Beide heizen mit Strom, aber grundverschieden

Modernes Infrarotheizpanel an einer weißen Wohnzimmerwand neben einem Sofa
Ein Infrarotheizpanel an der Wand: flach, unauffällig und wartungsfrei, aber physikalisch auf ein 1:1-Verhältnis von Strom zu Wärme begrenzt

Infrarotheizung oder Wärmepumpe ist eine Frage, die immer mehr Eigenheimbesitzer beschäftigt. Der Grund liegt auf der Hand: Das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) verlangt seit 2024, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Beide Systeme nutzen Strom als Energieträger und damit einen wachsenden Anteil erneuerbarer Quellen. Doch hinter dieser Gemeinsamkeit verbergen sich fundamentale Unterschiede bei Effizienz, Betriebskosten und Förderfähigkeit.

Die Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung. Sie wandelt Strom im Verhältnis 1:1 in Wärmestrahlung um. Das ist physikalisch das Maximum, mehr geht nicht. Ein Infrarotpanel mit 1.000 Watt Leistung erzeugt exakt 1.000 Watt Wärme. Diese Wärmestrahlung trifft auf Oberflächen im Raum, erwärmt Wände, Möbel und Personen direkt, ohne den Umweg über die Raumluft. Das fühlt sich angenehm und natürlich an, ähnlich der Sonnenwärme.

Die Wärmepumpe dagegen nutzt den eingesetzten Strom nicht zur direkten Wärmeerzeugung, sondern als Antriebsenergie für einen thermodynamischen Kreislauf. Sie entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) vorhandene thermische Energie und hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau. Aus 1 kWh Strom werden so 3 bis 4,5 kWh Wärme gewonnen. Dieses Verhältnis wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Die Wärmepumpe liefert 3,5 mal mehr Wärme als eine Infrarotheizung bei identischem Stromeinsatz.

Dieser Effizienzunterschied hat massive Auswirkungen auf die Betriebskosten. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent pro kWh (Bundesdurchschnitt 2026 laut BDEW Strompreisanalyse) und einem Heizwärmebedarf von 12.000 kWh für ein 100 Quadratmeter Haus ergeben sich folgende Jahreskosten: Infrarotheizung 3.840 Euro, Wärmepumpe (JAZ 3,5) rund 1.097 Euro. Die Differenz beträgt 2.743 Euro pro Jahr, jedes Jahr.

3.840 €
Infrarot pro Jahr (100 m²)
1.097 €
Wärmepumpe pro Jahr (100 m²)
2.743 €
Differenz pro Jahr

Dieser Ratgeber stellt beide Heizsysteme detailliert gegenüber. Alle Berechnungen basieren auf dem Referenzgebäude mit 100 Quadratmetern Wohnfläche und mittlerem Dämmstandard (EnEV 2009). Als Strompreis verwenden wir den aktuellen Bundesdurchschnitt von 32 Cent pro kWh. Die Förderbeträge entsprechen den offiziellen Konditionen der BAFA Bundesförderung für 2026. Am Ende wissen Sie genau, welches System in Ihrer Situation die wirtschaftlich bessere Wahl ist.

🔑 Kernaussage

Infrarotheizung und Wärmepumpe heizen beide mit Strom, aber die Effizienz unterscheidet sich um den Faktor 3 bis 4. Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom bis zu 4,5 kWh Wärme, eine Infrarotheizung exakt 1 kWh. Dieser Unterschied schlägt sich in jährlichen Mehrkosten von rund 2.700 Euro für die Infrarotheizung nieder.

Infrarotheizung: Technik, Kosten und physikalische Grenzen

Eine Infrarotheizung besteht aus flachen Panels, die an der Wand oder Decke montiert werden. Im Inneren befindet sich ein Heizelement, das elektrischen Strom in langwellige Infrarotstrahlung umwandelt. Anders als konventionelle Heizkörper, die Raumluft erhitzen (Konvektion), strahlt das Infrarotpanel Wärme direkt auf Oberflächen ab. Das Prinzip ähnelt der Strahlungswärme einer Ofenplatte oder der Sonne: Die bestrahlten Flächen erwärmen sich, und erst sekundär steigt die Raumlufttemperatur.

Dieser Funktionsmechanismus hat Vorteile: Es entsteht weniger Luftzirkulation und damit weniger Staubaufwirbelung. Die Wärme wird als angenehm und gleichmäßig empfunden. Infrarotpanels erreichen ihre volle Strahlungsleistung innerhalb weniger Minuten. Das macht sie ideal für Räume, die nur kurzzeitig beheizt werden müssen. Doch der Effizienznachteil bleibt bestehen: Egal wie hochwertig das Panel ist, es kann physikalisch nie mehr als 1 kWh Wärme aus 1 kWh Strom erzeugen.

Anschaffungskosten nach Leistungsklassen

Die Anschaffungskosten einer Infrarotheizung variieren nach Leistung, Bauform und Qualität. Einfache Panels für kleine Räume kosten ab 200 Euro, hochwertige Designmodelle (als Spiegel, Bild oder Naturstein) können bis zu 1.200 Euro pro Stück kosten. Die Installation ist unkompliziert: Die meisten Panels werden an die Wand geschraubt und an eine normale Steckdose angeschlossen. Ein Elektriker ist in der Regel nicht erforderlich.

RaumgrößeEmpfohlene LeistungPanelpreis (Stück)Installation
Badezimmer (8 m²)400 bis 600 Watt200 bis 500 €50 bis 100 €
Schlafzimmer (14 m²)600 bis 900 Watt300 bis 700 €100 bis 150 €
Wohnzimmer (25 m²)2 x 700 bis 900 Watt600 bis 1.400 €150 bis 250 €
Ganzes Haus (100 m²)6 bis 8 Panels2.500 bis 6.000 €500 bis 1.200 €

Für ein 100 Quadratmeter Einfamilienhaus mit mittlerem Dämmstandard werden typischerweise 6 bis 8 Infrarotpanels benötigt. Die Gesamtkosten inklusive Thermostate und Installation liegen bei 3.000 bis 7.200 Euro. Im Vergleich dazu kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation 15.000 bis 25.000 Euro (vor Förderung). Dieser Preisunterschied bei der Anschaffung ist das Hauptargument der Infrarotheizungs-Befürworter, er relativiert sich allerdings innerhalb weniger Jahre durch die drastisch höheren Betriebskosten.

Ein weiterer Kostenvorteil der Infrarotheizung: Sie ist wartungsfrei. Keine beweglichen Teile, kein Kältemittelkreislauf, keine Filter, keine jährliche Inspektion. Die Lebensdauer hochwertiger Panels liegt bei 25 bis 30 Jahren. Im Vergleich erfordert eine Wärmepumpe jährliche Wartung mit Kosten von 150 bis 300 Euro. Allerdings gleicht dieser Wartungsvorteil die dreimal höheren Stromkosten bei weitem nicht aus. Über 10 Jahre spart man mit wartungsfreien Infrarotpanels maximal 2.500 Euro an Wartung, zahlt aber rund 27.000 Euro mehr an Stromkosten.

⚠️ Achtung: Betriebskosten unterschätzen

Viele Anbieter von Infrarotheizungen werben mit niedrigen Anschaffungskosten und blenden die Betriebskosten aus. Rechnen Sie immer die Gesamtkosten über mindestens 10 Jahre, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Die günstigste Heizung in der Anschaffung kann die teuerste im Betrieb sein.

Wärmepumpe: Warum 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme liefert

Luft-Wasser-Wärmepumpe neben einem deutschen Einfamilienhaus mit grünem Garten
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus: Die Außeneinheit entzieht der Umgebungsluft Wärme und wandelt sie in Heizenergie um

Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe basiert auf demselben physikalischen Prozess wie ein Kühlschrank, nur in umgekehrter Richtung. Ein Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur und nimmt dabei Umgebungswärme auf. Ein elektrisch betriebener Kompressor verdichtet das Kältemittel, wodurch sich dessen Temperatur stark erhöht. Die gewonnene Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizsystem (Fußbodenheizung oder Heizkörper) abgegeben. Anschließend wird das Kältemittel entspannt, kühlt ab und der Kreislauf beginnt von vorn.

Entscheidend ist: Der Kompressor benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die als Wärme ins Haus gelangt. Den Großteil der Heizenergie liefert die Umgebung kostenlos: Außenluft (bei Luft-Wasser-Wärmepumpen), Erdreich (bei Sole-Wärmepumpen) oder Grundwasser (bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen). Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 erzeugt aus 1 kWh eingesetztem Strom 3,5 kWh Wärme. Der Strom dient lediglich als Antrieb, nicht als Energiequelle.

Die drei Typen von Wärmepumpen unterscheiden sich in ihrer Wärmequelle und Effizienz:

WärmepumpentypWärmequelleTypische JAZInvestition (vor Förderung)
Luft-WasserAußenluft3,0 bis 4,515.000 bis 25.000 €
Sole-Wasser (Erdwärme)Erdreich4,0 bis 5,520.000 bis 40.000 €
Wasser-WasserGrundwasser4,5 bis 6,025.000 bis 45.000 €

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit rund 85 Prozent Marktanteil die mit Abstand beliebteste Variante in Deutschland. Sie benötigt keine Bohrungen und lässt sich unkompliziert nachrüsten. Moderne Geräte von Herstellern wie Viessmann, Vaillant, Bosch oder Daikin arbeiten auch bei Außentemperaturen von minus 15 Grad Celsius zuverlässig, wenngleich die Effizienz bei extremer Kälte sinkt. Der JAZ-Rechner des Bundesverbands Wärmepumpe hilft bei der Einschätzung der erzielbaren Effizienz für das eigene Gebaeude.

Sole-Wärmepumpen nutzen über Tiefenbohrungen (80 bis 150 Meter) oder Flächenkollektoren (200 bis 400 Quadratmeter Gartenfläche) die konstante Erdwärme von 8 bis 12 Grad Celsius. Da diese Temperatur ganzjährig stabil bleibt, arbeiten Sole-Wärmepumpen auch im tiefsten Winter mit hoher Effizienz. Der Nachteil: Die Erschließung der Wärmequelle ist mit 5.000 bis 15.000 Euro Zusatzkosten verbunden und erfordert eine wasserrechtliche Genehmigung.

Moderne Wärmepumpen verwenden zunehmend das natürliche Kältemittel Propan (R290). Es hat ein extrem niedriges Treibhauspotenzial (GWP 3) und ist damit umweltfreundlicher als ältere synthetische Kältemittel. Die BAFA belohnt den Einsatz natürlicher Kältemittel mit einem zusätzlichen Effizienz-Bonus von 5 Prozent auf die Fördersumme. Die Lebensdauer einer Wärmepumpe liegt bei 15 bis 25 Jahren, vergleichbar mit einer Gasheizung.

💡 WP-Sondertarif nutzen und sparen

Viele Energieversorger bieten spezielle Stromtarife für Wärmepumpen an. Der Strom ist 15 bis 25 Prozent günstiger als der Normaltarif, weil der Netzbetreiber die Wärmepumpe in Spitzenlastzeiten kurzzeitig abschalten darf. Voraussetzung ist ein separater Stromzähler. Typische WP-Tarife liegen 2026 bei 20 bis 26 Cent pro kWh statt 32 Cent.

Betriebskosten im direkten Vergleich

Familie berechnet Heizkosten am Küchentisch mit Unterlagen und Taschenrechner
Die Gesamtkosten über 10 Jahre zeigen deutlich: Günstige Anschaffung bedeutet nicht automatisch günstige Heizung

Der Betriebskostenvergleich basiert auf einem Referenzgebäude mit 100 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Heizwärmebedarf von 12.000 kWh (mittlerer Dämmstandard). Der Strompreis beträgt 32 Cent pro kWh (Normaltarif) bzw. 24 Cent pro kWh (WP-Sondertarif). Zusätzlich berücksichtigen wir die Warmwasserbereitung von 2.000 kWh pro Jahr, womit der Gesamtwärmebedarf bei 14.000 kWh liegt.

Infrarotheizung: Jährliche Betriebskosten

Die Infrarotheizung wandelt Strom 1:1 in Wärme um. Für 14.000 kWh Wärme werden exakt 14.000 kWh Strom benötigt. Hinzu kommt ein Wirkungsgradverlust durch Abstrahlverluste und suboptimale Panelplatzierung von etwa 5 Prozent, sodass der tatsächliche Strombedarf bei rund 14.700 kWh liegt.

StromtarifPreis pro kWhStrombedarfJahreskosten
Normaltarif (typisch)32 Ct/kWh14.700 kWh4.704 €/Jahr
Normaltarif (günstig)28 Ct/kWh14.700 kWh4.116 €/Jahr
Normaltarif + PV (30 % Eigenverbrauch)Misch 25 Ct14.700 kWh3.675 €/Jahr

Wichtig: Infrarotheizungen erhalten keinen WP-Sondertarif. Sie werden zum normalen Haushaltsstrompreis betrieben. Das verschärft den Kostenunterschied zur Wärmepumpe zusätzlich.

Wärmepumpe: Jährliche Betriebskosten

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,5 benötigt für 14.000 kWh Wärme nur 4.000 kWh Strom. Der große Unterschied entsteht dadurch, dass die Wärmepumpe rund 71 Prozent der Heizenergie kostenlos aus der Umgebungsluft gewinnt.

StromtarifPreis pro kWhStrombedarfJahreskosten
WP-Sondertarif (günstig)20 Ct/kWh4.000 kWh800 €/Jahr
WP-Sondertarif (typisch)24 Ct/kWh4.000 kWh960 €/Jahr
Normaler Haushaltsstrom32 Ct/kWh4.000 kWh1.280 €/Jahr
WP-Tarif + 40 % PV-EigenverbrauchMisch 15 Ct4.000 kWh~600 €/Jahr

Der Vergleich zeigt: Selbst im ungünstigsten Fall (Wärmepumpe mit Normaltarif vs. Infrarot mit günstigem Tarif) spart die Wärmepumpe über 2.800 Euro pro Jahr. Im typischen Fall mit WP-Sondertarif beträgt die jährliche Ersparnis rund 3.744 Euro. Diese Differenz allein rechtfertigt die höhere Investition der Wärmepumpe innerhalb von 2 bis 3 Jahren.

🔑 Kernaussage

Die jährlichen Betriebskosten einer Infrarotheizung für ein 100 Quadratmeter Haus liegen bei rund 4.700 Euro. Eine Wärmepumpe mit WP-Sondertarif kostet nur 960 Euro pro Jahr. Die Differenz von 3.744 Euro pro Jahr ist der entscheidende Faktor: Bereits nach 2 bis 3 Jahren hat die Wärmepumpe ihre höheren Anschaffungskosten wieder eingespielt.

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10-Jahres-Kalkulation: Gesamtkosten mit allen Faktoren

Ein seriöser Kostenvergleich berücksichtigt nicht nur die laufenden Betriebskosten, sondern sämtliche Kostenbestandteile über die gesamte Nutzungsdauer: Anschaffung, Installation, Förderung, Strom, Wartung, Reparaturrücklagen und eine eventuelle Erneuerung. Wir kalkulieren für das Referenzgebäude mit 100 Quadratmetern, 14.000 kWh Gesamtwärmebedarf, 32 Cent Strompreis und 24 Cent WP-Sondertarif. Die BAFA-Förderung setzen wir mit 50 Prozent an (Basis 30 % plus 20 % Klima-Geschwindigkeitsbonus beim Austausch einer fossilen Heizung).

Position (10 Jahre)InfrarotheizungLuft-Wasser-WPSole-WP
Anschaffung + Installation4.500 €20.000 €35.000 €
BAFA-Förderung0 €-10.000 €-17.500 €
Eigenanteil (netto)4.500 €10.000 €17.500 €
Stromkosten (10 Jahre)47.040 €9.600 €7.680 €
Wartung (10 Jahre)0 €2.500 €2.500 €
Reparaturrücklage0 €1.000 €1.000 €
Gesamtkosten 10 Jahre51.540 €23.100 €28.680 €

Das Ergebnis ist eindeutig: Über 10 Jahre kostet die Infrarotheizung 28.440 Euro mehr als eine geförderte Luft-Wasser-Wärmepumpe. Pro Monat sind das 237 Euro Mehrkosten. Die Sole-Wärmepumpe liegt wegen der höheren Investition zwischen beiden, ist aber mit ihrer überlegenen JAZ von 4,5 bis 5,0 langfristig die effizienteste Lösung.

Kumulierte Gesamtkosten über 10 Jahre (in Euro)
28.440 €
Mehrkosten Infrarot vs. Wärmepumpe über 10 Jahre
Bei einem 100 m² Einfamilienhaus mit mittlerem Dämmstandard

Der Break-even, also der Zeitpunkt, ab dem die Wärmepumpe trotz höherer Anschaffung insgesamt günstiger ist, liegt bei rund 1,5 bis 2,5 Jahren. Danach spart der Wärmepumpenbesitzer jeden Monat bares Geld. Über die typische Lebensdauer von 20 Jahren summiert sich der Vorteil auf über 55.000 Euro gegenüber der Infrarotheizung. Selbst ohne jegliche Förderung, also mit dem vollen Kaufpreis von 20.000 Euro für die Wärmepumpe, ist der Break-even nach etwa 4 Jahren erreicht.

Ein zusätzlicher Aspekt: Die Wärmepumpe steigert den Immobilienwert. Laut einer Analyse von ImmobilienScout24 erzielen Häuser mit Wärmepumpe und guter Energieeffizienzklasse 5 bis 15 Prozent höhere Verkaufspreise. Eine Infrarotheizung als Hauptheizsystem wird dagegen bei Immobilienkäufern eher kritisch bewertet, weil sie auf hohe laufende Heizkosten hinweist.

Förderung 2026: Wärmepumpe wird bezuschusst, Infrarot nicht

Die staatliche Förderung ist ein entscheidender Faktor im Kostenvergleich. Die Bundesförderung für effiziente Gebaeude (BEG), administriert durch das BAFA und die KfW, unterstützt den Einbau erneuerbarer Heizsysteme mit erheblichen Zuschüssen. Die Infrarotheizung ist explizit von dieser Förderung ausgeschlossen.

Für Wärmepumpen sieht die Förderlandschaft 2026 folgendermaßen aus:

  • Basis-Förderung 30 % für alle förderfähigen Wärmepumpen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)
  • +20 % Klima-Geschwindigkeits-Bonus beim Austausch einer funktionsfähigen Gas-, Öl- oder Nachtspeicherheizung
  • +30 % Einkommens-Bonus für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro pro Jahr
  • +5 % Effizienz-Bonus für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z.B. Propan R290) oder Erdwärmenutzung

Die Förderung ist auf maximal 70 % der förderfähigen Kosten gedeckelt. Bei einer Wärmepumpe mit förderfähigen Kosten von 30.000 Euro und einer 70-Prozent-Förderung beträgt der Zuschuss 21.000 Euro. Der Eigenanteil sinkt auf 9.000 Euro. Das ist nur geringfügig mehr als die Anschaffungskosten einer vollständigen Infrarotheizung für ein ganzes Haus.

Der KfW-Ergänzungskredit 358/359 bietet zusätzlich zinsgünstige Darlehen von bis zu 120.000 Euro für die Heizungssanierung. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei 0,01 Prozent für den geförderten Anteil, eine faktisch zinslose Finanzierung.

Warum wird die Infrarotheizung nicht gefördert? Der Grund liegt in den Effizienzanforderungen der BEG-Richtlinie. Förderfähige Heizsysteme müssen einen signifikanten Anteil erneuerbarer Energie nutzen. Eine Infrarotheizung wandelt zwar Strom in Wärme um, nutzt aber keine zusätzliche Umweltwärme. Sie wird als Stromdirektheizung klassifiziert und erfüllt die Effizienzkriterien nicht. Auch das Gebaeudeenergiegesetz (GEG) erkennt Infrarotheizungen nur in Gebaeuden mit KfW-Effizienzhaus-40-Standard als Hauptheizung an, also in extrem gut gedämmten Neubauten mit sehr niedrigem Heizwärmebedarf.

💡 Förderantrag: Timing beachten

Der BAFA-Förderantrag muss zwingend vor der Beauftragung des Fachbetriebs eingereicht werden. Nachträgliche Anträge werden nicht akzeptiert. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 6 bis 10 Wochen. Planen Sie diesen Vorlauf in Ihre Zeitplanung ein. Der Liefer- und Installationsvertrag darf erst nach Eingang der Förderzusage unterschrieben werden.

Wärmepumpe im Altbau: Machbar oder Wunschdenken?

Typischer deutscher Altbau mit Backsteinfassade, winterliche Stimmung
Auch in Altbauten funktionieren Wärmepumpen. Entscheidend sind Dämmzustand, Heizflächen und eine professionelle Heizlastberechnung

Das Argument der Infrarotheizungs-Befürworter: In schlecht gedämmten Altbauten funktioniere eine Wärmepumpe nicht effizient, deshalb sei die Infrarotheizung die bessere Wahl. Dieses Argument greift zu kurz. Studien von co2online und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) zeigen, dass Wärmepumpen in über 60 Prozent aller Bestandsgebäude ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind. Bei gezielter Sanierung (Fenstertausch, Dachdämmung) steigt die Eignung auf über 85 Prozent.

Moderne Wärmepumpen arbeiten mit Vorlauftemperaturen von bis zu 65 Grad Celsius und eignen sich damit auch für Altbauten mit klassischen Radiatoren. Entscheidend sind drei Faktoren:

Faktor 1: Vorlauftemperatur. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Fußbodenheizungen (35 Grad) sind ideal. Moderne Flachheizkörper funktionieren mit 45 bis 50 Grad. Alte Rippenheizkörper erfordern 55 bis 65 Grad. Selbst bei 55 Grad Vorlauf erreicht eine gute Luft-Wasser-Wärmepumpe eine JAZ von 2,5 bis 3,0. Das ist immer noch 2,5 bis 3 mal effizienter als eine Infrarotheizung.

Faktor 2: Hydraulischer Abgleich. Bei einem hydraulischen Abgleich werden alle Heizkörper im Haus so eingestellt, dass die Wärme gleichmäßig verteilt wird. Das kostet 500 bis 1.500 Euro und verbessert die Effizienz der Wärmepumpe spürbar. Der hydraulische Abgleich ist Voraussetzung für die BAFA-Förderung und wird in den meisten Fällen mitgefördert.

Faktor 3: Gebaeudedämmung. Schon einfache Maßnahmen wie die Dämmung der obersten Geschossdecke (2.000 bis 5.000 Euro), der Kellerdecke (1.500 bis 3.000 Euro) oder ein Fenstertausch senken den Heizwärmebedarf und ermöglichen niedrigere Vorlauftemperaturen. Die Verbraucherzentrale Energieberatung bietet geförderte Beratung für nur 30 Euro, die bei der Priorisierung der Sanierungsmaßnahmen hilft.

Der entscheidende Punkt: Selbst wenn die Wärmepumpe im unsanierten Altbau nur eine JAZ von 2,5 erreicht, braucht sie für 14.000 kWh Wärme nur 5.600 kWh Strom. Mit WP-Sondertarif ergeben sich Jahreskosten von 1.344 Euro. Die Infrarotheizung kostet für dieselbe Wärmemenge 4.704 Euro. Die Wärmepumpe spart also selbst im schlechtesten Fall über 3.300 Euro pro Jahr.

Altbau-SzenarioWP-JAZStromkosten WPStromkosten IRErsparnis WP
Unsaniert, alte Radiatoren (55 °C)2,51.344 €4.704 €3.360 €/Jahr
Teilsaniert, neue Fenster (50 °C)3,01.120 €4.704 €3.584 €/Jahr
Gut saniert, Fußbodenheizung (35 °C)4,0840 €4.704 €3.864 €/Jahr
Unser Haus ist Baujahr 1978 und nur teilsaniert. Der Energieberater hat uns geraten, erst die oberste Geschossdecke zu dämmen und dann die Wärmepumpe einzubauen. Vorher hatten wir eine alte Ölheizung mit 2.800 Euro Heizkosten. Jetzt zahlen wir 1.100 Euro pro Jahr mit der Wärmepumpe. Die Infrarotheizung stand nie ernsthaft zur Debatte, die Betriebskosten wären untragbar gewesen.
Martina und Klaus S., Hauseigentümer aus Wiesbaden
Umstieg von Ölheizung auf Luft-Wasser-Wärmepumpe, März 2025

Wann eine Infrarotheizung trotzdem Sinn ergibt

Gemütliches Ferienhaus im Schwarzwald mit warmem Licht, Schnee auf dem Dach
In Ferienhäusern und Wochenendhütten kann eine Infrarotheizung eine pragmatische Lösung sein: schnelle Wärme ohne aufwendige Installation

Trotz der eindeutigen Zahlenlage gibt es Einsatzszenarien, in denen eine Infrarotheizung die sinnvollere Wahl ist. Entscheidend: Sie darf nicht als alleinige Hauptheizung für ein dauerhaft bewohntes Haus eingesetzt werden, sondern gezielt in bestimmten Nischensituationen.

Ferienhäuser und Wochenendhütten

Wenn ein Gebaeude nur an 40 bis 80 Tagen im Jahr genutzt wird, rechnet sich die teure Installation einer Wärmepumpe wirtschaftlich nicht. Eine Infrarotheizung mit Funkthermostat bringt den Raum innerhalb von 10 bis 20 Minuten auf Wohlfühltemperatur. Bei geringer Nutzungsdauer bleiben die absoluten Heizkosten überschaubar: 60 Heiztage mit 8 Stunden Betrieb und 2 kW Leistung ergeben rund 960 kWh, also etwa 307 Euro pro Jahr.

Garagen, Werkstätten und Hobbyräume

Für gelegentlich genutzte Nebengebäude, in denen Frostschutz oder kurze Aufheizphasen benötigt werden, sind Infrarotpanels eine praktische Lösung. Kein Wasseranschluss, keine Verrohrung, kein Frostrisiko. Ein Panel an die Wand, Stecker in die Dose. Die Investition von 200 bis 500 Euro ist minimal und die jährlichen Betriebskosten bei sporadischer Nutzung liegen unter 100 Euro.

Ergänzung zur bestehenden Hauptheizung

In einem kalten Badezimmer, einem schlecht angebundenen Homeoffice oder einem Wintergarten kann ein einzelnes Infrarotpanel als Zusatzheizung sinnvoll sein. Es erwärmt gezielt und schnell, ohne das zentrale Heizsystem hochfahren zu müssen. Die Kosten für ein einzelnes Badezimmer-Panel liegen bei 300 bis 500 Euro, die jährlichen Betriebskosten bei 40 bis 100 Euro.

Übergangslösung bei Heizungstausch

Wenn die alte Heizung ausgefallen ist und die Lieferzeit der neuen Wärmepumpe 8 bis 12 Wochen beträgt, überbrücken mobile Infrarotpanels die Wartezeit. In manchen Baumärkten können Infrarotheizgeräte sogar tagesweise gemietet werden. Als kurzfristige Notlösung für wenige Wochen sind die hohen Betriebskosten vertretbar.

Photovoltaik als Gamechanger für die Wärmepumpe

Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach und Wärmepumpe an der Seite
Die Kombination aus Solaranlage und Wärmepumpe ist die wirtschaftlich und ökologisch optimale Lösung für deutsche Eigenheime

Die wirtschaftlich und ökologisch beste Heizlösung für ein deutsches Eigenheim ist die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Mit einer PV-Anlage auf dem Dach wird ein erheblicher Teil des Wärmepumpenstroms selbst erzeugt. Die Gestehungskosten für Solarstrom liegen bei 8 bis 12 Cent pro kWh, deutlich unter dem Netzstrompreis von 32 Cent. Wer 40 bis 50 Prozent des Wärmepumpenstroms aus der eigenen PV-Anlage bezieht, senkt die jährlichen Heizkosten auf unter 600 Euro.

SzenarioHeizkosten/JahrCO2-Ausstoß/Jahr
Infrarotheizung (Netzstrom)4.704 €5.900 kg
Wärmepumpe (WP-Sondertarif)960 €1.600 kg
Wärmepumpe + PV (40 % Eigenverbrauch)600 €960 kg
Wärmepumpe + PV + Speicher (65 % Eigenverbrauch)440 €560 kg

Eine Infrarotheizung profitiert theoretisch ebenfalls von einer PV-Anlage, verbraucht aber dreimal so viel Strom. Um denselben Autarkiegrad zu erreichen, bräuchte man eine dreimal so große PV-Anlage und einen dreimal so großen Batteriespeicher. Das ist wirtschaftlich unsinnig. Die PV-Anlage ist der natürliche Partner der Wärmepumpe, weil der niedrige Strombedarf der Wärmepumpe realistisch aus einer Standard-PV-Anlage (8 bis 12 kWp) gedeckt werden kann.

Besonders attraktiv sind die Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst: In den Monaten März, April, September und Oktober liefert die PV-Anlage gute Erträge, während der Heizwärmebedarf moderat ist. Die Wärmepumpe kann in diesen Monaten zu 60 bis 80 Prozent mit eigenem Solarstrom betrieben werden. Im Winter sinkt der PV-Ertrag, aber der Eigenverbrauchsanteil für die Wärmepumpe liegt immer noch bei 15 bis 25 Prozent. Wer einen Batteriespeicher (5 bis 10 kWh) ergänzt, erhöht den Eigenverbrauchsanteil auf 60 bis 70 Prozent im Jahresmittel.

🔑 Kernaussage

Die Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik senkt die Heizkosten auf unter 600 Euro pro Jahr. Das ist weniger als ein Achtel der Heizkosten einer Infrarotheizung mit Netzstrom. Gleichzeitig sinkt der CO2-Fußabdruck um über 80 Prozent.

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Schallschutz und Genehmigungen: Was Sie wissen müssen

Ein Aspekt, den Infrarotheizungs-Befürworter gerne ins Feld führen: Die Wärmepumpe ist laut. Stimmt das? Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen Schallpegel von 35 bis 50 dB(A) in einem Meter Abstand. Zum Vergleich: Ein leises Gespräch liegt bei 40 dB(A), ein normaler Kühlschrank bei 35 dB(A). In 3 Metern Entfernung, dem typischen Abstand zum Aufstellort, sinkt der Schallpegel auf 25 bis 40 dB(A). Das ist im Wohnbereich kaum wahrnehmbar.

Für die Aufstellung gelten die Vorgaben der TA Lärm und der kommunalen Bauordnungen. Die wesentlichen Regeln im Überblick:

  • Mindestabstand zum Nachbarn: In den meisten Bundesländern mindestens 3 Meter zum Nachbargebäude. Manche Kommunen schreiben 5 Meter vor.
  • Lärmgrenzwerte: Tagsüber 50 bis 55 dB(A) an der Grundstücksgrenze, nachts 35 bis 40 dB(A) (abhängig vom Gebietsstatus: Wohn-, Misch- oder Gewerbegebiet).
  • Genehmigungspflicht: In den meisten Bundesländern ist die Aufstellung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe genehmigungsfrei. Für Erdwärmebohrungen wird eine wasserrechtliche Genehmigung benötigt.
  • Schallschutzmaßnahmen: Schallschutzhauben, Schwingungsdämpfer und die richtige Ausrichtung des Ventilators reduzieren die Geräuschentwicklung zusätzlich.

Die Infrarotheizung hat hier einen klaren Vorteil: Sie arbeitet komplett geräuschlos. Kein Ventilator, kein Kompressor, keine Vibrationen. Für geräuschempfindliche Standorte (z.B. Reihenhäuser mit minimalem Nachbarabstand) kann das ein relevantes Argument sein. Allerdings bieten die meisten Hersteller inzwischen besonders leise Modelle an, die auch in dichter Bebauung die Grenzwerte einhalten. Eine professionelle Schallprognose durch den Fachbetrieb gehört zum Standard jeder seriösen Angebotserstellung.

Strompreisentwicklung und Zukunftssicherheit

Die Zukunftsfähigkeit eines Heizsystems hängt maßgeblich von der Strompreisentwicklung ab. Beide Systeme nutzen Strom, aber die Auswirkungen von Preisänderungen unterscheiden sich drastisch. Eine Strompreiserhöhung um 5 Cent pro kWh verteuert die jährlichen Heizkosten der Infrarotheizung um 735 Euro (14.700 kWh x 0,05 Euro), die der Wärmepumpe dagegen nur um 200 Euro (4.000 kWh x 0,05 Euro). Die Infrarotheizung ist damit 3,7 mal empfindlicher gegenüber Strompreisschwankungen.

Die langfristige Strompreisentwicklung in Deutschland wird von mehreren Faktoren bestimmt:

  • Ausbau erneuerbarer Energien: Der steigende Anteil von Wind und Solar (aktuell über 55 % laut Umweltbundesamt) senkt mittelfristig die Erzeugungskosten.
  • Netzentgelte: Der notwendige Netzausbau könnte die Netzentgelte leicht erhöhen, besonders in ländlichen Regionen.
  • Dynamische Tarife: Ab 2025 müssen alle Energieversorger dynamische Stromtarife anbieten. Wärmepumpenbesitzer können gezielt dann heizen, wenn der Strom günstig ist (z.B. bei viel Wind oder Sonne).
  • Sektorenkopplung: Der wachsende Bedarf an Strom für Wärme und Mobilität erhöht die Nachfrage, wird aber durch den EE-Ausbau kompensiert.

Für die Wärmepumpe sprechen zusätzlich zwei Zukunftseffekte: Erstens wird sie mit jedem Prozentpunkt mehr erneuerbarer Energie im Strommix automatisch klimafreundlicher, ohne dass der Betreiber etwas tun muss. Zweitens profitiert sie von technologischen Fortschritten bei Kompressoren und Kältemitteln, die die JAZ künftiger Geräte weiter verbessern. Die Infrarotheizung ist dagegen physikalisch bei ihrem 1:1-Wirkungsgrad festgenagelt. Es gibt keinen technologischen Hebel, der ihre Effizienz verbessern könnte.

💡 Dynamische Stromtarife: Chance für Wärmepumpenbesitzer

Dynamische Tarife ermöglichen es, Strom zu Börsenpreisen zu beziehen. An Stunden mit viel Wind oder Sonne kann der Preis auf 5 bis 10 Cent pro kWh fallen. Eine Wärmepumpe mit intelligentem Pufferspeicher heizt genau dann vor, wenn der Strom am günstigsten ist. Das ist mit einer Infrarotheizung kaum möglich, weil sie keine thermische Masse hat.

In 5 Schritten zur optimalen Heizungsentscheidung

Zertifizierter Fachhandwerker installiert eine Wärmepumpe im Heizungskeller
Die Installation einer Wärmepumpe erfordert qualifizierte Fachbetriebe. Eine professionelle Planung und Dimensionierung sichert die Effizienz

So findest Du die richtige Heizung für Dein Haus

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Gebaeudezustand analysieren lassen

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Heizlast berechnen lassen

Die professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist Pflicht für die richtige Dimensionierung. Ohne sie riskierst Du Über- oder Unterdimensionierung mit negativen Folgen für Effizienz und Komfort. Die Berechnung ist in seriösen Angeboten enthalten.

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Mindestens 3 Angebote vergleichen

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Förderantrag stellen (vor Beauftragung!)

Reiche den BAFA-Förderantrag ein, bevor Du den Fachbetrieb beauftragst. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 6 bis 10 Wochen. Erst nach Förderzusage darf der Auftrag erteilt werden.

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Installation, Inbetriebnahme und Optimierung

Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe dauert 2 bis 4 Tage. Nach der Inbetriebnahme die Heizkurve über die erste Saison schrittweise optimieren. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur verbessert die JAZ um ca. 2,5 %.

Fazit: Klare Empfehlung für dauerhaftes Heizen

Der Vergleich Infrarotheizung vs. Wärmepumpe ergibt ein eindeutiges Bild: Als dauerhafte Heizlösung für ein bewohntes Haus ist die Wärmepumpe der Infrarotheizung in jedem relevanten Kriterium überlegen. Die Betriebskosten sind dreimal niedriger, die staatliche Förderung reduziert die Anschaffungskosten auf ein vergleichbares Niveau, und die Zukunftssicherheit ist durch die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen gewährleistet.

Wärmepumpe vs. Infrarotheizung: Pro und Contra

✓ Vorteile Wärmepumpe

  • Betriebskosten nur 960 Euro pro Jahr (100 m²)
  • Bis zu 70 % BAFA-Förderung möglich
  • JAZ 3,0 bis 4,5 (3 bis 4 mal effizienter als IR)
  • GEG-konform und zukunftssicher
  • Kombinierbar mit PV für Heizkosten unter 600 Euro
  • Kühlfunktion im Sommer nutzbar
  • Immobilienwert steigt um 5 bis 15 %
  • Profitiert von dynamischen Stromtarifen

✗ Nachteile Wärmepumpe

  • Höhere Anschaffungskosten (vor Förderung)
  • Jährliche Wartung (150 bis 300 Euro)
  • Außeneinheit erzeugt Betriebsgeräusche
  • Im unsanierten Altbau geringere Effizienz
  • Professionelle Installation erforderlich
  • Lieferzeiten von 4 bis 12 Wochen

Die Infrarotheizung hat ihre Berechtigung ausschließlich als Ergänzungsheizung, für Ferienhäuser, Nebengebäude und als kurzfristige Übergangslösung. In diesen Nischen spielt sie ihre Stärken aus: niedrige Investition, einfache Installation, sofortige Wärme, wartungsfrei. Für die Vollbeheizung eines ganzjährig bewohnten Hauses ist sie die teuerste aller verfügbaren Optionen.

Wer langfristig Heizkosten sparen, von staatlicher Förderung profitieren und zukunftssicher heizen möchte, trifft mit einer Wärmepumpe die wirtschaftlich und ökologisch richtige Entscheidung. Der Break-even liegt bei nur 1,5 bis 2,5 Jahren. Danach spart der Wärmepumpenbesitzer dauerhaft Geld, während der Infrarotheizungsbesitzer weiter hohe Stromrechnungen zahlt. Über 20 Jahre summiert sich der Vorteil auf über 55.000 Euro. Diese Zahl spricht für sich.

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