Kurz gesagt

Ein Kunststofffenster kostet inklusive Einbau laut BKI rund 930 Euro im Neubau und rund 1.023 Euro im Altbau. Für Ausbau und Entsorgung des alten Elements kommen rund 55 Euro je Fenster dazu. Auf die förderfähigen Ausgaben gibt es 15 Prozent BAFA-Zuschuss, wenn der U_w-Wert höchstens 0,95 W/(m2K) beträgt.

Merksatz

Ein Fensterpreis ist erst vergleichbar, wenn Material, Einbausituation, Ausbau, Entsorgung, U_w-Wert und Förderstatus in derselben Leistungsbeschreibung stehen.

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Der Stückpreis ist die unzuverlässigste Zahl in Deinem Fensterangebot

Die Zahl, mit der fast jedes Fensterprojekt startet, stammt aus einer Anzeige oder aus einem Gespräch am Gartenzaun. Belastbarer ist der Richtwert der BKI-Baukostendatenbank: Ein Kunststofffenster inklusive Einbau liegt bei rund 930 Euro im Neubau und bei rund 1.023 Euro im Altbau.

Fenster mit dunklem Rahmen und schmaler Aluminium-Außenfensterbank an einer verputzten Hausfassade im Abendlicht
Der Preis eines Fensters endet nicht am Rahmen, sondern an Fensterbank und Anschluss

Zehn Fenster im Bestandsgebäude ergeben daraus rund 10.230 Euro. Das ist ein Anker für Dein Budget, kein Angebot für Dein Haus.

Der Anker trägt genau so weit, wie die Leistungsbeschreibung dahinter reicht. Zwei Fachbetriebe können Dir für dasselbe Haus Summen nennen, die mehrere tausend Euro auseinanderliegen, ohne dass einer von beiden zu teuer kalkuliert.

Der Unterschied steckt selten im Fenster. Er steckt in den Positionen, die im einen Angebot ausgeschrieben sind und im anderen fehlen: Ausbau der alten Elemente, Entsorgung, Laibungsarbeiten, Fensterbänke innen und außen, Anschlussfugen, Rollladenanpassung und der schriftliche Nachweis über den U_w-Wert.

Daraus folgt die Reihenfolge, die Dir Geld spart. Zuerst legst Du fest, welche Leistungen im Preis enthalten sein müssen.

Danach holst Du Preise ein. Wer zuerst Preise sammelt und dann vergleicht, vergleicht in Wahrheit drei verschiedene Bauvorhaben miteinander und wählt das Angebot mit den meisten Lücken.

Für jede Zahl, die Dir jemand nennt, brauchst Du deshalb zwei Zusatzangaben. Erstens: Ist der Einbau enthalten?

Zweitens: Gilt der Preis für Neubau oder für Altbau? Ohne diese beiden Angaben ist eine Fensterzahl für Deine Kalkulation nicht verwertbar.

Prüfe das an dem Prospekt, der gerade auf Deinem Tisch liegt. Steht neben dem Preis kein Hinweis auf Montage, Ausbau und Entsorgung, hast Du einen Materialpreis vor Dir und keinen Projektpreis. Ab hier arbeitest Du mit dem Leistungsumfang statt mit dem Stückpreis, und Deine Zahlen werden zum ersten Mal miteinander vergleichbar.

Diese Unterscheidung wirkt kleinlich, bis Du sie einmal in Euro siehst. Ein Angebot, das nur die Elemente bepreist, kann auf dem Papier zehn Prozent unter dem Wettbewerb liegen und nach Abschluss der Arbeiten teurer sein, weil Entsorgung, Innenanschluss und Fensterbänke als Regiearbeit abgerechnet werden.

Regiearbeit heißt: Der Betrieb schreibt Stunden auf, Du zahlst sie nach Aufwand. Das ist zulässig und in Einzelfällen sinnvoll, aber es ist kein Preis, den Du vorher vergleichen konntest.

Richtwerte pro Fenster inklusive Einbau nach Material

Angaben in Euro pro Fenster
Kunststoff Neubau930 EuroKunststoff Altbau1.023 EuroHolz Neubau1.245 EuroHolz Altbau1.370 EuroHolz-Alu Neubau1.570 EuroHolz-Alu Altbau1.727 Euro

Quelle: BKI-Baukostendatenbank, wiedergegeben von Schwäbisch Hall, Abruf 05.08.2026

Der Altbauzuschlag beträgt beim Kunststofffenster 93 Euro je Element und bezahlt Arbeitszeit, nicht besseres Material.

Was im BKI-Richtwert enthalten ist und was der Altbauzuschlag bedeutet

Die BKI-Richtwerte beschreiben ein fertig eingebautes Fenster in üblicher Größe, nicht ein Bauteil auf der Palette. Genau deshalb liegen Neubau und Altbau nicht gleichauf: rund 930 Euro gegenüber rund 1.023 Euro beim Kunststofffenster. Die Differenz von 93 Euro pro Element ist der Preis dafür, dass im Bestand niemand in eine saubere, maßhaltige Rohbauöffnung einbaut.

Im Altbau arbeitet der Monteur gegen die Geschichte des Hauses. Öffnungen sind nicht rechtwinklig, alte Blendrahmen sitzen im Mauerwerk, Putzkanten brechen aus, Rollladenkästen sind ungedämmt, Innenfensterbänke sind eingemauert. Jede dieser Abweichungen kostet Arbeitszeit, und Arbeitszeit ist die Position, die in schlanken Angeboten als Erstes verschwindet.

Für Dich ist der Altbauzuschlag deshalb weniger eine Preisregel als eine Prüffrage. Frage jeden Anbieter, ob sein Preis auf einer Aufmaßbesichtigung beruht oder auf Deinen Telefonangaben. Ein Preis ohne Aufmaß ist eine Schätzung, die später über Nachträge korrigiert wird.

Ebenso wichtig ist die Frage nach der Montageart. Wird das alte Element komplett ausgebaut, oder wird das neue Fenster in den alten Rahmen gesetzt?

Beide Wege sind zulässig, sie ergeben aber nicht dieselbe Glasfläche, nicht dieselbe Anschlussqualität und nicht denselben Preis. Wer beides in einem Vergleich nebeneinanderlegt, misst zwei verschiedene Bauleistungen.

Der zweite Vorbehalt betrifft die Größe. Die Richtwerte beschreiben ein Fenster üblicher Wohnraumgröße.

Eine bodentiefe Fenstertür, ein zweiflügeliges Element mit Stulp oder ein Sondermaß im Treppenhaus fallen aus dieser Kategorie heraus, weil mehr Fläche, mehr Gewicht und aufwendigere Beschläge im Spiel sind. Umgekehrt liegt ein kleines Kellerfenster darunter. Ein Angebot, das für alle Öffnungen denselben Stückpreis ansetzt, hat entweder nicht aufgemessen oder rechnet Kellerfenster und Fenstertür in denselben Topf.

Auch die Öffnungsart verschiebt den Preis innerhalb desselben Materials. Festverglasung ist günstiger als ein Dreh-Kipp-Flügel, ein zweiflügeliges Element mit Kämpfer liegt darüber, Hebeschiebetüren bilden die Spitze.

Bevor Du Angebote vergleichst, sollte in Deiner Liste je Öffnung stehen, ob sie fest, drehbar, kippbar oder beides sein soll. Diese Entscheidung triffst Du besser vor der Preisanfrage als in der Verhandlung, weil sie sonst zum Verhandlungsspielraum des Verkäufers wird.

Halte für Deine Unterlagen fest: 930 Euro ist der Wert für den einfachsten Fall, 1.023 Euro der Wert für den Normalfall im Bestand. Alles, was Dein Haus davon nach oben abweichen lässt, muss im Angebot benannt und bepreist sein. Was nicht benannt ist, wird nicht kalkuliert, und was nicht kalkuliert ist, bezahlst Du am Ende trotzdem.

Ausbau und Entsorgung: die 55 Euro, die fast jedes Erstangebot vergisst

Für Abbruch und Entsorgung eines alten Fensters nennen die von Schwäbisch Hall wiedergegebenen BKI-Praxiswerte rund 55 Euro pro Stück. Bei zehn Fenstern sind das 550 Euro, die im Materialpreis nicht auftauchen. Aus 10.230 Euro für die Kunststofffenster werden damit rund 10.780 Euro, bevor überhaupt eine Fensterbank montiert ist.

Weißes gekipptes Fenster in einem leeren hellen Raum mit heller Innenfensterbank und verputzter Laibung, im Hintergrund Nachbarhäuser
Innenfensterbank, Laibung und Anschluss fallen erst nach dem Ausbau an

Diese Position ist der klassische Ort für Nachträge, weil sie technisch harmlos klingt und organisatorisch aufwendig ist. Alte Elemente müssen zerlegt, abtransportiert und nach Materialgruppen entsorgt werden. Bei sehr alten Fenstern kommen Sonderfälle hinzu: Bleifarben, asbesthaltige Dichtungsmassen an Anschlussfugen oder eingemauerte Stahlzargen.

Für diese Sonderfälle gibt es keinen bundesweiten Richtwert, den ich Dir seriös nennen könnte. Wer Dir hier eine Pauschale nennt, rät.

Genauso ehrlich muss die Auskunft zu den Anschlussarbeiten sein. Für Laibungsputz, Innenfensterbänke, Malerarbeiten und Rollladenanpassung existiert keine belastbare neutrale Durchschnittszahl je Fenster.

Diese Leistungen hängen zu stark am Bestand. Was Du stattdessen verlangen kannst, ist eine Einzelposition mit Menge und Einheitspreis im Angebot, statt einer Sammelzeile am Ende.

Formuliere die Anfrage deshalb so, dass ein Anbieter nicht ausweichen kann: Ausbau je Fenster als Festpreis, Entsorgung je Fenster als Festpreis, Laibungsarbeiten nach laufendem Meter, Fensterbänke nach Stück und Länge. Wer so ausschreibt, bekommt Angebote, die sich Zeile für Zeile nebeneinanderlegen lassen.

Ein zweiter Kostentreiber im selben Abschnitt ist die Erreichbarkeit. Fenster im Erdgeschoss werden von innen getauscht, Elemente im zweiten Obergeschoss brauchen je nach Größe und Gewicht ein Gerüst oder eine Hebehilfe.

Gerüststellung wird nach Fläche und Standzeit abgerechnet und lohnt sich deshalb nur, wenn alle betroffenen Fenster in einem Zug getauscht werden. Wer den Austausch über zwei Jahre streckt, zahlt diese Position zweimal.

Und ein Detail, das viele übersehen: Der Termin für den Sperrmüll gehört ins Angebot, nicht in Deine Freizeit. Wenn ein Betrieb die Entsorgung Dir überlässt, ist sein Preis nicht günstiger, sondern unvollständig. Rechne die 55 Euro je Element dann selbst dazu, bevor Du zwei Summen vergleichst.

Zehn Fenster im Altbau inklusive Ausbau und Entsorgung

Angaben in Euro für zehn Fenster
Kunststoff, 10 Stück10.780 EuroHolz, 10 Stück14.250 EuroHolz-Alu, 10 Stück17.820 Euro

Quelle: Berechnung aus den BKI-Altbau-Richtwerten zuzüglich des Praxiswerts für Abbruch und Entsorgung

Alle drei Werte enthalten 550 Euro für Ausbau und Entsorgung, also 55 Euro je Element. Zwischen der günstigsten und der teuersten Materialwahl liegen rund 7.040 Euro.

Material entscheidet die Preisklasse, aber nicht die Förderfähigkeit

Zwischen den Materialien liegt die größte einzelne Preisspreizung Deines Projekts. Die BKI-Richtwerte inklusive Einbau nennen für Holzfenster rund 1.245 Euro im Neubau und rund 1.370 Euro im Altbau, für Holz-Aluminium-Fenster rund 1.570 Euro und rund 1.727 Euro. Kunststoff bleibt mit 930 und 1.023 Euro die günstigste Gruppe.

Auf zehn Fenster im Bestand gerechnet ergibt das rund 10.230 Euro für Kunststoff, rund 13.700 Euro für Holz und rund 17.270 Euro für Holz-Aluminium. Die Spanne zwischen der günstigsten und der teuersten Materialwahl beträgt damit rund 7.040 Euro, und diese Entscheidung triffst Du in einem einzigen Gespräch.

Was Du für den Aufpreis bekommst, ist unterschiedlich. Holz bietet ein anderes Raumgefühl und ist reparaturfreundlich, verlangt aber regelmäßige Pflege der Wetterseite.

Holz-Aluminium kombiniert die Innenoberfläche aus Holz mit einer wetterfesten Außenschale und ist deshalb die wartungsärmste der drei Gruppen. Kunststoff ist der pflegeleichte Standard und deckt die meisten Wohnhäuser ab.

Für die Förderung ist diese ganze Materialdebatte unerheblich. Die BAFA prüft bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle keinen Werkstoff, sondern den energetischen Nachweis des fertigen Bauteils. Ein Kunststofffenster mit gutem Rahmenprofil und gutem Randverbund kann förderfähig sein, während ein teures Holzfenster mit schwächerem Aufbau die Anforderung verfehlt.

Die zweite Ebene der Materialentscheidung ist die Folgezeit. Kunststoff braucht Reinigung und gelegentliche Beschlagpflege. Holz braucht einen intakten Anstrich auf der Wetterseite, dafür ist eine beschädigte Oberfläche reparierbar, ohne das Element zu tauschen.

Holz-Aluminium verlagert die Bewitterung auf die Alu-Schale und reduziert damit den Pflegeaufwand außen erheblich. Eine belastbare bundesweite Zahl für die Instandhaltungskosten je Material über die Nutzungsdauer gibt es nicht, deshalb bleibt dieser Punkt eine Abwägung und keine Rechnung.

Nutze das beim Verhandeln. Wenn ein Verkäufer die Materialklasse als Argument für Förderfähigkeit einsetzt, ist das kein technisches Argument. Frage stattdessen nach dem U_w-Wert des konkret angebotenen Fensters, und Du bringst das Gespräch von der Warenkorbebene auf die Nachweisebene, auf der über den Zuschuss tatsächlich entschieden wird.

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Der U_w-Wert ist eine Preisposition, kein Datenblatt-Detail

Beim Fenster kursieren drei U-Werte. Der U_g-Wert beschreibt die Verglasung, der U_f-Wert den Rahmen, der U_w-Wert das komplette Fenster aus Rahmen, Glas und Randverbund.

Nahaufnahme einer grauen Fensterecke mit schwarzem Dichtungsprofil, dunklem Glasrandverbund und silbernem Fenstergriff
Rahmen, Dichtung und Randverbund bestimmen den U_w-Wert gemeinsam

Beworben wird gern der beste der drei, also der Glaswert. Für Gesetz und Förderung zählt ausschließlich der U_w-Wert.

Die beiden relevanten Schwellen liegen weit auseinander. Das Gebäudeenergiegesetz nennt in Anlage 7 für normale Fenster gegen Außenluft einen Mindestwert von U_w 1,3 W/(m2K), für Dachflächenfenster 1,4 W/(m2K). Förderfähig ist ein Fenster laut Verbraucherzentrale erst bei höchstens 0,95 W/(m2K); maßgeblich bleiben die aktuellen technischen Mindestanforderungen der BAFA.

Zwischen 1,3 und 0,95 liegt der teuerste Zentimeter Deines Projekts. Ein Fenster, das die gesetzliche Anforderung knapp erfüllt, darf eingebaut werden, bekommt aber keinen Zuschuss. Bei 10.780 Euro Projektkosten kostet Dich dieser Unterschied die 15 Prozent Grundförderung, also über 1.600 Euro, zusätzlich zu den höheren Wärmeverlusten der nächsten Jahrzehnte.

Deshalb gehört der U_w-Wert in das Angebot und nicht in ein Beiblatt. Verlange die Angabe je Fenstertyp und Größe, denn derselbe Profilaufbau erreicht bei einem kleinen Kellerfenster einen anderen U_w-Wert als bei einer bodentiefen Fenstertür. Der Rahmenanteil an der Gesamtfläche verschiebt das Ergebnis spürbar.

Der beste U_w-Wert nützt Dir außerdem wenig, wenn der Anschluss an die Wand die Schwachstelle bleibt. Zwischen Blendrahmen und Mauerwerk entsteht eine Fuge, die innen luftdicht und außen schlagregendicht ausgeführt werden muss.

Wird dort nur ausgeschäumt, wandert warme Raumluft in die Konstruktion und kühlt am Mauerwerk ab. Deshalb gehört das geplante Abdichtungssystem in die Leistungsbeschreibung, nicht nur der Fenstertyp.

Diese Anschlussqualität ist auch der Grund, warum ein dichtes Fenster den Lüftungsbedarf im Haus verändert. Alte, undichte Elemente haben unbemerkt für Luftwechsel gesorgt.

Nach dem Austausch übernimmt diese Aufgabe entweder Dein Lüftungsverhalten oder eine technische Lösung. Wer das nicht mitplant, verlagert Feuchte an die nächstkältere Stelle im Raum, meistens an eine Außenecke hinter einem Möbelstück.

Eine einzige Frage trennt hier die Angebote: Welchen U_w-Wert erreicht dieses konkrete Fenster in dieser konkreten Größe, und liegt dafür ein Produktdatenblatt bei? Wer darauf mit der Verglasung, der Kammerzahl oder dem Markennamen antwortet, hat die Frage nicht beantwortet.

Was 15 Prozent BAFA-Zuschuss in Euro bedeuten

Fenster zählen im Förderprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Der förderfähige Kostenrahmen liegt ohne individuellen Sanierungsfahrplan bei bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit, mit Sanierungsfahrplan bei bis zu 60.000 Euro. Die Mindestinvestition beträgt 300 Euro brutto, was beim Fenstertausch praktisch immer erreicht wird.

In Euro gerechnet ergibt das klare Stufen. Bei 10.000 Euro förderfähigen Kosten sind es 1.500 Euro Zuschuss. Bei 20.000 Euro sind es 3.000 Euro.

Bei 30.000 Euro, also am oberen Rand des Standardrahmens, sind es 4.500 Euro. Wer den Rahmen mit Sanierungsfahrplan auf 60.000 Euro hebt, kommt rechnerisch auf 10.500 Euro.

Diese Beträge sind Modellrechnungen auf Basis förderfähiger Ausgaben und keine Zusage. Über die tatsächliche Höhe entscheidet die BAFA nach Antrag, und die förderfähigen Ausgaben sind nicht automatisch identisch mit Deiner Angebotssumme. Positionen wie Sicherheitsbeschläge, Sprossen, Sonderfarben oder elektrische Bedienung gehören nicht zwingend zum energetischen Kern der Maßnahme.

Für Deine Kalkulation heißt das: Rechne den Zuschuss nie auf die Bruttosumme des Angebots, sondern auf den Teil, den der Energieeffizienz-Experte als förderfähig einordnet. Ein Angebot, das energetische und komfortbezogene Leistungen getrennt ausweist, macht diese Einordnung überhaupt erst möglich.

Der Kostenrahmen hängt an der Wohneinheit, nicht am Gebäude. Laut BAFA und BMWE gelten für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle 30.000 Euro förderfähige Ausgaben je Wohneinheit und Kalenderjahr, mit individuellem Sanierungsfahrplan 60.000 Euro je Wohneinheit. Ein Zweifamilienhaus mit zwei abgeschlossenen Wohnungen kommt damit auf 60.000 Euro förderfähige Ausgaben, auch ohne Sanierungsfahrplan.

Für Eigentümergemeinschaften und Mehrfamilienhäuser folgt daraus ein Handgriff vor dem Antrag: Zähle die Wohneinheiten und multipliziere sie mit 30.000 Euro, mit Sanierungsfahrplan mit 60.000 Euro. Kosten oberhalb dieser Summe bleiben ungefördert und vollständig bei den Eigentümern. Damit die Rechnung trägt, muss das Angebot die Fenster den einzelnen Wohnungen zuordnen, mit getrennten Mengen und Preisen.

Die Mindestinvestition von 300 Euro brutto ist dagegen kaum je ein Hindernis. Sie wird selbst bei einem einzelnen Kellerfenster erreicht, sobald der Einbau enthalten ist.

Relevant wird sie nur, wenn jemand eine Kleinstmaßnahme separat abrechnen will, etwa den Tausch einer einzelnen Scheibe. Solche Teilarbeiten sind ohnehin keine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle im Sinne der Förderung.

Praktisch bedeutet das eine zusätzliche Anforderung an Deine Ausschreibung. Bitte darum, dass Ausstattungsoptionen als separate Zeilen erscheinen und nicht im Fensterpreis verschwinden. Diese eine Formulierung entscheidet später darüber, ob Du 15 Prozent auf den großen oder auf den kleinen Teil Deiner Rechnung bekommst.

BAFA-Zuschuss nach förderfähigen Kosten

Angaben in Euro Zuschuss
10.000 Euro Kosten1.500 Euro20.000 Euro Kosten3.000 Euro30.000 Euro Kosten4.500 Euro60.000 Euro Kosten, mit iSFP-Bonus10.500 Euro

Quelle: Modellrechnung nach BAFA-Fördersätzen für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Stand 05.08.2026

Bis 30.000 Euro förderfähige Kosten ergibt der Sanierungsfahrplan denselben Zuschuss, weil der Bonus seit dem 21.07.2026 nur für den Anteil darüber gilt.

Der iSFP-Bonus seit dem 21.07.2026: warum er beim reinen Fenstertausch meist verpufft

Der individuelle Sanierungsfahrplan bringt 5 Prozentpunkte zusätzlich, also 20 Prozent statt 15 Prozent. Seit dem 21.07.2026 gilt dieser Bonus beim Einfamilienhaus jedoch erst ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben und nur für den Anteil oberhalb dieser Schwelle. Damit hat sich die Rechnung für viele Fensterprojekte grundlegend geändert.

Das Beispiel macht es sichtbar. Bei 20.000 Euro förderfähigen Kosten für den Fenstertausch bleibt es bei 3.000 Euro Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan wie ohne. Der Bonus greift schlicht nicht, weil die Schwelle nicht erreicht ist.

Erst darüber verändert sich das Ergebnis: Bei 60.000 Euro werden 15 Prozent auf die ersten 30.000 Euro und 20 Prozent auf die zweiten 30.000 Euro gerechnet, zusammen 10.500 Euro.

Ein reiner Fenstertausch im Einfamilienhaus erreicht die 30.000 Euro selten. Zehn Kunststofffenster liegen mit Ausbau bei rund 10.780 Euro, zehn Holzfenster bei rund 14.250 Euro und zehn Holz-Aluminium-Fenster bei rund 17.820 Euro, jeweils auf derselben Basis. Die Schwelle wird realistisch erst erreicht, wenn Du mehr Elemente tauschst, große Fensterflächen oder Fenstertüren hast, ein Mehrfamilienhaus betreust oder die Fenster mit weiteren Maßnahmen an der Gebäudehülle bündelst.

Damit ist die Entscheidung über den Sanierungsfahrplan keine Bonusfrage mehr, sondern eine Planungsfrage. Wenn ohnehin Dämmung, Dach, Kellerdecke oder Lüftung anstehen, ordnet der Fahrplan die Reihenfolge und hebt zusätzlich den Kostenrahmen von 30.000 auf 60.000 Euro je Wohneinheit. Wenn Du nur Fenster tauschst, rechne den Bonus lieber nicht ein.

Es gibt einen legitimen Weg, die Schwelle zu erreichen, und er hat nichts mit Aufrunden zu tun. Zur Gebäudehülle zählen bei der BAFA neben Fenstern auch Außentüren und Tore. Wer den Fenstertausch mit der Haustür, dem Garagentor oder einer Dämmmaßnahme in einem Vorhaben bündelt, kommt sachlich in einen höheren Kostenbereich und nutzt den Rahmen aus, statt ihn künstlich aufzublähen.

Der Sanierungsfahrplan kostet selbst Geld und Zeit, und er wird von einem Energieeffizienz-Experten erstellt. Rechne diesen Aufwand gegen den erwarteten Bonus, bevor Du ihn beauftragst. Bei einem Vorhaben unterhalb von 30.000 Euro entsteht der Nutzen nicht mehr aus dem Prozentsatz, sondern aus der Planungsqualität und der Reihenfolge der Maßnahmen in den nächsten Jahren.

Wer Dir 20 Prozent Förderung für einen kleinen Fenstertausch in Aussicht stellt, arbeitet mit einem Stand vor dem 21.07.2026. Diese Prüfung kannst Du in einem Satz führen: Ab welchem Kostenanteil greifen die zusätzlichen 5 Prozentpunkte bei meinem Vorhaben?

Merksatz

Bis 30.000 Euro förderfähige Kosten ergibt der Sanierungsfahrplan denselben Zuschuss, weil der Bonus seit dem 21.07.2026 nur für den Anteil darüber gilt.

Die Reihenfolge ist die teuerste Position im ganzen Projekt

Es gibt eine Entscheidung, die Dich mehr kosten kann als jede Materialwahl: der Zeitpunkt Deiner Unterschrift. Der Antrag muss vor dem förderrechtlich relevanten Vorhabenbeginn gestellt sein. Wer den Auftrag zuerst verbindlich erteilt und danach den Zuschuss beantragt, verliert ihn in aller Regel vollständig.

Vor dem Antrag steht der Energieeffizienz-Experte. Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle ist seine Einbindung laut BAFA erforderlich, und er ist nicht nur eine Formalie.

Er prüft, ob das angebotene Fenster den technischen Mindestanforderungen genügt, ordnet die förderfähigen Ausgaben ab und bestätigt die Maßnahme. Aus einem nicht passenden Produkt macht auch er kein förderfähiges Fenster.

Der Ablauf, der funktioniert, hat vier Stationen: Bestand aufnehmen mit Anzahl, Maßen und Zustand; Angebote mit U_w-Werten und Nebenleistungen einholen; Energieeffizienz-Experten einbinden und Antrag stellen; erst danach verbindlich beauftragen. Jede Umstellung dieser Reihenfolge kostet Geld oder Zeit, meistens beides.

Die KfW kommt in diesem Ablauf erst zum Schluss ins Spiel. Der Ergänzungskredit 358/359 ist laut KfW nur zusätzlich zu einer zugesagten Zuschussförderung möglich und deckt bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit ab.

Selbstnutzende Eigentümer mit einem Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro im Jahr können eine Zinsverbilligung prüfen. Einen eigenständigen KfW-Zuschuss für Fenster gibt es nicht.

Nach der Ausführung endet der Vorgang nicht mit der Rechnung. Für die Auszahlung brauchst Du die Bestätigung nach Durchführung durch den Energieeffizienz-Experten sowie Rechnungen, aus denen die geförderte Maßnahme eindeutig hervorgeht.

Eine Rechnung mit der Zeile Fenster komplett hilft dabei nicht. Bitte den Betrieb deshalb schon bei der Beauftragung um eine Rechnungsgliederung, die den förderfähigen Teil getrennt ausweist.

Sammle parallel die Produktunterlagen. Datenblätter mit U_w-Werten je Fenstertyp, die Angaben zum Abdichtungssystem und die Fachunternehmererklärung gehören in einen Ordner, bevor das Gerüst abgebaut wird. Nach Abschluss der Arbeiten kostet jedes fehlende Blatt Telefonate, und im ungünstigsten Fall verzögert es die Auszahlung um Wochen.

Trage die Termine deshalb in dieser Reihenfolge in Deinen Kalender ein, bevor Du den ersten Preis erfragst. Ein Betrieb, der auf eine schnelle Unterschrift drängt, weil das Angebot angeblich nur kurz gilt, bringt Dich in genau den Fehler, der 15 Prozent Deiner Investition kostet.

Die Leistungsliste, mit der drei Angebote wirklich vergleichbar werden

Vergleichbarkeit entsteht nicht dadurch, dass Du drei Preise hast, sondern dadurch, dass alle drei Angebote dieselben Zeilen enthalten. Diese Liste kannst Du wörtlich in Deine Anfrage übernehmen:

  • Anzahl und Maße je Fenstertyp
  • Öffnungsarten
  • Material und Profilserie
  • Verglasungsaufbau
  • U_w-Wert je Typ
  • Montageart
  • Befestigungs- und Abdichtungssystem
  • Ausbau je Element
  • Entsorgung je Element
  • Laibungsarbeiten
  • Fensterbänke innen und außen
  • Rollladenanpassung
  • Malerarbeiten
  • Nachweisunterlagen für die Förderung
Nahaufnahme des Übergangs von verputzter Laibung zum hellen Fensterrahmen mit sichtbarem Dichtungsprofil
Anschluss und Abdichtung gehören als eigene Zeilen ins Angebot

Zu jeder Zeile gehören Menge, Einheitspreis und Gesamtpreis. Erst dann erkennst Du, ob ein Angebot günstiger ist oder nur kürzer. In der Praxis reicht schon ein Blick auf die Zeilenzahl: Ein Angebot mit vier Zeilen und ein Angebot mit vierzehn Zeilen beschreiben nicht dasselbe Vorhaben.

Zwei Angaben trennen die seriösen von den optimistischen Kalkulationen. Erstens der Hinweis, ob ein Aufmaß vor Ort stattgefunden hat.

Zweitens eine Aussage zum Umgang mit Überraschungen im Bestand, etwa maroden Anschlüssen oder ungedämmten Rollladenkästen. Wer beides offen benennt, kalkuliert realistisch statt niedrig.

Zwei Ausstattungsthemen gehören aus einem zweiten Grund in eigene Zeilen: Schallschutz und Einbruchhemmung. Beide werden in Klassen angegeben, beide verändern Glasaufbau und Beschläge, und beide zählen nicht automatisch zum energetischen Kern der geförderten Maßnahme.

Wenn sie getrennt ausgewiesen sind, kannst Du sie erstens einzeln abwägen und zweitens sauber von den förderfähigen Ausgaben abgrenzen. Stehen sie im Fensterpreis, verlierst Du beide Möglichkeiten gleichzeitig.

Achte außerdem auf die Zahlungsbedingungen und die Ausführungsdauer. Eine hohe Anzahlung ohne Lieferzusage verschiebt Dein Risiko nach vorn, und ein Termin ohne Angabe der Arbeitstage macht Deine eigene Planung unmöglich, gerade wenn die Wohnung während der Montage bewohnt bleibt.

Für den eigentlichen Vergleich hilft ein simples Blatt mit drei Spalten, eine je Anbieter, und einer Zeile je Position aus Deiner Liste. Wo ein Feld leer bleibt, trägst Du keine Null ein, sondern ein Fragezeichen.

Diese Fragezeichen sind Deine Nachfrageliste. Erfahrungsgemäß klärt eine einzige Rückfragerunde mehr über die Qualität eines Betriebs als jedes Verkaufsgespräch, weil Du siehst, wer nachbessert und wer ausweicht.

Wenn Du diese Liste versendest, veränderst Du die Verhandlungsposition. Du fragst nicht mehr, was Fenster kosten. Du fragst, was Dein definiertes Vorhaben kostet, und jeder Betrieb rechnet ab diesem Moment auf derselben Grundlage.

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Woran Du erkennst, dass ein Preis zu niedrig ist

Ein niedriger Preis ist kein Verdachtsmoment. Er kann sauber zustande kommen, wenn die Fenster einfache Rechteckformate haben, alle Öffnungen vom Boden oder von einem kleinen Gerüst erreichbar sind, keine Rollläden angepasst werden und der Betrieb ohnehin in Deiner Straße arbeitet. Solche Vorteile stehen dann auch im Angebot.

Verdächtig wird ein Preis, wenn die Ersparnis nicht erklärbar ist. Diese sieben Auslassungen tauchen am häufigsten auf:

  • kein Ausbau
  • keine Entsorgung
  • keine Laibungsarbeiten
  • keine Fensterbänke
  • kein U_w-Wert
  • kein Aufmaß
  • keine Angabe zum Abdichtungssystem

Rechne die fehlenden Positionen in diesem Fall selbst dazu, beginnend mit 55 Euro je Element für Abbruch und Entsorgung. Eine belastbare bundesweite Statistik über die Höhe von Nachträgen im Fensterbau gibt es nicht, jedenfalls keine, die ich Dir als geprüfte Quelle nennen könnte.

Deshalb hilft keine Faustformel, sondern nur der Abgleich der Positionen. Was in zwei von drei Angeboten steht und im dritten fehlt, ist die Erklärung für den Preisunterschied.

Prüfe zusätzlich, worauf sich die Gewährleistung bezieht. Fensterhersteller und Montagebetrieb sind oft nicht dieselbe Firma. Wenn Undichtigkeiten am Anschluss auftreten, ist die entscheidende Frage, wer für die Bauleistung geradesteht und nicht, wie lang die Produktgarantie auf dem Prospekt ist.

Ein weiterer Prüfpunkt ist die Anzahlung. Eine Vorauszahlung für die Fensterproduktion ist branchenüblich, weil die Elemente nach Maß gefertigt werden. Unüblich ist eine hohe Anzahlung ohne verbindliche Auftragsbestätigung mit Maßen, Typen und Liefertermin.

Verknüpfe Zahlungen mit Ereignissen: Auftragsbestätigung, Lieferung, Montageabschluss, Mängelfreiheit. Diese Staffelung kostet Dich nichts und schützt Dich, falls der Betrieb ausfällt.

Am Ende zählt eine einfache Gegenrechnung. Addiere zum günstigsten Angebot alle Positionen, die dort fehlen und im teuersten enthalten sind.

Bleibt es danach vorn, hast Du ein gutes Angebot gefunden. Kippt die Reihenfolge, hast Du die Preisfalle rechtzeitig erkannt.

Was die Investition zurückbringt und welche Zahl dazu niemand seriös nennen kann

Beim Austausch alter Isolierverglasungen gegen moderne Dreifach-Wärmeschutzverglasung nennt die Energieberatung der Verbraucherzentrale einen um bis zu 60 Prozent geringeren Wärmeverlust der Fenster und typischerweise 10 bis 20 Prozent geringere Heizkosten. Das ist die belastbarste Orientierung, die es zu diesem Thema gibt.

Heller Wohnraum mit Holzboden, Sonnenlicht auf den Dielen und großem weißen Fenster mit Blick in einen Garten
Wärmere Scheiben machen die Fensterseite des Raums wieder nutzbar

Beide Werte gelten nicht automatisch für Dein Haus. Sie hängen an der Fensterfläche im Verhältnis zur Hüllfläche, am Zustand der alten Elemente, am Heizsystem, an der Luftdichtheit und am übrigen Dämmstandard. In einem gedämmten Haus mit kleinen Fenstern fällt die Wirkung geringer aus als in einem ungedämmten Altbau mit großen Fensterflächen.

Eine pauschale Amortisationszeit für neue Fenster kann ich Dir deshalb nicht nennen, und Du solltest jedem misstrauen, der es tut. Dafür fehlt eine neutrale Datengrundlage, die Fensterfläche, Ausgangszustand und Energiepreis Deines Hauses zusammenführt. Wer Dir eine Jahreszahl präsentiert, hat Annahmen gesetzt, die er nicht offenlegt.

Was sich dagegen beziffern lässt, ist der Zuschuss. Bei rund 10.780 Euro förderfähigen Kosten für zehn Kunststofffenster inklusive Ausbau sind 15 Prozent rund 1.617 Euro, die Du unabhängig von jeder Energiepreisprognose bekommst, sofern Nachweis und Reihenfolge stimmen.

Ein Teil der Wirkung entsteht außerdem nicht auf der Heizkostenabrechnung, sondern an der Innenoberfläche. Ein Fenster mit U_w 0,95 W/(m2K) hat eine deutlich wärmere Scheibeninnenseite als eine alte Zweifachverglasung.

Das verändert den Kaltluftabfall vor dem Fenster und macht den Raum an der Fensterseite nutzbar. Wer bisher die Sitzgruppe in die Raummitte gerückt hat, gewinnt Fläche zurück.

Rechne den Rest deshalb nicht nur in Kilowattstunden. Neue Fenster wirken auf Zugluft, kalte Oberflächen an der Innenseite, Kondensat an den Rändern, Schallschutz zur Straße und Einbruchsicherheit. Diese Gründe stehen in keiner Amortisationstabelle und sind für die meisten Haushalte der eigentliche Auslöser des Projekts.

Dein nächster Schritt: aus Richtwerten ein belastbares Angebot machen

Du hast jetzt drei Zahlenebenen beisammen: den Warenkorb nach Material zwischen rund 10.230 und rund 17.270 Euro für zehn Fenster im Bestand, die Nebenarbeiten mit 55 Euro Ausbau und Entsorgung je Element als Startpunkt, und den Zuschuss von 15 Prozent auf die förderfähigen Ausgaben. Was fehlt, sind die Daten Deines Hauses.

Diese neun Angaben brauchst Du für jede Anfrage. Mit ihnen bekommst Du Preise statt Rückfragen:

  • Anzahl der Fenster
  • ungefähre Maße je Typ
  • Baujahr des Hauses
  • Geschoss und Erreichbarkeit
  • vorhandene Rollläden
  • gewünschtes Material
  • Sondermaße oder Sprossen
  • Schallschutzbedarf
  • ob die Maßnahme gefördert werden soll

Kläre außerdem früh, was passiert, wenn die Förderung nicht kommt. Ein Vertrag, der erst mit der Zuschusszusage wirksam wird, oder ein vereinbartes Rücktrittsrecht bei Ablehnung kostet Dich in der Verhandlung wenig und nimmt dem gesamten Zeitplan das Risiko. Viele Betriebe kennen diese Regelung und tragen sie mit, weil sie das Geschäft nicht verlieren, sondern nur später abschließen.

Wenn ein Betrieb daraufhin nach Fotos und einem Vor-Ort-Termin fragt, ist das ein gutes Zeichen. Ein Aufmaß vor dem Angebot bedeutet, dass die Kalkulation Deinem Haus gilt und nicht einem Musterhaus aus dem Katalog.

Über den Fenster-Angebotsvergleich von Leospardo gibst Du diese Eckdaten einmal ein und erreichst damit geprüfte Fachbetriebe aus Deiner Region, die auf derselben Grundlage kalkulieren. Der Vergleich ist kostenlos und unverbindlich und ersetzt weder die Beratung durch den Energieeffizienz-Experten noch die Prüfung durch die BAFA.

Plane für den Ablauf realistische Zeitfenster ein. Zwischen Aufmaß und Montage liegt die Fertigung nach Maß, und vor der Montage liegt bei Förderung der Antrag.

Wer im Frühjahr entscheidet, arbeitet entspannter als jemand, der im Oktober feststellt, dass die alten Fenster einen weiteren Winter nicht schaffen. Zeitdruck ist der zuverlässigste Weg zu einem schlechten Angebot.

Und der letzte Griff vor der Unterschrift bleibt immer derselbe: Lege die Angebote nebeneinander, streiche jede Zeile, die nicht in allen dreien vorkommt, und vergleiche erst danach die Summen. Ab diesem Moment lügt der Stückpreis nicht mehr, weil Du ihn nicht mehr brauchst.

Häufige Fragen

Was kosten neue Fenster mit Einbau im Jahr 2026?
Die BKI-Richtwerte inklusive Einbau nennen für ein Kunststofffenster rund 930 Euro im Neubau und rund 1.023 Euro im Altbau. Holzfenster liegen bei rund 1.245 und 1.370 Euro, Holz-Aluminium bei rund 1.570 und 1.727 Euro. Diese Werte gelten für ein fertig eingebautes Fenster üblicher Größe. Ausbau und Entsorgung des alten Elements mit rund 55 Euro pro Stück sowie Laibungsarbeiten und Fensterbänke kommen zusätzlich dazu.
Was kosten 10 neue Fenster im Einfamilienhaus?
Mit den BKI-Altbau-Richtwerten ergeben zehn Kunststofffenster rund 10.230 Euro, zehn Holzfenster rund 13.700 Euro und zehn Holz-Aluminium-Fenster rund 17.270 Euro. Rechne 550 Euro für Ausbau und Entsorgung dazu, also 55 Euro je Element. Bei Kunststoff landest Du damit bei rund 10.780 Euro. Laibungsputz, Fensterbänke, Malerarbeiten und Rollladenanpassung sind darin noch nicht enthalten und müssen im Angebot einzeln ausgewiesen sein.
Warum ist der Altbaupreis höher als der Neubaupreis?
Im Neubau baut der Monteur in eine maßhaltige Rohbauöffnung ein, im Altbau gegen gewachsene Bausubstanz. Öffnungen sind nicht rechtwinklig, alte Blendrahmen sitzen im Mauerwerk, Putzkanten brechen aus und Fensterbänke sind eingemauert. Beim Kunststofffenster beträgt die Differenz laut BKI rund 93 Euro pro Element, also 1.023 statt 930 Euro. Diese Differenz deckt Arbeitszeit ab, nicht besseres Material, und sie fällt höher aus, wenn der Bestand Überraschungen bereithält.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für neue Fenster?
Fenster gelten als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, der Kostenrahmen liegt bei bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit, mit individuellem Sanierungsfahrplan bei bis zu 60.000 Euro. Daraus ergeben sich 1.500 Euro Zuschuss bei 10.000 Euro Kosten, 3.000 Euro bei 20.000 Euro und 4.500 Euro bei 30.000 Euro. Voraussetzung sind der technische Nachweis, der Energieeffizienz-Experte und der Antrag vor Auftragserteilung.
Bringt der iSFP-Bonus beim Fenstertausch noch etwas?
Seit dem 21.07.2026 gelten die zusätzlichen 5 Prozentpunkte beim Einfamilienhaus erst ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben und nur für den Anteil darüber. Bei 20.000 Euro Fensterkosten bleibt es deshalb bei 3.000 Euro Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan wie ohne. Erst bei 60.000 Euro förderfähigen Kosten ergibt die Rechnung 10.500 Euro, also 15 Prozent auf die ersten 30.000 Euro und 20 Prozent auf den Anteil darüber. Ein reiner Fenstertausch erreicht diese Schwelle selten.
Welcher U-Wert ist bei neuen Fenstern gefordert?
Das Gebäudeenergiegesetz nennt in Anlage 7 für normale Fenster gegen Außenluft einen Mindestwert von U_w 1,3 W/(m2K) und für Dachflächenfenster 1,4 W/(m2K). Für die Förderung gilt laut Verbraucherzentrale ein U_w-Wert von höchstens 0,95 W/(m2K), wobei die aktuellen technischen Mindestanforderungen der BAFA maßgeblich bleiben. Entscheidend ist immer der U_w-Wert des kompletten Fensters, nicht der bessere Glaswert U_g, mit dem in Prospekten gern geworben wird.
Was kostet der Ausbau und die Entsorgung alter Fenster?
Die von Schwäbisch Hall wiedergegebenen BKI-Praxiswerte nennen rund 55 Euro pro Fenster für Abbruch und Entsorgung. Bei zehn Elementen sind das 550 Euro. Bei sehr altem Bestand können Sonderfälle hinzukommen, etwa asbesthaltige Anschlussmassen oder eingemauerte Stahlzargen. Für diese Fälle existiert kein belastbarer allgemeiner Richtwert. Verlange die Position deshalb als Festpreis je Fenster im Angebot, statt sie in einer Sammelzeile am Ende verschwinden zu lassen.
Kann ich Zuschuss und KfW-Kredit für Fenster kombinieren?
Der Ergänzungskredit 358/359 der KfW ist laut KfW nur zusätzlich zu einer bereits zugesagten oder bewilligten Zuschussförderung möglich und umfasst bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Bei Selbstnutzung und einem Jahreshaushaltseinkommen von höchstens 90.000 Euro kommt zusätzlich eine Zinsverbilligung in Betracht, die über den Finanzierungspartner beantragt wird. Einen eigenständigen KfW-Zuschuss allein für Fenster gibt es nicht. Die Zuschusslogik läuft über die Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle bei der BAFA.
Soll ich zuerst Angebote einholen oder zuerst die Förderung klären?
Angebote holst Du früh ein, unterschreiben darfst Du erst spät. Der Antrag muss vor dem förderrechtlich relevanten Vorhabenbeginn gestellt sein, sonst entfällt der Zuschuss in aller Regel vollständig. Der praktikable Ablauf lautet: Bestand aufnehmen, Angebote mit U_w-Werten und allen Nebenleistungen einholen, Energieeffizienz-Experten einbinden, Antrag stellen und erst danach verbindlich beauftragen. Wer sich zu einer schnellen Unterschrift drängen lässt, riskiert 15 Prozent der Investition.