Überblick: Welche KfW-Förderung gibt es für Wärmepumpen?

Seit 2024 hat sich die Förderstruktur für Wärmepumpen in Deutschland fundamental geändert. Die KfW vergibt keine direkten Zuschüsse mehr – stattdessen konzentriert sich die Zuschuss-Förderung beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen. Die KfW bietet nun ausschließlich zinsgünstige Kredite an, die mit der BAFA-Förderung kombiniert werden können.

Die drei relevanten Programme 2026:

  • BAFA BEG-Einzelmaßnahmen: Zuschuss bis zu 70% der förderfähigen Kosten (max. 21.000 Euro)
  • KfW 270 (Erneuerbare Energien – Standard): Kredit bis 150.000 Euro, 4,75% eff. Jahreszins
  • KfW 458 (Ergänzungskredit): Speziell für BEG-Geförderte mit geringem Einkommen, bis 120.000 Euro, 4,86% eff. Jahreszins
bis 70%
BAFA-Zuschuss (max. 21.000 €)
4,86%
KfW 458 Zinssatz (eff. p.a.)
120k€
Max. Kreditsumme KfW 458

Das klingt kompliziert, ist aber gut durchdacht: Der BAFA-Zuschuss deckt den Hauptteil der Kosten ab, und wer den Eigenanteil nicht bar zahlen kann oder will, finanziert ihn über die günstigen KfW-Kredite. Quelle: KfW – Heizen mit erneuerbaren Energien

KfW 270: Erneuerbare Energien Standard

Das Programm KfW 270 ist der klassische Förderkredit für erneuerbare Heizungen. Er kann von jedem beantragt werden – unabhängig vom Einkommen – und finanziert bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Konditionen KfW 270 (2026)

  • Kreditsumme: max. 150.000 Euro pro Wohneinheit
  • Zinssatz: 4,75% effektiver Jahreszins (Stand März 2026, variiert je nach Marktlage)
  • Laufzeit: 4–30 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre: 1–3 Jahre möglich
  • Auszahlung: 100% (keine Auszahlungsgebühr)

Der KfW 270 ist ideal, wenn Du die gesamten Kosten der Wärmepumpe finanzieren möchtest und kein geringes Einkommen hast (dann wäre KfW 458 günstiger). Er kann auch mit dem BAFA-Zuschuss kombiniert werden – mehr dazu in Abschnitt 5.

💡 Wann lohnt sich KfW 270?

Der KfW 270 lohnt sich, wenn Du die Investition vollständig finanzieren willst und gleichzeitig vom BAFA-Zuschuss profitierst. Der effektive Zinssatz liegt unter den meisten Ratenkrediten von Hausbanken (die kosten oft 6–8%).

KfW 458: Ergänzungskredit für Wärmepumpen

Das Programm KfW 458 wurde 2024 eingeführt, um Haushalten mit geringem Einkommen den Umstieg auf eine Wärmepumpe zu erleichtern. Es ist ein Ergänzungskredit, der zusätzlich zur BAFA-Förderung beantragt werden kann.

Voraussetzungen für KfW 458

  • Du hast eine BAFA-Förderzusage für BEG-Einzelmaßnahmen (Wärmepumpe)
  • Dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen liegt unter 90.000 Euro pro Jahr
  • Die Wärmepumpe wird in einem selbstgenutzten Wohngebäude installiert

Konditionen KfW 458 (2026)

  • Kreditsumme: max. 120.000 Euro pro Wohneinheit
  • Zinssatz: 4,86% effektiver Jahreszins (Stand März 2026)
  • Laufzeit: 4–30 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre: 1–3 Jahre
  • Auszahlung: 100%

Der Zinssatz liegt minimal über KfW 270, dafür ist die Kreditsumme spezifisch auf die Heizungsmodernisierung zugeschnitten und kann mit dem BAFA-Einkommensbonus kombiniert werden. Quelle: KfW 458 – Ergänzungskredit

⚠️ Einkommensgrenze beachten

Ob Du unter die 90.000 Euro Grenze fällst, entscheidet der Steuerbescheid des vorletzten Jahres (für Anträge 2026: Steuerbescheid 2024). Es zählt das Haushaltseinkommen – also die Summe aller im Haushalt lebenden Personen.

BAFA BEG-Förderung: Zuschuss bis 70%

Die eigentliche „Hauptförderung" für Wärmepumpen kommt vom BAFA im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Hier gibt es direkte Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Fördersätze BAFA 2026

  • Basis-Förderung: 30% der förderfähigen Kosten
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: +20% (wenn Du eine funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder über 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt)
  • Einkommens-Bonus: +30% (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro)
  • Effizienz-Bonus: +5% (für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel, z. B. Propan)

Die Boni sind kombinierbar, aber die Gesamtförderung ist auf 70% gedeckelt. Die maximalen förderfähigen Kosten liegen bei 30.000 Euro pro Wohneinheit – also maximal 21.000 Euro Zuschuss.

Szenario Fördersatz Max. Zuschuss (bei 30k€ Kosten)
Basis (Neubau oder Standard-Modernisierung) 30% 9.000 €
Basis + Klimageschwindigkeits-Bonus 50% 15.000 €
Basis + Klima + Einkommens-Bonus 70% 21.000 €
Basis + Klima + Effizienz-Bonus 55% 16.500 €

Wichtig: Der Klimageschwindigkeits-Bonus gilt nur bis 31.12.2028. Ab 2029 sinkt er auf +17%. Quelle: BAFA – BEG Einzelmaßnahmen

Kombination BAFA + KfW: So geht's

Die Kombination aus BAFA-Zuschuss und KfW-Kredit ist die finanziell attraktivste Variante für die meisten Haushalte. So funktioniert's:

Rechenbeispiel: Wärmepumpe 22.000 Euro Gesamtkosten

Annahmen:

  • Gesamtkosten: 22.000 Euro
  • BAFA-Förderung: 50% (Basis + Klimageschwindigkeits-Bonus)
  • Eigenanteil: 11.000 Euro
  • Finanzierung Eigenanteil über KfW 458
PositionBetrag
Gesamtkosten Wärmepumpe22.000 €
BAFA-Zuschuss (50%)−11.000 €
Eigenanteil11.000 €
Finanziert über KfW 458 (120 Monate, 4,86% Zins)~125 €/Monat
Effektive Belastung (10 Jahre)15.000 € (inkl. Zinsen)

Im Vergleich: Eine Gasheizung für 12.000 Euro (ohne Förderung) kostet über 20 Jahre ca. 54.000 Euro (inkl. Betrieb). Die Wärmepumpe mit Förderung + Kredit kostet über 20 Jahre ca. 35.000 Euro. Ersparnis: 19.000 Euro.

💡 Förderfähige Kosten

Zu den förderfähigen Kosten zählen: Wärmepumpe, Installation, hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher, Heizkörpertausch, Demontage Altanlage und Energieberatung. Nicht förderfähig: Dämmung, Fenster, Fußbodenheizung-Neuverlegung.

Antrag Schritt für Schritt

Die richtige Reihenfolge ist entscheidend. Ein falscher Schritt kann die Förderung gefährden.

Ablauf: BAFA + KfW kombiniert

  1. Angebote einholen: Hol Dir mindestens 3 Angebote von Fachbetrieben ein. Nutze Leospardo, um geprüfte Anbieter zu vergleichen.
  2. Energieberater beauftragen (optional, aber empfohlen): Ein Energieberater hilft beim Antrag und stellt sicher, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Beratung ist ebenfalls förderfähig (bis 80% Zuschuss über BAFA).
  3. BAFA-Antrag stellen: Antrag online über fms.bafa.de. Du brauchst: Angebot, technische Datenblätter der Wärmepumpe, Energieberater-Bestätigung (falls beauftragt).
  4. BAFA-Zusage abwarten: Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen. Du erhältst eine Förderzusage mit Zuwendungsbescheid.
  5. KfW-Kredit beantragen: Jetzt kannst Du den KfW-Kredit beantragen (über Deine Hausbank). Du brauchst die BAFA-Zusage als Nachweis.
  6. Vertragsabschluss: Erst jetzt darfst Du den Vertrag mit dem Installateur unterschreiben!
  7. Bauausführung: Die Wärmepumpe wird installiert.
  8. Rechnung und Verwendungsnachweis: Nach Fertigstellung reichst Du die Rechnung und den Verwendungsnachweis beim BAFA ein.
  9. Auszahlung BAFA-Zuschuss: Das BAFA überweist den Zuschuss auf Dein Konto. Bearbeitungszeit: 6–12 Wochen.
⚠️ Maßnahmenbeginn nach Antragstellung!

Der „Maßnahmenbeginn" ist der Vertragsabschluss mit dem Installateur – NICHT der Baustart. Wer den Vertrag vor der BAFA-Zusage unterschreibt, verliert die Förderung. Lieferverträge (z. B. für die Wärmepumpe) sind aber erlaubt.

Boni und Zuschüsse optimieren

Mit der richtigen Strategie kannst Du die Förderung maximieren. Hier sind die wichtigsten Hebel:

1. Klimageschwindigkeits-Bonus sichern (bis 2028)

Wenn Deine Heizung noch funktioniert, aber über 20 Jahre alt ist, greift der Klimageschwindigkeits-Bonus. Das gilt auch für Gasheizungen! Ab 2029 sinkt der Bonus von +20% auf +17%. Wer bis Ende 2028 beantragt, spart also 3% = bis zu 900 Euro.

2. Einkommens-Bonus nutzen

Wenn Dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, gibt es +30% Förderung. Das kann den Unterschied machen zwischen 50% und 70% Förderung – also 6.000 Euro mehr Zuschuss bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten.

3. Effizienz-Bonus mitnehmen

Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. Propan R290) sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern bringen auch +5% Förderung. Viele moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen verwenden bereits Propan. Frag beim Angebot gezielt danach.

4. Energieberater einbinden

Ein Energieberater kostet 500–1.500 Euro, wird aber zu 80% gefördert (max. 1.300 Euro Zuschuss). Er optimiert Dein Heizsystem, hilft beim Antrag und stellt sicher, dass alle Boni ausgeschöpft werden. Mehr dazu: BAFA Energieberatung

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Häufige Fragen zur KfW Förderung Wärmepumpe

Was ist die KfW 458 Förderung?
KfW 458 ist ein zinsgünstiger Ergänzungskredit für Heizungsmodernisierung mit max. 120.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung: Du bekommst BAFA-Förderung und hast max. 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen. Zinssatz: 4,86% eff. p.a. (Stand März 2026).
Wie hoch ist die KfW Förderung für Wärmepumpen?
Die KfW selbst gibt keinen direkten Zuschuss für Wärmepumpen mehr. Seit 2024 läuft die Zuschuss-Förderung komplett über das BAFA (bis 70%). Die KfW bietet nur zinsgünstige Kredite an: KfW 270 (150.000 € max.) und KfW 458 (120.000 € max.).
Kann ich BAFA und KfW kombinieren?
Ja! Du kannst den BAFA-Zuschuss (bis 70%) mit dem KfW-Kredit 270 oder 458 kombinieren. Das BAFA zahlt den Zuschuss, die KfW finanziert den Eigenanteil zu günstigen Zinsen. Diese Kombination ist die häufigste und finanziell attraktivste Variante.
Wann muss ich die KfW Förderung beantragen?
Der KfW-Kredit muss VOR Vertragsabschluss beantragt werden. Die BAFA-Förderung muss ebenfalls vorher beantragt sein. Ablauf: 1) BAFA-Antrag, 2) BAFA-Zusage abwarten, 3) KfW-Kreditantrag, 4) Vertragsabschluss, 5) Baustart. Wer die Reihenfolge nicht einhält, verliert die Förderung.
Was ist der Klimageschwindigkeits-Bonus?
Der Klimageschwindigkeits-Bonus gibt +20% BAFA-Förderung, wenn Du eine über 20 Jahre alte funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Gasheizung ersetzt. Gilt bis 31.12.2028 – ab 2029 sinkt der Bonus auf +17%. Das kann 900 Euro Unterschied machen.
Wie hoch ist der KfW 458 Zinssatz 2026?
Der KfW 458 Zinssatz liegt 2026 bei ca. 4,86% effektiver Jahreszins (Stand März 2026). Der Zinssatz ist einkommensabhängig und wird individuell festgelegt. Er liegt unter den meisten Ratenkrediten von Hausbanken (6–8%) und ist damit eine günstige Finanzierungsoption.