südausrichtung und 30 Grad Neigung in Mitteldeutschland (Standort Frankfurt am Main). Die Werte basieren auf langjährigen Mittelwerten und berücksichtigen Verluste durch Wechselrichter, Leitungen und Verschmutzung.
| Monat | Ertrag (kWh) | Anteil am Jahresertrag | Sonnenstunden |
|---|---|---|---|
| Januar | 350 | 3,5 % | 45 |
| Februar | 500 | 5,0 % | 70 |
| März | 850 | 8,5 % | 120 |
| April | 1.100 | 11,0 % | 170 |
| Mai | 1.250 | 12,5 % | 210 |
| Juni | 1.300 | 13,0 % | 220 |
| Juli | 1.250 | 12,5 % | 230 |
| August | 1.100 | 11,0 % | 210 |
| September | 850 | 8,5 % | 160 |
| Oktober | 600 | 6,0 % | 110 |
| November | 350 | 3,5 % | 55 |
| Dezember | 250 | 2,5 % | 35 |
Der Dezember ist mit rund 250 kWh der ertragsschwächste Monat. Der Grund: Die Tage sind extrem kurz (nur etwa 8 Stunden Tageslicht), die Sonne steht tief und die Bewölkung ist häufig dicht. Dennoch produziert die Anlage an einem durchschnittlichen Dezembertag rund 8 kWh, genug, um den Grundbedarf eines sparsamen Haushalts für mehrere Stunden zu decken.
Bereits ab Februar steigt der Ertrag spürbar an. Mit zunehmender Tageslänge und höherem Sonnenstand verdoppelt sich die Produktion gegenüber dem Dezember nahezu. Der März markiert dann den Übergang zur ertragsstarken Saison. Wer über einen Stromspeicher verfügt, kann die schwankenden Wintererträge deutlich besser nutzen und den Eigenverbrauch spürbar erhöhen.
Solarmodule brauchen kein direktes Sonnenlicht. Auch bei bewölktem Himmel oder Hochnebel wird Strom erzeugt. Die diffuse Strahlung kann an bewölkten Tagen 10 bis 30 Prozent der Nennleistung liefern. Moderne monokristalline Module sind besonders gut darin, diffuses Licht in Strom umzuwandeln.
Temperaturkoeffizient: Warum Kälte gut für Module ist
Ein physikalischer Effekt, der viele überrascht: Solarmodule arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter als bei Hitze. Der Grund liegt im sogenannten Temperaturkoeffizienten, der angibt, wie stark die Modulleistung mit steigender Temperatur abnimmt. Bei modernen monokristallinen Siliziummodulen liegt dieser Wert bei etwa minus 0,3 Prozent pro Kelvin (bezogen auf die Standardtestbedingungen bei 25 Grad Celsius).
Was bedeutet das in der Praxis? An einem klaren Wintertag mit einer Modultemperatur von 0 Grad Celsius liegt die Effizienz rund 7,5 Prozent über dem Nennwert. Bei minus 10 Grad, wie sie in kalten Winternächten vorkommen können, steigt der theoretische Effizienzgewinn sogar auf 10,5 Prozent. Im Sommer hingegen heizen sich Module auf dem Dach leicht auf 60 bis 70 Grad auf, was einem Leistungsverlust von 10 bis 14 Prozent gegenüber dem Nennwert entspricht.
Die Kombination aus klarer Winterluft, niedrigen Temperaturen und reflektierendem Schnee auf dem Boden kann an einzelnen Tagen zu Erträgen führen, die über der Nennleistung des Moduls liegen. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) hat dokumentiert, dass an solchen Spitzentagen in Süddeutschland Leistungswerte von 105 bis 110 Prozent der Nennleistung möglich sind. Das sogenannte Albedo, also die Reflexion des Sonnenlichts durch Schnee, kann die Einstrahlung auf die Module um 10 bis 25 Prozent erhöhen.
Modultypen im Wintervergleich
Nicht alle Modultypen reagieren gleich auf Kälte. Monokristalline Module haben den besten Temperaturkoeffizienten (minus 0,30 bis minus 0,35 Prozent pro Kelvin), gefolgt von polykristallinen Modulen (minus 0,35 bis minus 0,45 Prozent pro Kelvin). Dünnschichtmodule, insbesondere CdTe Typen, weisen mit minus 0,20 bis minus 0,25 Prozent pro Kelvin den geringsten Temperaturverlust auf und sind daher in heißen Klimazonen besonders beliebt. Für den deutschen Winter sind monokristalline Hochleistungsmodule mit Halbzelltechnologie die beste Wahl, weil sie das verfügbare Licht am effizientesten nutzen und gleichzeitig vom Kälteeffekt profitieren.
Kälte ist ein Verbündeter der Photovoltaik. Bei 0 Grad Celsius arbeiten Module rund 7,5 Prozent effizienter als unter Standardbedingungen. Kombiniert mit dem Albedo Effekt durch Schnee können an klaren Wintertagen Spitzenleistungen von über 100 Prozent der Nennleistung erreicht werden.
Schnee auf Solarmodulen: Wann räumen, wann abwarten?
Das Thema Schnee auf Solarmodulen beschäftigt Anlagenbesitzer in schneereichen Regionen besonders. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen müssen Sie gar nichts tun. Moderne Solarmodule haben eine glatte Glasoberfläche, und die Neigung des Daches sorgt dafür, dass Schnee von selbst abrutscht. Bereits eine minimale Erwärmung der Moduloberfläche durch die einfallende Strahlung reicht aus, um den Gleitprozess in Gang zu setzen.
Bei Dachneigungen ab 25 Grad rutscht Schnee in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen von alleine ab. Bei steileren Dächern ab 35 Grad geschieht das oft schon innerhalb weniger Stunden. Problematisch wird es nur bei flachen Dächern unter 15 Grad Neigung oder bei lang anhaltendem Frost, der den Schnee auf der Moduloberfläche festfriert. In solchen Fällen kann eine vorsichtige Räumung sinnvoll sein.
Steigen Sie niemals auf ein verschneites oder vereistes Dach! Die Rutschgefahr ist extrem hoch. Verwenden Sie ausschließlich Teleskopbesen oder spezielle Schneeräumer für Solarmodule, die Sie vom Boden oder von einer gesicherten Leiter aus bedienen können. Scharfe Werkzeuge oder Kratzer beschädigen die Antireflexbeschichtung der Module dauerhaft.
In 5 Schritten richtig mit Schnee auf PV Modulen umgehen
Monitoring prüfen
Kontrollieren Sie die aktuelle Leistung im Monitoring System. Wenn die Anlage trotz Tageslicht null Watt anzeigt, ist wahrscheinlich die gesamte Modulfläche bedeckt. Bei Teilverschattung durch Schneeränder produziert die Anlage reduziert, aber messbar.
Abwarten und beobachten
In den meisten Fällen löst sich der Schnee innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst. Sobald die Sonne auf die Module scheint, erwärmt sich die Glasoberfläche leicht und der Schnee beginnt abzurutschen. Geduld ist fast immer die beste Strategie.
Teleskopbesen bereithalten
Bei lang anhaltender Schneedecke (mehr als eine Woche) und flachen Dächern kann ein weicher Teleskopbesen helfen. Achten Sie auf Modelle mit Gummilippe, die speziell für Solarmodule entwickelt wurden. Kosten: 30 bis 80 Euro im Fachhandel.
Vorsichtig räumen
Arbeiten Sie immer von unten nach oben und mit minimalem Druck. Entfernen Sie nur den losen Schnee. Festgefrorenes Eis niemals mit Gewalt abkratzen, das beschädigt die Moduloberfläche und kann zum Garantieverlust führen.
Ertrag nach Räumung kontrollieren
Nach der Schneeräumung die Leistung im Monitoring prüfen. Alle Strings sollten wieder gleichmäßig produzieren. Wenn einzelne Module deutlich weniger liefern, könnte eine Beschädigung oder Restverschattung vorliegen.
Schneelast und Statik: Was Module aushalten
Moderne Solarmodule sind für erhebliche Schneelasten ausgelegt. Die DIN EN 61215 schreibt mechanische Belastungstests vor, bei denen die Module Drücken von bis zu 3.400 Pascal standhalten müssen. Das entspricht einer Schneelast von etwa 550 Kilogramm pro Quadratmeter oder einer Schneeschicht von rund 1,5 Metern Nassschnee. In der Praxis liegt die kritische Grenze deutlich höher als das, was selbst in schneereichen Wintern in Deutschland vorkommt.
Entscheidend ist allerdings die Unterkonstruktion. In den Schneelastzonen 2 und 3 (Mittelgebirge, Alpenvorland, Schwarzwald) muss das Montagesystem entsprechend dimensioniert werden. Ein erfahrener Installateur berücksichtigt die lokale Schneelastzone automatisch bei der Planung. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre bestehende Anlage für hohe Schneelasten ausgelegt ist, lassen Sie die Statik von einem Fachbetrieb prüfen.
Modulneigung und Ausrichtung im Winter
Die Dachneigung und Ausrichtung beeinflusst den Winterertrag stärker als den Sommerertrag. Im Sommer steht die Sonne hoch am Himmel, weshalb Module mit 20 bis 30 Grad Neigung optimal arbeiten. Im Winter dagegen steht die Sonne deutlich tiefer: Am 21. Dezember erreicht sie in Mitteldeutschland nur einen Höchststand von rund 17 Grad über dem Horizont. Für maximalen Winterertrag wäre daher eine steilere Neigung von 55 bis 65 Grad ideal.
In der Praxis ist ein Kompromiss nötig. Die meisten Hausdächer haben eine Neigung zwischen 25 und 45 Grad. Eine Neigung von 35 Grad nach Süden liefert über das gesamte Jahr den besten Gesamtertrag. Dabei werden im Winter zwar nicht die maximal möglichen Erträge erzielt, aber der Sommerverlust durch zu steile Module wäre deutlich größer als der Wintergewinn.
Süd vs. Ost West: Was bringt im Winter mehr?
Interessanterweise schneiden reine Südanlagen im Winter deutlich besser ab als Ost West Systeme. Während Ost West Konfigurationen im Sommer fast gleichauf liegen (sie nutzen Morgen und Abendsonne besser), fehlt im Winter schlicht die Sonnenstundenzahl, um den flacheren Einfallswinkel auf den Ost und Westseiten auszugleichen. Eine reine Südanlage erzielt im Dezember typischerweise 15 bis 25 Prozent mehr Ertrag als eine vergleichbare Ost West Anlage. Details zur optimalen Ausrichtung finden Sie in unserem Ratgeber Solaranlage Ausrichtung und Neigung.
✓ Steile Neigung (40 bis 55°)
- Besserer Einfallswinkel bei tiefstehender Wintersonne
- Schnee rutscht schneller und zuverlässiger ab
- Weniger Verschmutzung durch Selbstreinigungseffekt
- Geringere Schneelast auf Modulen und Unterkonstruktion
- Ideal für Standorte mit hoher Schneelastzone
✗ Nachteile steiler Neigung
- Geringerer Gesamtjahresertrag (minus 5 bis 10 Prozent)
- Weniger Ertrag in den ertragsstarken Sommermonaten
- Größere Windangriffsfläche bei steilem Aufständerungswinkel
- Höherer Materialaufwand bei Flachdachmontage
- Nicht immer architektonisch umsetzbar
Bifaziale Module: Doppelter Nutzen im Schnee
Eine besonders interessante Option für den Winterbetrieb sind bifaziale Solarmodule. Diese Module können Licht von beiden Seiten aufnehmen, also auch die Reflexion vom Boden oder der Dachfläche. Im Winter, wenn Schnee die Umgebung reflektiert, können bifaziale Module einen Mehrertrag von 10 bis 20 Prozent gegenüber konventionellen Modulen erzielen. Das macht sie besonders für Freiflächenanlagen und Aufständerungen auf Flachdächern interessant, wo genügend Licht die Rückseite erreicht.
Eigenverbrauch im Winter steigern: Speicher und Wärmepumpe
Im Winter erzeugt die PV Anlage weniger Strom, gleichzeitig steigt der Verbrauch durch Heizung, Beleuchtung und kürzere Tage. Die Eigenverbrauchsquote sinkt dadurch oft auf 15 bis 25 Prozent, wenn keine Speicherlösung vorhanden ist. Mit der richtigen Kombination aus Speicher und intelligentem Energiemanagement lässt sich dieser Wert deutlich steigern.
Stromspeicher im Winterbetrieb
Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 10 kWh kann die Eigenverbrauchsquote im Winter von 20 auf 40 bis 50 Prozent steigern. Der größte Nutzen entsteht in den Übergangsmonaten Oktober, November, Februar und März, wenn tagsüber noch ausreichend Strom produziert wird, der abends und nachts aus dem Speicher entnommen werden kann. Im Dezember und Januar, den ertragsschwächsten Monaten, ist der Speichernutzen geringer, weil schlicht weniger Strom zum Speichern vorhanden ist. Detaillierte Informationen zur Speicherauswahl finden Sie in unserem Stromspeicher Vergleich.
PV und Wärmepumpe: Das ideale Winterduo
Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist eine der effektivsten Strategien, um den Eigenverbrauch im Winter zu maximieren. Smarte Energiemanagementsysteme erkennen automatisch, wann die Solaranlage Überschüsse produziert, und schalten die Wärmepumpe gezielt in diesen Zeiten ein. Mittags, wenn die Solarproduktion ihren Tageshöchstwert erreicht, läuft die Wärmepumpe auf Hochtouren und speichert die Wärme im Pufferspeicher des Hauses. Diese thermische Speicherung funktioniert als günstiger Energiespeicher: Die im Pufferspeicher eingelagerte Wärme reicht in einem gut gedämmten Haus für mehrere Stunden oder sogar den gesamten Abend.
Nach Berechnungen des Bundesverbands Wärmepumpe lässt sich durch die intelligente Kopplung von PV und Wärmepumpe der jährliche Eigenverbrauchsanteil um 15 bis 25 Prozentpunkte steigern. Im Winter verschiebt sich der Verbrauch der Wärmepumpe dabei zugunsten der Mittagsstunden, wenn die Solaranlage die höchste Leistung bringt. Die Wärmepumpe dient so quasi als thermischer Speicher für den Solarstrom.
Seit wir die Wärmepumpe mit der PV Anlage und dem Speicher gekoppelt haben, decken wir selbst im Januar rund 40 Prozent unseres Strombedarfs aus eigener Produktion. Die Energiemanagement App zeigt genau, wann die Wärmepumpe den Solarstrom nutzt. Im letzten Winter haben wir so über 600 Euro Heizkosten gespart.
Die Kombination aus PV, Batteriespeicher und Wärmepumpe ist die effektivste Strategie für den Winterbetrieb. Ein 10 kWh Speicher steigert die Eigenverbrauchsquote auf 40 bis 50 Prozent. Die Wärmepumpe nutzt den Solarstrom als thermischen Speicher und kann den Eigenverbrauch um weitere 15 bis 25 Prozentpunkte erhöhen.
Monitoring und Wartung in der kalten Jahreszeit
Gerade im Winter, wenn die Erträge ohnehin niedrig sind, ist ein funktionierendes Monitoring System besonders wichtig. Leistungseinbrüche durch Schneebedeckung, defekte Strings oder Wechselrichterprobleme bleiben sonst unbemerkt und kosten bares Geld. Moderne Monitoring Lösungen überwachen die Anlage in Echtzeit und senden automatisch Warnmeldungen bei Abweichungen vom Sollwert.
Worauf Sie im Winter achten sollten
Vergleichen Sie die tatsächlichen Erträge regelmäßig mit den Prognosewerten Ihres Monitoring Systems. Wenn die Anlage an einem sonnigen Wintertag deutlich weniger produziert als erwartet, können verschiedene Ursachen vorliegen: Teilverschattung durch Schneereste, Eisbildung auf der Moduloberfläche, feuchtigkeitsbedingte Leistungsverluste in älteren Steckverbindungen oder ein defekter String. Viele Monitoring Systeme bieten einen String Vergleich an, der Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Modulreihen sofort sichtbar macht.
Die Wartung der Anlage sollte idealerweise im Herbst (Oktober/November) erfolgen, bevor der Winter einsetzt. Dabei werden die Steckverbindungen geprüft, die Moduloberflächen gereinigt und die Unterkonstruktion auf Korrosion oder lockere Befestigungen kontrolliert. Eine professionelle Wartung kostet zwischen 150 und 300 Euro und kann Ertragsverluste von 3 bis 8 Prozent verhindern. Ausführliche Informationen zur Wartung finden Sie in unserem Ratgeber Photovoltaik Wartung.
Wechselrichter im Winter
Wechselrichter sind das Herzstück jeder PV Anlage und verdienen im Winter besondere Aufmerksamkeit. Bei extremer Kälte unter minus 20 Grad Celsius können einige ältere Wechselrichtermodelle Startprobleme haben. Moderne Geräte sind jedoch für Betriebstemperaturen von minus 25 bis plus 60 Grad Celsius ausgelegt. Wenn Ihr Wechselrichter in einem unbeheizten Raum (Garage, Dachboden) installiert ist, prüfen Sie im Datenblatt, ob er für die lokalen Tiefsttemperaturen geeignet ist.
Ein weiterer Wintereffekt betrifft die Feuchtigkeitsbildung. Bei starken Temperaturschwankungen kann sich Kondenswasser im Wechselrichter bilden. Hochwertige Geräte haben eine Schutzklasse von IP65 und sind dagegen geschützt. Bei älteren Anlagen empfiehlt es sich, den Wechselrichter im Herbst auf Korrosionsspuren und feuchte Stellen zu untersuchen.
Reinigung nach dem Winter
Nach der Schneeschmelze im Frühling empfiehlt sich eine gründliche Sichtprüfung der gesamten Anlage. Schmelzwasser kann Schmutzpartikel, Blätter und Vogelkot auf der Moduloberfläche verteilen, die den Ertrag dauerhaft mindern. Eine professionelle Modulreinigung kostet zwischen 1 und 3 Euro pro Quadratmeter und lohnt sich besonders bei flach geneigten Anlagen, die vom natürlichen Regen nur schlecht gereinigt werden. Prüfen Sie auch die Dachdurchführungen und Kabelkanäle auf Beschädigungen durch Frost oder Eisbildung. Lockere Klemmen an der Unterkonstruktion sollten nachgezogen werden, da sich durch wiederholte Temperaturwechsel Verschraubungen lösen können. Dokumentieren Sie die Ergebnisse der Sichtprüfung und vergleichen Sie sie mit den Monitoring Daten der Wintermonate, um eventuelle Leistungseinbrüche bestimmten Modulen zuordnen zu können.
Regelmäßiges Monitoring ist im Winter besonders wichtig, um Ertragsverluste durch Schnee, Eis oder technische Defekte frühzeitig zu erkennen. Die Wartung sollte im Herbst vor dem Wintereinbruch erfolgen. Kosten: 150 bis 300 Euro. Der String Vergleich im Monitoring zeigt Probleme sofort an.
Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich Photovoltaik auch im Winter?
Die kurze Antwort: Ja, unbedingt. Und zwar aus mehreren Gründen. Erstens wird die Wirtschaftlichkeit einer PV Anlage immer über den gesamten Jahresertrag berechnet, nicht über einzelne Wintermonate. Zweitens ist der Strompreis im Winter genauso hoch wie im Sommer, jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart also unabhängig von der Jahreszeit den vollen Bezugspreis. Drittens amortisiert sich eine gut dimensionierte Anlage auch bei konservativer Berechnung in 8 bis 12 Jahren, und die prognostizierte Lebensdauer beträgt 25 bis 30 Jahre.
Rechenbeispiel: Winterertrag in Euro
Nehmen wir eine 10 kWp Anlage mit einem Winterertrag von 1.200 kWh (Dezember bis Februar). Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 40 Prozent (mit Speicher) und einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich folgender finanzieller Nutzen im Winter:
- Eigenverbrauch: 480 kWh × 0,35 € = 168 € gespart
- Einspeisung: 720 kWh × 0,08 € = 57,60 € Vergütung
- Gesamtnutzen Winter: rund 226 € in drei Monaten
Auf das gesamte Jahr hochgerechnet erwirtschaftet die Anlage bei einem Jahresertrag von 10.000 kWh und einem durchschnittlichen Eigenverbrauchsanteil von 50 Prozent einen finanziellen Nutzen von rund 2.150 Euro jährlich. Die Investitionskosten von 15.000 bis 20.000 Euro (inklusive Speicher) amortisieren sich damit in 7 bis 9 Jahren. Detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen finden Sie in unserem Ratgeber Photovoltaik Rendite.
Förderung nutzen
Die staatliche Förderung macht die Investition noch attraktiver. Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für PV Anlagen (KfW 270), und in vielen Bundesländern gibt es zusätzliche Speicherförderungen. Die Einspeisevergütung nach EEG beträgt aktuell rund 8 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 kWp. Detaillierte Informationen zur Förderlandschaft finden Sie in unserem Photovoltaik Förderung Ratgeber.


